Montag, 31. Oktober 2011


Splitterfasernackt - Lilly Lindner

Das Buch ist im Droemer Verlag erschienen, hat 400 Seiten und kostet 16,99€

Lilly Lindner wurde mit sechs Jahren von ihrem Nachbarn vergewaltigt. Seitdem war ihr Leben mehr oder minder zerstört und sie begann zu Hungern, um so wenig wie möglich von ihrem geschundenen Körper mit sich herumzutragen. Sie schließt aber nicht nur Freundschaft mit der Magersucht, sondern auch mit der Prostitution, da sie sich sagte, wenn ihr Körper sowieso nicht mehr zu ihr gehört, dann kann sie ja wenigstens damit Geld verdienen.

Natürlich klärt sich diese Denkweise während des Lesens auf und die Hintergründe dieser Worte und Lillys Gefühle werden dem Leser mehr als deutlich gemacht. Schon auf den ersten Seiten sieht es so aus, als müsse man starke Nerven haben, um das Buch durchzustehen. Da kann ich aber jeden beruhigen, denn das Buch ist ziemlich durchwachsen von guten und auch schlechten Momenten, sodass man das Buch wirklich in einer ganz eigenen Art und Weise genießen kann. 
Das Buch ist fesselnd und hat eine berauschende Wirkung. Diese Wortmacht nimmt den Leser vollkommen ein und legt ihm Handschellen an. Handschellen die manchmal schmerzen, die aber auch mal ganz befreiend sein können.
Man fühlt den Schmerz von Lilly und die Bilder laufen dabei ohne Vorwarnung ab. Alles wird so echt geschildert, dass nur noch die Gänsehaut fehlt. 
Irgendwie hat es das Buch geschafft, dass ich mich während des Lesens, wie Lilly selbst, ein wenig schuldig an einer Sache gefühlt habe, für die ich nichts kann. 

Doch zwischen diesen ganzen traurigen und unfassbaren Momenten am Anfang des Buches, lässt auch jede Menge Schönes auf sich warten. Die Atmosphäre im 'Passion', das Bordelle, in dem Lilly zu arbeiten beginnt, ist unglaublich warm und herzlich. Gar nicht so, wie man immer glaubt. Die Vorurteile gegen das ganze Milieu werden in dem Buch sicherlich gebrochen und man bekommt einen ganz anderen Blickwinkel aufgewiesen. Lilly fühlt sich dort unglaublich wohl und auch mir haben es die Mädels im 'Passion' wirklich angetan. Auch Charaktere außerhalb des Bordells, wie zum Beispiel Lillys Kindergartenfreund Chase waren Menschen, die mir mit jeder Seite in dem Buch mehr ans Herz gewachsen sind. Es ist wirklich schade, sie verlassen zu müssen. Lilly war in den zwei Wochen des Lesens mehr als nur eine Freundin für mich geworden. Nie habe ich einen so tiefgründigen Menschen kennengelernt. Sie ist wirklich etwas ganz Besonderes, was man wirklich immer wieder zu spüren bekommt. Und man kann jede Handlung nachvollziehen, auch wenn man sich selbst niemals vorstellen könnte, wie Lilly zu leben. Sich selbst zu verletzen, mit Absicht zu frieren, mit Absicht zu hungern, nur um sich Leid zuzufügen für einen Vorfall, an dem sie selbst am allerwenigsten Schuld trägt. 

Die Autorin schreibt mit echter Wortgewalt und bindet Metaphern ein. Im Grunde ist das Buch wirklich eine Mischung aus alldem, was man der deutschen Sprache entnehmen kann. Für mich persönlich ein Meisterwerk. 

Wenn ihr wissen möchtet, wie Lilly ihr bisheriges Leben verbracht hat, ob sie die Magersucht besiegen kann und ob sie den Absprung aus dem Rotlichtmilieu schafft, ob sie jemals Sex und Gewalt trennen lernt, dann müsst ihr das Buch lesen. Und das müsst ihr unbedingt!

