Donnerstag, 19. April 2012


Stephen King - Amok

Das Buch ist in verschiedenen Verlagen herausgebracht worden. Die oben abgebildete Ausgabe hat 238 Seiten und hat 7,00€ gekostet.

Nach einem Gespräch mit dem Direktor erschiesst Charles Decker in einer Highschool in Maine seine Lehrerin und nimmt seine Klasse als Geiseln. Ein Psychospiel vom Feinsten beginnt und mobilisiert somit unbewusste Konflikte und Traumata. Die Schüler steigern sich allesamt in eine unkontrollierbare Wut... 

Wie man es von Stephen King nicht anders gewohnt ist, ist auch dieses Buch ein Meisterwerk. Allerdings ein Meisterwerk abgedrehter Klasse. Aber das ist man ja ebenfalls gewohnt. King hat einen Amoklauf auf seine ganze eigene Art und Weise in einen Roman verpackt. Mit dem typischen Humor, der abgedrehten Prise, die einfach zu ihm gehört und mit den außergewöhnlich echten Charakteren, hat King mal wieder ganze Arbeit geleistet. 
Und zum ersten Mal hat der Autor es geschafft, mich mit seinem Stil zu fesseln. Ich bin ein sehr großer King Fan, allerdings keiner seiner Werke. Nur der, seiner Ideen und seiner eigenen Person. Seine Bücher sind mir zu langatmig und der Stil passt einfach nicht zu mir. Aber mit diesem Buch hat er mich erwischt. Ich war mittendrin. 

Decker ist wirklich ein total kranker Charakter. Ich hab in meinem Leben schon viel gesehen, aber einen solch kranken Menschen, sollte man nicht auf die Umwelt loslassen. 
Aber auch die Reaktionen der Geiseln tragen zu dem spektakulären Ende des Buches bei. Insgesamt hält sich die Spannung von Anfang bis Schluss, man erfährt sehr viel über Decker und man hat die gesamte Klasse immer vor Augen. 

Nicht nur für Stephen King Fans ein Muss, sondern auch gern anzupreisen an die Menschen, die sich mit solchen Themen auseinandersetzen, die doch immer noch sehr aktuell sind. 

***


Der Junge mit dem Herz aus Holz - John Boyne 



Daten. 
Verlag: Fischer Schatzinsel Verlag
Preis: 13,99€
Seitenzahl: 232 Seiten
Genre: Roman
Altersempfehlung: 10-12 Jahre (kann ich leider nicht nachvollziehen)
Format: Gebunden
Erscheinungsdatum: März 2012
Gekauft: Pieper Buchhandlung 




Ein Märchen von einem, der auszog, den Mut zu finden. 
Noah läuft von Zuhause weg um Abenteuer zu erleben, oder um etwas zu entfliehen. Nach dem er bereits in den ersten zwei Dörfern seltsame Dinge erlebt, bringt ihn ein einsamer Waldweg zu einem ganz besonderen Spielzeugladen. Darin befinden sich fast nur Marionetten - und ein alter Spielzeugmacher, der Noah viel zu erzählen hat. In seinen Geschichten geht es um Abenteuer, Wunder und gebrochene Versprechen. So nimmt er Noah mit auf eine Reise. Und wenn wir uns darauf einlassen, wird der alte Mann auch uns mit auf die Reise nehmen - und wer weiß, vielleicht lernen wir etwas für's Leben. 


Handlung & Stil. 
Der Junge mit dem Herz aus Holz - eines der wunderschönsten Märchen für Erwachsene, welches ich je gelesen habe. Jedes einzelne Wort darin scheint vergoldet. Man beginnt mit dem Lesen und verschwindet direkt in Noahs Welt. Die Welt eines kleinen Jungen, die nicht so heil ist, wie man sie ihm wünschen würde. Und die doch so voller Liebe ist, dass man ihn beneiden könnte. 
Ein Märchen ohne erhobenen Zeigefinger. Ein Märchen, das uns den Sinn zeigt. Den Sinn in vielen Dingen. Das Buch enthält sehr viele versteckte Botschaften und es lohnt sich wirklich für jeden, sein Fazit selbst daraus zu ziehen. Die Handlung ist recht einfach gehalten, im Grunde ist es eben ein Märchen, das seinen gewohnt simplen Ablauf hat. Der Stil allerdings ist wirklich schön. John Boyne hat einen ganz eigenen Schreibstil, findet seine ganz eigenen Worte. Ich fand mich sehr gut in seinem Werk zurecht und bin bis heute froh darüber, dieses Buch für mich entdeckt zu haben. Allerdings habe ich es in einer Zeit gelesen, an die ich keine gute Erinnerung haben werde. Schade.

Charaktere & Setting.
Noah ist ein wirklich liebenswerter kleiner Junge und auch der alte Spielzeugmacher hat es mir angetan. Es sind Charaktere, besonders der alte Mann, die man im Gedächtnis behalten wird. An deren Worte man denken wird, wenn es einen mal wieder runterzieht und man den Mut verliert oder das Vertrauen in sich selbst. Dieses Buch hat goldene Zeilen, das kann niemand verleugnen und ich hoffe sehr, dass diese unter die Menschen gehen. 
Der Schauplatz im Buch ist auch sehr schön beschrieben. Alles irgendwie märchenhaft, aber doch noch realistisch. Ich könnte mir das Buch sehr gut als einen schönen Kurzfilm vorstellen. 

Sonstiges. 
John Boyne ist ein erstklassiger Autor und seine Geschichten gehen immer ans Herz. Mit seinen Worten verzaubert er und man spürt, dass er die Geschichten, die er schreibt, auch lebt. Man spürt einfach, wie wohl der Autor sich gefühlt haben musste, als er vor dem Manuskript saß, und wie viele Stunden Arbeit und wie viel Leidenschaft darin steckt. Solche Autoren haben meinen vollen Respekt. 
Allerdings kann ich nicht verstehen, das bei Amazon als Altersempfehlung des Herstellers 10-12 Jahre angegeben werden. Wenn das Buch jemand seinem Kind in dem Alter kauft, wird es den Sinn dahinter doch gar nicht verstehen können. Und selbst wenn es den Sinn verstehen würde, könnte es mit dem Schreibstil absolut nichts anfangen. 


Bewertungen.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Überraschungseffekte: 3/5
Bildungswert: 4/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5

Punkte insgesamt: 39/50 

4 Sterne