Samstag, 31. Dezember 2011


Never Knowing - Endlose Angst  
Chevy Stevens



Daten.
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Preis: 8,99€
Seitenzahl: 496 Seiten
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: November 2011
Altersempfehlung: Ab 16
Gekauft: Wichtelgeschenk



Sara ist Mutter einer sechsjährigen Tochter und steckt mitten in den Planungen ihrer Hochzeit. Kurzerhand beschließt sie, noch einmal nach ihrer leiblichen Mutter zu suchen. Es dauert nicht lange, bis sie erfährt, dass sie das Blut eines Serienkillers in sich trägt. Das ganze Unheil beginnt, als plötzlich Daten von ihr im Zusammenhang mit ihrer leiblichen Mutter im Internet auftauchen, die besagen, dass sie die Tochter des einzig überlebenden Opfers des Campsite Killers ist. Denn ihr Vater nimmt mit ihr Kontakt auf und Sara bekommt es immer mehr mit der Angst zu tun. Doch sie hat nicht nur Angst vor ihrem Vater, sondern auch vor sich selbst, als sie bemerkt, wie ähnlich sie dem Campsite Mörder eigentlich zu sein scheint. 


Handlung & Stil.
Das Buch ist aufgebaut wie das erste Werk der Autorin. Sara geht zu einer etwas älteren Psychologin und erzählt ihr praktisch die ganze Story. Die Kapitel sind daher ebenfalls mal wieder in Sitzungen eingeteilt. Eine einfache Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen. Leider beim zweiten Mal etwas unoriginell und fad. Wobei das zweite Buch für mich deutlich besser war, als das erste.  
Jedoch war das nicht das Enttäuschende an dem Buch. Auf den ersten 40 Seiten muss man sich mit Sara's Leben, ihrer Gefühlswelt und ihren alltäglichen Problemen mit ihren Schwestern ihrer Adoptivfamilie auseinandersetzen. Natürlich ist es sehr wertvoll zu erfahren, wie eine adoptierte Frau ihr Leben verbracht hat, bevor sie auf ihre leiblichen Eltern trifft, doch insgesamt wurde das für einen Thriller zu sehr ausgebaut. Eine Kurzfassung hätte es auch getan. 
Leider konnte man auch etliche Sätze überfliegen. Man hat nie den Anschluss verloren, da es einfach nichts zu verpassen gab. Allerdings waren die spannenden Passagen auch wirklich adrenalinreich. 
   Kommen wir zu den positiven Seiten. Das Werk an sich scheint doch recht gelungen zu sein. Es wurde oft spannend, die Telefonate zwischen Sara und ihrem leiblichen Vater sind allesamt interessant gewesen und man konnte gut mitfiebern. Das Buch hält auch jede Menge Überraschungen bereit, die zum Ende hin auftreten. Das hat das Negative regelrecht ausgeblendet, denn man wusste irgendwann wirklich nicht mehr wo man dran ist und wollte einfach nur zum Ende kommen, um das ganze Spiel auffliegen zu lassen. Das fand ich richtig toll. Ich hätte es ehrlich gesagt nicht erwartet, dass Chevy Stevens es doch noch schafft einen ein paar Mal auf die falsche Fährte zu locken. 

Charaktere & Setting.
Die Charaktere sind recht gut, authentisch, wenn auch nicht immer so sympathisch. Ich fand persönlich den Campsite Killer selbst sympathischer, als Sara's Adoptivfamilie, die natürlich keine Menschen umbringt. Und eigentlich sollte es ja umgekehrt sein. Auch Sara's zukünftiger Mann, hatte meine Sympathie nicht unbedingt auf seiner Seite. Ich mochte Sara und ihre Tochter am liebsten. Und an gewissen Stellen empfand ich wirkliches Mitgefühl für den Killer, was dann immer sehr seltsam ist. Aber das passiert bei mir sehr oft... Ich suche wahrscheinlich immer das Gute im Menschen und halte daran fest. 
   Das Setting war nicht wirklich detailreich gehalten, aber dennoch hatte ich beim Lesen immer eine gute und klare Vorstellung. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Haus vor Augen, in dem eine Freundin meiner Mutter mit ihrer Familie wohnt. An dieser Stelle grüße ich dich ganz herzlich, Claudia. Ja, ich hatte die Küche von dir bildlich vor Augen, ebenso den Garten, das große Wohn- und Esszimmer und den Flur. Die Hunde fehlten, aber ansonsten war alles gleich. Seltsam, an was man sich erinnert, wenn man Bücher liest. Echt klasse. Nun, ich schweife ab... 



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Setting: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punkte insgesamt: 27/35

3 Sterne

Sonntag, 18. Dezember 2011


Ewiglich die Sehnsucht - Brodi Ashton

Das Buch erscheint im Januar 2012 im Oetinger Verlag, hat 320 Seiten als Hardcover und kostet 17,95€.

Das Buch ist ein Auftakt zur Trilogie. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die siebzehnjährige Nikki Beckett, die im Frühjahr zuvor verschwunden war. Ihre Eltern und bald auch ihre ganze Schule glaubte, sie sei wegen Drogenprobleme abgehauen. Nikki jedoch war in der Unterwelt, in dem sogenannten Ewigseits, wo Ewigliche alle 100 Jahre für ihre Unsterblichkeit menschliche Energie als Nahrungsquelle  benötigen und ihre sogenannten Spendern regelrecht die Lebenskraft aussaugen. 

Nikki Beckett ist nach dem schrecklichen Verlust ihrer Mutter am Boden zerstört. Als sie dann noch ein großes Missverständnis zwischen ihrer großen Liebe Jack und ihr in die Knie zwingt, will sie einfach nur vergessen. Cole, der Frontmann der Band 'Dead Elvises', bietet ihr seine Hilfe an. Denn aus ihr unerklärlichen Gründen, ist er fähig dazu, ihren Schmerz zu lindern. Er nimmt sie mit ins Ewigseits, benutzt sie als eine Art Experiment. Zu Coles Überraschung, überlebte Nikki diesen Vorgang und sie darf für sechs Monate zurück in ihre Welt, um Abschied zu nehmen und um Dinge klarzustellen.
Doch, wie sollte es anders sein, ist das nicht so einfach wie gedacht. Schon in den ersten Tagen wird Nikki das Leben von allen Seiten richtig schwer gemacht. 

Mehr kann und möchte ich nicht über die Handlung und die Thematik sagen. Schon die kleinsten Details könnten zu viel verraten. Ich bin ohne jegliche Vorahnungen an dieses Buch herangegangen. Daher war es für mich ein wenig schwierig, am Anfang des Buches die Thematik richtig zu verstehen. Ich denke, mit meiner Darstellung des Inhaltes, könnte man das Buch von Anfang an genießen und sich einsaugen lassen. Wieso ich diesen Begriff benutze, werdet ihr sehen, wenn ihr das Buch lest. Jetzt kommen wir aber erst mal zu dem Stil der Geschichte. 

