Samstag, 31. Dezember 2011


Never Knowing - Endlose Angst  
Chevy Stevens



Daten.
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Preis: 8,99€
Seitenzahl: 496 Seiten
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: November 2011
Altersempfehlung: Ab 16
Gekauft: Wichtelgeschenk



Sara ist Mutter einer sechsjährigen Tochter und steckt mitten in den Planungen ihrer Hochzeit. Kurzerhand beschließt sie, noch einmal nach ihrer leiblichen Mutter zu suchen. Es dauert nicht lange, bis sie erfährt, dass sie das Blut eines Serienkillers in sich trägt. Das ganze Unheil beginnt, als plötzlich Daten von ihr im Zusammenhang mit ihrer leiblichen Mutter im Internet auftauchen, die besagen, dass sie die Tochter des einzig überlebenden Opfers des Campsite Killers ist. Denn ihr Vater nimmt mit ihr Kontakt auf und Sara bekommt es immer mehr mit der Angst zu tun. Doch sie hat nicht nur Angst vor ihrem Vater, sondern auch vor sich selbst, als sie bemerkt, wie ähnlich sie dem Campsite Mörder eigentlich zu sein scheint. 


Handlung & Stil.
Das Buch ist aufgebaut wie das erste Werk der Autorin. Sara geht zu einer etwas älteren Psychologin und erzählt ihr praktisch die ganze Story. Die Kapitel sind daher ebenfalls mal wieder in Sitzungen eingeteilt. Eine einfache Art und Weise, eine Geschichte zu erzählen. Leider beim zweiten Mal etwas unoriginell und fad. Wobei das zweite Buch für mich deutlich besser war, als das erste.  
Jedoch war das nicht das Enttäuschende an dem Buch. Auf den ersten 40 Seiten muss man sich mit Sara's Leben, ihrer Gefühlswelt und ihren alltäglichen Problemen mit ihren Schwestern ihrer Adoptivfamilie auseinandersetzen. Natürlich ist es sehr wertvoll zu erfahren, wie eine adoptierte Frau ihr Leben verbracht hat, bevor sie auf ihre leiblichen Eltern trifft, doch insgesamt wurde das für einen Thriller zu sehr ausgebaut. Eine Kurzfassung hätte es auch getan. 
Leider konnte man auch etliche Sätze überfliegen. Man hat nie den Anschluss verloren, da es einfach nichts zu verpassen gab. Allerdings waren die spannenden Passagen auch wirklich adrenalinreich. 
   Kommen wir zu den positiven Seiten. Das Werk an sich scheint doch recht gelungen zu sein. Es wurde oft spannend, die Telefonate zwischen Sara und ihrem leiblichen Vater sind allesamt interessant gewesen und man konnte gut mitfiebern. Das Buch hält auch jede Menge Überraschungen bereit, die zum Ende hin auftreten. Das hat das Negative regelrecht ausgeblendet, denn man wusste irgendwann wirklich nicht mehr wo man dran ist und wollte einfach nur zum Ende kommen, um das ganze Spiel auffliegen zu lassen. Das fand ich richtig toll. Ich hätte es ehrlich gesagt nicht erwartet, dass Chevy Stevens es doch noch schafft einen ein paar Mal auf die falsche Fährte zu locken. 

Charaktere & Setting.
Die Charaktere sind recht gut, authentisch, wenn auch nicht immer so sympathisch. Ich fand persönlich den Campsite Killer selbst sympathischer, als Sara's Adoptivfamilie, die natürlich keine Menschen umbringt. Und eigentlich sollte es ja umgekehrt sein. Auch Sara's zukünftiger Mann, hatte meine Sympathie nicht unbedingt auf seiner Seite. Ich mochte Sara und ihre Tochter am liebsten. Und an gewissen Stellen empfand ich wirkliches Mitgefühl für den Killer, was dann immer sehr seltsam ist. Aber das passiert bei mir sehr oft... Ich suche wahrscheinlich immer das Gute im Menschen und halte daran fest. 
   Das Setting war nicht wirklich detailreich gehalten, aber dennoch hatte ich beim Lesen immer eine gute und klare Vorstellung. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Haus vor Augen, in dem eine Freundin meiner Mutter mit ihrer Familie wohnt. An dieser Stelle grüße ich dich ganz herzlich, Claudia. Ja, ich hatte die Küche von dir bildlich vor Augen, ebenso den Garten, das große Wohn- und Esszimmer und den Flur. Die Hunde fehlten, aber ansonsten war alles gleich. Seltsam, an was man sich erinnert, wenn man Bücher liest. Echt klasse. Nun, ich schweife ab... 



