Freitag, 23. November 2012


Das Grab - Richard Laymon



Daten. 
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 528 Seiten
Genre: Horror
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: September 2010
Gekauft: Pieper Buchhandlung 



Melvin Dobbs hat sich für den Wissenschaftsbeitrag an der Highschool etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Von seinen Mitschülern wurde er schon immer beäugt und als Sonderling dargestellt. Melvin hat es satt, ohne ersichtlichen Grund den Außenseiter zu spielen und möchte seine Gegenspieler schocken. Und zwar mit einer Wiederbelebungsmaschine. Als Testobjekt dient ihm eine kürzlich verstorbene Mitschülerin, die er selbst für das Projekt auf dem Friedhof wieder ausgegraben hat. 
Als Melvin versucht diese mit einer Autobatterie wieder zum Leben zu erwecken, misslingt der Versuch natürlich und Melvin landet daraufhin in einer Nervenanstalt. 
Jahre später kommt Vicky Chandler zurück in die Stadt. Sie hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und beginnt in der Praxis ihrer alten Heimat zu arbeiten. Schon als sie ankommt, trifft sie Melvin in einer Tankstelle am Rande der Ortschaft an. Sie leidet immer noch unter den traumatischen Erlebnissen in der Highschool und ist daher über die Begegnung mit ihm nicht froh. Melvin jedoch ist außer sich vor Freude, denn er war damals schon in Vicky verliebt. Und er hat auch schon in Planung, dass er sie zu seiner Versuchsperson machen möchte, um am Ende ihre unsterbliche Liebe zu gewinnen. Doch einfach macht sie es ihm nicht, denn Vicky versucht Melvin so weit es ihr möglich ist, aus dem Weg zu gehen... 



Handlung & Stil. 
Wer Laymon kennt, kennt auch seinen Stil. Für die, die mit dem Autor noch nicht das Vergnügen hatten, werde ich das natürlich kurz erläutern. Richard Laymon's Werke strotzen immer vor sexistischen Szenen oder Andeutungen, brutalen, perversen oder blutigen Szenen in detailgetreuer Beschreibung und oftmals auch von Handlungssträngen, die zwar an den Haaren herbeigezogen sind, aber einfach unterhalten. Sein Stil ist recht einfach, spannend und die Dialoge oft lustig angehaucht und realistisch. Und genauso war es auch in diesem Buch wieder. 
Die Handlung hielt sich dennoch recht schleppend, wenn man das Buch beispielsweise mit 'Die Insel' von ihm vergleichen würde. Es geht zeitweise ein wenig ruhiger zu, bedachter, aber dennoch in seinem Stil. Mir kam der Herr Laymon in diesem Werk ab und an sogar ein wenig tiefgründig vor, was ich ja nun gar nicht erwartet hätte. Das passte so gar nicht in mein Bild, aber ich fand es gut. Er überrascht mich immer wieder. Während den letzten 200 Seiten geht es dann auch richtig zur Sache. Endlich sprudelte der Autor wieder über vor Euphorie und man war richtig gut dabei. Es war spannend unaufhaltsam und man fragte sich des Öfteren, wie es weitergehen und vor allem auch zu Ende gehen würde. Bei Laymon liebe ich es, wenn er die Kapitel so beendet, dass man nicht weiß, was passiert. Beziehungsweise, es gibt zwei Möglichkeiten. Grob gesagt: Steht jetzt einfach nur die beste Freundin vor der Tür, oder ist es ihr Mörder, der ihr auf den Versen ist. Oder... Wer raschelt im Gebüsch, ist es nur ein Tier, oder ist es der Mann, der sie verfolgt. Und genau an der Stelle, an der die Frage beantwortet werden könnte, ist das Kapitel zu Ende. Man braucht nur umzublättern und weiterzulesen, aber man hält inne und sagt sich einmal: Bitte, lass ihr nichts passieren. Und erst dann blättert man um und sieht sich die Lösung an. Und dann gibt es noch einen Punkt in der Geschichte, wo ich dachte: Bitte, lass das Buch genauso zu Ende gehen, wie ich mir das erhoffe. Nun... ob es so kam, also... Das verrate ich jetzt nicht. Es ist immer wieder eine Achterbahnfahrt. 