In diesem Buch wird man förmlich gezwungen die Seiten immer weiter zu blättern. Es ist nicht so, dass zu viel auf den Leser einströmt, aber es gibt von Anfang an schon so viele Geheimnisse zu lüften, dass es für mich unmöglich erschien aufzuhören. 
Der Stil an sich ist dem Jugendroman üblich, dennoch aber auf dem Niveau, dass auch junge Erwachsene daran sicherlich noch Spaß haben können. 
Die Spannung hält sich von vorne bis hinten, zieht sich durch jede Seite und lässt keinesfalls nach.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. An Nikki gewöhnt man sich schnell und sie ist eine sehr angenehme Person, die man gerne und gut begleitet. Ebenso ist Jack recht interessant und man fiebert von den ersten Seiten schon daraufhin endlich zu erfahren, welches Missverständnis oder welche Tat Nikki dazu getrieben hat, mit Cole in die Unterwelt abzusteigen. Ob man Nikkis Handlungen letztendlich nachvollziehen kann oder nicht, hängt von dem Leser selbst ab. Davon, was er schon im Leben zurückstecken musste, durchmachen musste und wie er zu diesen Themen steht. Manche stecken solche Dinge besser weg, manche nicht. Ich konnte es nachvollziehen und hätte wahrscheinlich das gleiche getan. Cole ist ein sehr seltsamer Zeitgenosse und er strotzt nicht gerade vor Sympathiepunkten. Aber irgendwann habe ich auch zu ihm einen Draht gewonnen, auch wenn er sehr dünn war. Auch die restlichen Charaktere sind alle ganz toll und jeder hat seinen richtigen Platz. 

Im Gesamten ist die Story wirklich interessant und auch glaubhaft geschildert. Alles hat seine logischen nachvollziehbaren Punkte. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch, schöne Stunden und vor allem, habe ich sehr viel und schnell gelesen. Schade, dass ich nun wieder so lange auf die Fortsetzung warten muss. Es verspricht spannend zu werden. Das Ende ist aber nicht unbedingt gemein gehalten. Ich denke, man kann schon einige Zeit warten und sich vielleicht schon mal überlegen, wie man es sich vorstellt. Und wer sich für Mythen interessiert, der ist hier wohl genau richtig.

****


Mittwoch, 14. Dezember 2011


Wunder einer Winternacht - Marko Leino

Die gebundene Ausgabe ist im Wunderlich Verlag erschienen, die Taschenbuchausgabe im Rowohlt Verlag. Beide haben 288 Seiten und es gibt nur noch das Taschenbuch neu zu erhalten. 

Nachdem die Familie des kleinen Nikolas bei einem Sturm auf dem Meer umkommt, müssen sich die Dorfbewohner überlegen, wie sie den fünfjährigen versorgen. Korvajoki ist ein armes Fischerdorf und niemand kann einen zusätzlichen Esser gebrauchen. Doch dann finden sie eine Lösung. Jede Familie wird Nikolas für ein Jahr aufnehmen. Am Ende jedes Jahres, an Weihnachten, bedankt sich Nikolas bei den Familien, indem er heimlich in der Nacht, selbstgeschnitzte Geschenke für die Kinder vor die Türe legt. 
Als Nikolas dreizehn ist, geht es dem Dorf sehr schlecht und niemand kann ihn mehr aufnehmen. Eine neue Lösung muss gefunden werden und der böse Iisakki meldet sich zu Wort, vor dem sich jedes Kind im Dorf fürchtet. Er will ihn bei sich aufnehmen und Nikolas bleibt keine andere Wahl als mitzugehen. 
Ob Iisakki wirklich so böse ist, wie die Kinder in Korvajoki ihn darstellen, oder gar noch schlimmer, wird Nikolas am eigenen Leib erfahren. Doch das, müsst ihr ebenfalls alleine herausfinden.
Denn die Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende.  

Im Buch wie auch im Film sind die Charaktere einfach toll. Wenn man den Film natürlich, wie ich, gleich nach dem Buch schaut, wirken die Charaktere manchmal etwas flach, vor allem Nikolas selbst. Ich hätte ihn mir etwas eindringlicher und intensiver gewünscht, wie er im Buch eben rüberkam. Im Film allerdings, war er für mich nur ein Junge unter vielen. 
Iisakki wurde im Film recht gut umgesetzt und sein Auftreten hat mir gut gefallen. Im Buch ist er mir sogar ein wenig ans Herz gewachsen, als Nikolas bei ihm wohnte. Vor allem, als man begann mehr über ihn zu erfahren. 

Der Schreibstil war schön. Das Buch steckt voller Weisheit und Lebenserfahrung, die auch in jedem Kapitel ausgedrückt wird. Die Kapitel sind übrigens, wie in vielen Weihnachtsbüchern, in 24. Adventstürchen unterteilt, sodass man es praktisch über den Dezember hinweg lesen könnte. Ich finde die Idee allerdings nicht so gut, da einfach das Gefühl für das Buch nicht ausgeschöpft werden kann. In diesem Buch kann man sich verlieren und das sollte man auch. Man bekommt während des Lesens ein ganz besonderes Gefühl zu Weihnachten. Leider erlischt ein solches bei mir, sobald ich das Buch zuklappe. Aber trotz allem war es ein ruhiges schönes Buch, dass sich zu lesen gelohnt hat. 

Was ich am Buch zu kritisieren habe, sind die paar Logikfehler, die ich gefunden habe. Zum Beispiel lässt Nikalos Helma, das Pferd von Iisakki, eine Woche lang alleine. Nun ... soll das Pferd sich etwa selbst füttern? Ich weiß ja nicht, aber es hätte wenigstens erwähnt werden können, wie das Pferd diese kalten Wintertage ohne Futter und all das überlebt. 
Und dann gab es noch eine Situation, in der ein fünfjähriges Mädchen einen handschriftlich wunderschönen Brief geschrieben hätte. Nun, ich weiß ja nicht, wann die Kinder in Finnland anfangen schreiben zu lernen, aber mit fünf Jahren kann kein Kind eine reine, makellose Handschrift haben, wie es da beschrieben wird.

Ansonsten war das Buch aber wirklich gut. Anders als erwartet. Es gab viel mehr zu entdecken, als ich dachte. Es gab eine Stelle, da hätte ich bereits vor dem Lesen erwartet, dass das schon der Schluss sein würde, aber es ging noch etliche Seiten weiter. Wirklich eine sehr schöne Weihnachtsgeschichte.
Es gibt sicher ein paar Momente im Buch, die zu Tränen rühren können. Bei mir leider nicht, ich bin da einfach nicht der Typ dazu. Aber das Buch kann einem schon im Herzen berühren.
Der Film ist ein wenig kurz geraten, aber doch recht gelungen. Die Stimmung im Film ist wirklich schön für die Weihnachtszeit. Für mich aber noch lange nicht perfekt. 

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Buch und ein paar schöne Weihnachtsstunden. 

