Samstag, 29. Dezember 2012


Solange die Nachtigall singt - Antonia Michaelis



Daten.
Verlag: Oetinger Verlag
Preis: 16,95€
Seitenzahl: 447 Seiten
Genre: Jugendbuch
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 16-17 Jahre
Erscheinungsdatum: September 2012
Gekauft: Pieper Buchhandlung



Der 18-jährige Jari hat gerade seine Lehre als Tischler beendet. Um ein Abenteuer zu erleben entschließt er sich, für zwei oder drei Wochen auf Wanderschaft zu gehen. Allein und auf sich selbst gestellt verschwindet er irgendwo zwischen Deutschland und Polen. In einer Galerie blickt er auf ein Gemälde, das ihm den Atem raubt. Es zeigt einen wundervollen, grün leuchtenden Wald. Und genau dorthin führt ihn im Anschluss seine Reise. In der Galerie lernt er das Mädchen Jascha kennen und sie begleitet ihn ein Stück. Jari ist wenig beeindruckt von ihr, er findet sie schlichtweg hässlich. Doch als die beiden immer dichter in den Wald gelangen, wirft sie ihre Verkleidung ab und zeigt ihr wahres Äußeres. Pure Schönheit umgibt ihr Inneres und Jari ist vollends fasziniert. Sie nimmt ihn mit in ihr abgeschiedenes Haus, in dem sie Bilder zeichnet, von denen sie lebt. Jari will nur eine Nacht bleiben um zu rasten, aber als die Nacht vorüber ist, lässt ihn irgendetwas nicht mehr gehen. Er bleibt, länger und länger und alles um ihn herum verschwimmt, sodass er nicht mehr weiß, welchen Eindrücken er glauben schenken kann und welchen nicht...


Handlung & Stil.
Das Buch beginnt sehr ruhig, aber man bemerkt sofort, dass etwas ganz und gar nicht mit Jascha stimmt. Als Jari ihr begegnet und die beiden den Wald betreten, wird alles immer seltsamer. Für mich leider auch alles immer blöder. Am Anfang fand ich es alles ziemlich spannend und ich war immerzu neugierig, was hinter alldem steckt. Allerdings gab es dann später einen Punkt, an dem es mir einfach zu blöd wurde und ich das mit meiner Realität nicht vereinbaren konnte. Zufälle, Spiele, Maskerade... wie man es nennen möchte, mir hat es nicht gefallen.
Der Stil war auch anders, als ich es von Antonia Michaelis gewöhnt bin. Klar, das Poetische ist da, in diesem Buch vielleicht noch viel mehr, als in den anderen, aber... es ist nicht das gleiche. Es war eine Mischung aus Langeweile und Poesie. Irgendwie konnte es mich nicht fesseln. Auf Seite 240 habe ich es dann ungefähr abgebrochen. Es hatte für mich einfach keinen Sinn mehr.

Charaktere & Setting.
Die Charaktere waren anfangs alle sehr interessant, aber auch das wurde mit der Zeit etwas mau. Mir haben sie einfach nicht zugesagt, ich konnte Jascha absolut nicht leiden und zu Jari fehlte mir die richtige Bindung. Ich fand ihn zunächst einfach etwas Oberflächlich, weil er Jascha als hässlich bezeichnete und irgendwie über sie ablästerte, bevor er dann ihre wahre Schönheit sah. Ich wünschte ihm, dass er lernen würde, dass es darauf im Leben nicht ankommt. 
Das Setting war okay, allerdings war es nicht so dicht und lebhaft für mich, wie es in anderen Büchern von ihr war. Dennoch war der Schauplatz schön gewählt und die Beschreibungen waren natürlich auch sehr gut. 

Sonstiges.
Da ich das Buch abgebrochen habe, ist es nur fair, wenn ich es hier auf meinem Blog nicht mit Sternen bewerte. Ich kann kein Buch bewerten, das ich nur zur Hälfte gelesen habe. Deswegen lasse ich das weg und lasse euch mit meiner Meinung einfach allein. ;)



Donnerstag, 13. Dezember 2012


Wintergeister - Kate Mosse



Daten.
Verlag: Droemer Verlag
Preis: 18,00 €
Seitenzahl: 215 Seiten
Genre: Roman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: November 2010
Gekauft: Amazon



Der junge Freddie hat seinen Bruder im Krieg verloren. Doch auch etliche Jahre der Trauer danach, kommt er immer noch nicht darüber hinweg. Daraufhin verlässt er seine Heimat und beginnt eine Reise durch Frankreich. Auf dieser Reise hat er die Chance seine Lebensfreude, den Sinn nach Liebe und den Sinn des Daseins, wieder zu finden und zu erkennen. Doch wie und ob es dazu kommt, und was dieser geheimnisvolle Brief damit zu tun hat, den er zu Anfang des Buches einem Franzosen vorlegt, damit er ihn ihm übersetzt, das müsst ihr natürlich selbst herausfinden. 



Handlung & Stil.
Der Ablauf der Geschichte war wirklich wunderschön. Die Geschichte gleitet langsam Schritt für Schritt voran, immer tiefer in den Winter, immer dieser in ein Wunder. Der Stil der Autorin ist, wie bekannt, sehr bildlich und auch detailreich. Dieses Mal ist die Beschreibung jedoch nicht vorrangig, sondern es ist gerade genug und nicht zu viel. Trotz der eher ruhigen Atmosphäre, trägt das Buch eine Spannungswelle, die erst versiegt, wenn die letzte Seite gelesen ist. Ich persönlich konnte im letzten Jahr mit dem Buch nichts anfangen und habe es schon auf den ersten fünfzig Seiten abgebrochen. Dieses Jahr habe ich es jedoch wieder versucht und bin auch sehr froh darüber. Es ist eine Geschichte, die nachdenklich stimmt, die vieles in Frage stellt, die Trauer birgt, aber auch Freude und die am Ende auf jeden Fall für jeden einen kleinen Leitfaden parat hat. 

Charaktere & Schauplatz.
Der Protagonist Freddie ist wirklich ein liebenswerter Mann. Ein Mann, der so viel Liebe übrig hat, für einen Menschen, dem er sie nicht mehr geben kann, dürfte jedes Frauenherz zum Schmelzen bringen. Man erfährt einiges über ihn, aber nicht zu viel. Irgendwie kommt der Mann mir im Nachhinein sehr geheimnisvoll vor. Beim Lesen war es so, als hätte mir mein Großvater aus dem Schaukelstuhl heraus diese Geschichte erzählt. Genauso. Eine sehr sinnliche Atmosphäre mit dazu passenden Charakteren. 
Der Schauplatz ist natürlich wundervoll. Wer Paris mag wird mit dem Buch allein deswegen schon seine Freude haben, aber auch sonst war es einfach nur himmlisch. Himmlisch darüber zu lesen, wie der Schnee fiel, wie die Landschaft aussah (was wie oben gesagt, dieses Mal wirklich in Grenzen gehalten wurde). Insgesamt ein wundervolles Werk von Kate Mosse. Ein kurzes, aber sehr intensives Buch mit echtem Gefühl zwischen den Zeilen. 

Sonstiges.
Das Cover zeugt schon davon, was einen in der Geschichte erwartet. Sinnlich, schön, ruhig - aber doch irgendwie geheimnisvoll, erkundungswürdig. Für mich fast perfekt. Es spiegelt die Art der Geschichte und wie sie geschrieben wurde, wirklich wieder und gibt dem Leser von vornherein einen kleinen Einblick. 
Am Ende des Buches hat die Autorin noch etwas angefügt. Man kann über das, was in dem Buch angesprochen wird, nachlesen und mehr erfahren. Wie der Krieg in Frankreich damals war, ob die Leute flüchteten, etc. 