Einige Fragen habe ich an Lilly Lindner im Nachhinein. Und vielleicht ergibt sich ja eine Gelegenheit, auf wenigstens eine Frage eine Antwort zu erhalten. 

*****


Freitag, 21. Oktober 2011


Das verbotene Eden - Thomas Thiemeyer

Ein manipulativer Impfstoff führte vor einigen Jahren zur Feindschaft der Geschlechter. 65 Jahre danach ist nichts mehr, wie es war. Männer und Frauen leben getrennt voneinander. Während die Männer in alten Ruinen leben, haben die Frauen sich auf dem Land eine neue Existenz aufgebaut. Zwischen beiden Welten herrscht für gewöhnlich Frieden, aber immer wieder kommt es zu einem Krieg. 
Die Stadt Alcmona wird von den Männern angegriffen, woraufhin die Frauen keine Lust mehr haben mit ihnen ihre Einnahmen zu teilen. Sie setzen sich zur Wehr. 
Juna, Tochter der Hohepriesterin der Frauen, entführt zwei Männer. Der eine der beiden ist David, in den sich Juna in der Geschichte verliebt. Aber die Liebe zwischen unterschiedlichen Geschlechtern ist verboten. Doch ihre Liebe scheint wiederum der einzige Weg zu sein, die Menschheit zu retten. 

Das Buch wechselt die Sicht zwischen David und Juna. Somit kann man beide Welten richtig gut kennenlernen und natürlich auch die Charaktere selbst. Man bemerkt schnell wie sehr sich die beiden voneinander unterscheiden. 
Die Welt hat mir anfangs einige Schwierigkeiten bereitet. Ich kam im Gegensatz zu einigen anderen Lesern eher schlecht in das Buch rein und gewöhnte mich nur langsam an die Welt, die eher dem Mittelalter gleicht, dennoch einige Elemente der modernen Zeit beinhaltet. 
Am Besten gefielen mir aber die Ruinen, in denen die Männer lebten. Sie tragen etwas sehr düsteres an sich, und wer mich kennt, der weiß, dass ich darauf total stehe. 
In der Mitte des Buches wird es dann richtig spannend. Man spürte dieses zarte Band zwischen David und Juna und man kann die Geschichte einfach nicht mehr loslassen. 
An der Geschichte liebe ich vor allem die Tatsache, dass ihre Liebe verboten ist, und dennoch der einzige Hoffnungsschimmer ist, die Menschheit zu retten. Diese Idee, die Thomas Thiemeyer mit dem Buch offen gelegt hat, ist einfach wahnsinnig toll. Als ich das Buch zum ersten Mal auf Amazon sah, hätte ich nicht erwartet, dass dort so geniale Dinge verborgen liegen. 
Alles passt zusammen, ist aufeinander abgestimmt. Der tolle Titel, die Charaktere, die Schauplätze, die Atmosphäre und der Schreibstil. Alles bildet eine richtige Einheit. 
Das Buch hat wirklich sehr viel Potenzial, und wenn die Folgebände nur annähernd so gut werden, bin ich wirklich zufrieden gestellt. 
Die Kombination aus Dystopie und Romantik ist Thiemeyer definitiv gut gelungen und das große Finale drängt dazu, sich auf den nächsten Teil zu freuen. 

****


Sonntag, 16. Oktober 2011


Sei schlau, stell dich dumm - Daniela Katzenberger

Für die einen ist sie bloß eine Blondine, für die anderen ist sie Deutschlands Phänomen.
Daniela, eine Frau, die überall für großes Aufsehen sorgt. Wasserstoffblondierte Kunsthaarmähne, freche Schnauze und Doppel-D. An der Katze scheint äußerlich wenig echt zu sein, doch deswegen ist sie innerlich die Natürlichkeit in Person. Ehrlich und direkt, ohne Rücksicht auf Verluste, steht sie zu ihrer Meinung und auch zu ihren eigenen Fehlern. 
Kaum zu glauben, dass auch sie es im Leben nicht immer einfach hatte. 
In diesem Buch lässt sie uns teilhaben, an ihren Macken, positiven und auch negativen Erlebnissen ihrer Jugend und ihrer offenherzigen unbeschwerten Art, mit der sie heute so viele Menschen begeistert.