Charaktere & Schauplatz.
Wie schon erwähnt, kam er mir dieses Mal etwas tiefgründiger vor, als in den Werken, die ich von ihm vorher gelesen habe. So wirkte sich das auch auf die Charaktere aus. Dieses Mal konnte ich mich mit der Hauptcharaktere Vicky wirklich gut identifizieren und auseinandersetzen. Sie selbst war ein ziemlich normales Mädchen und das hat den Gang der Geschichte für den Leser sehr angenehm gemacht. Oftmals ist es ja so, dass die Hauptcharaktere bei Laymon unsympathisch sind. Sagen jedenfalls viele. Mir selbst ist das bisher nicht so vorgekommen. Außer wenn die Hauptperson selbst so sexistisch veranlagt ist, dann nerven ständige Kommentare dazu. Aber meist gibt es eine solche Person nur als Nebencharaktere. In diesem Buch lernt man viele Leute kennen, manche mag man, manche nicht. Aber alle sind interessant und runden die Geschichte damit wunderbar ab. 
Die Schauplätze sind ganz gut dargestellt, ein Bild hatte man in jedem Fall vor Augen und Laymon hat das mit seinen blutigen Details im späteren Verlauf der Geschichte noch einmal richtig angeheizt. 

Sonstiges.
Wie ihr hört, hatte ich viel Spaß mit dem Buch. Der schwarze Humor war wieder triefend vorhanden und auch alles andere war da, womit sich Laymon identifiziert. Ich habe nun wirklich fast zwei Jahre keine Bücher mehr von ihm gelesen und habe nun richtig gemerkt, wie sehr mir das eigentlich gefehlt hat. Nun werde ich auf jeden Fall öfter wieder dazu greifen. Was muss, das muss. 



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungswert: 4/5
Bildungswert: 2/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5 

Punkte insgesamt: 36,5/50 

4 Sterne





Freitag, 16. November 2012


Ein Sommer aus Stahl - Silvia Avallone 



Daten.
Verlag: Klett-Cotta Verlag
Preis: 19,95€
Seitenzahl: 414 Seiten
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: Mai 2011 
Altersempfehlung: Ab 14
Gekauft: Lovelybooks Leseexemplar 



Und Elba so nah. Nur wenige Kilometer Piombino von der Insel, von der Anna und Francesca immer träumen. Doch sie verbringen ihren Sommer am Strand der Via Stalingrado, zwischen Stahlarbeitern, Staub und Hitze. Sie scheinen glücklich, spielen mit ihrer Schönheit und genießen das Leben. Aber hinter der Fassade geschehen Dinge, die man den beiden Mädchen nicht direkt ansieht. Francesca wird von ihrem Vater misshandelt und ihre beste Freundin Anna und ihre Schönheit sind ihr einziger Halt. Seit Kindertagen sind die beiden Mädchen unzertrennlich. Sie erforschen sich und die Welt und die Jungs um sich herum. Sie lernen Gefühle kennen, mit denen sie nicht gerechnet hätten und leben. Anna und Francesca - für immer zusammen. Bis die Liebe alles verändert. 