****


Freitag, 9. Dezember 2011


Meridian - Dunkle Umarmung - Amber Kizer



Daten.
Verlag: PAN Verlag
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 352 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Gekauft: Pieper Buchhandlung 



Schon immer wusste Meridian, dass sie anders ist. Jeden Morgen, wenn sie aufwachte, lagen tote Tiere neben ihr. Als sie ihrer einzigen besten Freundin einst davon erzählte, weil deren Hamster in Meridians Hand starb, wollte sie nichts mehr mit ihr zu tun haben. Denn sie dachte, was danach alle dachten: Sie bringe den Tod. Doch an ihrem 16. Geburtstag, soll sich diese Anschuldigung für sie in Luft auflösen, denn ihre Eltern schicken sie nach einem schrecklichen Busunglück zu einer weit entfernten Tante, die sie bisher nur durch ihre Steppdecken kannte, die sie ihr zum Geburtstag schickte. Denn dort lüftet sich das Geheimnis um ihr Schicksal. Sie tötet keine Menschen. Sie ist eine Fenestra und hilft den Sterbenden auf die andere Seite. Als wären diese Dinge für Meridian nicht schon verwirrend genug, bringt sie dieses Schicksal auch noch in tödlichste Gefahr...


Charaktere.
Meridian ist ein tolles Mädchen. Sie ist von Anfang an einfach normal, sehr angenehm, sehr authentisch. Ihre Handlungen sind im ganzen Buch sehr realistisch und vor allem schon sehr erwachsen. Ich hatte keinen Moment das Gefühl, dass ich jetzt mit pubertierenden Jugendlichen unterwegs bin. 
Auch die Tante ist eine liebenswerte Person mit ihren Eigenarten. Tens ist ein Typ, den man nicht gleich durchschauen kann. Und dazu halten sie auch noch eine Wölfin als Haustier, Custos. 
Im ganzen Buch hatte ich wirklich das Gefühl, dass diese Menschen leben, dass sie neben mir stehen, dass sie echt sind. Jeder hatte einfach so viel Persönlichkeit und Wiedererkennungswert. Ich konnte mich endlich mal wieder richtig in eine Geschichte vertiefen und alles um mich herum ausblenden. 

Stil.
Der Stil ist ähnlich wie in jedem Jugendbuch. Er ist sehr flüssig, sehr spannend, ab und an auch ruhiger. Immer so, dass es die gewählte Situation eben passend beschreibt und hervorhebt. Für mich war es ein Stil, in dem ich mich sehr wohlfühlen konnte, mit dem ich die Abende richtig genießen konnte. Noch dazu passt dieses Buch wunderbar in die Winterzeit, da es ebenfalls an Weihnachten spielt. 
Der Stil hat Atmosphäre, der Stil erweckt die Geschichte und die Charaktere wirken darin nicht wie Marionetten, sondern wie lebendig. Einfach schön. Und noch dazu gibt es ein paar wundervolle Weisheiten in dem Buch aufzuschnappen.  

Sonstiges.
Ich habe damals, das ist nun schon etwas länger her, einiges Negative über das Buch gehört. Es sollte nicht so gut sein, man hätte sich mehr erwartet. Ich kann das absolut nicht unterschreiben, ich hatte sehr viel Spaß mit dem Buch und ich könnte mir in den Popo beißen, dass ich es nicht schon früher zur Hand genommen habe. Ich habe es immer vor mir hergeschoben, das werde ich mit dem zweiten Teil nicht tun, der nun ebenfalls vor Kurzem im Handel erschienen ist. Dieser heißt 'Flüsternde Seelen'. 

Nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem Buch. Kauft es euch vor oder nach Weihnachten, damit ihr diese Atmosphäre im Buch einfach noch viel besser genießen könnt. 



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3/5
Bildungswert: 2,5/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5 

Punktzahl insgesamt: 35/50 

4 Sterne


Samstag, 3. Dezember 2011


Morgen ist ein neuer Tag - Konsalik

Das Buch ist im Goldmann Verlag erschienen und ist neuwertig, nach meinen Informationen, nicht mehr zu erhalten. 

Fritz Bergschulte kehrt nach zwölf Jahre russischem Schweigelager zurück in seine Heimat nach Minden. Voller Freude und hohen Erwartungen auf Frau und Kind, geht er zu seinem alten Hause, das er selbst erbaut hat. Doch als er dort einen fremden Mann antrifft, ist er wie vor den Kopf gestoßen. Der Mann offenbart ihm bedauernd, dass seine Frau ihn vor ein paar Jahren für tot erklären ließ und daraufhin das Haus verkauf hat. 
Geschockt darüber besucht Fritz seine Schwiegereltern und sucht dort Unterschlupf. Von dem Schwiegervater erfährt er dann, dass seine geliebte Frau Lina, einen neuen Mann geheiratet hat. Seinen besten Kameraden aus dem Schweigelager. 
Fritz lässt sich jedoch nicht einfach wegnehmen, was ihm gehörte und er beginnt zu kämpfen. Um Gerechtigkeit, um sein totes Leben und um seine große Liebe. 

Für Fritz gibt es in diesem Buch einige Niederschläge zu erfahren. Es gibt für den Leser noch einige Intrigen zu entdecken und zwischendurch wird man immer wieder auf eine unsichere Fährte gelockt. 
Das Buch ist somit spannend, fesselnd, ein Stück weit traurig. 
Die Stimmung, die Konsalik bereits auf der ersten Seite, mit den ersten Sätzen, aufbaut ist fast magisch. Er weiß, wie man Worte benutzt und wie man sie richtig setzt. Nie zuvor habe ich mich an eine solche Art von Roman gewagt und umso mehr bin ich erstaunt, dass er mir so gut gefallen hat. 

Folgend der Thematik ist die Stimmung anfangs und auch ab und an mittendrin sehr bedrückend. Doch Konsalik schafft es mit seinem Schreibstil, dass man sich mittendrin fühlt, so als würde man von oben herab zuschauen. 

Auch die Personen sind einfach gut. Obwohl natürlich nicht bei jedem Charakter, der darin vorkommt, bis aufs Detail gegangen wird, haben die meisten, und vor allem die wichtigsten, doch ein richtig unverwechselbares Wesen. Jeder hat Merkmale, jeder hat Charakterzüge und sicherlich kann jeder Sympathien finden in diesem kleinen Roman. 

Das Buch ist nicht dick, es hat bloß 220 Seiten. Obwohl es kurz ist, alte Lektüre ist, ist es eben doch so was wie Kult und ich möchte anmerken, dass dieser Mann mit seinen Büchern weltberühmt wurde. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich einige Menschen diesen Büchern und diesem Autoren noch widmen würden. Nicht als Zeitvertreib, oder als Klobuch, sondern wirklich als ernsthafte Lektüre. Denn die Geschichte von 'Morgen ist ein neuer Tag', bleibt einem wirklich im Gedächtnis. Und von Langeweile ist in diesen Zeilen keine Spur. Es geht langsamer zu, aber zur Situation passend. 