Das Buch ist für Katzen-Liebhaber definitiv ein Muss. Wer schon immer mehr über Daniela erfahren wollte, wissen wollte, wie sie als Baby aussah, wissen wollte, wie ihre Jugend verlief, wissen wollte, wie groß ihre Lipgloss-Sammlung wirklich ist, der sollte nicht zögern, dieses Buch zu kaufen.
Es ist einzigartig geschrieben, eben nach Katzenbergers Schnauze gewachsen. Man lebt sich sofort in das Buch ein, kann herzhaft lachen, mal seufzen und ab und an auch einfach mal den Kopf schütteln. 
Was diese Frau so besonders macht, ist die Tatsache, dass sie voll und ganz zu sich steht. Sie wird sicherlich nicht von jedem gemocht, aber das interessiert sie nicht. Wer sie nicht mag, wie sie ist, der hätte sie auch anders nicht verdient. 
Die einzelnen Stories im Buch sind wirklich wundervoll. Selbstverständlich werde ich mir das ganze in der Hörbuch-Version noch einmal reinziehen. Es gab wirklich einiges zu erfahren, über ihre Vergangenheit, ihre Familie, ihre Jugend und eben alles was dazugehört. Sehr schön zu sehen, dass Daniela eben auch nur eine normale Frau ist, die ebenfalls die gleichen alltäglichen Probleme hat, wie wir alle. Und gerade das macht sie so sympathisch, denn sie versteckt es nicht. Man darf ihre Fehler ruhig sehen, da sie selbst darüber lachen kann. Und das, finde ich, macht sie besonders stark. 
Ebenfalls sind in dem Buch dreimal einige Fotos eingebracht, zu denen Daniela auch Stellung bezogen hat. Einmal ein paar Aufnahmen als Kleinkind, einmal als Jugendliche und natürlich auch ein paar Fotos aus der jetzigen Zeit, mit dieser wundervollen blonden Haarpracht. 
Zum guten Schluss lässt das Buch auch noch Mama Iris zu Wort kommen, die ebenfalls in Buch wie im Fernsehen als eine unglaublich sympathische Personen zu sehen ist. Genau wie das Löwen-Team, das Daniela unterstützt. Auch diese Herren kommen im Buch zu Wort und erzählen kleine Geschichten über die Katze. Und nicht zu vergessen, die Seitenränder, die sind nämlich mit pinken Kästchen versehen, in denen jeweils ein Spruch von Daniela geschrieben steht. Sehr schick und sehr unterhaltsam. 

Was ich an ihr bewundere ist, wie ein Mensch mit so viel Schminke im Gesicht, so unglaublich natürlich sein kann. Daniela passt in keine Schublade, sie ist eine Sache für sich. Einfach eine unglaublich tolle Frau, die einem den Tag versüßen kann mit ihren lockeren Sprüchen, ihrem Lächeln und einfach mit ihrer Anwesenheit. 
Man könnte sagen, ich habe Daniela viel zu verdanken. Sie hat mich wieder dazu gebracht, an mich zu glauben und einfach so zu sein, wie ich bin. Wie viele Menschen haben an mir etwas zu meckern, wie vielen passt meine Haarfarbe nicht, oder mein Klamotten-Stil. Doch sie hat mir den Mut zurückgegeben, einfach ich zu sein und auf die Meinung der anderen zu scheißen. 

Wer nun immer noch Lust hat, mehr über diese freche Blondine zu erfahren, der sollte auf jeden Fall zugreifen. Selten hat sich ein Kauf einer Biographie so sehr für mich gelohnt.

