Mittwoch, 9. November 2011


In den finsteren Wäldern - Richard Laymon



Daten.
Verlag: Festa Verlag
Preis: 12,80€
Seitenzahl: 250 Seiten
Genre: Horror
Erscheinungsdatum: Oktober 2011
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Fast 30 Jahre hat es gedauert, bis Laymons zweites Buch, 1981 geschrieben, ungeschnitten in Deutschland erscheint. Das Glück haben wir Laymons Tochter Kelly zu verdanken, die sich das Ziel setzte, das verstreute Manuskript zusammenzusetzen und in Originalfassung auf den Markt zu bringen. Das kann man im Vorwort dieses Buches nachlesen. 



In diesem Buch geht es in erster Linie um zwei Freundinnen, die ursprünglich einen Zelt- und Wanderurlaub in den Bergen Kaliforniens machen wollten. Durch einen Zwischenfall halten sie an einer Art Raststätte um Schreck sacken zu lassen. Doch daraufhin folgt gleich der nächste, denn die beiden werden von vier Männern abgeführt und in den Wald gebracht. Genau das passiert auch einer kleinen Familie, die in den danebenliegenden Hütten eines Motels eingecheckt haben. An Bäume gefesselt finden sich diese Menschen alle zusammen im Wald wieder. In der Dunkelheit, in der Angst... und im Revier der hungrigen Krulls.



Handlung & Stil.
Wie ihr seht, ist die Story nichts, was man nicht schon irgendwo mal gelesen oder gehört hätte. Wer Laymon liest, wird ihn sicherlich schon bald in diesem Buch wieder erkennen. Die allseits bekannten Stellen im Bereich der Sexualität wurden auch in diesem frühen Werk von ihm schon reichlich eingearbeitet, ebenso die enorme Brutalität bis ins Detail.
Ich als Fan muss aber leider sagen, dass mir das Buch nicht das geben konnte, was ich mir davon erwartet habe. Gut, wenn man bedenkt, dass das Buch bereits 1981 geschrieben wurde und meine Meisterwerke von ihm erst ab 1991 verfasst wurden, müsste man sich nicht wundern. Diese enorme Entwicklung, die Laymon in diesen zehn Jahren durchgemacht hat, ist für mich mehr als ins Auge springend. Aber davon abgesehen war die Handlung ganz in Ordnung. Wie immer war es absurd und vieles klang an den Haaren herbeigezogen. Aber das ist bei Gemetzel-Horror ja oft der Fall, das ist selbst in Filmen nicht anders. Ein bisschen hat das Buch mich an Wrong Turn erinnert. Wer diesen Film also mochte, sollte mit dem Buch hier in jedem Falle gut bedient sein.  
   Schon auf der ersten Seite gab es einiges für mich zu kritisieren und ich hoffte, dass es bloß nicht so weitergehen würde. Die erste Szene war einfach nicht ausgearbeitet und so schnell überflogen, dass es einfach nur unrealistisch rüberkam. Ich meine, wer fährt ohne zu schreien und ohne jegliche Panik einfach weiter, wenn einem gerade eine abgetrennte Hand ins Cabrio geworfen wurde? 
Tja, und genau das tun die beiden Frauen in dem Buch. Für mich persönlich gleich zu Anfang eine Stelle zum Kopfschütteln. 
   Allerdings trägt das Buch eine Welle der Spannung mit sich, die während diesen 250 Seiten nie in sich zusammenfällt. Es ist ein einziger Höllentrip, den man durchlebt, und das mit mehreren Charakteren. Die Kapitel sind, wie von Laymon gewohnt, sehr kurz und immer mit einem Cliffhanger versehen. Man begleitet zu Anfang einmal die beiden Frauen und einmal die Familie abwechselnd. 
   Zeitweise ist das Buch natürlich, wie man auf dem Klappentext schon nachlesen kann, ein wenig abgedreht. Für Horrorfans allerdings keine Neuheit, sondern ein eher bekanntes Szenario. 
Allerdings sind die Hintergründe dieses ganzen Geschehens bis ins kleinste Detail durchdacht, sodass man sich jede kleine Abnormalität erklären kann und somit am Ende kein verdutztes Gesicht übrig bleiben dürfte. 

Charaktere & Setting. 
Die Protagonisten des Buches leiden leider etwas an Charakterzügen. Natürlich findet man einen Weg sie durch Namen auseinander zu halten, allerdings würde man das nicht können, wenn sie keine hätten. Ob das im Genre Horror als 'normal' gilt, muss jeder für sich selbst entscheiden, ich allerdings bin von Laymon ein wenig mehr in dieser Hinsicht gewohnt. In den neueren Romanen hat er dies nicht so vernachlässigt.
Dafür ist die Szenerie sehr gut ausgearbeitet und man hat es bildlich vor Augen beim Lesen. Sehr düster, sehr grausam und sicherlich kein Ort, an dem man gerne sein würde. 

Sonstiges.
Das Buch ist garantiert nicht das beste von Laymon. Man merkt einfach extrem, dass sich sein Stil in den Jahren verbessert hat. Natürlich hat er das Grundgerüst seines Wiedererkennungswerts bereits gehabt, allerdings fehlten mir einige Dinge, die ich an ihm so lieben gelernt habe. 
Aber das ist eben der Nachteil, wenn man erst die neusten Werke liest, bevor man sich an die Erstlingswerke eines Autors wagen kann. 
Trotz allem hatte ich viel Spaß mit dem Buch, es war natürlich mit Spannung geladen, anders ist man es nicht gewohnt, aber empfehlen würde ich persönlich von Richard Laymon andere Werke.


Bewertung.
Aufmachung: 3/5
Sprache: 3/5
Setting: 2,5/5
Charaktere: 2/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 22,5/35

3 Sterne




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