Bewertung.
Aufmachung: 4,5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 4/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punkte insgesamt: 42/50 

5 Sterne




Freitag, 23. November 2012


Das Grab - Richard Laymon



Daten. 
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 528 Seiten
Genre: Horror
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: September 2010
Gekauft: Pieper Buchhandlung 



Melvin Dobbs hat sich für den Wissenschaftsbeitrag an der Highschool etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Von seinen Mitschülern wurde er schon immer beäugt und als Sonderling dargestellt. Melvin hat es satt, ohne ersichtlichen Grund den Außenseiter zu spielen und möchte seine Gegenspieler schocken. Und zwar mit einer Wiederbelebungsmaschine. Als Testobjekt dient ihm eine kürzlich verstorbene Mitschülerin, die er selbst für das Projekt auf dem Friedhof wieder ausgegraben hat. 
Als Melvin versucht diese mit einer Autobatterie wieder zum Leben zu erwecken, misslingt der Versuch natürlich und Melvin landet daraufhin in einer Nervenanstalt. 
Jahre später kommt Vicky Chandler zurück in die Stadt. Sie hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und beginnt in der Praxis ihrer alten Heimat zu arbeiten. Schon als sie ankommt, trifft sie Melvin in einer Tankstelle am Rande der Ortschaft an. Sie leidet immer noch unter den traumatischen Erlebnissen in der Highschool und ist daher über die Begegnung mit ihm nicht froh. Melvin jedoch ist außer sich vor Freude, denn er war damals schon in Vicky verliebt. Und er hat auch schon in Planung, dass er sie zu seiner Versuchsperson machen möchte, um am Ende ihre unsterbliche Liebe zu gewinnen. Doch einfach macht sie es ihm nicht, denn Vicky versucht Melvin so weit es ihr möglich ist, aus dem Weg zu gehen... 



Handlung & Stil. 
Wer Laymon kennt, kennt auch seinen Stil. Für die, die mit dem Autor noch nicht das Vergnügen hatten, werde ich das natürlich kurz erläutern. Richard Laymon's Werke strotzen immer vor sexistischen Szenen oder Andeutungen, brutalen, perversen oder blutigen Szenen in detailgetreuer Beschreibung und oftmals auch von Handlungssträngen, die zwar an den Haaren herbeigezogen sind, aber einfach unterhalten. Sein Stil ist recht einfach, spannend und die Dialoge oft lustig angehaucht und realistisch. Und genauso war es auch in diesem Buch wieder. 
Die Handlung hielt sich dennoch recht schleppend, wenn man das Buch beispielsweise mit 'Die Insel' von ihm vergleichen würde. Es geht zeitweise ein wenig ruhiger zu, bedachter, aber dennoch in seinem Stil. Mir kam der Herr Laymon in diesem Werk ab und an sogar ein wenig tiefgründig vor, was ich ja nun gar nicht erwartet hätte. Das passte so gar nicht in mein Bild, aber ich fand es gut. Er überrascht mich immer wieder. Während den letzten 200 Seiten geht es dann auch richtig zur Sache. Endlich sprudelte der Autor wieder über vor Euphorie und man war richtig gut dabei. Es war spannend unaufhaltsam und man fragte sich des Öfteren, wie es weitergehen und vor allem auch zu Ende gehen würde. Bei Laymon liebe ich es, wenn er die Kapitel so beendet, dass man nicht weiß, was passiert. Beziehungsweise, es gibt zwei Möglichkeiten. Grob gesagt: Steht jetzt einfach nur die beste Freundin vor der Tür, oder ist es ihr Mörder, der ihr auf den Versen ist. Oder... Wer raschelt im Gebüsch, ist es nur ein Tier, oder ist es der Mann, der sie verfolgt. Und genau an der Stelle, an der die Frage beantwortet werden könnte, ist das Kapitel zu Ende. Man braucht nur umzublättern und weiterzulesen, aber man hält inne und sagt sich einmal: Bitte, lass ihr nichts passieren. Und erst dann blättert man um und sieht sich die Lösung an. Und dann gibt es noch einen Punkt in der Geschichte, wo ich dachte: Bitte, lass das Buch genauso zu Ende gehen, wie ich mir das erhoffe. Nun... ob es so kam, also... Das verrate ich jetzt nicht. Es ist immer wieder eine Achterbahnfahrt. 

Charaktere & Schauplatz.
Wie schon erwähnt, kam er mir dieses Mal etwas tiefgründiger vor, als in den Werken, die ich von ihm vorher gelesen habe. So wirkte sich das auch auf die Charaktere aus. Dieses Mal konnte ich mich mit der Hauptcharaktere Vicky wirklich gut identifizieren und auseinandersetzen. Sie selbst war ein ziemlich normales Mädchen und das hat den Gang der Geschichte für den Leser sehr angenehm gemacht. Oftmals ist es ja so, dass die Hauptcharaktere bei Laymon unsympathisch sind. Sagen jedenfalls viele. Mir selbst ist das bisher nicht so vorgekommen. Außer wenn die Hauptperson selbst so sexistisch veranlagt ist, dann nerven ständige Kommentare dazu. Aber meist gibt es eine solche Person nur als Nebencharaktere. In diesem Buch lernt man viele Leute kennen, manche mag man, manche nicht. Aber alle sind interessant und runden die Geschichte damit wunderbar ab. 
Die Schauplätze sind ganz gut dargestellt, ein Bild hatte man in jedem Fall vor Augen und Laymon hat das mit seinen blutigen Details im späteren Verlauf der Geschichte noch einmal richtig angeheizt. 

Sonstiges.
Wie ihr hört, hatte ich viel Spaß mit dem Buch. Der schwarze Humor war wieder triefend vorhanden und auch alles andere war da, womit sich Laymon identifiziert. Ich habe nun wirklich fast zwei Jahre keine Bücher mehr von ihm gelesen und habe nun richtig gemerkt, wie sehr mir das eigentlich gefehlt hat. Nun werde ich auf jeden Fall öfter wieder dazu greifen. Was muss, das muss. 



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungswert: 4/5
Bildungswert: 2/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5 

Punkte insgesamt: 36,5/50 

4 Sterne





Freitag, 16. November 2012


Ein Sommer aus Stahl - Silvia Avallone 



Daten.
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Preis: 19,95€
Seitenzahl: 414 Seiten
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: Mai 2011 
Altersempfehlung: Ab 14
Gekauft: Lovelybooks Leseexemplar 



Und Elba so nah. Nur wenige Kilometer Piombino von der Insel, von der Anna und Francesca immer träumen. Doch sie verbringen ihren Sommer am Strand der Via Stalingrado, zwischen Stahlarbeitern, Staub und Hitze. Sie scheinen glücklich, spielen mit ihrer Schönheit und genießen das Leben. Aber hinter der Fassade geschehen Dinge, die man den beiden Mädchen nicht direkt ansieht. Francesca wird von ihrem Vater misshandelt und ihre beste Freundin Anna und ihre Schönheit sind ihr einziger Halt. Seit Kindertagen sind die beiden Mädchen unzertrennlich. Sie erforschen sich und die Welt und die Jungs um sich herum. Sie lernen Gefühle kennen, mit denen sie nicht gerechnet hätten und leben. Anna und Francesca - für immer zusammen. Bis die Liebe alles verändert. 