*****


Freitag, 14. Oktober 2011


Durchgeknallt - Susanna Kaysen

Mit 18 Jahren wird Susanna Kaysen von einem Arzt, der sie vorher nicht kannte und sie bloß eine halbe Stunde behandelt hat, in die psychische Abteilung des berühmten McLean Hospitals eingewiesen. Ganze zwei Jahre dauert ihr Kampf, um das Attribut 'Genesen' in Bezug auf ihre psychische Krankheit, die Borderline Persönlichkeit, in ihrer Akte lesen zu können und entlassen zu werden. 

Susanna schildert eindrucksvoll, sarkastisch und mit einer guten Portion schwarzem Humor, viele Episoden mit ihren Mitpatienten, angefangen mit der Einweisung, aufgehört mit der Entlassung und dem Wiedersehen mit manchen ihrer dort gewonnenen Freundinnen. 
Sehr begeistert war ich davon, wie mitfühlend und vor allem echt dieses Buch geschildert wurde. Man spürte das Stück Wahnsinn, das in dieser Klinik herrschte, aber auch den Lebenswillen, die Hoffnung und die Versuche ganz normal zu sein. 

Wenn man das Buch mit dem Film vergleichen möchte, ist es für meine Begriffe nicht möglich. Das Buch ist komplett anders aufgebaut und auch einige Tatsachen der Charaktere, wurden in dem Film verändert. Somit wäre die Soziopathin Lisa im Buch dunkelhaarig, im Film aber von der derzeitig gelbblonden Angelina Jolie gespielt. Ebenso weicht die bildliche Darstellung der Stationsschwester Valerie, die im Buch eine blonde Frau ist, total ab. Im Film wird diese gespielt von Whoopie Goldberg und ist somit nicht nur dunkelhaarig, sondern auch schwarz. 

Diese Tatsachen machen den Film aber gar keinen Falls schlechter. Der Film ist unglaublich gut umgesetzt, für mich persönlich ebenso, wenn nicht sogar noch viel ausdrucksvoller als das Buch selbst. Die Besetzung hätte nicht besser gewählt werden können. Whoopie Goldberg spielt eine fantastische Rolle einer Schwester, die liebevoll aber auch mit einer gewissen Strenge ihre Patienten behandelt und diese auch ernst nimmt. Angelina Jolie war die perfekte Darstellerin der Lisa. Ihre Augen drückten in diesem Film solch eine Leere aus, die einen irgendwie fesselte, aber auch ängstlich zurückließ. Sie war hart, sie war ignorant, sie war respektlos, sie legte sich gegen alles und jeden auf. Doch dahinter steckt auch ein kleiner hilfloser Kern, den sie während des Filmes selbst erkennt und der einem die Tränen in die Augen treibt. Im Buch werden diese wundervollen Momente leider ausgelassen, wobei die Frage immer bleibt: Ist das, was im Film passiert, nun auch noch biografisch oder ist es erfunden? 

Insgesamt ein tolles Werk, dass man gelesen haben sollte, wenn man den Film oder die Thematik mag. 

**** 

Dienstag, 11. Oktober 2011

Creepers-Der Fluch der Hexe - Joanne Dahme



Daten.
Verlag: Baumhaus Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 272 Seiten
Genre: Jugend-Mystery
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum: April 2011
Gekauft: Pieper Buchhandlung