*****


Mittwoch, 30. November 2011


Weisse Nana - Mein Leben für Afrika - Bettina Landgrafe



Daten.
Verlag: Knaur Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 288 Seiten
Genre: Biografischer Roman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 15
Erscheinungsdatum: Oktober 2011
Gekauft: Rezensionsexemplar 


Die gelernte Kinderkrankenschwester Bettina Landgrafe kommt 2001 zum ersten Mal nach Ghana. Trotz des vielen Leids verliebt sie sich sofort in das Land und die Menschen dort. Was ihr dort schon beim ersten Besuch widerfährt ist aber nicht nur negativ, denn sie spürt auch bald unbändige Freundschaften, wundervollen Humor und Hoffnung. 
Bettina wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht helfen würde. Sie flog immer öfter, immer länger nach Ghana, beharrte auf den Operationen einzelner schwer verwundeter Menschen, baute dem Dorf Apewu eine Toilettenanlage und einen Brunnen, um diverse Krankheiten zu vermeiden, half und hilft immer noch an jeder Ecke und bringt die Menschen dort ihrem Glück Schritt für Schritt näher. 
Sie gründete 2007 den Verein Madamfo Ghana. Sie arbeitete ein halbes Jahr in Deutschland und verbrachte den Rest in Ghana bei ihren Leuten. Seit 2010 widmet sie sich hauptsächlich dem Verein.


Das Buch hat Bettina mit einer Autorin namens Beate Rygiert verfasst. Der Schreibstil ist so harmonisch, dass man ihn fast schon mit dem eines Romans vergleichen könnte. Man verliert sich in das Buch, sobald man es begonnen hat. Jede einzelne Zeile scheint so einen tiefen Hintergrund zu haben. Ich persönlich finde das Buch einfach nur tiefgründig und wunderschön. Wie oft habe ich vor dem Schlafengehen an die afrikanischen Kinder gedacht. Es hat mich den ganzen Tag verfolgt und ich konnte es nicht abwarten, wieder weiterzulesen. Trotz dass das Buch natürlich viele Passagen enthält, die eben vom Bau der Anlagen handeln, ist keine einzige davon trocken geschrieben. Es gehört dazu und man möchte einfach alles darüber hören. 
Ich konnte mit dem Buch lachen, ich konnte nachdenken, ich konnte traurig sein über gewisse Situationen und Ereignisse. Das Buch konnte mir einfach unglaublich viel geben. 

Erst einmal muss ich loswerden, wie froh ich bin, dass ich dieses Buch lesen durfte. Bettina hat mich mit diesem Buch den Menschen in dieser Welt ein gutes Stück näher gebracht. 
Schnell wird einem klar, wie gut wir es in Deutschland doch haben und was den Menschen in Afrika fehlt. Doch dieses Mitgefühl, was schon in den ersten Seiten erregt wird, ist keinesfalls auf trauriger Basis. Jede Passage ist mit so viel Liebe geschrieben, dass Bettina ihre Zuneigung für das Land auf den Leser überträgt und man somit ein Gefühl für das Leben dort gewinnt. 

Ich muss schon zugeben, dass ich mich vor diesem Buch, als deutsches Einzelkind, das seine Willen immer und überall durchsetzen konnte, nicht wirklich für das Land und die Menschen dort interessiert habe. Doch dieses Buch hat in mir etwas geweckt, das verborgen lag. Das Mitgefühl für Menschen, denen es an Hab und Gut mangelt. Früher sagte ich 'Was dort hinten passiert, hat ja mit mir nichts zu tun'. Heute sage ich 'Wenn ich die Möglichkeit hätte, etwas zu verändern, würde ich es jederzeit tun'. 

Ich glaube jeglicher Egoismus wird durch dieses Buch zerstört. Ich bin sogar so weit zu sagen, dass der deutsche Egoismus mir tierisch gegen den Strich geht. Jeder kümmert sich nur darum, ob das Essen richtig gewürzt ist, ob der Fernseher ordentlich funktioniert, ob die Schminke richtig sitzt und ob das Internet nicht für eine halbe Stunde ausfallen könnte. Diese Menschen dort hinten haben nichts im Vergleich zu uns. Normalerweise sollte uns das zu denken geben. Wir müssen froh sein, dass uns diese Dinge überhaupt in dem riesigen Ausmaß zu Verfügung stehen. 
Diese Herzlichkeit, die Liebe und die Freude über kleinste Dinge, die die Afrikaner mit sich tragen, sollte uns allen ein Vorbild sein. 

Ich bewundere Bettina für all das, was sie getan hat und noch tun wird. Sie gibt so viel für das Wohl dieser Menschen, dass man sie fast als Engel bezeichnen könnte. Sie ist so ein warmherziger Mensch, wie man ihn nur selten findet. Und dabei ist sie noch so weise. In diesem Buch stecken so viele Ratschläge und Weisheiten, die man annehmen kann. Doch die allerschönste Message des Buches ist für mich diese: 'Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst.'



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 4,5/5
Überraschungseffekte: 3/5
Bildungswert: 4,5/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5

Punkte insgesamt: 41/50

5 Sterne 

Freitag, 25. November 2011


Die Insel der besonderen Kinder - Ransom Riggs



Daten.
Verlag: PAN Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 416 Seiten
Genre: Jugendfantasy 
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14-16 Jahre
Erscheinungsdatum: November 2011
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Jacob ist 16 und kommt aus einem reichern Elternhaus. Doch Jacob war schon immer etwas anders, als andere Teenager. Gerne verbrachte er als Kind die Tage bei seinem Großvater, der nie davor scheute ihm tolle Gruselgeschichten zu erzählen und sie Jacob als wahr zu verkaufen. Früher glaubte Jacob seinem Großvater, doch irgendwann, je älter er wurde, tat er diese Geschichten als Märchen ab und distanzierte sich immer mehr davon. 
Doch eines Tages, als Jacob auf der Arbeit ist, ruft sein Großvater ganz aufgebracht an und bat ihm zur Hilfe zu kommen, da besagte Monster der Geschichte hinter ihm her wären. Jacob und seine Eltern waren solche Aktionen gewohnt und gaben nicht mehr viel darauf. Doch Jacob war trotzdem bereit, sofort nach dem Rechten zu schauen und bekam es auch schnell mit der Angst zu tun, denn sein Großvater war zuhause nicht mehr aufzufinden. Mit seinem besten Freund macht er sich auf in den Wald und muss sich dort einem grausamen Bild stellen. Seinem ermordeten Großvater. Entsetzt lässt er sich zu ihm hinabsinken und fragt sich, wie das passieren konnte. Und dann, plötzlich, sieht er eine grausame Gestalt hinter den Bäumen verschwinden. Jacob bekommt es mit der Angst zu tun. Wird er etwa verrückt, oder steckt doch ein Funken Wahrheit hinter den ganzen Gruselgeschichten seines Opas?
An dieser Stelle beginnt ein unglaubliches Abenteuer für den 16jährigen. Nach dem Tod seines Opas besucht er einen Psychologen, der ihm rät, die Insel zu besuchen, auf der Großvaters Geschichten angeblich wirklich stattfanden. Daraufhin reist er mit seinem Vater zu besagtem Ort und merkt sogleich, dass einiges an dieser Insel seltsam ist. 


Jacob ist von Anfang an ein sehr sympathischer Junge. Sein Charakter wirkte sehr authenthisch auf mich und eigentlich recht normal. Für seine 16 Jahre ist er sehr reif und handelt auch angemessen erwachsen. Durch eine Amazon Rezension habe ich erfahren, dass das Buch nun wohl ein Auftakt zu einer Trilogie sein soll, was mich sehr gefreut hat. Denn so kann ich mich darauf freuen, Jacob wiederzusehen und noch ein paar Abenteuer mehr mit ihm zu erleben.
Die anderen Charaktere in dem Buch sind ebenfalls gut gestaltet. Jacobs Vater war ein Mann, den ich einerseits mochte, für den ich aber nicht immer so großes Verständnis aufbringen konnte. Dazu kann ich mehr aber nicht sagen, da ich sonst schon zu viel von der Geschichte verraten würde.
Natürlich begegnen einem in diesem Buch noch einige Personen mehr, auf die ich in der Rezension allerdings nicht näher eingehen werde. Ich kann nur so viel sagen, dass euch einiges erwarten wird, positiv und negativ.

