Montag, 30. Januar 2012


Ohne Spaß kein Fun - Cosimo Citiolo

Das Buch ist im Ulrich Burger Verlag erschienen, hat 124 Seiten und kostet 12,00€ als Taschenbuch.

Cosimo. War das nicht der Typ, der sich bei DSDS zum Affen gemacht hat? Cosimo. War das nicht der Typ aus Big Brother 11? 
Genau! Doch im Grunde ist Cosimo viel mehr als das, und genau das sollten die Menschen sehen. Spätestens, nach dem sie dieses Buch gelesen haben. 
Cosimo zeigt in diesem Buch, dass er mehr kann, als die Medien zeigen. Manche sehen ihn als dumm an oder als Nervensäge. Weshalb die Menschen es nicht von der richtigen Seite sehen, verstehe ich allerdings nicht. Cosimo ist lustig, er ist sympathisch und er hat mehr Lebensweisheit, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde. 
Ich selbst war nicht immer ein Fan von Cosimo, das muss ich zugeben. Damals bei DSDS dachte ich mir auch: Okay, was will der Typ hier? Doch trotzdem habe ich - wie alle anderen auch - über ihn lachen können. Mit ihm lachen können. Und genau das ist es doch, was dieser Mensch will: Die Menschen zum Lachen bringen. 
Heute nach Big Brother 11 kann ich sagen, dass ich froh darüber bin, kein Mensch mit Vorurteilen zu sein. Ich bilde mir zwar auch eine erste Meinung über einen Menschen, aber bei mir hat jeder jederzeit die Chance, mir zu zeigen, was wirklich in ihm steckt. Bei Cosimo hab ich schnell erkannt, dass er nicht nur ein Spaßvogel ist, sondern auch ernst sein kann.
In dem Buch zeigt er uns eine ganz andere Seite von sich, die die BB11 Zuschauer allerdings schon ein wenig kennen dürften. Cosimo hat Ziele, die er verfolgt. Und das mit größter Leidenschaft. Alleine das finde ich schon sehr bewundernswert. Er hat eine solche Lebensfreude, von der sich die meisten Menschen wirklich mal eine fette Scheibe abschneiden könnten. Ich muss sagen, dieser Mensch gibt mir Selbstvertrauen. Wie sehr er darauf beharrt, dass alles möglich ist, wenn man nur dafür kämpft - das spornt mich an, meine Träume auch zu leben. Und noch mehr dafür zu arbeiten, wie ich es ohnehin schon tue. 
Kurz gesagt, in diesem Mann steckt mehr, als viele erwarten. Und die meisten wollen das auch gar nicht sehen, denn sie wären viel zu feige zuzugeben, dass sie diesen Menschen doch mögen können! Und das finde ich sehr schade. 

Kommen wir ganz kurz auf meine Kritik zu sprechen, denn die gibt es auch. Allerdings weniger an Cosimo, sondern eher an sein Lektorat. Denn in diesem Buch hagelt es nur so von Rechtschreibfehlern. Ich als Deutschperfektionistin fand das sehr schrecklich, dauernd ein Wort großgeschrieben zu sehen, das eigentlich hätte klein sein müssen, oder Buchstaben an einer stelle, wo sie nicht hingehören. Ebenso sind extrem viele Lückenfüller im Text. Damit meine ich, dass zwischen einzelnen Worten viel mehr Leerzeichen stehen, als nötig sind. Das stört den Lesefluss nicht, aber man fragt sich, wozu es gut sein soll. 

Wenn ich noch mal kurz auf Cosimo zu sprechen kommen darf. In diesem Buch liegt ein Stück von ihm. Man erkennt ihn in jeder Zeile wieder. Sein Humor, seine Art - die nicht jeder versteht und richtig deuten kann - und einfach sein großes Herz. Alles spiegelt sich in diesem kleinen Buch wider und das finde ich wirklich klasse. So habe ich immer ein Stück von dem Menschen hier, der vielen ein Vorbild sein könnte. Er ist ein sehr offener Mensch, lustig und extrem locker. Und genau das ist es, was viele nicht abkönnen. Weil sie ihr eigenes Leben nicht mögen und es nicht verkraften, wenn jemand anderes sein Leben so genießen kann. 