Courtney zieht mit ihren Eltern in ein altes Haus am Rande der Kleinstadt Murmur in Massachusetts. Das Haus am zweihundert Jahre alten Memento-Mori Friedhofs hat so seine Eigenarten. Zum Beispiel ist es überwuchert von hartnäckigem Efeu, den der Vater von Courtney immer wieder vergeblich versucht zu entfernen. Nicht lange nach der Ankunft im neuen Zuhause, begegnet sie den etwas seltsamen aber freundlichen Zeitgenossen Mr.Geyer und Tochter Margaret. Die beiden erzählen ihr bei einer Führung über den Friedhof, welche sie zu den unheimlich verzierten Gräbern führt, von Prudence. Prudence war eine Vorfahrin von den beiden und verstarb vor etwa zweihundert Jahren im Kindesalter. Sie lebte mit ihrem Vater auf dem Grundstück, auf dem nun auch Courtney lebt. Margaret und ihr Vater weihen sie Stück für Stück in ihre Familiengeheimnisse ein. Courtney ist fasziniert von diesen mythischen Geschichten und bietet ihre Hilfe an, einen Jahrhundert währenden Fluch zu brechen. Doch dieser hat nicht nur das Haus und Friedhof mit Efeu befallen. Etwas geschieht auch IM Haus... 


Nicht nur das Äußere dieses Buches ist einfach klasse, sondern das Innenleben haut wirklich vom Hocker. Viele Seiten sind mit Efeuranken bestückt, die Seitenränder in leichtem Grün. Vor jedem neuen Kapitel kommen beispielsweise Zeitungsausschnitte, die ebenfalls ganz in Grün gehalten sind, da die Farbe und der dazugehörige Efeu eben ein ganz großer Teil des Buches sind. Wenn man den Aufbau also betrachtet, ist das Buch perfekt. Mich würde es freuen, wenn alle Bücher so mühevoll aufgearbeitet werden würden. 

Durch die Ich-Perspektive bekommt man natürlich eine sehr dichte Bindung zu Courtney, obwohl mir bei ihr doch die Charakterzüge fehlten. Sie blieb für mich sehr blass und am Ende wusste ich nicht mal mehr, wie sie denn überhaupt aussah. Margaret und Mr.Geyer waren etwas seltsame Gestalten, die um einiges dichter beschrieben wurden. Man spürte, dass sie anders waren und das ist für mich schon mal ein sehr positives Punkt, dass das geschah, ohne viel Beschreibungen, und dass man immer wieder darauf hingewiesen wird. Auch die Eltern von Courtney waren sehr angenehme Personen.

Der Stil der Autorin ist einfach und flüssig zu lesen. Schwer zu erklären ist für mich der Spannungspunkt. Es ist nicht so, dass es wirklich richtig spannend war. Die Atmosphäre war eher ganz ruhig und idyllisch. Und doch irgendwie knisternd. Man spürte immer, es ist irgendwas. Und aus diesem Grunde las man weiter, ohne viel nachzudenken. Aber so richtig spannend war es halt nie. Doch der Punkt ist ja, dass ich trotzdem immer weiterlas und mich in dem Buch wirklich wohl fühlte. Deswegen war es für meinen Geschmack eigentlich ganz gut. Allerdings fühlte ich mich richtig herbstlich beim Lesen, obwohl das Buch im Hochsommer spielt. 



Bewertung:
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Sprache: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 5/5

Punkte insgesamt: 39/50

4 Sterne


Freitag, 7. Oktober 2011


ASHES - Brennendes Herz - Ilsa J. Bick



Daten.
Verlag: Egmont INK Verlag
Preis: 19,99€
Seitenzahl: 512 Seiten
Genre: Dystopie 
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2011
Gekauft: Rezensionsexemplar 


Bitte lasst euch nicht von dem Untertitel 'Brennendes Herz' abschrecken. Egal was man auf den ersten Blick dahinter vermutet, es stimmt nicht mit der Geschichte überein. Hier verbirgt sich keine Liebesgeschichte à la Twilight. Nein, diese Geschichte schock und reißt dich ins Verderben und fesselt dich an die Worte dieser äußerst guten Autorin. 