Froh war ich darüber, dass die Sprache in diesem Buch nicht jugendlich gehalten ist. Sprich, es kommt keine Umgangssprache darin vor, was sowieso nicht zu dieser Art von Geschichte gepasst hätte, und auch im Allgemeinen ist der Schreibstil doch ein wenig anspruchsvoller als so manche Jugendbücher im Fantasybereich. Dennoch ist es flüssig zu lesen und sehr anziehend geschildert. Die Sprache ist sehr bildlich, man bekommt sogleich ein Gefühl für die Umgebung und das Buch hat auch die Logik ganz auf seiner Seite.

Rundum hat mich das Buch sehr zufriedengestellt. Es wäre übertrieben zu sagen, dass es mich restlos begeistert hat, aber dennoch kann ich nicht anders, als dem Buch fünf Sterne zu verleihen.
Diese Geschichte beinhaltet einfach alles, was ich mir von einem guten, außergewöhnlichen Jugendbuch erwarte. Leider war es für meine Begriffe nicht so gruselig, wie ich es mir gewünscht hätte. Ansonsten bin ich aber wirklich mit dem Buch zufrieden und kann es kaum erwarten, Jacob wieder zu begegnen. 

Nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem Buch.



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4,5/5 
Sprache: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punktzahl insgesamt: 39,5/50

4 Sterne


Montag, 21. November 2011


Bauchgefühle sind Kopfsache - Rike Reinau

Florentine wird von ihrer großen Liebe Tobias sitzen gelassen. Immer wieder versetzt er sie, hält sie hin und kann sich nicht entscheiden. Flo ist nun an dem Punkt, an dem sie der Überzeugung ist, dass die ganze Sache nichts bringt, und zieht unter die 'Beinahe-Beziehung' einen Schlussstrich. 
Sie beschließt sich abzulenken und zieht ein wenig um die Häuser. Dabei lernt sie Philipp, den attraktiven Kellner kennen, der ihr eine Abfuhr erteilt, obwohl sie ihn überhaupt nicht angesprochen hat. Und sie lernt den Schauspieler Alexander kennen. Als sich zwischen Philipp und Florentine eine enge Freundschaft entwickelt, verliebt sich Alexander in sie. Flo steckt in einer Zwickmühle, denn ihre Gefühle machen sowieso was sie wollen. 

Florentine ist eine aufgeweckte, authentische und ehrliche Person, die man gleich auf den ersten Seiten ins Herz schließt. Viele Frauen können sich sicher mit ihr oder ihrer Situation identifizieren und ihre ganze Art ist einfach sehr erfrischend. 
Ebenso gut ist auch der Schreibstil, der aus der Ich-Fassung heraus den Charakter von Florentine ganz besonders unterstreicht und hervorhebt. 
Selbst ich als Frauenroman-Vermeider kann sagen, das Buch hat Potenzial und sollte gelesen werden. 
Gerade für Frauenroman-Liebhaber ist es ein Muss. Eine tolle Neuentdeckung. 

Die Tatsache, dass dieses Buch eine Community zum Druck ausgewählt hat, ist im ersten Moment für manche etwas skeptisch zu betrachten. Aber ich kann jeden beruhigen, das Buch ist große Klasse. 

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Freitag, 11. November 2011


Junkgirl - Anna Kuschnarowa

Das Buch ist im Beltz Gulliver Verlag erschienen, hat 222 Seiten und kostet 12,95. 
Das Buch ist eine broschierte Ausgabe und ist ab 14 Jahren empfohlen. 

Alissa ist 15 und lebt in einem behüteten Elternhaus. Eigentlich hat sie vier Geschwister, und doch wächst sie alleine auf, da die älteren Kinder der Familie aus dem Gröbsten raus sind, als Alissa auf die Welt kommt. Allerdings werden ihr ihre Geschwister ständig als Vorbilder unter die Nase gerieben. Die Mutter passt auf, das Alissa sich anständig kleidet, ihr Vater holt sie nach der Schule ab und der Umgang mit Jungs wird Alissa auch so weit es geht verboten. Eigentlich kann sie sich für ihr Alter überhaupt nicht angemessen entfalten. Und so kommt es, dass Alissa beginnt zu rebellieren, als sie Tara kennenlernt, und aus dem bedrängendem Leben ihrer spießigen Eltern ausbricht. 
Mit Tara beginnt die beste Zeit ihres Lebens. Doch die richtigen Höhenflüge beginnen erst, als sie sich in Taras Drogengeschichte hineinziehen lässt. Dass diese Höhenflüge auch Bruchlandungen mit sich ziehen, hat Alissa nicht gedacht, und ehe sie sich versieht, steckt sie als 'Alice' in dem beschissensten Leben, dass sie sich je erträumt hätte, und verabschiedet sich von ihrem alten Ich. Denn sie für alles dafür tun, damit die Drogen nicht zwischen ihr und Tara stehen... 

Im Prinzip ähnelt die Geschichte der von Christiane F. Und doch ist es wieder ganz anders. Dieses Buch beginnt sogleich mitreißend und man wird in die bedrohlich behütete heile Welt von Alissa eingeführt, die jedes Mädchen in diesem Alter strickt ablehnen würde. Alissa fühlt sich nicht zugehörig und bezeichnet sich selbst als Alien und wird von der Familie, insbesondere den geliebten Geschwistern irgendwie in den Schatten gestellt.
Die Entwicklung, die Alissa in diesem Buch durchmacht ist unglaublich deutlich. Und trotz, dass man zu Anfang schon fast weiß, wie die Geschichte ausgehen wird, ändert das absolut nichts an dem Drang, dieses Buch zu lesen. 

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und es ist sicher für jeden Leser mindestens ein Sympathieträger dabei. Ich persönlich habe Alissa oder Alice gerne durch die Geschichte begleitet und hab, so weit es mir als Außenstehender möglich war, mit ihr mitgefühlt. 
Tara ist eine Person gewesen, der ich Anfangs einerseits mit Respekt und andererseits mit Ablehnung begegnet war. Sie ist das komplette Gegenteil von Alissa und noch dazu war sie ziemlich frech. Mit der Zeit habe ich mich an ihre etwas grobe Art gewöhnt und auch sie wurde mir etwas sympathischer. Doch ein kleiner Teil meines Herzens gehörte einer ganz anderen Person dieses Buches, und zwar Leander. Leander ist ebenfalls ein mehr oder weniger wichtiger Charakter der Geschichte und hat eine gewisse Bindung zu Tara aufgebaut, weswegen er Alissa anfangs wirklich ablehnt. Um Leander zu verstehen und um ihn zu mögen braucht man während der Geschichte ein wenig Feingefühl, aber wenn man das bekommen hat, gewinnt man in ihm einen richtigen Freund. So war es jedenfalls bei mir. 