Ich kann nur sagen: Cosimo ist ein toller Mensch und ich würde es ihm gönnen, dass er eines Tages noch bekannter wird, um viele Menschen zu erreichen. 
Vor allem lieber Cosimo, das richte ich nun mal an dich persönlich: Mach weiter. Vor allem mit der Sache mit den Kindern. Ich finde es so toll, wie du dich für Menschen einsetzt und ich bewundere es.
Ich mag dich als Mensch sehr gerne und vielleicht läuft man sich ja eines Tages über den Weg. 
Ich hoffe man sieht dich bald irgendwo wieder. Du bist klasse.

Ein großes Dankeschön an den Ulrich Burger für das kleine Exemplar in dem so viel Persönlichkeit steckt, wie in wenigen Büchern vorher. 

*****

Samstag, 28. Januar 2012


Haut so weiß wie Schnee - Andrea Steinert

Das Buch ist im Baumhaus Verlag erschienen, hat 304 Seiten und kostet 12,99€ als Hardcover.

Ein Kosmetikkonzern hat es auf Jettes Blut abgesehen, denn nach den Worten der Vorsitzenden von Stayermed hat Jette ein Gen in sich, das ihre Haut makellos macht. Dieses Gen wollen sie haben und dafür geht Stayermed über Leichen. Eher sie es selbst ahnt, ist Jette auch schon in großer Gefahr. Doch Jonah, ein blinder Junge, ist an ihrer Seite und er weiß verdammt viel über das Kosmetikkonzern und die Pläne der kriminellen Männer von Stayermed...

Im Moment scheine ich kein großes Glück mit Büchern zu haben, denn auch dieses hat mich wie sein Vorgänger überhaupt nicht begeistern können. Ich kann nicht mal sagen, dass ich mir von dem Buch viel erwartet hätte, doch nicht mal annähernd konnte es die drei Sterne erreichen. 

Die Story kam für mich einfach nur flach rüber, weil überhaupt keine Liebe zum Detail spürbar war. Ich konnte mich zwar in die Geschichte einfinden und hatte alles vor Augen, doch das machte die Sache nicht besser. Der Stil an sich war auch schön zu lesen, einem Jugendbuch angepasst, locker und einheitlich. Allerdings hab ich mich wirklich gelangweilt. Es kam wirklich kein Gefühl bei mir an. 
Wenn mein Blut von einem Kosmetikkonzern gejagt werden würde, würde ich mir jedenfalls Gedanken darüber machen und ich hätte Angst. Jette allerdings nimmt das alles einfach so hin, als wäre das normal. 
Daher war die Story für mich nicht nur langweilig, sondern auch unglaubwürdig. 
Am Anfang war es noch ein wenig interessant zu erfahren, was es mit dem Stayermed auf sich hat, was sie vorhaben und wie der blinde Jonah zu Jette findet. Aber irgendwann ging mir das ganze wissenschaftliche und geschäftliche Gerede einfach auf die Nerven. Ich wollte ein Buch lesen und keine Ausbildung zur Aktien-Hochtreiberin machen oder sonst etwas in der Richtung. 

Jette konnte ich mir in dieser Geschichte keineswegs als so ein unfassbar hübsches Mädchen vorstellen. Sie kam mir eher wie ein gelangweiltes, griesgrämiges Etwas vor, dass ab und zu mal spricht und sich bewegt. Tut mir leid, wenn ich das jetzt so krass ausdrücke, aber ich möchte euch eben mein Empfinden so gut wie möglich schildern. Jonah war ein recht angenehmer Charakter, jedoch schien er irgendwie etwas flach. Ich weiß nicht warum, aber er war für mich irgendwie gar nicht so präsent, obwohl er ständig anwesend war.  

Das Buch konnte für mich einfach keine Atmosphäre bilden, in der man gerne ist. Ich meine, selbst in einem Thriller voller kranker Serienkiller fühle ich mich wohler, als dort. Da gibt es wenigstens Angst und Adrenalin. Hier gibt es nichts. 

Leider kann ich das Buch nicht weiterempfehlen. 

