Sonntag, 28. August 2011


Forbidden - Tabitha Suzuma



Daten.
Verlag: Oetinger Verlag
Preis: 17,95€
Seitenzahl: 448 Seiten
Genre: Jugendroman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 12-17 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2011
Gekauft: Pieper Buchhandlung 



Maya und Lochan sind die beiden ältesten, von insgesamt fünf Geschwistern. Seit der Vater mit seiner neuen Freundin ans andere Ende der Welt gezogen ist und die Mutter ihren Tag entweder stark alkoholisiert oder bei ihrem neuen Freund Dave verbringt, übernehmen die beiden die Elternrolle. 
Alles ändert sich, als sie spüren, dass die Liebe, die sie füreinander empfinden, anders ist, als sie sein sollte. 


Handlung & Stil.
In Forbidden bricht die Autorin ein Tabu, doch es geht nicht nur um Inzest. Auch das Bildnis einer total zerrütteten Familie steht im Vordergrund. Wenn es um die Liebe zwischen Maya und Lochan geht, wird die Autorin niemals anstößig, pervers oder gar obszön. Die Liebe der beiden Geschwister wird so natürlich beschrieben, dass man sich während des Lesens immer wieder ins Gedächtnis rufen muss, dass die beiden eigentlich Geschwister sind.
Doch wenn man darüber nachdenkt, dass die beiden eigentlich nie bloß Geschwister waren, da sie schon früh die Elternrolle gemeinsam übernommen haben, kann man ihre Zuneigung zueinander, sogar ein Stück weit nachvollziehen. 
Der ganze Stil ist wunderbar echt geschrieben, sodass man sich wirklich wie mittendrin vorkommt. Dieses ernste Thema verbunden mit einer Leichtigkeit, fängt dich ein und lässt dich nicht mehr los.
Emotionsgeladen und überwältigend. Das beste Buch seit Langem.  

Charaktere & Setting.
Die Charaktere sind unglaublich gut dargestellt und man kann sich mit ihnen sehr gut identifizieren. Die ganze Situation wird realistisch dargestellt und man lebt die Geschichte wirklich mit. Der Schauplatz ist auch gut beschrieben. Meist spielt das Buch zuhause und die Atmosphäre hatte ich immer gut im Blick. 
Das Cover trifft genau den Kern der Geschichte. Die Dornranken stehen für die Gefahr, an der man sich nicht verletzten sollte, und die Rosenblätter symbolisieren die zarte, zerbrechliche Liebe, die nicht sein darf. 

Sonstiges.
Definitiv ein Buch, das ich gerne wieder lesen würde.
Und die Frage bleibt bestehen: Wie kann sich etwas so falsches, so richtig anfühlen?



Bewertung. 
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 5/5
Nachdenklichkeit: 5/5
Überraschungseffekte: 4/5
Bildungswert: 5/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5 

Punkte insgesamt: 46/50 

5 Sterne. 

Montag, 22. August 2011


Jolande - Der Sommer meines Lebens
Patricia Schröder


Daten.
Verlag: Coppenrath Verlag
Preis:12,95€
Seitenzahl: 272 Seiten
Genre: Jugendroman
Erscheinungsdatum: Juni 2011
Altersempfehlung: 12-16 Jahre 
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Johanna lebt bei ihrem Vater, mit dem sie sich sehr gut versteht. Sie sagt, sie seien aus dem gleichen Holz geschnitzt. Doch dann lernt der Vater eine neue Frau kennen und fährt mit ihr in Urlaub Johanna soll die Zeit bei ihrer Mutter verbringen, mit der sie sich oft in den Haaren hat. Im Laufe der Geschichte wird ein Brief unter der Tür durchgeschoben, der an Johanna adressiert ist. Der Brief stammt von einer gewissen Belinda, die Johanna gänzlich unbekannt ist. Sie stellt ihr die Aufgabe, an einen Ort an die Ostsee zu fahren und in der Pension Lieblich unterzukommen. Johanna weiß nicht, was das ganze soll, lässt sich aber auf dieses geheimnisvolle Spiel ein. Denn wer ist diese Belinda? Und was hat ihr großer Schwarm Mika damit zu tun, der plötzlich an der Ostsee auftaucht... 