Der Schreibstil ist anfangs unglaublich gewöhnungsbedürftig. Ich hatte nach den ersten 40 Seiten immer noch das Gefühl, dass dieses Buch mich nicht weiterbringt und wollte abbrechen. Diese dazwischengeworfenen englischen Begriffe haben mir einfach nur die Nerven geraubt und ich fragte mich, in welchem niveaulosen Ghetto ich mich eigentlich befinde. 
Doch sogleich auf den zehn weiterführenden Seiten war alles vergessen und ich war unglaublich erleichtert, dass ich weitergelesen habe. Der Stil wird so kräftig, die Atmosphäre so dicht, die Geschichte bedrückend. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass die Autorin mit diesem Buch wirklich beste Arbeit geleistet hat. Natürlich ist der Stil etwas jugendlich gehalten, eben auch durch die englischen Begriffe. Aber man gewöhnt sich recht schnell daran und am Ende ist man froh darüber, dass kann ich versprechen. 
Das einzige, was den Lesern eventuell Probleme bereiten könnte, wäre die Tatsache, dass das Buch keine Kapitel hat. Es ist eine durchgehende Geschichte mit Absätzen, die das Jetzt kurz beschreiben, die Geschichte aber nicht in Einzelteile spalten. 

Das einzige, was ich nach dem Lesen nun noch kritisieren kann, wäre die Umsetzung mancher Szenen. An sich war alles einfach perfekt gestaltet, allerdings hatte ich bis nach der Mitte des Buches das Gefühl, dass die Drogen ein richtig tolles Abenteuer sind. Mir fehlte wirklich dieser erhobene Finger, der immer wieder deutlich macht, dass Drogen einfach schlecht sind. Natürlich ist das Buch keineswegs positiv im Bezug auf Drogen beschrieben, aber ich empfand es einfach als zu euphorisch. Zeitweise habe ich mir da wirklich meine Gedanken gemacht, ob das so gut ist, wenn Kinder mit 14 Jahren dieses Buch lesen. Vielleicht würden sie sich dann auch ein solches Abenteuer wünschen. Weg von Zuhause, keine ätzenden Regeln mehr, die pure Freiheit leben, seine Grenzen austesten, mit Freunden um die Häuser ziehen und nicht mehr in die Schule gehen. Ich meine, wie schön klingt das im ersten Moment für Menschen in dem Alter? 
Doch Gott sei Dank hat sich dieses Gefühl wieder gewandelt und ich konnte das Buch beruhigt zu Ende lesen und mit gutem Gewissen abschließen und auch hier vorstellen. 
Wenn von euch das Buch jemand gelesen hat, könnte er mir seine Meinung darüber gerne mitteilen, denn es interessiert mich wirklich sehr, ob nur ich das so sah, oder ob andere diese Angst ebenfalls hatten, dass junge Menschen, das ganze etwas falsch auffassen können. 

Ansonsten war das Buch wirklich klasse. In diesen 222 Seiten steckt so viel Leben, so viel Gefühl, so viel Tragik und soviel Ableben. Ableben in dem Sinne, weil ich einfach kein besseres Wort finde, für das, was dort vor sich geht. Immer wieder ist es schockierend zu lesen oder auch zu sehen, wie Menschen sich mit Drogen kaputt machen und wie gefährlich sie wirklich sind. Es ist garantiert kein Thema worüber man scherzen sollte, oder was man auf die leichte Schulter nehmen dürfte. 
In dem Alter, in dem Alissa ist, plus die rosarote Brille, die sie trägt, ist man einfach noch nicht fähig, die Grenzen zu kennen. Aufzuhören, bevor es zu spät ist. 
Es ist ein wahnsinniger Unterschied zwischen einmal einen Joint rauchen und jeden Tag H drücken. Und doch führt alles zum selben Ende, wenn man nicht aufpasst. Alissa hat ihre Grenzen freiwillig überschritten und sich dem Elend ausgesetzt. Aus Gründen, die niemals dafür zuständig sein sollten. Und wenn man sich in der Welt umschaut, sieht man, dass es viel zu vielen Menschen so ergeht.

Ein Buch, das die Augen öffnet. Hoffentlich.

*****
  

Mittwoch, 9. November 2011


In den finsteren Wäldern - Richard Laymon



Daten.
Verlag: Festa Verlag
Preis: 12,80€
Seitenzahl: 250 Seiten
Genre: Horror
Erscheinungsdatum: Oktober 2011
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Fast 30 Jahre hat es gedauert, bis Laymons zweites Buch, 1981 geschrieben, ungeschnitten in Deutschland erscheint. Das Glück haben wir Laymons Tochter Kelly zu verdanken, die sich das Ziel setzte, das verstreute Manuskript zusammenzusetzen und in Originalfassung auf den Markt zu bringen. Das kann man im Vorwort dieses Buches nachlesen. 



In diesem Buch geht es in erster Linie um zwei Freundinnen, die ursprünglich einen Zelt- und Wanderurlaub in den Bergen Kaliforniens machen wollten. Durch einen Zwischenfall halten sie an einer Art Raststätte um Schreck sacken zu lassen. Doch daraufhin folgt gleich der nächste, denn die beiden werden von vier Männern abgeführt und in den Wald gebracht. Genau das passiert auch einer kleinen Familie, die in den danebenliegenden Hütten eines Motels eingecheckt haben. An Bäume gefesselt finden sich diese Menschen alle zusammen im Wald wieder. In der Dunkelheit, in der Angst... und im Revier der hungrigen Krulls.



Handlung & Stil.
Wie ihr seht, ist die Story nichts, was man nicht schon irgendwo mal gelesen oder gehört hätte. Wer Laymon liest, wird ihn sicherlich schon bald in diesem Buch wieder erkennen. Die allseits bekannten Stellen im Bereich der Sexualität wurden auch in diesem frühen Werk von ihm schon reichlich eingearbeitet, ebenso die enorme Brutalität bis ins Detail.
Ich als Fan muss aber leider sagen, dass mir das Buch nicht das geben konnte, was ich mir davon erwartet habe. Gut, wenn man bedenkt, dass das Buch bereits 1981 geschrieben wurde und meine Meisterwerke von ihm erst ab 1991 verfasst wurden, müsste man sich nicht wundern. Diese enorme Entwicklung, die Laymon in diesen zehn Jahren durchgemacht hat, ist für mich mehr als ins Auge springend. Aber davon abgesehen war die Handlung ganz in Ordnung. Wie immer war es absurd und vieles klang an den Haaren herbeigezogen. Aber das ist bei Gemetzel-Horror ja oft der Fall, das ist selbst in Filmen nicht anders. Ein bisschen hat das Buch mich an Wrong Turn erinnert. Wer diesen Film also mochte, sollte mit dem Buch hier in jedem Falle gut bedient sein.  
   Schon auf der ersten Seite gab es einiges für mich zu kritisieren und ich hoffte, dass es bloß nicht so weitergehen würde. Die erste Szene war einfach nicht ausgearbeitet und so schnell überflogen, dass es einfach nur unrealistisch rüberkam. Ich meine, wer fährt ohne zu schreien und ohne jegliche Panik einfach weiter, wenn einem gerade eine abgetrennte Hand ins Cabrio geworfen wurde? 
Tja, und genau das tun die beiden Frauen in dem Buch. Für mich persönlich gleich zu Anfang eine Stelle zum Kopfschütteln. 
   Allerdings trägt das Buch eine Welle der Spannung mit sich, die während diesen 250 Seiten nie in sich zusammenfällt. Es ist ein einziger Höllentrip, den man durchlebt, und das mit mehreren Charakteren. Die Kapitel sind, wie von Laymon gewohnt, sehr kurz und immer mit einem Cliffhanger versehen. Man begleitet zu Anfang einmal die beiden Frauen und einmal die Familie abwechselnd. 
   Zeitweise ist das Buch natürlich, wie man auf dem Klappentext schon nachlesen kann, ein wenig abgedreht. Für Horrorfans allerdings keine Neuheit, sondern ein eher bekanntes Szenario. 
Allerdings sind die Hintergründe dieses ganzen Geschehens bis ins kleinste Detail durchdacht, sodass man sich jede kleine Abnormalität erklären kann und somit am Ende kein verdutztes Gesicht übrig bleiben dürfte. 