**

Samstag, 21. Januar 2012

Meeresflüstern - Patricia Schröder



Daten.
Verlag: Coppenrath Verlag
Preis: 16,95€
Seitenzahl: 416 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14 - 15 Jahre
Erscheinungsdatum: Januar 2012
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Nach dem Tod ihres Vaters verlässt Elodie ihre Heimat Lübeck, um auf Guernsey bei ihrer Tante schneller über diesen tragischen Anlass hinwegzukommen. Kurz nach ihrer Ankunft wird dort ein Mädchen tot aufgefunden und nach einiger Zeit glaubt Elodie, dass ihr Auftauchen etwas damit zu tun haben könnte. Doch vor allen Dingen geht ihr der Junge aus ihren Träumen nicht mehr aus dem Kopf. Bis er eines Tages leibhaftig vor ihr steht, und wie ein magischen Geschöpf aus dem Meer auftaucht. Elodie kommt dem Geheimnis der Kanalinseln immer näher und bemerkt, dass ihr eigenes Schicksal enger damit verknüpft ist, als sie sich je hätte vorstellen können. 


Nun, das ist der grobe Ablauf des ersten Teiles der kommenden Meerestrilogie von Patricia Schröder. Von der wundervollen, liebevollen Gestaltung her, hätte ich mich wirklich mehr von dem Buch erwartet. Ich hätte mir erwartet, dass ich das Salz auf den Lippen spüre, das Wasser an meinen Knöcheln und den Windhauch in meinen Haaren... Ja, also, die Szenerie an sich ist nicht schlecht dargestellt, doch für mich kam es einfach nicht so gut rüber, wie es das Meer für mich müsste. Ich liebe das Meer, ich vergöttere es. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass es England war und nicht Spanien oder Griechenland. 

Jedenfalls hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen können. Und ehrlich gesagt, waren diese nicht mal hoch gesteckt. Ich habe das Buch 'Jolande - Der Sommer meines Lebens' von der Autorin gelesen und habe dem Buch damals fünf Sterne verliehen. Dieses hier hat mit Ach und Krach gerade mal drei Sterne geschafft. 

Der Stil in dem Buch ist gar nicht schlecht. Okay, abgesehen davon, dass er mir persönlich ziemlich langweilig vorkam, war es gleichermaßen spannend am Anfang. Elodie trifft am Flughafen gleich auf einen etwas sonderbaren Mann, der mich sehr interessiert hat. 
Doch danach verlor das Buch für mich schon gleich an Wirkung. Ich mochte diese Ruby nicht, ich mochte Tante Grace nicht wirklich - wobei ich deren Charakter am Ende des Buches immer noch wirklich kannte. Entweder ich habe es überlesen, oder es gab nicht sehr viel zu erfahren. 
Der einzige Charakter, den ich originell fand, war Rubys Freund, der am Tourette-Syndrom leidet. 
Cyril, den Jungen, vor dem Ruby sie dauernd warnt, war auch recht seltsam. 
Nur leider waren mir diese seltsamen, geheimnisvollen Menschen absolut nicht sympathisch und daher wollte ich auch nicht wirklich etwas über sie erfahren. 

Ich ärgere mich wirklich selbst darüber, dass mir dieses Buch einfach nichts geben konnte. Als es ankam war ich so begeistert und wollte gleich beginnen. Schade, dass es so eine Enttäuschung war. Und schade, dass ich mich bei euch mit einer negativen Rezension zurückmelden muss.

Ich komme noch kurz auf das Allgemeine zu sprechen. Der Stil war sehr angenehm zu lesen. Typisch für ein Jugendbuch, aber auch nicht zu einfach. Die Altersklasse ist gut gewählt, wie ich finde, aber auch zwölfjährige dürften schon ihren Spaß damit haben. Ebenso ältere Mädchen, die sich einfach auf ein Abenteuer am Meer einlassen wollen. 
Leider blieb die Liebesgeschichte hier eher aus. Ich hab immer darauf gewartet, bis der besagte Junge aus Elodies Träumen endlich auftaucht und wollte, dass dieser Cyril endlich mal den Weg räumt. 
Es war eher ein kleiner Geheimfall, als eine Liebesgeschichte. 