Handlung & Stil.
Anfangs hätte ich auf gar keinen Fall erwartet, dass das Buch so viel Gefühl und traurige Überraschungen bereithält. Ich hätte mit einem lockeren Roman gerechnet, der über zwei italienische Mädchen erzählt, die sich in Jungs verlieben und keine Zeit mehr füreinander haben und es irgendwann bereuen. Aber ganz im Gegenteil. Dies ist ein Italien, das man sich als Tourist nicht vorstellt. Die warme Sonne Italiens wirkt in diesem Buch stickig und überdrüssig, sie wirkt hart und die Familien der Via Stalingrado sind keine reichen Leute. Das Leben in dem Viertel erscheint ein wenig trostlos. Annas Vater kümmert sich wenig um die Familie, er ist ein Spieler und die Mutter ist frustriert. Francescas Vater misshandelt sie und ihre Mutter Rosa. Er beobachtet seine Tochter den ganzen Tag mit dem Fernglas und beschimpft sie als Nutte, weil der Bikini verrutscht oder weil sie mit einem Jungen redet. Der Umgangston in der Via Stalingrado ist stets sehr rau. Ich denke nicht, dass man dies mit italienischem Temperament entschuldigen kann. Zeitweise ist es wirklich hart. Kapitel für Kapitel lernt man mehrere Charaktere kennen, die mit den Familien in Verbindung stehen. 
Der Stil ist sehr eigen. Man switcht praktisch immer von einem Charakter zum anderen, oder es wird immer mal wieder erzählt, was der eine gerade tut, während der andere das macht, was er macht. Anfangs braucht man ein wenig Zeit, bis man sich in das Buch hineingefunden hat, aber wenn man mit dem Stil mal zurecht kommt, ist er wirklich sehr schön. Er ist detailreich, man lernt Menschen kennen und ihre Denkweisen, moralische und unmoralische Handlungen, Gefühle. Die Spannung vergeht nicht, der Stil hat etwas bedrückendes an sich, auch wenn es zwischendrin viele aufmunternde Momente gibt. Es ist auch eine Schreibweise, für die man Zeit braucht. Wenn man da mal ein paar Sätze überliest oder nicht aufpasst, weiß man nicht mehr, um wen es gerade ging, weil die Autorin, wie gesagt, auf viele Personen mehr oder weniger gleichzeitig eingeht. 
Dabei werden auch viele Gedanken der Menschen einfach so in den Text geworfen, ohne kursive Schrift oder Anführungszeichen. Manchmal war das etwas verwirrend, aber man gewöhnte sich dran.
Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob das Buch etwas für die junge Jugend ist. Die Probleme die angesprochen werden, werden auf eine Art und Weise angesprochen, die man erst in einem gewissen Alter auffassen wird. Für das Buch braucht man Lebenserfahrung. Ich würde es selbst höchstens ab fünfzehn empfehlen.

Charaktere & Setting.
Die Charaktere waren allesamt interessant. Jeder hatte so eine gute und eine böse Seite an sich, wie das im wahren Leben auch meist der Fall ist. Es gibt, glaube ich, fast keinen Menschen, der immer nur gute Gedanken oder gute Absichten hat, wenn er etwas sagt oder tut. Jeder hat den Teufel in sich, bei manchen zeigt er sich, bei manchen eben nicht so sehr. In diesem Buch werden die Charaktere mit realistischen und alltäglichen Problemen aufgeführt, was das ganze eben so echt macht. Es gibt viele Personen in dem Buch, aber letztendlich war für mich Anna die Hauptperson des Romans geblieben. Und mit ihr konnte ich mich auch recht gut identifizieren. 
Das Buch zeigt dem Leser auch sehr gut, dass ein Mensch nicht immer das ist, was er vorgibt zu sein. Manche Menschen möchten sich beweisen, manche verstecken sich hinter einer Maske, versuchen etwas zu verbergen, die Glückliche zu spielen, damit keiner hinter die Geheimnisse kommt und entdeckt, wie mies es einem eigentlich geht. Unsicherheit. Ein großes Thema. 
Der Schauplatz ist ohne Frage gut beschrieben. Man konnte die Hitze spüren, das Stahl riechen, die Menschen sehen. Es war unglaublich. Die Autorin hat mit Worten wirklich eine Welt erschaffen. 

Sonstiges.
Wie ihr wohl gemerkt habt, bin ich wirklich angetan von dem Buch. Allerdings hat es mich stets ein wenig bedrückt zurückgelassen. Es war diese Atmosphäre, die mich während des Lesens vollkommen eingehüllt hat. Ich bin froh, das Buch endlich gelesen zu haben, nachdem es ein gutes Jahr bei mir im Regal stand, wenn nicht sogar länger. Ich bin immer wieder begeistert, welche Schätze man außerhalb des Mainstream findet. Ich kann euch das Buch nur empfehlen, wenn ihr bereit seit, euch für einiges an Gefühlen zu öffnen. Es wird weiß Gott nicht immer positiv sein, ihr werdet mitfühlen und vielleicht auch traurig sein. Aber am Ende des Buches, wird es sich irgendwie gelohnt haben. Denn man hat in einer ganz seltsamen Form etwas über das Leben gelernt. Über das Leben und das, was darin am wichtigsten ist.

Die Autorin hat übrigens Philosophie studiert.



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 4,5/5
Überraschungseffekte: 4/5
Bildungswert: 4/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 41/50

5 Sterne




Mittwoch, 14. November 2012


80 Days - Die Farbe der Lust
Vina Jackson



Daten.
Verlag: carl's books Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 356 Seiten
Genre: Erotikroman 
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Rezensionsexemplar 



So unterschiedlich die Leben der beiden anfangs erscheinen mag, so gleich sind ihre Bedürfnisse. Summer spielt mit größter Leidenschaft Geige und ist in einer Beziehung mit Darren, von dem sie nicht in jeder Hinsicht akzeptiert wird. Dominik ist Literaturwissenschaftler und in diesem Thema Professor an einer Universität. So lernt er auch viele attraktive junge Damen kennen, mit denen er sich in kleine und meist kurze Affären stürzt. Doch wie Summer ist auch er ziemlich unzufrieden mit seiner derzeitigen Lebenssituation. Durch einen Zufall erblickt Dominik Summer auf der Straße und hört ihr bei ihrem faszinierenden Geigenspiel zu. Gleich spürt er, dass sie etwas Besonderes ist und als sie ihm nicht mehr aus dem Kopf geht und er dann noch erfährt, dass ihre Geige bei einem Unfall kaputtgegangen ist, nimmt er auf sonderbare Weise Kontakt mit ihr auf. Wie sollte es anders sein, Summer geht auf einen Deal ein, der sich harmlos anhört, sie aber kurze Zeit später in tiefe Ekstase zu stürzen vermag...