Handlung & Stil.
Das Buch ist wirklich von vorne bis hinten spannend. Es gibt keine Stelle, die man hätte weglassen können und alles, was erzählt wurde, gehörte wirklich dazu. Der Schreibstil war auch wirklich wundervoll zu lesen. Er hatte einen besonderen Punkt, den ich gerne mochte. Irgendwie fühlte man sich so zuhause, so leicht beim Lesen. Es war wie auf einer kleinen Wolke, von der man herabschaut, von der aus man Jolande zuschaut. 
Was ich dem Buch ganz hoch anrechne ist, dass es auch tiefgründiger geht. Es geht nicht nur locker leicht um ein bisschen Geheimnis, Rätsel und Romantik. Nein, es geht um viel mehr. 
In der Geschichte mach Johanna eine starke Entwicklung durch, es geht um Selbstfindung und Grenzen, die man hat oder herausfindet. Das Rätsel um Belinda ist zwischen den Zeilen viel größer, als man vorerst denkt. Und davon abgesehen, kann man auch eine Entwicklung der Mutter-Tochter-Beziehung in dieser Geschichte verfolgen. Wie diese Veränderung, und auch alles andere, von Statten geht, müsst ihr selbst herausfinden. 


Charaktere & Setting.
Die Charaktere wirkten sehr echt und authentisch. Johanna ist ein ganz tolles Mädchen, das während der Geschichte eine starke Veränderung durchmacht. Auch ihre beste Freundin Anouk ist ein schöner Charakter. Zwar das komplette Gegenteil von Johanna, aber sehr liebenswert. Auch der Vater und die Mutter von Johanna sind sehr stark gezeichnet, ebenso Mika und die anderen Personen in dem Buch, die eine kleine oder größere Rolle spielen. 
Der Schauplatz ist für Freude der See natürlich wie gemacht. Die Atmosphäre dieser Landschaft, die Luft, die Leute, die Umgebung - alles wird einfach sehr deutlich in dem Buch. Es ist eine wirklich tolle Geschichte mit einer sehr schönen Wirkung auf den Leser. 


Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Setting: 4/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Länge/Schnelligkeit: 4,5/5

Punkte insgesamt: 30/35

5 Sterne


Mittwoch, 17. August 2011


Ich wünschte, ich könnte dich hassen - Lucy Christopher



Daten.
Verlag: Chicken House 
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 368
Genre: Jugendthriller
Erscheinungsdatum: Februar 2011
Altersempfehlung: 14-16 Jahre
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Gemma ist mit ihren Eltern am Bangkok am Flughafen. Nachdem sie sich mit ihrer Mutter streitet, flüchtet sie, um sich einen Becher Kaffee zu holen. Dort trifft sie auf ihren zukünftigen Entführer Ty, der sich mit ihr an einen Tisch setzt. Nachdem sie sich ein wenig unterhalten haben, wird Gemma sehr müde und verwirrt. Ty hat ihr gewisse Dinge in den Kaffee gemixt, um sie sicher und ohne Probleme, an den vorhergesehenen Entführungsort in der Wüste Australiens, zu bringen... 


Handlung & Stil.
Die ersten 50 Seiten haben mich mehr als begeistert. Der Schreibstil war echt, die Atmosphäre greifbar, die Gefühle bedrückend. Der Stil drückte eine gewisse Stärke aus, die mich vollkommen in den Bann zog. Leider legte sich das bereits nach den ersten 100 Seiten, sodass bei mir in diesem Buch oft Langeweile aufkam. Mir kam es vor, als hätte die Autorin das Buch mit Beschreibungen gefüllt, um eine gewisse Seitenzahl voll zu bekommen. In diesen ersten hundert Seiten hat man bereits genug über die Wüste erfahren, sodass man sich danach mehr Spannung erhofft, die allerdings ausbleibt. 
Ab und an passiert wieder ein kleines Unglück, dass einen aufhorchen lässt, aber richtig fesseln konnte mich das Buch letztendlich leider nicht.
Der Schreibstil war eigentlich recht angenehm, wenn da eben nicht diese endlos langweilige Handlung gewesen wäre. Vielleicht habe ich mir von dem Buch einfach zu viel erwartet. Dass der Entführer dieses Mal nicht der absolut Böse ist, sondern seine Gefangene wirklich gut behandelt, hat mich unglaublich interessiert. Schade, dass es in meinen Augen nicht gut umgesetzt wurde. 