In der Geschichte geht es um die 17jährige Alex, diese ihrem Tumor im Kopf hoffnungslos ausgeliefert ist. Sie hat keine Zukunft und hat sich mit ihrem bevorstehenden Tod längst abgefunden. Doch als sie sich eine Auszeit in den Bergen des Waucamaw-Parks gönnt, ändert sich alles. 
In den Bergen trifft sie auf die kleine Ellie, die mit ihrem Hund Mina und ihrem Großvater Jack unterwegs ist. Alex hat keine große Lust auf Gesellschaft, doch ehe sie weiterziehen kann, geschieht etwas Unfassbares. Eine Art Druckwelle reißt sie zu Boden. Sehr schnell wird klar, dass die Welt, wie Alex sie kannte, nicht mehr existiert. 
Kurz nach 'dem Blitz', wie Alex dieses Geschehnis bezeichnet, ist Jack tot und Alex versucht die vielen kleinen Puzzleteile zusammenzusetzen. Denn die Tiere in ihrer Umgebung spielen völlig verrückt, jegliche Elektrizität ist hinüber und auch in Alex selbst, scheint sich so einiges verändert zu haben. 
Mit der kleinen Ellie macht sich Alex auf den Weg zur nächsten Rangerstation, welche über 40 km entfernt liegt. Nicht nur verlieren sie nach kürzester Zeit den Großteil ihrer Ausrüstung und des Vorrats, nein, sie treffen auch noch auf zwei Jugendliche, die die Innereien einer älteren Dame verspeisen. 
Alex und Ellie wissen nicht, wie ihnen geschieht und ohne zu wissen, was sonst noch auf sie zukommt, setzen sie ihren Weg zur Rangerstation fort. 
Irgendwann treffen die beiden im Wald auf den 20jährigen Tom, einen Soldaten auf Heimaturlaub, der vor diesem ganzen Durcheinander gerade mit seinem Kumpel und dessen Vater beim Campen war.
Zusammen beginnen Alex und Tom Theorien zu entwickeln, obwohl beide nicht sicher sind, was wirklich passiert ist. Doch dann muss Alex Tom zurücklassen um Hilfe zu holen. Dabei ahnt sie nicht, dass damit ein völlig neuer Alptraum beginnt...


Handlung und Stil. 
Leider ist diese Geschichte nicht kürzer zu fassen. In diesen 500 Seiten passiert so viel, dass es unglaublich schwer war, die Geschichte überhaupt zusammenzufassen.
Mit dem Aufschlagen des Buches, beginnt eine Reise durch den reinsten Alptraum. Die Spannung ist mit sofortiger Wirkung da und hält sich auch durchgehend bis zum Schluss. 
Wie oft habe ich da gesessen und musste nach jedem Kapitel eine kleine Pause einlegen, weil einfach alles in meinem Körper angespannt war. Im Nachhinein würde ich das Buch sogar als 'überaus stressig' bezeichnen, was allerdings im positiven Sinne gemeint ist. Schon bei Seite 145 fragte ich mich, ob ich nach diesem Buch überhaupt noch nervlich zu gebrauchen wäre, ich kam einfach nie zur Ruhe.
Allerdings wird man gleich in den ersten 100 Seiten merken, ob das Buch etwas für einen ist. Man wird konfrontiert mit Blut, plastisch geschilderten Details und jede Menge Kopfkino. 
Ich konnte einerseits nicht aufhören zu lesen, andererseits musste ich oft Pausen einlegen, weil es einfach zu viel Spannung war, sodass man einfach durchatmen musste. 

Charaktere und Setting. 
Die kleine Ellie ist mir während dem Buch wirklich sehr ans Herz gewachsen, obwohl sie anfangs wirklich unausstehlich ist, was man in ihrer Situation allerdings auch irgendwie nachvollziehen kann. 
Alex und Tom waren für mich beide sehr gut gezeichnete Charaktere, doch vor allem Alex war mir sehr sympathisch. Sie handelte realistisch und dachte auch ihrem Alter entsprechend, was die Zeit an ihrer Seite wirklich angenehm machte. 
Da das Buch, soweit ich informiert bin, eine Trilogie werden soll, endet das Buch erwartungsmäßig abrupt. Natürlich sehr fies, da der nächste Teil wohl noch eine ganze Weile auf sich warten lässt. 