Bevor ich mich zu sehr über das Buch auslasse, höre ich an diesem Punkt auf und wünsche euch trotzdem viel Spaß damit. Es gibt sicher genauso viele positive Meinungen, die euch überzeugen können, euch eine eigene Meinung zu bilden.


Bewertungen.
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 1/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 2/5
Lesetempo: 4/5

Punkte insgesamt: 31/50

3 Sterne

Donnerstag, 12. Januar 2012


Soul Screamers 01 - Mit ganzer Seele - Rachel Vincent

Das Buch ist Cora Verlag, einem Unterverlag des Mira Taschenbuch Verlas erschienen, hat mit Leseprobe zum zweiten Band 304 Seiten und kostet 9,99€ als Taschenbuch. 

Während ihr Vater in Irland lebt, lebt Kaylee bei ihrem Onkel und ihrer Tante in den USA. Ihr Leben ist bis auf die Schreikrämpfe, die ihre Tante als Panikattacken abtut, völlig normal. Doch als sie sich mit ihrer besten Freundin Emma eines Nachts in einen Club schmuggelt, in dem Nash, der attraktivste Typ der Schule, auf sie aufmerksam wird, wird schnell klar, dass Kaylee ein Geheimnis hat, dass sie selbst noch nicht zu kennen scheint. Denn als sie im Club auf ein Mädchen stößt, erleidet sie wieder eine dieser heftigen Panikattacken. Nash und Emma versuchen sie zu beruhigen, und als Kaylee wieder fähig ist zu sprechen, beginnt die Angst. Kaylee behauptet, dieses Mädchen müsse sterben. 

'Mit ganzer Seele' ist das erste Exemplar der Soul Screamer Reihe von Rachel Vincent. Hauptperson, ist wie schon in der Kurzfassung genannt, Kaylee. Kaylee ist eine sehr sympathische Person, ein jedes Mädchen könnte sich wohl irgendwie mit ihr identifizieren. Sie lebt mehr oder weniger ein Standartleben. Ihre Mutter ist in ihrer Kindheit verstorben, ihr Vater hat sie zu Tante und Onkel abgewälzt und Kaylee muss sich mit ihrer Cousine Sophie herumärgern, die ein ziemlich nerviger Cheerleader ist. Kaylees beste Freundin Emma ist eine liebenswerte Person, über die ich mir in der Geschichte ein wenig mehr Informationen gewünscht hätte. Doch da es ja eine Reihe werden wird, mache ich mir darüber wenig Sorgen. 
Auch Nash ist ein netter Kerl, den man sicherlich mögen würde, wenn man in Kaylees Situation ist. Doch auch er birgt ein großes Geheimnis. Was die Sache wiederum spannend macht. 

Wieso mich dieses Buch interessiert hat, war einfach folgendes. Steffi, SternchenStar2010 auf Youtube, hat dieses Buch rezensiert und mich gleich in den Bann gezogen. Ich dachte wegen des Covers und wegen der Aufmachung eher an noch einen weiteren unsinnigen Vampirroman. Doch halt, dieses Buch ist etwas komplett anderes. Ich bin weiß Gott kein Fantasyfan, aber dieses Buch und diese Geschöpfe, um die es dort geht, haben mich wirklich gereizt. Aber was genau in dem Buch vor sich geht und in was Kaylee ohne ihr Wissen verstrickt ist, müsst ihr selbst lesen. Ich hoffe, dass ich euch neugierig machen kann. 

In diesem Buch herrscht Spannung. Es gibt keine langweiligen Momente, Seite für Seite war einfach dieser rote Faden, der einen wirklich durch das Buch zieht. Wenn man einmal Blut geleckt hat, kann man nicht mehr aufhören und ich bin jetzt schon ein großer Fan dieser Reihe, wenn es so spannend und turbulent weitergeht. In dem Buch geschieht einiges, was einen auf Trapp hält. Andererseits ist es in mancherlei Hinsicht auch vorhersehbar. Allerdings hat mich das persönlich jetzt gar nicht gestört, denn das Blatt hätte sich immer noch wenden können. Und das tat es auch oft genug. 
Es gibt viele Geheimnisse zu lüften, viel zu entdecken und einiges zu lernen. 