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Setting: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punkte insgesamt: 27/35

3 Sterne

Sonntag, 18. Dezember 2011


Ewiglich die Sehnsucht - Brodi Ashton

Das Buch erscheint im Januar 2012 im Oetinger Verlag, hat 320 Seiten als Hardcover und kostet 17,95€.

Das Buch ist ein Auftakt zur Trilogie. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die siebzehnjährige Nikki Beckett, die im Frühjahr zuvor verschwunden war. Ihre Eltern und bald auch ihre ganze Schule glaubte, sie sei wegen Drogenprobleme abgehauen. Nikki jedoch war in der Unterwelt, in dem sogenannten Ewigseits, wo Ewigliche alle 100 Jahre für ihre Unsterblichkeit menschliche Energie als Nahrungsquelle  benötigen und ihre sogenannten Spendern regelrecht die Lebenskraft aussaugen. 

Nikki Beckett ist nach dem schrecklichen Verlust ihrer Mutter am Boden zerstört. Als sie dann noch ein großes Missverständnis zwischen ihrer großen Liebe Jack und ihr in die Knie zwingt, will sie einfach nur vergessen. Cole, der Frontmann der Band 'Dead Elvises', bietet ihr seine Hilfe an. Denn aus ihr unerklärlichen Gründen, ist er fähig dazu, ihren Schmerz zu lindern. Er nimmt sie mit ins Ewigseits, benutzt sie als eine Art Experiment. Zu Coles Überraschung, überlebte Nikki diesen Vorgang und sie darf für sechs Monate zurück in ihre Welt, um Abschied zu nehmen und um Dinge klarzustellen.
Doch, wie sollte es anders sein, ist das nicht so einfach wie gedacht. Schon in den ersten Tagen wird Nikki das Leben von allen Seiten richtig schwer gemacht. 

Mehr kann und möchte ich nicht über die Handlung und die Thematik sagen. Schon die kleinsten Details könnten zu viel verraten. Ich bin ohne jegliche Vorahnungen an dieses Buch herangegangen. Daher war es für mich ein wenig schwierig, am Anfang des Buches die Thematik richtig zu verstehen. Ich denke, mit meiner Darstellung des Inhaltes, könnte man das Buch von Anfang an genießen und sich einsaugen lassen. Wieso ich diesen Begriff benutze, werdet ihr sehen, wenn ihr das Buch lest. Jetzt kommen wir aber erst mal zu dem Stil der Geschichte. 

In diesem Buch wird man förmlich gezwungen die Seiten immer weiter zu blättern. Es ist nicht so, dass zu viel auf den Leser einströmt, aber es gibt von Anfang an schon so viele Geheimnisse zu lüften, dass es für mich unmöglich erschien aufzuhören. 
Der Stil an sich ist dem Jugendroman üblich, dennoch aber auf dem Niveau, dass auch junge Erwachsene daran sicherlich noch Spaß haben können. 
Die Spannung hält sich von vorne bis hinten, zieht sich durch jede Seite und lässt keinesfalls nach.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. An Nikki gewöhnt man sich schnell und sie ist eine sehr angenehme Person, die man gerne und gut begleitet. Ebenso ist Jack recht interessant und man fiebert von den ersten Seiten schon daraufhin endlich zu erfahren, welches Missverständnis oder welche Tat Nikki dazu getrieben hat, mit Cole in die Unterwelt abzusteigen. Ob man Nikkis Handlungen letztendlich nachvollziehen kann oder nicht, hängt von dem Leser selbst ab. Davon, was er schon im Leben zurückstecken musste, durchmachen musste und wie er zu diesen Themen steht. Manche stecken solche Dinge besser weg, manche nicht. Ich konnte es nachvollziehen und hätte wahrscheinlich das gleiche getan. Cole ist ein sehr seltsamer Zeitgenosse und er strotzt nicht gerade vor Sympathiepunkten. Aber irgendwann habe ich auch zu ihm einen Draht gewonnen, auch wenn er sehr dünn war. Auch die restlichen Charaktere sind alle ganz toll und jeder hat seinen richtigen Platz. 