Charakter & Setting.
Die Personen sind eigentlich recht gut entwickelt worden, allerdings fehlte mir beim Entführer das gewisse Etwas. Er war einfach nur nett zu ihr, er erzählte viel über sie und sich selbst, aber er war immer gleich. Irgendwie war dieser Kerl für mich eintönig. Auch die Liebesgeschichte der beiden ließ erstens unglaublich lange auf sich warten. Zweitens war sie am Ende nicht mal wirklich da. Also mir hat da der Klappentext einfach viel zu viel versprochen und absolut nichts gehalten. 
Das Setting, wie schon gesagt, wird reichlich dargestellt mit vielen endlosen Beschreibungen über eine Wüste. Ob das auf Dauer so sinnvoll und interessant ist, ist eben fraglich. An sich ist der Schauplatz aber eine interessante Wahl. 


Bewertung.
Aufmachung: 2,5/5
Sprache: 2,5/5
Setting: 3/5
Charaktere: 2,5/5
Unterhaltungswert: 2/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 2/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 20,5/35

knappe 3 Sterne

Donnerstag, 11. August 2011

Feuchtgebiete - Charlotte Roche

Helen Memel zieht sich bei einer Intimrasur im hinteren Bereich eine Analfissur zu und kommt auf die Innere Abteilung. Im Krankenhaus begibt sie sich an ihrem Körper auf eine abenteuerliche Reise und erkundet noch ein wenig mehr als sonst, ihre Körperöffnungen und Körperflüssigkeiten. 
Das ganze Buch dreht sich hauptsächlich um diese Themen, was viele Menschen dazu bewegt, das Buch als schlecht zu bezeichnen, oder es sogar zu hassen. 
Ich persönlich kann mit solchen Themen offen umgehen und hatte somit viel Spaß mit dem Buch. Wenn man das Geschriebene einfach ein wenig locker sieht und es mit Witz aufnimmt, kann man mit diesem Buch, obwohl es sehr eklig ist, recht amüsante Stunden verbringen. 
Die Menschen heutzutage sind immer noch sehr verschlossen, was diese intimen Themen betrifft. Doch ohne diese Dinge, wären wir alle nicht auf der Welt. Sexualität und die Erforschung des eigenen Körpers ist alltäglich und völlig normal. Der andere mehr, der andere weniger. Helen in diesem Buch, absolut extrem. Doch trotzdem ist die Hauptperson irgendwie liebenswert. 
Fazit: Das Buch ist gut zu lesen, auf Grund des lockeren und leichten Schreibstils. Sollte man sich mit solchen Themen eher auf Abstand befinden, sollte man das Buch nicht lesen. Man würde sich nur ekeln und ärgern. 
Für mich persönlich hat das Buch durch den Unterhaltungswert und den lockeren Humor mindestens 4 Sterne verdient.

****

Sonntag, 7. August 2011


Die Worte der weißen Königin - Antonia Michaelis



Daten.
Verlag: Oetinger Verlag
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 267 Seiten
Genre: Jugendroman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Erscheinungsdatum: August 2011
Gekauft: Pieper Buchhandlung



Lion lebt mit seinem Vater alleine, seitdem die Mutter die beiden alleine zurückgelassen hat.
Als der Vater dann noch seine Arbeit verliert und keinen Boden mehr unter den Füßen sieht, beginnt dieser zu trinken und wird handgreiflich gegenüber Lion. Der Alkoholkonsum macht ihn immer mehr zu einem Monster und Lion versucht an seinen wahren Vater zu glauben. 
Er lernt in der Kirche eine alte Dame kennen, die er die weiße Königin nennt. Sie liest wunderbare Geschichten vor, doch gerade als Lion sie findet, geht sie auf eine lange Reise. 
Lion ist traurig und sucht Trost bei seinen Seeadlern im Wald. Dort lernt er auch die kleine Olin kennen, die sich als seine Schwester ausgibt, welche in jüngsten Jahren von zuhause weggelaufen sei. 
Zusammen mit Olin und seinem wundervollen Seeadler, beschließt er seine weiße Königin zu suchen, und begibt sich somit in das Abenteuer seines Lebens. 