Handlung & Stil.
Anfangs hätte ich auf gar keinen Fall erwartet, dass das Buch so viel Gefühl und traurige Überraschungen bereithält. Ich hätte mit einem lockeren Roman gerechnet, der über zwei italienische Mädchen erzählt, die sich in Jungs verlieben und keine Zeit mehr füreinander haben und es irgendwann bereuen. Aber ganz im Gegenteil. Dies ist ein Italien, das man sich als Tourist nicht vorstellt. Die warme Sonne Italiens wirkt in diesem Buch stickig und überdrüssig, sie wirkt hart und die Familien der Via Stalingrado sind keine reichen Leute. Das Leben in dem Viertel erscheint ein wenig trostlos. Annas Vater kümmert sich wenig um die Familie, er ist ein Spieler und die Mutter ist frustriert. Francescas Vater misshandelt sie und ihre Mutter Rosa. Er beobachtet seine Tochter den ganzen Tag mit dem Fernglas und beschimpft sie als Nutte, weil der Bikini verrutscht oder weil sie mit einem Jungen redet. Der Umgangston in der Via Stalingrado ist stets sehr rau. Ich denke nicht, dass man dies mit italienischem Temperament entschuldigen kann. Zeitweise ist es wirklich hart. Kapitel für Kapitel lernt man mehrere Charaktere kennen, die mit den Familien in Verbindung stehen. 
Der Stil ist sehr eigen. Man switcht praktisch immer von einem Charakter zum anderen, oder es wird immer mal wieder erzählt, was der eine gerade tut, während der andere das macht, was er macht. Anfangs braucht man ein wenig Zeit, bis man sich in das Buch hineingefunden hat, aber wenn man mit dem Stil mal zurecht kommt, ist er wirklich sehr schön. Er ist detailreich, man lernt Menschen kennen und ihre Denkweisen, moralische und unmoralische Handlungen, Gefühle. Die Spannung vergeht nicht, der Stil hat etwas bedrückendes an sich, auch wenn es zwischendrin viele aufmunternde Momente gibt. Es ist auch eine Schreibweise, für die man Zeit braucht. Wenn man da mal ein paar Sätze überliest oder nicht aufpasst, weiß man nicht mehr, um wen es gerade ging, weil die Autorin, wie gesagt, auf viele Personen mehr oder weniger gleichzeitig eingeht. 
Dabei werden auch viele Gedanken der Menschen einfach so in den Text geworfen, ohne kursive Schrift oder Anführungszeichen. Manchmal war das etwas verwirrend, aber man gewöhnte sich dran.
Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob das Buch etwas für die junge Jugend ist. Die Probleme die angesprochen werden, werden auf eine Art und Weise angesprochen, die man erst in einem gewissen Alter auffassen wird. Für das Buch braucht man Lebenserfahrung. Ich würde es selbst höchstens ab fünfzehn empfehlen.

Charaktere & Setting.
Die Charaktere waren allesamt interessant. Jeder hatte so eine gute und eine böse Seite an sich, wie das im wahren Leben auch meist der Fall ist. Es gibt, glaube ich, fast keinen Menschen, der immer nur gute Gedanken oder gute Absichten hat, wenn er etwas sagt oder tut. Jeder hat den Teufel in sich, bei manchen zeigt er sich, bei manchen eben nicht so sehr. In diesem Buch werden die Charaktere mit realistischen und alltäglichen Problemen aufgeführt, was das ganze eben so echt macht. Es gibt viele Personen in dem Buch, aber letztendlich war für mich Anna die Hauptperson des Romans geblieben. Und mit ihr konnte ich mich auch recht gut identifizieren. 
Das Buch zeigt dem Leser auch sehr gut, dass ein Mensch nicht immer das ist, was er vorgibt zu sein. Manche Menschen möchten sich beweisen, manche verstecken sich hinter einer Maske, versuchen etwas zu verbergen, die Glückliche zu spielen, damit keiner hinter die Geheimnisse kommt und entdeckt, wie mies es einem eigentlich geht. Unsicherheit. Ein großes Thema. 
Der Schauplatz ist ohne Frage gut beschrieben. Man konnte die Hitze spüren, das Stahl riechen, die Menschen sehen. Es war unglaublich. Die Autorin hat mit Worten wirklich eine Welt erschaffen. 

