Montag, 15. Oktober 2012


Wasser für die Elefanten - Sara Gruen


Daten.
Verlag: Rowohlt Verlag
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 416 Seiten
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: August 2009
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Gekauft: Piper Buchhandlung


Jakob Jankowski hat sein Ziel fast erreicht, als auf einmal alles für ihn zusammenbricht. Als er in der Prüfung sitzt, mit deren Bestehen er das Studium zum Veterinär abschließen soll, bekommt er eine schreckliche Nachricht mitgeteilt. Seine Eltern sind bei einem Autounfall gestorben. Nachdem er dann noch erfährt, dass er die Tierarztpraxis seines Vaters auf Grund eines Kredits nicht übernehmen kann, packt er seine sieben Sachen und rennt vor seiner Vergangenheit davon. Er lässt alles hinter sich und springt auf einen Zug auf, dessen Fahrt ihn in sein Glück, vielleicht aber auch in sein Verderben bringen könnte. Er landet im Zirkus, bekommt einen Job als Tierarzt und verguckt sich in die Frau des Zirkusdirektors. Als Elefantendame Rosie ins Spiel kommt und Direktor August sein wahres Gesicht zeigt, nimmt die Tragödie ihren Lauf...


Handlung & Stil
Der Schreibstil in diesem Buch hat mir außerordentlich gut gefallen. Wenn Jakob erzählt, schwingt des Öfteren ein unterschwelliger Humor mit und obwohl die Geschichte einen recht dramatischen Lauf nimmt, gab es einige Stellen, an denen ich schmunzeln musste. Ansonsten war der Stil detailreich, aber nicht zu überladen. Ein gemütlicher Stil, der trotzdem seine Spannung mit sich zog. Und dieser rote Faden schien sich wie ein schwarzes Seidentuch über mich zu legen, je mehr Seiten ich hinter mir ließ und je tiefer ich in die Geschichte kam. 
Die Handlung ist kapitelweise in zwei Zeiten unterteilt. Einmal erzählt Jakob das Geschehen im Zirkus, als junger Mann, und einmal als der heute wohl fast neunzigjährige Mann, der er geworden ist. Man erfährt also im ersten Kapitel, wie die Geschichte enden muss. Deswegen werde ich dazu nun nichts sagen, dass könnt ihr selbst auf den ersten Seiten lesen. Das nimmt allerdings kein Stück Spannung weg. Ganz in Gegenteil, denn der Fokus dieser Geschichte liegt weniger auf dem Ende, sondern auf dem Werden und Sein der einzelnen Charaktere.
Zu der Handlung an sich kann man nur noch sagen, dass es einem klar sein muss, dass Menschen im Zirkus öfter mal anders mit Tieren umgehen, als wir es uns alle wünschen würden. Man muss sich also schon auf einige derbe Szenen gefasst machen. Wobei das Buch und auch der Film ohne diese Szenen einfach keine Wirkung gehabt hätte. Sowieso war das Buch aber sehr bildlich geschrieben und egal in welcher Szene, man hatte die Vorstellung immer genau vor Augen.  

Charaktere & Setting
Zirkusdirektor August ist zum Beispiel ein sehr außergewöhnlicher Charakter. Von Anfang an hat man in seiner Nähe einen Druck auf der Brust, als würde dir jemand oder etwas die Luft abschnüren. Man atmet unauffälliger, verhält sich ruhig und wartet, bis er wieder geht. Ehrlich, für mich war das nicht nur ein Buch.
Jakob ist ein sehr angenehmer junger Mann. Leicht unerfahren, jedoch schon sehr erwachsen. Seine Ziele kennt er, auch wenn er sie ab und an mal aus den Augen verliert. Als alter Mann ist es im Buch so eine Sache, ob man ihn sympathisch findet oder nicht. Man spürt, dass er viel erlebt hat, dass er etwas vermisst. Und genau das lässt ihn ein Stück weit verbittert wirken. Aber innerlich ist er immer noch der fröhliche Mann, der die Tiere und den Zirkus mag.  
Marlena, die Frau des Direktors, ist eine wunderschöne Frau. Wunderschön und stark. Man würde sie anfangs nicht so einschätzen, wie sie wirklich ist. Sie wirkt anders, genau wie alles andere im Zirkus auch. Alles ist nur eine Illusion. 
Auch die Nebencharaktere sind sehr gut gezeichnet gewesen und hatten ihre Persönlichkeit. Ich muss allerdings gestehen, dass ich im Buch ab und an Probleme hatte, alle Namen unter einen Hut zu kriegen und mir zu merken, wer nun wer ist. Im Film wurden einige Charaktere gestrichen, wie es mir schien, und sowieso nicht alle Namen der Menschen erwähnt. 
Das Setting war sehr Besonders. Kaum hat das Buch begonnen, wurde man in die Menagerie katapultiert und fühlte sich inmitten von Raubkatzen und Pferden pudelwohl. Aber schnell stellte sich eben heraus, dass ein düsterer Schatten auf diesem Zirkus liegt, der Jakob immer mehr Probleme bereitete. 

Aufbau & Design
Das Design des Buches ist recht simpel, aber sehr schön. Das Cover drückt zwar an sich weniger aus, als die Geschichte, aber ich glaube, es wäre unmöglich, solche großen Emotionen, in ein kleines Cover zu packen. Unmöglich. Dieser Roman ist einer der Besten, die ich je gelesen habe, wenn nicht sogar der Beste. Der Titel ist ebenfalls so gut gewählt, wie alles andere in der Geschichte. Anfangs mag es so wenig ausdrücken, nach dem Buch jedoch eine ganze Menge. Wenn ich nur den Titel anschaue, sehe wie das Buch im Regal steht, spüre ich, wie die Emotionen in mir wieder wach werden. Ich glaube, ich werde dieses Buch nie vergessen und eventuell sogar noch einmal lesen, wenn es die Zeit erlaubt.

Sonstiges
Zum Film kann ich nur sagen, dass es sich lohnt, ihn anzuschauen. Es ist ein Film, der meiner Meinung nach, dem Buch sehr gerecht wird. Die Dialoge sind zumindest anfangs fast eins zu eins übernommen. Es gab nicht unbedingt eine Szene, die ich großartig vermisst hätte. Die Charaktere haben alle zu meinen eigenen Vorstellungen gepasst, wobei ich sagen muss, dass ich bei den beiden Hauptcharakteren natürlich auch Robert und Reese vor Augen hatte beim Lesen, da ich wusste, dass sie die Rolle nun mal spielen. Somit wurde ich in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht. Aber auch in keiner anderen. Ich fand beides wundervoll. 


Bewertung.
Sprache: 4/5
Setting/Spielort: 5/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 30/35

5 Sterne








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