Charaktere & Setting. 
Die Protagonisten des Buches leiden leider etwas an Charakterzügen. Natürlich findet man einen Weg sie durch Namen auseinander zu halten, allerdings würde man das nicht können, wenn sie keine hätten. Ob das im Genre Horror als 'normal' gilt, muss jeder für sich selbst entscheiden, ich allerdings bin von Laymon ein wenig mehr in dieser Hinsicht gewohnt. In den neueren Romanen hat er dies nicht so vernachlässigt.
Dafür ist die Szenerie sehr gut ausgearbeitet und man hat es bildlich vor Augen beim Lesen. Sehr düster, sehr grausam und sicherlich kein Ort, an dem man gerne sein würde. 

Sonstiges.
Das Buch ist garantiert nicht das beste von Laymon. Man merkt einfach extrem, dass sich sein Stil in den Jahren verbessert hat. Natürlich hat er das Grundgerüst seines Wiedererkennungswerts bereits gehabt, allerdings fehlten mir einige Dinge, die ich an ihm so lieben gelernt habe. 
Aber das ist eben der Nachteil, wenn man erst die neusten Werke liest, bevor man sich an die Erstlingswerke eines Autors wagen kann. 
Trotz allem hatte ich viel Spaß mit dem Buch, es war natürlich mit Spannung geladen, anders ist man es nicht gewohnt, aber empfehlen würde ich persönlich von Richard Laymon andere Werke.


Bewertung.
Aufmachung: 3/5
Sprache: 3/5
Setting: 2,5/5
Charaktere: 2/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 22,5/35

3 Sterne




Samstag, 5. November 2011


Mortal Kiss - Ist diese Liebe unsterblich?
Alice Moss



Daten.
Verlag: Egmont INK Verlag
Preis: 17,99€
Seitenzahl: 352 Seiten
Genre: Jugendfantasy 
Erscheinungsdatum: August 2011
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Faye lebt in dem langweiligen Winter Mill, das aus unerklärlichen Gründen schon im September zugeschneit ist. Ihr Vater ist mit Ausgrabungen beschäftigt und ständig unterwegs, weswegen sie bei ihrer Tante Pam über der Buchhandlung wohnt. Ihre beste Freundin Liz ist das einzige Mittel gegen Langeweile. Doch das ändert sich bald, da eine Biker Gang im Wald und in der Stadt sein Unwesen treibt. Auch eine reiche Dame zieht mit ihrem Sohn in das große Anwesen am Waldrand, weswegen die ganze Stadt in Aufregung versetzt wird. Doch was die Kleinstadt richtig aus der Bahn wirft, ist die erste Leiche seit Jahrzehnten, die in ebenfalls diesem Waldstück gefunden wird. Fayes Leben scheint mit einem Mal interessant zu werden. Doch anfangs ahnt sie nicht, in welcher Gefahr sie sich bereits befindet. Bis sie eines Nachts von Wölfen gejagt wird...



Handlung & Stil.
Das Buch ist in ganz kurze Kapitel aufgeteilt, was mir persönlich das Lesen sehr erleichtert hat. Die Seiten sind an mir vorbeigeflogen und gleich von Anfang hatte ich mich in Winter Mill richtig gut eingelebt. Die Kapitel sind aus mehreren Sichten geschrieben, sodass man einige Charaktere begleiten kann. Allerdings jede nur in der dritten Person, der Erzählperspektive. Trotz allem kann man sich das Buch dadurch fast wie einen Film vorstellen, der die Perspektiven zu den einzelnen Beteiligten immer wieder wechselt. Mit jeder Seite wird das Buch unheimlicher, undurchsichtiger, die Spannung wird immer höher und die Lage verzwickter. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass hinter diesem Buch so viel steckt. Was man erwartet, ist vielleicht eine kleine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Irgendwas, aber es ist wirklich viel mehr. Für die Liebe an sich bleibt wirklich wenig Zeit. Man wird in einem sehr angenehmen Tempo durch die Geschichte gebracht, allerdings von einer Spannung in die nächste. 

Charaktere & Setting.
Faye und Liz sind sehr angenehme Persönlichkeiten, wobei ich zu Liz erst Ende des Buches eine Bindung aufgebaut habe. Die Spannung wird recht schnell in den ersten Kapiteln aufgebaut, als Faye und Liz ein Outfit in der neuen Boutique für die Party am Wochenende aussuchen, da ein unheimlicher Biker sie durch das Schaufenster beobachtet. 
Die Charaktere, wie auch die Szenerie sind in dem Buch wirklich gut dargestellt. Viele Menschen haben etwas Unheimliches an sich, man fragt sich wirklich bis zu einem gewissen Punkt, wer denn jetzt etwas mit den Vorkommnissen zu tun hat und wer nicht. Ich muss wirklich sagen, ich habe zeitweise an den Guten gezweifelt, weil es einfach sehr geschickt geschrieben ist, und man etwas Zeit braucht, bis man hinter steigt, wer nun auf welcher Seite steht. 
Der Schauplatz ist eine richtig tolle Kulisse geworden und hat sich vor dem Auge immer wieder neu geformt, sobald ein Detail dazukam. Wirklich ein Erlebnis.

Sonstiges.
Ich weiß nicht, wie viel oder was genau ich mir von Mortal Kiss erwartet hatte, aber es hat diese Erwartungen definitiv erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Eine Stelle hat mich sogar fast zum Weinen gebracht. Fast. Des Weiteren ist das Buch der Auftakt zu einer Trilogie, was die Frage aufwirft, ob das Ende wieder gemein ist, oder nicht. Ich kann euch beruhigen, denn das Ende ist ziemlich in sich abgeschlossen, sodass man wirklich bis nächstes Jahr Frühling oder Sommer warten kann, bis der zweite Band im Deutschen erscheinen wird. Allerdings freut man sich drauf, wieder in Winter Mill zu versinken...