Handlung & Stil.
Erwartet habe ich mir von dem Buch etwas Anderes. Das Niveau des Buches ist für einen Erotikroman sehr hochgesteckt und mir persönlich kam es so vor, als hätte man genau darauf gepocht. Während des Lesens der ersten Kapitel kam mir das ganze so gezwungen vor. Das Leben von Summer und Dominik wurde in großem Ausmaße geschildert und für mich persönlich war es eher langweilig als ansprechend. Der Stil an sich ist sicher etwas, was einem gewissen Teil der Masse gefallen könnte, einem anderen Teil aber auch nicht. Schwierig war es für mich, dass Buch frei zu beurteilen. Bei Amazon sind die Meinungen über das Buch sehr negativ ausgefallen, was ich persönlich auch daraus schließe, dass die 'Shades of Grey' Fans jetzt irgendwie einen kleinen Shitstorm auf das Buch loslassen wollen. Für viele Leser dieser Reihe ist '80 Days' pure Nachmache im Stil von 'Was die kann, können wir viel besser'. 
Ich habe von Anfang an versucht, das Buch wirklich objektiv zu beurteilen und mich nicht irgendwie leiten zu lassen. Dennoch muss ich leider sagen, dass der Stil einfach nicht mein Ding war. 
Die Handlung hingegen war recht gut gestaltet, auch wenn das Buch für mich erst nach den ersten 100 Seiten interessant wurde. Und im späteren Verlauf der Geschichte geschieht dann noch eine Wendung, die mir absolut nicht in den Kram gepasst hat. Diese Tatsache hat mir das Buch dann wieder total versaut. Die Sexszenen waren mitunter wirklich das Einzige, was echt mit Bravur geschrieben wurde. Viele Leute schreiben in ihren Rezensionen, das Buch wäre einfach nur pervers. Diese Aussage kann ich nicht unterschreiben. Wenn man sich auf einen BDSM Roman einlässt, dann sollte man sich dessen auch bewusst sein. In solchen Büchern wird es keinen Blümchensex geben und die Bücher sind dazu da, um vielleicht sogar sein eigenes Sexualleben, ein bisschen vielseitiger zu gestalten. Etwas als pervers zu bezeichnen, nur weil man selbst dafür zu prüde ist, finde ich absolut nicht okay. Pervers ist, wenn man sich an Tieren vergeht oder so was in der Art. BDSM ist nur eine Art der Lust, die eben nicht jedem Menschen zusagt. Wem das nicht gefällt, der ist ja nicht gezwungen, darüber zu lesen.

Charaktere & Setting.
Von dem Schauplatz muss ich sagen, habe ich nicht wirklich viel mitbekommen. An manchen Stellen hatten mir ein paar Beschreibungen gefehlt, die an anderen Stellen zu viel waren. Doch insgesamt waren die Bilder vor Augen da. Summer konnte ich mir immer gut beim Geigen vorstellen, allerdings wurde beispielsweise der BDSM Club, in dem ein paar Szenen spielen, mir etwas zu wenig beschrieben worden. Da hätte ich definitiv gerne mehr darüber erfahren. 
Die Charaktere waren an sich sehr gut durchdacht. Man hatte anfangs eben die Kapitel, in denen man das Leben der beiden gut kennenlernen konnte und so nahmen sie Stück für Stück ihre Form an. Allerdings konnte ich zu ihnen keine feste Verbindung aufbauen. Was die Gefühle oder die Verbindung zwischen Summer und Dominik angeht, so bin ich noch ein bisschen gespaltener Meinung. Einerseits habe ich schon gespürt, dass zwischen ihnen etwas ist, andererseits kam mir das doch noch ein bisschen zu kurz. 

Sonstiges.
Wie schon gesagt, die Sexszenen waren wirklich gut. Im Grunde hatte ich in diesem Buch nur darauf gewartet, dass es endlich mal wieder zur Sache geht, weil mich der Rest doch recht wenig interessiert hat. Irgendwie konnte das Buch mich nicht fesseln und ich hatte mich gelangweilt, wenn gerade keine körperlichen Empfindungen im Vordergrund standen. Ein bisschen mehr hatte ich mir von dem Buch also schon erwartet, und ob ich die Trilogie weiter verfolgen werde, weiß ich auch noch nicht. Nach dem letzten Drittel des Buches, das mir so gar nicht gefiel, würde es mich natürlich schon reizen zu wissen, wie es nun mit den ganzen Leuten weitergeht. Denn letztendlich sind es nicht nur Summer und Dominik, die eine entscheidende Rolle für den Leser spielen. 



Bewertung.
Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 2,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 1/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 28,5/50

3 Sterne 




Samstag, 10. November 2012



Das Atmen der Bestie - Graham Masterton



Daten. 
Verlag: Festa Verlag
Preis: 12,80€
Seitenzahl: 256
Genre: Horror/Thriller
Erscheinungsdatum: November 2012
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Pieper Buchhandlung 




Als der alte Mann Seymour Wallis in das Büro des Gesundheitsbeamten John Hyatt betritt, und diesem erzählt, sein Haus würde atmen, glaubt dieser zuerst an eine logische Erklärung. Doch Wallis lässt nicht locker und lädt John Hyatt zu sich nach Hause ein, damit er sich selbst überzeugen kann. Als dieser die Einladen letztendlich annimmt, trifft er am Abend mit einem Bekannten bei Wallis ein. Zuerst passiert überhaupt nichts, doch dann tritt das Atmen tatsächlich ein und alle hören dem Haus gebannt zu. Als der Bekannte von John Hyatt beginnt, mit diesem Atmen zu kommunizieren, nimmt dieses plötzlich Kraft an und schlägt zurück. Und mit diesem ersten Schlag, wurde einer längst vergessenen Legende der Indianer, die Tür zur Rückkehr geöffnet... 




Handlung & Stil. 
Die Handlung ist mit einem einfachen Daumen Hoch zu beschreiben. Ich hätte nicht erwartet, dass einer derart interessante Geschichte in diesen Seiten steckt. Ich habe diese Legende, die hinter den Vorfällen in dem Buch steckt, wirklich mit Spannung verfolgt. 
Der Stil ist auf jeden Fall sehr einladend. Ich denke nicht, dass es viele Leute geben wird, die damit nicht klar kommen oder keinen Gefallen daran finden würden. Es ist kein schwieriger Stil, aber er hat erkennungswert und auch etwas Eigenes. Vor allem aber etwas sehr Angenehmes. Das Buch lässt sich auch wirklich locker weg lesen. Die Seiten sind nur so geflogen, und wenn das bei mir so ist, soll das schon etwas heißen. Normalerweise brauche ich für die dünnsten Bücher schon einige Tage, auf Grund des Zeitmangels. 
Spannung wurde auf jeden Fall vermittelt, auch der Schauer war da, diese kleine Angst im Hinterkopf. Allerdings kommt das Blut definitiv mit wenig Blut aus und wenig Schockeffekten. Ob das einem letztendlich fehlt oder nicht, das ist wohl bei jedem Leser unterschiedlich. Ich denke, ein bisschen mehr hätte dem Buch nicht geschadet. Aber so war es auch sehr gut. 

Charaktere & Setting.
Natürlich hat man in einem solchen Thriller nicht die Möglichkeit, mit den Charakteren wirklich Freundschaft aufzubauen. Es ist nicht leicht, sich mit Leuten zu identifizieren, die für dich einfach flach bleiben. Die Zeit, auf sie wirklich einzugehen, ist einfach nicht gegeben. Das bin ich aber gewöhnt von diesen Bücher, von daher hat es das Buch nicht verschlechtert. Aber die Charaktere werden mir eben auch nicht ewig im Kopf bleiben, logisch. 
Das Setting war ebenfalls nicht ganz so detailreich gehalten, außer der Ort, an dem alles praktisch beginnt. An dem die Geschichte wirklich ins Laufen kommt. Die Atmosphäre war recht dicht, vor allem zu Anfang und es hat eine gewisse Atmosphäre entwickelt. 