Das Buch versetzt einem am Anfang Schläge, öffnet einem das Herz um es dann wieder zu verletzen. Ich musste mehrere Male innehalten, das Buch zuklappen, und einfach darüber nachdenken, was ich gelesen habe. Zur Mitte hin wird das Buch leider etwas langatmig, da der Schreibstil sehr eintönig wird. Trotz allem gibt es immer wieder Stellen in den einzelnen Kapiteln, die einem die erwartete Spannung zurückgeben. Zum Ende hin zieht die Spannung dann wieder richtig an und auch die ersten Tränen machen sich bereit. Antonia Michaelis' Schreibstil ist poetisch und einfühlend wie eh und je. Die Handlung ist ebenfalls wie immer etwas Besonderes und man verfolgt sie gerne.
Auch mit den Charakteren kann man sich recht gut verbinden und jede einzelne Seite ist ein Erlebnis, ein Abenteuer. Wunderschön.  
Zwar hat es mir lange nicht so sehr den Atem geraubt, wie der Märchenerzähler der Autorin, aber immerhin hatte ich ein paar angenehme Lesestunden und wieder einen etwas anderen Blick auf gewissen Dinge in der Welt erhalten. Antonia Michaelis erweitert das Bewusstsein.



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 3,0/5
Überraschungseffekte: 3,0/5
Bildungswert: 3,5/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5 

Punkte insgesamt: 34,5/50

3 Sterne




Dienstag, 2. August 2011


Solange du schläfst - Antje Szillat 



Daten.
Verlag: Coppenrath Verlag
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 256 Seiten
Genre: Jugendroman
Erscheinungsdatum: Juli 2011
Altersempfehlung: 13-17 Jahre
Gekauft: Rezensionsexemplar  



Anna zieht mit ihren Eltern von Bremen auf's Land, damit ihre Mutter die Ruhe für ihre schriftstellerischen Fähigkeiten nutzen kann. Ihr erster Tag in der neuen Schule ist für sie für sie ganz schlimm, doch kurz darauf trifft sie Jerome vor der geschlossenen Schuldbibliothek. 
Wie sollte es anders sein, fühlen sich die beiden gleich zueinander hingezogen und verbunden. 
Doch als Anna von ein paar Jungs aus der Stadt bedroht wird, beginnt Anna sich zu fragen, wieso diese Jungs so schlecht auf Jerome zu sprechen sind. Als Jerome dann plötzlich im Krankenhaus landet, beginnt sie der Wahrheit auf eigener Faust auf den Grund zu gehen...



Handlung & Stil.
Die Geschichte an sich ist unglaublich spannend und entwickelt sich, nach und nach, immer mehr zu etwas, das man nicht von dem Buch erwartet hätte. Da man auf dem Klappentext nichts von der Handlung erfährt, ist das Buch wirklich voll von Emotionen. Der Stil ist wunderbar leicht, die Handlung super aufgebaut, mit viel Spannung und Liebe zum Detail. Man lässt sich auf der ersten Seite schon in das Buch fallen und begibt sich mit der Hauptperson Anna auf eine neue Reise. Bei Amazon würde ich mit den Rezensionen vorsichtig sein, denn es wird viel zu viel von der Handlung verraten! 

Charaktere & Setting.
Anna und Jerome sind wundervolle Charaktere, die echt und authentisch wirken. Sie haben keine Superkräfte, sind nicht die schönsten Menschen und haben auch keine herausragende Intelligenz. 
Mir machte sie das zu sehr sympathischen Personen, mit denen ich die Geschichte gerne durchlebt habe. Auch der Schauplatz der Geschichte ist sehr schön gewählt und wirklich gut ausgearbeitet. 
Beim Lesen der Geschichte hatte ich mein ständiges Bild vor Augen, das mich umhüllt hat. 



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3/5
Bildungswert: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 5/5

Punkte insgesamt: 41,5/50

5 Sterne





Von mir bekommt dieses Buch 5 von 5 Sternen, weil es einfach unglaublich toll war, mich die ganze Zeit im Bann hielt und, weil das Cover wirklich ein echter Hingucker ist. 

*****