Die Pressestimmen haben auch bei diesem Buch wieder viel geplaudert und ich fand es wirklich nervig, als ich hören musste, dass Twilight Fans dieses Buch sicher lieben würden. Ich hab selbst mal ein Buch mit Twilight verglichen, wenn manche sich daran erinnern, aber da hatte ich meiner Meinung auch Grund zu. Es war sich einfach in vielerlei Hinsicht zu ähnlich für meinen Geschmack. Aber wieso man gleich alle Bücher auf Twilight Niveau setzt, ist mir ein Rätsel. 
Klar, werden Twilight Fans sicher Spaß mit dieser Buchreihe haben, aber auch jeder andere. Das Buch, die Charaktere, die Hintergründe - alles ist viel besser und schöner durchdacht viel Twilight. Für Menschen, die Vampire und Werwölfe nicht mehr sehen können, ist das hier, das beste, was man zur Hand nehmen kann. Glaubt mir. Wenn das Buch sich nicht lohnt, dann überhaupt keins in der Jugendfantasy. 

Ich denke, ich habe für das erste Buch genug gesagt. Den Rest müsst ihr selbst entdecken. Ich wünsche euch dabei viel Spaß und hoffe, dass ihr an diesem Buch nicht einfach vorbeigehen werdet. 

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Donnerstag, 5. Januar 2012


Dich schlafen sehen - Anne-Sophie Brasme

Das Buch ist im Jahre 2003 im Goldmann Verlag erschienen, hat 192 Seiten und kostet 7,90€ als Taschenbuch.

Charlène ist ein ganz normales Kind, doch in der Pubertät, beginnen ihre Probleme. Sie wird zu einem besonders verzweifelten, einsamen Mädchen, das nicht gesehen wird. Doch eines Tages taucht Sarah auf, eine neue Mitschülerin, die alle Blicke auf sich zieht. Dass sich Charlènes Leben an dem Tag für immer verändern wird, als sie Sarahs beste Freundin wird, ahnt sie nicht. Schnell sieht es so aus, als verfolgt Sarah einen irren Plan, der sie für Charlène zur besten Freundin, doch gleichzeitig zur größten Feindin macht. Und Charlène ist diesem Spiel gänzlich ausgeliefert, denn sie mag Sarah zu sehr, um sich von ihr abzuwenden... 

Vorneweg möchte ich gleich sagen, dass ich euch in dieser Zusammenfassung garantiert weniger verrate, als der Klappentext es tut. Da ich den Klappentext natürlich vor dem Buch kannte, war mir bereits klar, wie das Buch enden würde. Bei meiner Zusammenfassung könnt ihr das Ende nicht erahnen und auch keineswegs das, was sonst noch alles auf euch zukommt. Das bedeutet mir schon mal viel, denn das Buch ist spitze. 

Selten habe ich ein so tiefgründiges Werk gelesen, dass einen so mitreißt. Man steigt sogleich in die Gefühlswelt und Situation von Charlène ein und lernt sie kennen. Mit einem vorerst melancholischen Stil, erzählt sie ihre Geschichte. Der Stil bleibt das ganze Buch über erhaben, allerdings gewöhnt man sich schnell daran und nimmt es anders auf, als am Anfang. Denn anfangs wirkte es auf mich persönlich etwas bedrückend. Ansonsten ist der Stil unglaublich reif und spannend. Man will immer mehr und mehr und die Seiten fliegen nur so dahin. Als ich nach dem Buch nun durch Amazon erfuhr, dass die Autorin des Buches erst 16 Jahre als war, als sie es geschrieben hat, war ich hin und weg. 
Wenn ihr Leser seid, die Vorurteile gegen junge Schreiber haben, dann wird euch dieses Buch definitiv ein anderes Bild über uns junge Autoren geben. Denn es ist wirklich ein Meisterwerk, für mich. 