Sonstiges.
Das Buch hat mir auf jeden Fall Grusel bereitet. Diese leise Angst, die zu dir spricht, wenn du nachts nach Hause kommst, im Dunkeln, allein. Wenn du die Tür aufsperrst und lauschst, ob auch wirklich alles still ist, um dich herum. Ich kann sagen, dass ich wirklich ein mulmiges Gefühl bekommen hätte, wenn ich das Buch in unserem großen Haus gelesen hätte. Das Haus ist alt und groß und irgendetwas hat immer Geräusche gemacht. Das wäre schon etwas ganz anderes gewesen, als das hier.
Aber auch hier in meinem derzeitigen Zuhause, gab es eine Situation, die mich echt aufhorchen lies. Und zwar gibt es in dem Buch eine Stelle, die mit einem Herzschlag zu tun hat. Und gerade als ich bei dieser Stelle war, mitten in der Nacht am lesen, kamen von irgendwo im Haus leise Klopfgeräusche. Sie hörten zwar schnell wieder auf, aber ich hatte für diese zwanzig Sekunden definitiv die Luft angehalten. 




Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Setting: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Länge/Schnelligkeit: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 26/35

3 Sterne



Dienstag, 6. November 2012



Shades of Grey III - Befreite Lust - E.L.James 


Daten.
Verlag: Goldmann 
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 672 Seiten
Genre: Erotikroman
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Pieper Buchhandlung 


Ana und Christian sind bereit ihr Leben in allen Bereichen zu teilen und gemeinsam zu meistern. Doch dass das nicht einfach wird, ist von Anfang an klar. Christian hat immer noch mit den bösen Geistern seiner Vergangenheit zu kämpfen, die natürlich auch Ana das Leben unnötig schwer machen.
Als sie gerade auf dem besten Weg sind, einen Mittelweg zu finden, werden sie Opfer einiger Missetaten und kleineren Anschlägen auf ihre Personen. Christian versucht Ana mit allen Mitteln zu beschützen, aber diese bricht aus der Sicherheitsblase aus und stellt sich den Problemen selbst. 
Ob die Beziehung der beiden dieses Chaos überlebt, kann nur die Liebe beantworten. 



Handlung und Stil.
Der dritte Teil der Trilogie ist einen Großteil des Buches über spannend. Natürlich passiert nicht immer und ständig etwas Schlimmes, aber die Handlung bleibt, wie in den Vorgängern auch, ständig lesenswert. Der Suchtfaktor tritt wieder mit der ersten Seite auf und endet erst beim Beenden des Buches. Ich muss aber dazu sagen, dass es dieses Mal einige Passagen gab, die man hätte etwas kürzen können. Alles in allem war das Buch aber wieder klasse. 
Zum Stil kann man nur sagen: Wer ihn im ersten Band nicht mochte, wird auch im dritten wohl keine Sympathie mehr dafür finden. Ich persönlich finde, dass der Stil sich aber von Buch zu Buch weiterentwickelt hat und auch besser wurde. Die Wiederholungen blieben aus, aber viele waren auch noch da. Es war eben wie immer ein Mischmasch und natürlich ist das Buch nicht perfekt. Aber das hat E.L.James damit auch nie versucht zu sein, wenn man bedenkt, dass es eigentlich 'nur' eine FanFiction war. Ob man sich da so unglaublich viel erwarten kann oder sollte, das muss jeder selbst entscheiden. Ich finde die Trilogie sehr gut. 
Ein Erotikroman ist Shades of Grey für mich allerdings schon lange nicht mehr. Im dritten Teil sind die Sexszenen wieder mehr vorhanden und auch ausgeprägter und vor allem interessanter, als im zweiten Teil. Trotzdem steht die Geschichte der Hauptpersonen für mich als Leser im Vordergrund. Der Sex wird zur Nebensache. 

Charaktere und Setting.
Die Schauplätze sind weitgehend die selben und wie in der kompletten Trilogie nicht unbedingt detailreich beschrieben. Das meiste muss man sich selbst denken, was mich aber nicht gestört hat. Das Buch ist dick genug und es passiert viel. Am Ende zählt ja doch die Unterhaltung. Und Unterhaltungswert hat das Buch allemal. Vor allem eben die Charaktere. Sie sind immer noch sehr interessant und es macht Spaß sie zu verfolgen. Ana setzt sich immer mehr durch, wird eine starke und mutige Persönlichkeit und schlägt sich wacker. Christian entdeckt sich immer wieder neu und gesteht sich vieles ein, ist bereit für Ana einiges an sich zu ändern. Umgekehrt ist Ana bereit ihm dazu alle Zeit der Welt zu lassen. Die beiden haben in dem letzten Band eine Menge Konflikte, die einem Shades of Grey Liebhaber sicher das Herz in die Höhe sausen lassen. Man fühlt mit, man hat Angst und man ist gespannt. Und auch Humor war wieder vorhanden. Ana ist einfach eine so liebenswerte Persönlichkeit mit einem ganz eigenen Witz. Und auch Christians beiläufige Kommentare, möchte ich nicht mehr missen. Einfach super. Beispielsweise benutzt Ana am Anfang des Buches ein wundervolles Safeword, das mich wirklich zum Lachen gebracht hat. 

Aufbau und Design.
Das Cover ist stabiler als das des ersten Bandes. Aber auch hier muss man wieder vorsichtig damit umgehen. Im Laden habe ich aber gesehen, dass die derzeitigen Auflagen nicht mehr das Gummicover besitzen. Solltet ihr die Reihe also noch nicht haben und euch kein gummiartiges Cover genehmigen wollt, erkundigt euch mal nach einer anderen Auflage. 



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Sprache: 3/5
Setting: 2,5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punkte insgesamt: 29,5/35

4 Sterne



Donnerstag, 25. Oktober 2012



Halo - Alexandra Adornetto 

Daten. 
Verlag: Rowohlt Verlag
Preis: 17,95€
Seitenzahl: 560 (mit Leseprobe zum zweiten Teil)
Genre: Jugendfantasy 
Format: Gebunden
Erscheinungsdatum: März 2012
Altersempfehlung: 14-17 Jahre 
Gekauft: Rezensionsexemplar 



['Manchmal ist es besser, nicht zu versuchen, in allem einen Sinn zu sehen. 
Das Leben ist nicht eindeutig, es gibt immer Grauzonen.']


In Venus Cove scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch schon bald wird auch dieser Ort von bösen Mächten in Anspruch genommen und es kommt zu einigen unerklärlichen Todesfällen. Drei Engel werden auf die Erde gesandt um dem Bösen Einhalt zu gebieten. Die jüngste und unerfahrenste unter den Dreien, Bethany, mischt sich unter die Schüler der Highschool und verliebt sich Hals über Kopf in den attraktiven Schulsprecher Xavier. Dass dies die Mission der Engel in Gefahr bringt, hält sie nicht davon ab, ihren Gefühlen für den jungen Mann freien Lauf zu lassen. Nicht nur, dass es Bethany schwer fällt, ihr wahres Ich geheim zu halten, wirft das böse bereits ein Auge auf sie...    



