Mittwoch, 14. Dezember 2011


Wunder einer Winternacht - Marko Leino

Die gebundene Ausgabe ist im Wunderlich Verlag erschienen, die Taschenbuchausgabe im Rowohlt Verlag. Beide haben 288 Seiten und es gibt nur noch das Taschenbuch neu zu erhalten. 

Nachdem die Familie des kleinen Nikolas bei einem Sturm auf dem Meer umkommt, müssen sich die Dorfbewohner überlegen, wie sie den fünfjährigen versorgen. Korvajoki ist ein armes Fischerdorf und niemand kann einen zusätzlichen Esser gebrauchen. Doch dann finden sie eine Lösung. Jede Familie wird Nikolas für ein Jahr aufnehmen. Am Ende jedes Jahres, an Weihnachten, bedankt sich Nikolas bei den Familien, indem er heimlich in der Nacht, selbstgeschnitzte Geschenke für die Kinder vor die Türe legt. 
Als Nikolas dreizehn ist, geht es dem Dorf sehr schlecht und niemand kann ihn mehr aufnehmen. Eine neue Lösung muss gefunden werden und der böse Iisakki meldet sich zu Wort, vor dem sich jedes Kind im Dorf fürchtet. Er will ihn bei sich aufnehmen und Nikolas bleibt keine andere Wahl als mitzugehen. 
Ob Iisakki wirklich so böse ist, wie die Kinder in Korvajoki ihn darstellen, oder gar noch schlimmer, wird Nikolas am eigenen Leib erfahren. Doch das, müsst ihr ebenfalls alleine herausfinden.
Denn die Geschichte ist damit noch lange nicht zu Ende.  

Im Buch wie auch im Film sind die Charaktere einfach toll. Wenn man den Film natürlich, wie ich, gleich nach dem Buch schaut, wirken die Charaktere manchmal etwas flach, vor allem Nikolas selbst. Ich hätte ihn mir etwas eindringlicher und intensiver gewünscht, wie er im Buch eben rüberkam. Im Film allerdings, war er für mich nur ein Junge unter vielen. 
Iisakki wurde im Film recht gut umgesetzt und sein Auftreten hat mir gut gefallen. Im Buch ist er mir sogar ein wenig ans Herz gewachsen, als Nikolas bei ihm wohnte. Vor allem, als man begann mehr über ihn zu erfahren. 

Der Schreibstil war schön. Das Buch steckt voller Weisheit und Lebenserfahrung, die auch in jedem Kapitel ausgedrückt wird. Die Kapitel sind übrigens, wie in vielen Weihnachtsbüchern, in 24. Adventstürchen unterteilt, sodass man es praktisch über den Dezember hinweg lesen könnte. Ich finde die Idee allerdings nicht so gut, da einfach das Gefühl für das Buch nicht ausgeschöpft werden kann. In diesem Buch kann man sich verlieren und das sollte man auch. Man bekommt während des Lesens ein ganz besonderes Gefühl zu Weihnachten. Leider erlischt ein solches bei mir, sobald ich das Buch zuklappe. Aber trotz allem war es ein ruhiges schönes Buch, dass sich zu lesen gelohnt hat. 

Was ich am Buch zu kritisieren habe, sind die paar Logikfehler, die ich gefunden habe. Zum Beispiel lässt Nikalos Helma, das Pferd von Iisakki, eine Woche lang alleine. Nun ... soll das Pferd sich etwa selbst füttern? Ich weiß ja nicht, aber es hätte wenigstens erwähnt werden können, wie das Pferd diese kalten Wintertage ohne Futter und all das überlebt. 
Und dann gab es noch eine Situation, in der ein fünfjähriges Mädchen einen handschriftlich wunderschönen Brief geschrieben hätte. Nun, ich weiß ja nicht, wann die Kinder in Finnland anfangen schreiben zu lernen, aber mit fünf Jahren kann kein Kind eine reine, makellose Handschrift haben, wie es da beschrieben wird.

Ansonsten war das Buch aber wirklich gut. Anders als erwartet. Es gab viel mehr zu entdecken, als ich dachte. Es gab eine Stelle, da hätte ich bereits vor dem Lesen erwartet, dass das schon der Schluss sein würde, aber es ging noch etliche Seiten weiter. Wirklich eine sehr schöne Weihnachtsgeschichte.
Es gibt sicher ein paar Momente im Buch, die zu Tränen rühren können. Bei mir leider nicht, ich bin da einfach nicht der Typ dazu. Aber das Buch kann einem schon im Herzen berühren.
Der Film ist ein wenig kurz geraten, aber doch recht gelungen. Die Stimmung im Film ist wirklich schön für die Weihnachtszeit. Für mich aber noch lange nicht perfekt. 

Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Buch und ein paar schöne Weihnachtsstunden. 

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