Die Charaktere in diesem Buch wirken mehr als echt. Man spürt Charlènes Gefühle und fühlt sich beim Lesen selbst wie ein Niemand. Anfangs wusste ich nicht, ob das Buch etwas für mich ist, da Charlène eben mit ihrem deprimierten Verhalten nicht hinterm Berg hält. Ich habe selbst eine schlimme Phase hinter mir, in der ich durch Panikattacken auch in Depression und Einsamkeit verfiel. Die Gefühle, die ich beim Lesen empfand, riefen bei mir einfach ein Warnsignal wach. 
Doch natürlich habe ich nicht aufgehört zu lesen. Als Sarah ins Spiel kam, wurde es sogleich noch spannender. Sarah ist eine Person, mit zwei Gesichtern. Sie weiß, wie sie alles bekommt, was sie will. Und diese Macht spielt sie schamlos aus. Ab und an steht man an dem Punkt, wo man nicht mehr recht weiß, ob Sarah wirklich böse ist, oder ob Charlène sich das einfach so auslegt. 

Verwirrung gibt es in diesem Buch also auch, was es noch viel interessanter gestaltet. Viele Leser haben und werden sicherlich noch darüber nachdenken, was in diesem Buch vor sich geht. Es wirkt auf jeden Fall nach und ich bin ebenfalls noch am Überlegen, was ich von den Personen halten soll. Im Endeffekt kann man es sich so zurechtlegen, wie es einem gefällt. 
Das Ende ist, nehme ich an Geschmacksache, aber dennoch bleiben keine wichtigen Fragen offen. Man weiß schon ziemlich zu Anfang, was mit den beiden Hauptpersonen am Ende passiert, weshalb dies nicht noch einmal erwähnt werden muss. Doch dieses ganze Treiben im Buch lässt eine einzige Frage offen, die mich wurmt, und die habe ich schon benannt. Ist Sarah wirklich böse, oder legt sich Charlène das nur zurecht? 
Warum ich darüber nachdenke, werdet ihr auch schnell erfahren, wenn ihr das Buch lest. Im Grunde ist dieses Buch kein Werk, bei dem man ohne Vorwissen rangeht. Der Klappentext hält schon die ganze Story bereit. Doch sobald man es aufklappt und die ersten Zeilen liest, hängt man fest und wird förmlich hineingesogen. 
Ich kann kaum in Worte fassen, wie gut ich dieses Buch fand. Und macht euch wie gesagt keine Sorgen, dass ich euch zu viel verraten habe. Erstens geht es kaum ohne diese Ansätze zu nennen, eine Rezension zu schreiben und andererseits, weiß man sowieso schon auf den ersten Seiten über alles und jeden Bescheid.

Ich wünsche euch einfach viel Spaß mit dem Werk, lasst euch von der Sprachgewalt einer jungen Autorin begeistern. Aber achtet darauf, dass ihr dabei nicht selbst vom Weg abkommt.

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Dienstag, 3. Januar 2012


Eine dunkle und grimmige Geschichte - Adam Gidwitz

Das Buch ist bereits im Sommer 2011 im arsEdition Verlag erschienen und kostet 12,95€ als Hardcover.

Die ursprünglichen Märchen der Gebrüder Grimm waren blutig und grausam. Vielleicht wisst ihr nichts davon, vielleicht habt ihr davon aber auch schon gehört. Eure Eltern jedenfalls, werden euch die verharmlosten Märchen vorgelesen haben. Die Märchen, in denen ein Mädchen mit rotem Käppchen und kleinem Körbchen fröhlich durch den Wald hüpft. 
In diesen Märchen ist nichts mehr fröhlich. Und sollte wirklich ein Mädchen mit rotem Käppchen und kleinem Körbchen durch den Wald hüpfen, dann wird sie wahrscheinlich gefressen. 
Nun, wenn ihr bereit seid, euch auf dieses Abenteuer einzulassen und euch die wahren Grimm Märchen anzuhören und zu erfahren, was darin wirklich geschah, solltet ihr zu dem Buch greifen. Achtet aber darauf, dass die Kleinsten der Familie keinen Zugang dazu haben. Es ist sicher nichts für Schwächlinge.