Handlung & Stil.
Die Autorin schafft es, das Buch auf über 500 Seiten stetig spannend zu halten. Egal ob gerade etwas passiert, oder nicht, man ist immer ein wenig angespannt. Die Atmosphäre ist sehr lieblich und heimisch. Man fühlt sich geboren unter den Engeln, was davon zeugt, dass die Charaktere sehr gut ausgefeilt wurden. Man spürt im Stil diese reine Aura, ihre Seele und das hat mir unglaublich gut gefallen. Wie man es bei einem Auftakt einer Trilogie erwarten kann, ist das Buch natürlich auch eine Einleitung und nicht bloß ein Actiontrip. Trotz, dass in der ersten Hälfte wirklich noch kein großes Drama passiert ist, hat man doch immer ein mulmiges Gefühl in der Magengrube, was einen dazu anstiftet ständig weiterzulesen. 
Was ich sehr gut fand, war die Vorstellung der Engel an sich. Sie haben unglaublich weiche Haut, haben keinen Bauchnabel, leben ohne Körper in gleißendem Licht, und wenn sie auf die Erde gesandt werden, sehen sie ihren menschlichen Körper zum ersten Mal. Irgendwie war die Beschreibung dessen super schön und ich dachte mir einfach, dass es genau das ist, was ich mir auch vorgestellt hätte. 
So sollten Engel sein, so sollten sie leben. 

Charaktere & Setting.
Bethany ist eine total liebenswerte Charaktere. So weltfremd und unerfahren, dass es einfach zum Knuddeln ist. Ich habe viel mit ihr gelacht und geschmunzelt und bei einigen ihren Anmerkungen in Gesprächen scharf die Luft eingezogen. Sie weiß es eben nicht besser und das macht sie so echt. 
Ich glaube durch die Charaktere wird das Buch erst wirklich zu etwas Gutem. Wie in vielen Büchern dieses Genre haben wir auch hier wieder das Phänomen makellose Schönheit. Mich persönlich hat es nun nicht gestört, auch wenn ich das normalerweise nicht gutheiße. Aber zu Engeln passt es eben doch irgendwie. Engel waren schon immer eine Verkörperung von Schönheit und Güte. Natürlich hat Schönheit wieder rum nichts mit Perfektion zu tun, aber... nun gut, mich hat es wie gesagt nicht gestört. 
Gabriel hat trotz seiner reservierten Art eine sehr fürsorgliche Ader. Man spürt, dass er ein sehr erfahrener Engel ist und genau weiß, was er und die anderen zu tun haben. Dennoch lässt er Bethany einiges durchgehen, was die Geschichte interessant macht. 
Ivy ist ein Charakter, den man mit Mutter Teresa vergleichen könnte. Ihre Aura ist mehr als rein, sie ist immer hilfsbereit, setzt sich für andere Menschen ein, hat eine unglaublich beruhigende Art an sich. Eigentlich macht mich diese extrem ruhende und ausgeglichene Art schon fast ein wenig nervös. Ruhepol hin oder her, aber jeder hat doch mal Momente, in denen er ausflippen könnte oder patzig ist. Diese immer währende Flauschigkeit ist einfach nichts für mich. Dennoch mochte ich sie gern.  
Xavier ist ein ebenfalls sehr angenehmer Charakter. Auch er hat seine Geheimnisse und anfangs gab es Momente, in denen ich ihm nicht ganz getraut habe. Aber mehr über ihn müsst ihr schon selber lesen. 
Ansonsten gibt es noch etliche Charaktere zu entdecken. Jede auf eine ganz eigene Art. 
Der Schauspielort ist zwar präsent vor dem Auge, aber nur weil man es aus Erfahrungen kennt, wie zB. die Highschool. Ein paar Details mehr zur Umgebung in Venus Cove hätte ich mir schon gewünscht, aber wie lang hätte das Buch noch werden sollen? Also, im Grunde bin ich mit allem zufrieden gewesen. 

Sonstiges.
Die Autorin ist 1992 geboren und ist unglaublich hübsch. Als ich das Buch las, ist mir ganz entfallen, dass die Autorin so jung ist. Ich habe es in keiner Weise gemerkt. Sie schreibt wirklich sehr gut und erwachsen. Der Stil ist mit dem in anderen Jugendbücher natürlich schon vergleichbar: Einfach, gut und flüssig zu lesen. Keine Stolperfallen. Dennoch kam er mir besonders vor. Aber wie schon gesagt, vielleicht haben die Charaktere diese einzigartige Atmosphäre einfach erschaffen. Auf jeden Fall hat die junge Dame eine Menge Talent und ihre Trilogie werde ich mit großer Freude weiter verfolgen. Es wäre unglaublich schade, all die Menschen - oder Engel - wieder gehen zu lassen. 


Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Sprache: 4/5
Setting/Spielort: 3,5/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4.5/5

Punktzahl insgesamt: 31/40

4 Sterne 





Montag, 15. Oktober 2012


Wasser für die Elefanten - Sara Gruen


Daten.
Verlag: Rowohlt Verlag
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 416 Seiten
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: August 2009
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Gekauft: Piper Buchhandlung


Jakob Jankowski hat sein Ziel fast erreicht, als auf einmal alles für ihn zusammenbricht. Als er in der Prüfung sitzt, mit deren Bestehen er das Studium zum Veterinär abschließen soll, bekommt er eine schreckliche Nachricht mitgeteilt. Seine Eltern sind bei einem Autounfall gestorben. Nachdem er dann noch erfährt, dass er die Tierarztpraxis seines Vaters auf Grund eines Kredits nicht übernehmen kann, packt er seine sieben Sachen und rennt vor seiner Vergangenheit davon. Er lässt alles hinter sich und springt auf einen Zug auf, dessen Fahrt ihn in sein Glück, vielleicht aber auch in sein Verderben bringen könnte. Er landet im Zirkus, bekommt einen Job als Tierarzt und verguckt sich in die Frau des Zirkusdirektors. Als Elefantendame Rosie ins Spiel kommt und Direktor August sein wahres Gesicht zeigt, nimmt die Tragödie ihren Lauf...


Handlung & Stil
Der Schreibstil in diesem Buch hat mir außerordentlich gut gefallen. Wenn Jakob erzählt, schwingt des Öfteren ein unterschwelliger Humor mit und obwohl die Geschichte einen recht dramatischen Lauf nimmt, gab es einige Stellen, an denen ich schmunzeln musste. Ansonsten war der Stil detailreich, aber nicht zu überladen. Ein gemütlicher Stil, der trotzdem seine Spannung mit sich zog. Und dieser rote Faden schien sich wie ein schwarzes Seidentuch über mich zu legen, je mehr Seiten ich hinter mir ließ und je tiefer ich in die Geschichte kam. 
Die Handlung ist kapitelweise in zwei Zeiten unterteilt. Einmal erzählt Jakob das Geschehen im Zirkus, als junger Mann, und einmal als der heute wohl fast neunzigjährige Mann, der er geworden ist. Man erfährt also im ersten Kapitel, wie die Geschichte enden muss. Deswegen werde ich dazu nun nichts sagen, dass könnt ihr selbst auf den ersten Seiten lesen. Das nimmt allerdings kein Stück Spannung weg. Ganz in Gegenteil, denn der Fokus dieser Geschichte liegt weniger auf dem Ende, sondern auf dem Werden und Sein der einzelnen Charaktere.
Zu der Handlung an sich kann man nur noch sagen, dass es einem klar sein muss, dass Menschen im Zirkus öfter mal anders mit Tieren umgehen, als wir es uns alle wünschen würden. Man muss sich also schon auf einige derbe Szenen gefasst machen. Wobei das Buch und auch der Film ohne diese Szenen einfach keine Wirkung gehabt hätte. Sowieso war das Buch aber sehr bildlich geschrieben und egal in welcher Szene, man hatte die Vorstellung immer genau vor Augen.  