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 2/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 2/5
Länge/Schnelligkeit: 5/5

Punkte insgesamt: 34/50 

4 Sterne








Montag, 31. Oktober 2011


Splitterfasernackt - Lilly Lindner

Das Buch ist im Droemer Verlag erschienen, hat 400 Seiten und kostet 16,99€

Lilly Lindner wurde mit sechs Jahren von ihrem Nachbarn vergewaltigt. Seitdem war ihr Leben mehr oder minder zerstört und sie begann zu Hungern, um so wenig wie möglich von ihrem geschundenen Körper mit sich herumzutragen. Sie schließt aber nicht nur Freundschaft mit der Magersucht, sondern auch mit der Prostitution, da sie sich sagte, wenn ihr Körper sowieso nicht mehr zu ihr gehört, dann kann sie ja wenigstens damit Geld verdienen.

Natürlich klärt sich diese Denkweise während des Lesens auf und die Hintergründe dieser Worte und Lillys Gefühle werden dem Leser mehr als deutlich gemacht. Schon auf den ersten Seiten sieht es so aus, als müsse man starke Nerven haben, um das Buch durchzustehen. Da kann ich aber jeden beruhigen, denn das Buch ist ziemlich durchwachsen von guten und auch schlechten Momenten, sodass man das Buch wirklich in einer ganz eigenen Art und Weise genießen kann. 
Das Buch ist fesselnd und hat eine berauschende Wirkung. Diese Wortmacht nimmt den Leser vollkommen ein und legt ihm Handschellen an. Handschellen die manchmal schmerzen, die aber auch mal ganz befreiend sein können.
Man fühlt den Schmerz von Lilly und die Bilder laufen dabei ohne Vorwarnung ab. Alles wird so echt geschildert, dass nur noch die Gänsehaut fehlt. 
Irgendwie hat es das Buch geschafft, dass ich mich während des Lesens, wie Lilly selbst, ein wenig schuldig an einer Sache gefühlt habe, für die ich nichts kann. 

Doch zwischen diesen ganzen traurigen und unfassbaren Momenten am Anfang des Buches, lässt auch jede Menge Schönes auf sich warten. Die Atmosphäre im 'Passion', das Bordelle, in dem Lilly zu arbeiten beginnt, ist unglaublich warm und herzlich. Gar nicht so, wie man immer glaubt. Die Vorurteile gegen das ganze Milieu werden in dem Buch sicherlich gebrochen und man bekommt einen ganz anderen Blickwinkel aufgewiesen. Lilly fühlt sich dort unglaublich wohl und auch mir haben es die Mädels im 'Passion' wirklich angetan. Auch Charaktere außerhalb des Bordells, wie zum Beispiel Lillys Kindergartenfreund Chase waren Menschen, die mir mit jeder Seite in dem Buch mehr ans Herz gewachsen sind. Es ist wirklich schade, sie verlassen zu müssen. Lilly war in den zwei Wochen des Lesens mehr als nur eine Freundin für mich geworden. Nie habe ich einen so tiefgründigen Menschen kennengelernt. Sie ist wirklich etwas ganz Besonderes, was man wirklich immer wieder zu spüren bekommt. Und man kann jede Handlung nachvollziehen, auch wenn man sich selbst niemals vorstellen könnte, wie Lilly zu leben. Sich selbst zu verletzen, mit Absicht zu frieren, mit Absicht zu hungern, nur um sich Leid zuzufügen für einen Vorfall, an dem sie selbst am allerwenigsten Schuld trägt. 

Die Autorin schreibt mit echter Wortgewalt und bindet Metaphern ein. Im Grunde ist das Buch wirklich eine Mischung aus alldem, was man der deutschen Sprache entnehmen kann. Für mich persönlich ein Meisterwerk. 

Wenn ihr wissen möchtet, wie Lilly ihr bisheriges Leben verbracht hat, ob sie die Magersucht besiegen kann und ob sie den Absprung aus dem Rotlichtmilieu schafft, ob sie jemals Sex und Gewalt trennen lernt, dann müsst ihr das Buch lesen. Und das müsst ihr unbedingt!

Einige Fragen habe ich an Lilly Lindner im Nachhinein. Und vielleicht ergibt sich ja eine Gelegenheit, auf wenigstens eine Frage eine Antwort zu erhalten. 

*****


Freitag, 21. Oktober 2011


Das verbotene Eden - Thomas Thiemeyer

Ein manipulativer Impfstoff führte vor einigen Jahren zur Feindschaft der Geschlechter. 65 Jahre danach ist nichts mehr, wie es war. Männer und Frauen leben getrennt voneinander. Während die Männer in alten Ruinen leben, haben die Frauen sich auf dem Land eine neue Existenz aufgebaut. Zwischen beiden Welten herrscht für gewöhnlich Frieden, aber immer wieder kommt es zu einem Krieg. 
Die Stadt Alcmona wird von den Männern angegriffen, woraufhin die Frauen keine Lust mehr haben mit ihnen ihre Einnahmen zu teilen. Sie setzen sich zur Wehr. 
Juna, Tochter der Hohepriesterin der Frauen, entführt zwei Männer. Der eine der beiden ist David, in den sich Juna in der Geschichte verliebt. Aber die Liebe zwischen unterschiedlichen Geschlechtern ist verboten. Doch ihre Liebe scheint wiederum der einzige Weg zu sein, die Menschheit zu retten. 

Das Buch wechselt die Sicht zwischen David und Juna. Somit kann man beide Welten richtig gut kennenlernen und natürlich auch die Charaktere selbst. Man bemerkt schnell wie sehr sich die beiden voneinander unterscheiden. 
Die Welt hat mir anfangs einige Schwierigkeiten bereitet. Ich kam im Gegensatz zu einigen anderen Lesern eher schlecht in das Buch rein und gewöhnte mich nur langsam an die Welt, die eher dem Mittelalter gleicht, dennoch einige Elemente der modernen Zeit beinhaltet. 
Am Besten gefielen mir aber die Ruinen, in denen die Männer lebten. Sie tragen etwas sehr düsteres an sich, und wer mich kennt, der weiß, dass ich darauf total stehe. 
In der Mitte des Buches wird es dann richtig spannend. Man spürte dieses zarte Band zwischen David und Juna und man kann die Geschichte einfach nicht mehr loslassen. 
An der Geschichte liebe ich vor allem die Tatsache, dass ihre Liebe verboten ist, und dennoch der einzige Hoffnungsschimmer ist, die Menschheit zu retten. Diese Idee, die Thomas Thiemeyer mit dem Buch offen gelegt hat, ist einfach wahnsinnig toll. Als ich das Buch zum ersten Mal auf Amazon sah, hätte ich nicht erwartet, dass dort so geniale Dinge verborgen liegen. 
Alles passt zusammen, ist aufeinander abgestimmt. Der tolle Titel, die Charaktere, die Schauplätze, die Atmosphäre und der Schreibstil. Alles bildet eine richtige Einheit. 
Das Buch hat wirklich sehr viel Potenzial, und wenn die Folgebände nur annähernd so gut werden, bin ich wirklich zufrieden gestellt. 
Die Kombination aus Dystopie und Romantik ist Thiemeyer definitiv gut gelungen und das große Finale drängt dazu, sich auf den nächsten Teil zu freuen. 

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