Nun, so wird es in diesem Buch jedenfalls dargestellt. Ich muss widersprechen, jedenfalls in einigen Punkten, die viele Leser vor mir, als so klasse und toll, in den Himmel gehoben haben.
Es tut mir sehr leid, mir das eingestehen zu müssen, nachdem ich mir das Buch mit großer Freude gekauft habe. Es ist absolut nicht mein Fall. Anfangs war ich noch Feuer und Flamme und fand richtig toll, wie der Autor die Märchen einleitete und was er dazu zu sagen hatte. Doch schnell merkte ich, dass der Stil mir an einigen Stellen auf die Nerven ging, dass es lange nicht so spannend war, wie ich erwartet hatte, und dass mein Interesse an dem Buch nach und nach nachließ. 

Ich schließe mich allerdings auch der Aussage an, dass das Buch sicher nichts für kleine Kinder ist. Ich denke, ich würde es mir schon zweimal überlegen, welche Stellen ich meinem Kind vorlesen würde, oder nicht. Vielleicht einmal im Jahr an Halloween, aber ansonsten, wohl eher nicht. Wer hat schon gern schlaflose Nächte. Aber auch die Gewalt finde ich in dem Buch wirklich nur bei einem einzigen Kapitel etwas schlimm. Die anderen Teile des Buches sind für mich bedenkenlos lesenswert, für alle Altersklassen. Vielleicht werden eure Kinder sich eine zeitlang vor euch Eltern fürchten, aber sie werden schnell wieder merken, dass sie sicher in guten Händen sind. Eben anders wie manche Kinder in diesem Buch. 

Ich kann mehr dazu nicht sagen. Das Buch hat leider nicht meinen Erwartungen entsprochen. Doch ich kann es euch trotzdem empfehlen, wenn ihr auf Märchen steht und euch einfach, so wie ich, für die Ursprünge dieser Geschichten interessiert. Auch die heutigen Märchenfassungen haben alle noch einen bösen Kern, doch das, was die Gebrüder Grimm wirklich zu Papier brachten, ist dann doch um einiges heftiger. Hier habt ihr eine Art Vorgeschmack.
Viel Spaß.

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Die Gestoßenen / Das Mondgeheimnis von Stefan M. Fischer

Diese beiden Bücher sind im Staubkorn Verlag erschienen und kosten 11,99€.


Die Gestoßenen

Die Gestoßenen ist ein extrem skurriler Fantasyroman und es ist sehr schwer, diese Handlung in eigene Worte zu fassen. Deswegen werde ich euch nun bei diesem Buch den eigentlichen Klappentext aufschreiben, damit wir überhaupt mit einer sinnvollen Rezension anfangen können. 

Veganer-Zombies, tollwütige Elfen, Drachen, die Wasser speien. Andersartige werden nach Abandonien verbannt. 
Als die siamesische Zwillingswespe das Gerücht verbreitet, dass sich die Abandonier gekreuzt und rachsüchtige Bestien hervorgebracht haben, rufen die Oberen zu einem Feldzug auf.
Tarabas sieht seine Chance gekommen, als größter Zauberkrieger in die Geschichte einzugehen und schließt sich dem Heer an, das die Abandonier vernichten soll. Doch durch einen unverzeihlichen Fehler muss er fliehen. 
Sein Weg führt ihn ausgerechnet nach Abandonien... 

Das Buch ist voll von neuen Entdeckungen. Für manche vielleicht wirklich zu viel Fantasy. Ich würde sogar behaupten, dass es für Fantasyliebhaber vielleicht etwas zu 'strange' sein könnte.
Es gibt allerdings auch wundervolle Charaktere, die man eben sonst noch nirgends gesehen hat. Eine supersüße Elfe mit Sprachfehler, einen Hornissengeneral, den ich allein bei meiner Vorstellung vor dem inneren Auge schon witzig fand. Also, es ist definitiv lesenswert. 

Der Schreibstil des Autors ist sehr vielseitig, was man schnell bemerkt, wenn man mehrere Bücher aus anderen Genres von dem Autor liest. Der Schreibstil ist immer gut und unterhaltsam. In diesem Buch auch teilweise ironisch und humorvoll auf seine ganz eigene Art. Ich kann behaupten, dass in den Werken von Stefan M. Fischer wirklich viel Persönlichkeit und Wiedererkennungswert liegt, was ich jedem Autor sehr hoch anrechnen würde. 