Charaktere & Setting
Zirkusdirektor August ist zum Beispiel ein sehr außergewöhnlicher Charakter. Von Anfang an hat man in seiner Nähe einen Druck auf der Brust, als würde dir jemand oder etwas die Luft abschnüren. Man atmet unauffälliger, verhält sich ruhig und wartet, bis er wieder geht. Ehrlich, für mich war das nicht nur ein Buch.
Jakob ist ein sehr angenehmer junger Mann. Leicht unerfahren, jedoch schon sehr erwachsen. Seine Ziele kennt er, auch wenn er sie ab und an mal aus den Augen verliert. Als alter Mann ist es im Buch so eine Sache, ob man ihn sympathisch findet oder nicht. Man spürt, dass er viel erlebt hat, dass er etwas vermisst. Und genau das lässt ihn ein Stück weit verbittert wirken. Aber innerlich ist er immer noch der fröhliche Mann, der die Tiere und den Zirkus mag.  
Marlena, die Frau des Direktors, ist eine wunderschöne Frau. Wunderschön und stark. Man würde sie anfangs nicht so einschätzen, wie sie wirklich ist. Sie wirkt anders, genau wie alles andere im Zirkus auch. Alles ist nur eine Illusion. 
Auch die Nebencharaktere sind sehr gut gezeichnet gewesen und hatten ihre Persönlichkeit. Ich muss allerdings gestehen, dass ich im Buch ab und an Probleme hatte, alle Namen unter einen Hut zu kriegen und mir zu merken, wer nun wer ist. Im Film wurden einige Charaktere gestrichen, wie es mir schien, und sowieso nicht alle Namen der Menschen erwähnt. 
Das Setting war sehr Besonders. Kaum hat das Buch begonnen, wurde man in die Menagerie katapultiert und fühlte sich inmitten von Raubkatzen und Pferden pudelwohl. Aber schnell stellte sich eben heraus, dass ein düsterer Schatten auf diesem Zirkus liegt, der Jakob immer mehr Probleme bereitete. 

Aufbau & Design
Das Design des Buches ist recht simpel, aber sehr schön. Das Cover drückt zwar an sich weniger aus, als die Geschichte, aber ich glaube, es wäre unmöglich, solche großen Emotionen, in ein kleines Cover zu packen. Unmöglich. Dieser Roman ist einer der Besten, die ich je gelesen habe, wenn nicht sogar der Beste. Der Titel ist ebenfalls so gut gewählt, wie alles andere in der Geschichte. Anfangs mag es so wenig ausdrücken, nach dem Buch jedoch eine ganze Menge. Wenn ich nur den Titel anschaue, sehe wie das Buch im Regal steht, spüre ich, wie die Emotionen in mir wieder wach werden. Ich glaube, ich werde dieses Buch nie vergessen und eventuell sogar noch einmal lesen, wenn es die Zeit erlaubt.

Sonstiges
Zum Film kann ich nur sagen, dass es sich lohnt, ihn anzuschauen. Es ist ein Film, der meiner Meinung nach, dem Buch sehr gerecht wird. Die Dialoge sind zumindest anfangs fast eins zu eins übernommen. Es gab nicht unbedingt eine Szene, die ich großartig vermisst hätte. Die Charaktere haben alle zu meinen eigenen Vorstellungen gepasst, wobei ich sagen muss, dass ich bei den beiden Hauptcharakteren natürlich auch Robert und Reese vor Augen hatte beim Lesen, da ich wusste, dass sie die Rolle nun mal spielen. Somit wurde ich in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht. Aber auch in keiner anderen. Ich fand beides wundervoll. 


Bewertung.
Sprache: 4/5
Setting/Spielort: 5/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 30/35

5 Sterne








Mittwoch, 10. Oktober 2012



White Horse - Alex Adams 


Daten.
Verlag: Piper Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 448 Seiten
Genre: Dystopie 
Erscheinungsdatum: September 2012
Altersempfehlung: Ab 15 Jahren
Gekauft: Pieper Buchhandlung 



Zoe's Leben steht kurz vor dem Zusammenbruch, als sie in ihrer Wohnung ein mysteriöses Gefäß findet. Eines Tages, nach mehreren Überlegungen, öffnet sie das Gefäß und mit dem Öffnen gerät eine Seuche in Umlauf, die sich White Horse nennt. Zoe verliert ihre Familie und ihren geliebten Nick, von dem sie nun auch noch schwanger ist. Aber sie glaubt nicht daran, dass Nick tot ist und begibt sich mit ihrem Kind im Bauch auf die Suche nach ihm und einem Leben zwischen dem scheinbaren Ende der Menschheit. Wird sie das Geheimnis um White Horse lüften können? 


Handlung & Stil
Die Handlung des Buches wird uns einmal im Jetzt erzählt und einmal im Damals. Sie springt also immer von Kapitel zu Kapitel in Vergangenheit und Gegenwart. Es ist ganz interessant zu sehen, wie sich Zoe in der Zwischenzeit scheinbar mit der aktuellen Situation verändert hat. Ich persönlich habe einen Unterschied gesehen zwischen der damaligen Zoe und der heutigen. Damals mochte ich sie, in der Gegenwart war sie mir gänzlich unsympathisch. Aber dazu später mehr.
Durch das Switchen zwischen beiden Zeiten bleibt das Buch immer spannend. Man muss nicht erst eine ewige Vorgeschichte lesen, bevor der Knackpunkt da ist, sondern das alles beginnt sofort und man erfährt nach und nach die Vergangenheit von Zoe und wie es zu der Seuche kam. 
Der Stil war wirklich nicht mein Geschmack, ich konnte mich nicht damit anfreunden. Auf mich wirkte er irgendwie seltsam. Ich habe nun mindestens eine Woche darüber nachgedacht, wie ich euch das erklären soll. Der Stil wirkte für mich plump. Nicht direkt im übertragenen Sinne, sondern ungefähr so, als wäre ich nur halb da. Als würde ich einen Film schauen, der mich eigentlich total mitreißen müsste, ich aber nebenher gerade mit meiner besten Freundin telefoniere. Irgendwie kamen die Worte, die eigentlich recht gut gewählt waren, ziemlich fad und emotionslos bei mir an. Das hat dem Buch leider den Strich durch die Rechnung gemacht. In der Hälfte hab ich es abgebrochen, weil es für mich einfach keinen Sinn mehr hatte. Dann gab es auch noch für mich ein paar unlogische Stellen. Beispielsweise wird auf den ersten Seiten erwähnt, dass 90% der Menschheit bereits ausgelöscht wurde und 5% zu Monstern mutierten, 5% sind gesunde Überlebende. Kann mir nun mal jemand sagen, wie man auf ein paar Kilometern schon so viele Leute plötzlich treffen kann, wenn eigentlich fast keiner mehr da ist? 
Ich meine, wären 90& aus meinem Dorf gestorben, dann würden vielleicht noch drei Leute leben und DIE würden sich wahrscheinlich in ihren Häusern einsperren oder sonst was. Vielleicht bin ich da auch etwas zu pingelig, aber mich hat es verwundert, wie ein Teil der 5% Menschheit sich auf einem so kleinen Haufen doch wieder treffen kann. 