Im Gesamten ist die Story wirklich interessant und auch glaubhaft geschildert. Alles hat seine logischen nachvollziehbaren Punkte. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch, schöne Stunden und vor allem, habe ich sehr viel und schnell gelesen. Schade, dass ich nun wieder so lange auf die Fortsetzung warten muss. Es verspricht spannend zu werden. Das Ende ist aber nicht unbedingt gemein gehalten. Ich denke, man kann schon einige Zeit warten und sich vielleicht schon mal überlegen, wie man es sich vorstellt. Und wer sich für Mythen interessiert, der ist hier wohl genau richtig.

****


Mittwoch, 14. Dezember 2011


Wunder einer Winternacht - Marko Leino

Die gebundene Ausgabe ist im Wunderlich Verlag erschienen, die Taschenbuchausgabe im Rowohlt Verlag. Beide haben 288 Seiten und es gibt nur noch das Taschenbuch neu zu erhalten. 

Nachdem die Familie des kleinen Nikolas bei einem Sturm auf dem Meer umkommt, müssen sich die Dorfbewohner überlegen, wie sie den fünfjährigen versorgen. Korvajoki ist ein armes Fischerdorf und niemand kann einen zusätzlichen Esser gebrauchen. Doch dann finden sie eine Lösung. Jede Familie wird Nikolas für ein Jahr aufnehmen. Am Ende jedes Jahres, an Weihnachten, bedankt sich Nikolas bei den Familien, indem er heimlich in der Nacht, selbstgeschnitzte Geschenke für die Kinder vor die Türe legt. 
Als Nikolas dreizehn ist, geht es dem Dorf sehr schlecht und niemand kann ihn mehr aufnehmen. Eine neue Lösung muss gefunden werden und der böse Iisakki meldet sich zu Wort, vor dem sich jedes Kind im Dorf fürchtet. Er will ihn bei sich aufnehmen und Nikolas bleibt keine andere Wahl als mitzugehen. 
Ob Iisakki wirklich so böse ist, wie die Kinder in Korvajoki ihn darstellen, oder gar noch schlimmer, wird Nikolas am eigenen Leib erfahren. Doch das, müsst ihr ebenfalls alleine herausfinden.
Denn die Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende.  

Im Buch wie auch im Film sind die Charaktere einfach toll. Wenn man den Film natürlich, wie ich, gleich nach dem Buch schaut, wirken die Charaktere manchmal etwas flach, vor allem Nikolas selbst. Ich hätte ihn mir etwas eindringlicher und intensiver gewünscht, wie er im Buch eben rüberkam. Im Film allerdings, war er für mich nur ein Junge unter vielen. 
Iisakki wurde im Film recht gut umgesetzt und sein Auftreten hat mir gut gefallen. Im Buch ist er mir sogar ein wenig ans Herz gewachsen, als Nikolas bei ihm wohnte. Vor allem, als man begann mehr über ihn zu erfahren. 

Der Schreibstil war schön. Das Buch steckt voller Weisheit und Lebenserfahrung, die auch in jedem Kapitel ausgedrückt wird. Die Kapitel sind übrigens, wie in vielen Weihnachtsbüchern, in 24. Adventstürchen unterteilt, sodass man es praktisch über den Dezember hinweg lesen könnte. Ich finde die Idee allerdings nicht so gut, da einfach das Gefühl für das Buch nicht ausgeschöpft werden kann. In diesem Buch kann man sich verlieren und das sollte man auch. Man bekommt während des Lesens ein ganz besonderes Gefühl zu Weihnachten. Leider erlischt ein solches bei mir, sobald ich das Buch zuklappe. Aber trotz allem war es ein ruhiges schönes Buch, dass sich zu lesen gelohnt hat. 