Sonstiges.
Dennoch kann ich zu diesem Buch nur sagen, dass es mich fasziniert hat. Es hat mich buchstäblich umgehauen, mit jeder einzelnen Seite. Diese Dystopie scheint wirklich anders zu sein, als die Vorgänger in dem Genre, auch wenn ich persönlich nicht allzu viel darin schon gelesen habe. 
Was mir auch noch sehr positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass in der Geschichte meine heißgeliebten Oreo Kekse auftauchen. ;)


Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 5/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Überraschungswerte: 4,5/5
Bildungswert: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punkte insgesamt: 43/50

5 Sterne




Samstag, 1. Oktober 2011


Stephen King - Das Mädchen

Trisha fährt mit Mutter und Bruder in einen Wald mit Wanderweg, auf dem sie spazieren wollen. Als ihre Mutter und ihr Bruder sich zu streiten beginnen, entzieht sich Trisha der Situation und geht zum Pipi machen in den Wald. Doch als sie den Rückweg antreten möchte, merkt sie schnell, dass sie sich verirrt hat. Für Trisha beginnt eine quälende Zeit mit Hunger, Durst, Stechmücken und Angst in Einsamkeit und Dunkelheit. Doch als wäre das nicht schon genug des Übels, scheint Trisha etwas heimzusuchen. Immer und immer wieder...

Ich war nie ein Freund von den Büchern von Stephen King. Ich liebe seine Ideen, er fasziniert mich als Mensch und ich mag die Verfilmungen. Doch seine Bücher sind für mich ein Graus. Ebenso dieses hier. 

Die ersten hundert Seiten erfährt man eigentlich bloß etwas über Trishas Familienverhältnisse und Erinnerungen. Ist ja in einem gewissen Maße ganz okay und auch wichtig für die Charaktere jedes Buches. Aber bitte nicht mit solchen Dingen überhäufen. Das hat nämlich alles überhaupt nichts mit der Geschichte zu tun und man hätte es einfach wegstreichen können. 
Dazu wird dauernd wieder erwähnt, wie viele Mückenstiche sie denn nun hat und wie sehr sie wehtun. Sie geht immer dem Bach nach, weil sie mal gehört hat, dass man mit dieser Vorgehensweise aus jedem Wald herausfinden würde. Ihr Rücken tut weh, sie bekommt Magenprobleme, träumt von Zuhause und empfängt mit einem kleinen Radio, das sie bei sich trägt, die Übertragungen der Baseballspiele.
Für Baseballfreunde also sicher sehr unterhaltsam, aber nicht für die breite Masse. Mich persönlich hat es einfach nur gestört und gelangweilt. 

Ich habe ewig darauf gewartet, dass das Buch an Fahrt annimmt und, dass vor allen Dingen endlich mal etwas passiert. Als es dann - eines Tages, nach vielen quälenden Seiten - soweit war, war ich mal wieder enttäuscht. Die Idee an sich, war mal wieder ganz gut, aber 50 Seiten hätten auch gereicht. Den Rest hätte man wirklich streichen können, da auf jeder Seite immer das selbe passiert. 

Aufgrund fehlender Gewalt und Blut, ist das Buch natürlich sehr für Jugendliche und Zartbesaitete geeignet. Allerdings muss ich auch sagen, dass das Cover tausend Mal gruseliger ist, als die gesamte Geschichte. 

Ich habe dieses Buch gelesen, in der Hoffnung, dass ich meine Meinung über Stephen Kings Schreibstil noch ändern werde. Leider ist dies nicht der Fall. Ich werde ihn als Mensch und seine Ideen allerdings weiterhin bewundern. 

Übrigens ist das Nachwort gut geschrieben ;D

Mehr wie zwei Sterne kann ich dem Buch leider nicht abgewinnen. 

**