In diesem doch recht dünnen Buch steckt so viel. Vor allem so viel lebhafte Fantasie. Ich würde am liebsten von all diesen Wesen nun erzählen, die es dort gibt, aber dann würde ich so viel vorwegnehmen, was ihr einfach selbst entdecken solltet. Und das solltet ihr wirklich, es wird sich lohnen. 


Das Mondgeheimnis

Bevor ich mit dem Inhalt des Buches beginne, möchte ich noch einmal auf den Autorentext bei Amazon zu sprechen kommen. Dass Stefan ein sehr freundlicher und interessanter Mensch zu sein scheint, steht für mich außer Frage. Doch die Tatsache, weshalb er zum Geschichtenschreiben gefunden hat, berührt mich irgendwie. Da es bei Amazon genannt wird, denke ich, dass ich es auch erwähnen darf. Stefan M. Fischer hat zum Schreiben gefunden, nachdem seine Mutter verstarb. Anfangs war das Schreiben für ihn eine Art Therapie, dann wurde es Leidenschaft. Nun, ich erwähne es, weil diese Tatsachen mich selbst betreffen. Und vielleicht noch viele andere. Denn alle die schreiben, wissen, dass es wirklich gut tut. Man kann alle Gefühle rauslassen, niemanden stört es, niemand hört es und niemand kann sich beschweren. Auf dem Papier, in Geschichten, kann man tun und lassen, was man will. Und man kann sich die Seele wieder rein schreiben. Es ist ein tolles Gefühl. 
In 'Das Mondgeheimnis' klingt dies irgendwie aus dem Schreibstil heraus. Natürlich ist nichts in dem Buch zu gefühlvoll, zu romantisch oder zu poetisch. Doch es steckt trotzdem viel Lebenserfahrung darin. Niederschläge und glückliche Momente. Doch wenn ich zu viel rede, kommen wir nie zum Punkt. Deswegen höre ich hier auf und komme nun zur Handlung.

Alena ist eine gezeichnete Persönlichkeit. In ihrer Kindheit wurde sie missbraucht und mit dem Alter hat sie mehr oder weniger gelernt, damit zu leben. Sie ist auch in einer Beziehung mit Vlado. Doch Vlado scheint nicht ganz ihr Typ zu sein und vor allem hegt sie keine echten Gefühle für ihn. Doch in der Geschichte lernt sie einen Maler namens Ondrej kennen und sie muss sich entscheiden, ob sie ihre Vergangenheit offenlegt. 

Nun meine Lieben. Damit wäre die Geschichte eigentlich noch lange nicht erzählt. Denn da gibt es noch die Freundin Magda und Petr und Alenas Mutter. Und das allerwichtigste: Das Mondgeheimnis. Doch was es mit alldem auf sich hat, lest ihr bitte selbst. Und das ist nicht nur so dahingeredet. Ich will wirklich, dass ihr dieses Buch lest. Hätte ich über Weihnachten nicht so viel zu tun gehabt und wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich das Buch schon viel schneller zu Ende gelesen. 
Das Buch scheint irgendwie einen gewissen Suchtfaktor wachzurufen. Man will wissen, was Alena verbirgt, wie es mit ihr weitergeht... einfach alles. Und dazu hat der Autor mit seinem Schreibstil natürlich wieder ganze Arbeit geleistet. Fesselnd, lebhaft, sprachlich wunderschön und doch nicht übertrieben. 

Für mich ist der Autor immer wieder eine Option und ich bin sehr froh, dass er mir diese Bücher bereitgestellt hat. Sie sind ein Segen und immer wieder etwas, das ich lesen würde. Alleine die Tatsache, dass Fischer in so verschiedenen Genres schreiben kann und sie dermaßen perfektioniert. Das ist klasse. Und ich bin froh, dass er dieses Talent in sich entdeckt hat. 

Für alle, die nun noch nicht beschlossen haben, eines seiner Bücher in Angriff zu nehmen, die verweise ich nun auf Amazon. Ihr solltet euch die Bewertungen anschauen. Und danach noch einmal darüber nachdenken. 

Ich jedenfalls klinke mich hier aus und wünsche euch viel Spaß mit Alena und dem Mondgeheimnis, oder mit Tarabas und den andersartigen Wesen Abandoniens. 

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