Was ich am Buch zu kritisieren habe, sind die paar Logikfehler, die ich gefunden habe. Zum Beispiel lässt Nikalos Helma, das Pferd von Iisakki, eine Woche lang alleine. Nun ... soll das Pferd sich etwa selbst füttern? Ich weiß ja nicht, aber es hätte wenigstens erwähnt werden können, wie das Pferd diese kalten Wintertage ohne Futter und all das überlebt. 
Und dann gab es noch eine Situation, in der ein fünfjähriges Mädchen einen handschriftlich wunderschönen Brief geschrieben hätte. Nun, ich weiß ja nicht, wann die Kinder in Finnland anfangen schreiben zu lernen, aber mit fünf Jahren kann kein Kind eine reine, makellose Handschrift haben, wie es da beschrieben wird.

Ansonsten war das Buch aber wirklich gut. Anders als erwartet. Es gab viel mehr zu entdecken, als ich dachte. Es gab eine Stelle, da hätte ich bereits vor dem Lesen erwartet, dass das schon der Schluss sein würde, aber es ging noch etliche Seiten weiter. Wirklich eine sehr schöne Weihnachtsgeschichte.
Es gibt sicher ein paar Momente im Buch, die zu Tränen rühren können. Bei mir leider nicht, ich bin da einfach nicht der Typ dazu. Aber das Buch kann einem schon im Herzen berühren.
Der Film ist ein wenig kurz geraten, aber doch recht gelungen. Die Stimmung im Film ist wirklich schön für die Weihnachtszeit. Für mich aber noch lange nicht perfekt. 

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Buch und ein paar schöne Weihnachtsstunden. 

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Freitag, 9. Dezember 2011


Meridian - Dunkle Umarmung - Amber Kizer



Daten.
Verlag: PAN Verlag
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 352 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Gekauft: Pieper Buchhandlung 



Schon immer wusste Meridian, dass sie anders ist. Jeden Morgen, wenn sie aufwachte, lagen tote Tiere neben ihr. Als sie ihrer einzigen besten Freundin einst davon erzählte, weil deren Hamster in Meridians Hand starb, wollte sie nichts mehr mit ihr zu tun haben. Denn sie dachte, was danach alle dachten: Sie bringe den Tod. Doch an ihrem 16. Geburtstag, soll sich diese Anschuldigung für sie in Luft auflösen, denn ihre Eltern schicken sie nach einem schrecklichen Busunglück zu einer weit entfernten Tante, die sie bisher nur durch ihre Steppdecken kannte, die sie ihr zum Geburtstag schickte. Denn dort lüftet sich das Geheimnis um ihr Schicksal. Sie tötet keine Menschen. Sie ist eine Fenestra und hilft den Sterbenden auf die andere Seite. Als wären diese Dinge für Meridian nicht schon verwirrend genug, bringt sie dieses Schicksal auch noch in tödlichste Gefahr...


Charaktere.
Meridian ist ein tolles Mädchen. Sie ist von Anfang an einfach normal, sehr angenehm, sehr authentisch. Ihre Handlungen sind im ganzen Buch sehr realistisch und vor allem schon sehr erwachsen. Ich hatte keinen Moment das Gefühl, dass ich jetzt mit pubertierenden Jugendlichen unterwegs bin. 
Auch die Tante ist eine liebenswerte Person mit ihren Eigenarten. Tens ist ein Typ, den man nicht gleich durchschauen kann. Und dazu halten sie auch noch eine Wölfin als Haustier, Custos. 
Im ganzen Buch hatte ich wirklich das Gefühl, dass diese Menschen leben, dass sie neben mir stehen, dass sie echt sind. Jeder hatte einfach so viel Persönlichkeit und Wiedererkennungswert. Ich konnte mich endlich mal wieder richtig in eine Geschichte vertiefen und alles um mich herum ausblenden. 

Stil.
Der Stil ist ähnlich wie in jedem Jugendbuch. Er ist sehr flüssig, sehr spannend, ab und an auch ruhiger. Immer so, dass es die gewählte Situation eben passend beschreibt und hervorhebt. Für mich war es ein Stil, in dem ich mich sehr wohlfühlen konnte, mit dem ich die Abende richtig genießen konnte. Noch dazu passt dieses Buch wunderbar in die Winterzeit, da es ebenfalls an Weihnachten spielt. 
Der Stil hat Atmosphäre, der Stil erweckt die Geschichte und die Charaktere wirken darin nicht wie Marionetten, sondern wie lebendig. Einfach schön. Und noch dazu gibt es ein paar wundervolle Weisheiten in dem Buch aufzuschnappen.  