Charaktere & Setting
Die Charaktere in dem Buch waren mir so gut wie alle unsympathisch. Zoe sowieso, ihr Therapeut war cool, aber für meinen Geschmack viel zu persönlich eingestellt, was Zoes Therapie betrifft. Man hätte ihn ja fast als einen Freund von ihr bezeichnen können. Natürlich, so was hätte ich mir auch gewünscht, als ich in Therapie war, aber das so was leider als unprofessionell gilt... 
Unterwegs ist Lisa die erste Person, die sie trifft. Sie ist jünger als Zoe, allerdings glaube ich, dass ihr richtiges Alter nicht genannt wird, und hat einiges hinter sich. Lisa konnte ich genauso wenig leiden, sie tat mir anfangs wegen ihrem Schicksal etwas Leid, aber mit der Zeit fing sie einfach nur an zu nerven. Egal was sie sagte oder was sie tat, ich war genervt. 
Das Setting war natürlich ähnlich wie bei allen Filmen oder Büchern dieser Art. Düster, manches zerstört, manches nicht. Wie das eben so ist. Bildliche Vorstellungskraft war da, aber auch nicht überragend. 

Aufbau & Design 
Zum Aufbau der Handlung habe ich ja bereits was gesagt, also kommen wir gleich zum Design. Das Cover ist natürlich ein Blickfang und man wird neugierig. So ging es mir jedenfalls und deswegen habe ich das Buch auch gekauft. Aufmerksam geworden bin ich erst durch eine Abonnentin. Sie kann ja nichts dafür, dass das Buch nicht mein Ding war. Ich hatte wirklich geglaubt, die Geschichte wäre was für mich. Aber von dem ganzen Blut und allem hab ich nichts mitbekommen. Es war einfach nur schlichtweg langweilig. Aber zurück zum Design. Cover interessant, Geschichte leider nicht. 
Nun habe ich gehört, dass es mal wieder ein Auftakt zu einer Trilogie sein soll. Tja, was soll ich sagen. ICH werde sie nicht weiter verfolgen. 



Bewertung.
Sprache: 3/5
Setting/Spielort: 2/5
Charaktere: 2/5
Unterhaltungswert: 2/5
Nachdenklichkeit: 1/5
Überraschungseffekte: 2/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punktzahl insgesamt: 15/35 

2 Sterne 



Sonntag, 30. September 2012


Ninas Symphonie - Nicky Fee



Daten.
Verlag: Engelsdorfer Verlag
Preis: 18,00€
Seitenzahl: 514
Genre: Roman 
Erscheinungsdatum: Februar 2012
Altersempfehlung: Ab 14
Gekauft: Gestellt von der Autorin
Gelesen: Zuhause morgens, abends



Nina ist hin und weg, als sie als Sängerin in ihre absolute Lieblingsband aufgenommen wird und dabei nicht nur ihren Traum von der Musik leben kann, sondern auch ihrem absoluten Traummann nahe sein kann. Doch dieser ist verheiratet und scheint sich auch nicht sonderlich für sie zu interessieren. Der Gitarrist Jim hingegen ist sofort von ihr angetan und die beiden verstehen sich prächtig. Doch dann scheint der Tumor in Ninas Kopf die Kontrolle über sie zu gewinnen und ihr Traum ist plötzlich in Gefahr... 


Handlung & Stil
Ich muss sagen, dass ich anfangs einige Probleme hatte, die Handlung richtig ernst zu nehmen. Das lag aber wohl daran, dass ich einfach ein komplett anderer Mensch bin, als Nina in der Geschichte oder als Nicky Fee selbst. Zwar würde ich mich mit Nina sowie auch der Autorin im wahren Leben sicher gut verstehen, dennoch bewegen sich unsere Interessen auf zwei ganz verschiedenen Wegen. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man plötzlich in seiner absoluten Lieblingsband als Sängerin engagiert wird. Im wahren Leben könnte so etwas wohl eher nicht passieren. Wobei man im wahren Leben auch auf keinen Vampir trifft, dennoch komme ich mit dieser Art von Büchern besser zurecht. 
Aber damit möchte ich das Buch, bzw. den Anfang des Buches keineswegs schlecht machen, nur meine ehrliche Meinung zur Situation schildern. Damit kam ich einfach nicht so zurecht. Der Stil der Autorin hat mich allerdings am Ball gehalten. Sie schreibt sehr flüssig, sodass man es stundenlang lesen könnte. Es ist kein schwieriger Stil, aber auch nichts alltägliches. Es schwingt schon etwas Besonderheit mit und bei den Liebesszenen oder Momente mit viel Gefühl, erkannte ich Nicky Fee wieder. Schon im ersten Buch waren diese Szenen immer detailreich geschildert und für meinen Geschmack ein wenig zu schmachtend. Trotz allem schwingt aber immer wieder Spannung mit, was selbst einen Romantikkritiker wie mich dazu brachte, immer weiterzulesen. Als die Sache mit dem Tumor dann zur Sprache kam, hatte das Buch mich in der Hand. Ich habe irgendwie eine Verbindung zu Nina und ihren Problemen aufgebaut und habe wirklich sehr mitgefühlt, was ich gar nicht so erwartet hätte. 

Charakter & Setting
Was ich an dem Stil der Autorin sehr mochte, war die Tatsache, dass ich mir die Spielorte wirklich gut vorstellen konnte. Schon auf den ersten zehn Seiten hatte ich Ninas Wohnung vor Augen und auch die Figuren kamen mir gleich so echt vor. Recht realistisch und glaubwürdig, in Sprache und Handlung. 
Nina wurde gut ausgearbeitet und somit konnte man sich eben früher oder später mit ihr verbinden. Sie wurde fast so etwas wie eine Freundin für mich, wobei ich ihre Liebe zur Rockmusik nur bedingt teile. Oder besser gesagt, die Liebe zu solchen Rockbands... Ich stehe ja dann schon eher auf Männer wie Bruce Willis, aber das tut ja hier nichts zur Sache. 
Die Charaktere an sich waren alle schön gezeichnet, Jim war mir von Anfang an sehr sympathisch, wobei ich Sanders ja nichts wirklich abgewinnen konnte. 

Aufbau & Design
Das Cover an sich passt irgendwie zur Geschichte. Obwohl das Cover an sich ja nicht so mein Geschmack ist, passt es zu Ninas Charakter und spricht aus seiner Schlichtheit heraus so große Worte. Ich weiß gar nicht, wie ich es genau beschreiben soll, aber wenn man das Buch gelesen hat, denkt man anders über das Cover als vorher. Leider ist das Material nicht so stabil und durch das Herumtragen in meiner Handtasche wurde das Cover leicht beschädigt, was aber dann auch kaum ausbleibt. Bei anderen Büchern mehr, bei anderen weniger. 

Sonstiges
Das Buch kann ich wirklich allen empfehlen, die einen Hand zur Romantik haben, einen Hang zu Träumen und einen Hang zur Rockmusik. Die Musik, die Bands, tiefe Gefühle, Schicksale, Ängste, Wünsche, Tränen, leichter Humor und Ungewissheit. In diesem Buch steckt eigentlich alles, was eine gute Geschichte haben muss. Und trotz einiger Kritik kann ich das Buch als gut bezeichnen. Die Kritik von mir beruht schließlich bloß auf meinen eigenen Interessen und Vorstellungen, die mit diesem Buch nicht zusammenpassen. Aber wie gesagt, die Geschichte ist schön. 
Der Preis ist natürlich für ein Taschenbuch sehr happig und wenn man dann die Qualität des Covers mit einbezieht, viel zu teuer. Aber wenn ihr dieses Interessengebiet der Autorin teilt, solltet ihr es nicht verpassen. Wagt es einfach, am Ende wird es sich für euch ganz sicher lohnen! 



Bewertung.
Sprache: 3/5
Spielort/Setting: 4/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punktzahl insgesamt: 25/35 

4 Sterne