Sonstiges.
Ich habe damals, das ist nun schon etwas länger her, einiges Negative über das Buch gehört. Es sollte nicht so gut sein, man hätte sich mehr erwartet. Ich kann das absolut nicht unterschreiben, ich hatte sehr viel Spaß mit dem Buch und ich könnte mir in den Popo beißen, dass ich es nicht schon früher zur Hand genommen habe. Ich habe es immer vor mir hergeschoben, das werde ich mit dem zweiten Teil nicht tun, der nun ebenfalls vor Kurzem im Handel erschienen ist. Dieser heißt 'Flüsternde Seelen'. 

Nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem Buch. Kauft es euch vor oder nach Weihnachten, damit ihr diese Atmosphäre im Buch einfach noch viel besser genießen könnt. 



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3/5
Bildungswert: 2,5/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5 

Punktzahl insgesamt: 35/50 

4 Sterne


Samstag, 3. Dezember 2011


Morgen ist ein neuer Tag - Konsalik

Das Buch ist im Goldmann Verlag erschienen und ist neuwertig, nach meinen Informationen, nicht mehr zu erhalten. 

Fritz Bergschulte kehrt nach zwölf Jahre russischem Schweigelager zurück in seine Heimat nach Minden. Voller Freude und hohen Erwartungen auf Frau und Kind, geht er zu seinem alten Hause, das er selbst erbaut hat. Doch als er dort einen fremden Mann antrifft, ist er wie vor den Kopf gestoßen. Der Mann offenbart ihm bedauernd, dass seine Frau ihn vor ein paar Jahren für tot erklären ließ und daraufhin das Haus verkauf hat. 
Geschockt darüber besucht Fritz seine Schwiegereltern und sucht dort Unterschlupf. Von dem Schwiegervater erfährt er dann, dass seine geliebte Frau Lina, einen neuen Mann geheiratet hat. Seinen besten Kameraden aus dem Schweigelager. 
Fritz lässt sich jedoch nicht einfach wegnehmen, was ihm gehörte und er beginnt zu kämpfen. Um Gerechtigkeit, um sein totes Leben und um seine große Liebe. 

Für Fritz gibt es in diesem Buch einige Niederschläge zu erfahren. Es gibt für den Leser noch einige Intrigen zu entdecken und zwischendurch wird man immer wieder auf eine unsichere Fährte gelockt. 
Das Buch ist somit spannend, fesselnd, ein Stück weit traurig. 
Die Stimmung, die Konsalik bereits auf der ersten Seite, mit den ersten Sätzen, aufbaut ist fast magisch. Er weiß, wie man Worte benutzt und wie man sie richtig setzt. Nie zuvor habe ich mich an eine solche Art von Roman gewagt und umso mehr bin ich erstaunt, dass er mir so gut gefallen hat. 

Folgend der Thematik ist die Stimmung anfangs und auch ab und an mittendrin sehr bedrückend. Doch Konsalik schafft es mit seinem Schreibstil, dass man sich mittendrin fühlt, so als würde man von oben herab zuschauen. 

Auch die Personen sind einfach gut. Obwohl natürlich nicht bei jedem Charakter, der darin vorkommt, bis aufs Detail gegangen wird, haben die meisten, und vor allem die wichtigsten, doch ein richtig unverwechselbares Wesen. Jeder hat Merkmale, jeder hat Charakterzüge und sicherlich kann jeder Sympathien finden in diesem kleinen Roman. 

Das Buch ist nicht dick, es hat bloß 220 Seiten. Obwohl es kurz ist, alte Lektüre ist, ist es eben doch so was wie Kult und ich möchte anmerken, dass dieser Mann mit seinen Büchern weltberühmt wurde. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich einige Menschen diesen Büchern und diesem Autoren noch widmen würden. Nicht als Zeitvertreib, oder als Klobuch, sondern wirklich als ernsthafte Lektüre. Denn die Geschichte von 'Morgen ist ein neuer Tag', bleibt einem wirklich im Gedächtnis. Und von Langeweile ist in diesen Zeilen keine Spur. Es geht langsamer zu, aber zur Situation passend. 

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