Sonstiges.
Wie ihr wohl gemerkt habt, bin ich wirklich angetan von dem Buch. Allerdings hat es mich stets ein wenig bedrückt zurückgelassen. Es war diese Atmosphäre, die mich während des Lesens vollkommen eingehüllt hat. Ich bin froh, das Buch endlich gelesen zu haben, nachdem es ein gutes Jahr bei mir im Regal stand, wenn nicht sogar länger. Ich bin immer wieder begeistert, welche Schätze man außerhalb des Mainstream findet. Ich kann euch das Buch nur empfehlen, wenn ihr bereit seit, euch für einiges an Gefühlen zu öffnen. Es wird weiß Gott nicht immer positiv sein, ihr werdet mitfühlen und vielleicht auch traurig sein. Aber am Ende des Buches, wird es sich irgendwie gelohnt haben. Denn man hat in einer ganz seltsamen Form etwas über das Leben gelernt. Über das Leben und das, was darin am wichtigsten ist.

Die Autorin hat übrigens Philosophie studiert.



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 4,5/5
Überraschungseffekte: 4/5
Bildungswert: 4/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 41/50

5 Sterne




Mittwoch, 14. November 2012


80 Days - Die Farbe der Lust
Vina Jackson



Daten.
Verlag: carl's books Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 356 Seiten
Genre: Erotikroman 
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Rezensionsexemplar 



So unterschiedlich die Leben der beiden anfangs erscheinen mag, so gleich sind ihre Bedürfnisse. Summer spielt mit größter Leidenschaft Geige und ist in einer Beziehung mit Darren, von dem sie nicht in jeder Hinsicht akzeptiert wird. Dominik ist Literaturwissenschaftler und in diesem Thema Professor an einer Universität. So lernt er auch viele attraktive junge Damen kennen, mit denen er sich in kleine und meist kurze Affären stürzt. Doch wie Summer ist auch er ziemlich unzufrieden mit seiner derzeitigen Lebenssituation. Durch einen Zufall erblickt Dominik Summer auf der Straße und hört ihr bei ihrem faszinierenden Geigenspiel zu. Gleich spürt er, dass sie etwas Besonderes ist und als sie ihm nicht mehr aus dem Kopf geht und er dann noch erfährt, dass ihre Geige bei einem Unfall kaputtgegangen ist, nimmt er auf sonderbare Weise Kontakt mit ihr auf. Wie sollte es anders sein, Summer geht auf einen Deal ein, der sich harmlos anhört, sie aber kurze Zeit später in tiefe Ekstase zu stürzen vermag...



Handlung & Stil.
Erwartet habe ich mir von dem Buch etwas Anderes. Das Niveau des Buches ist für einen Erotikroman sehr hochgesteckt und mir persönlich kam es so vor, als hätte man genau darauf gepocht. Während des Lesens der ersten Kapitel kam mir das ganze so gezwungen vor. Das Leben von Summer und Dominik wurde in großem Ausmaße geschildert und für mich persönlich war es eher langweilig als ansprechend. Der Stil an sich ist sicher etwas, was einem gewissen Teil der Masse gefallen könnte, einem anderen Teil aber auch nicht. Schwierig war es für mich, dass Buch frei zu beurteilen. Bei Amazon sind die Meinungen über das Buch sehr negativ ausgefallen, was ich persönlich auch daraus schließe, dass die 'Shades of Grey' Fans jetzt irgendwie einen kleinen Shitstorm auf das Buch loslassen wollen. Für viele Leser dieser Reihe ist '80 Days' pure Nachmache im Stil von 'Was die kann, können wir viel besser'. 
Ich habe von Anfang an versucht, das Buch wirklich objektiv zu beurteilen und mich nicht irgendwie leiten zu lassen. Dennoch muss ich leider sagen, dass der Stil einfach nicht mein Ding war. 
Die Handlung hingegen war recht gut gestaltet, auch wenn das Buch für mich erst nach den ersten 100 Seiten interessant wurde. Und im späteren Verlauf der Geschichte geschieht dann noch eine Wendung, die mir absolut nicht in den Kram gepasst hat. Diese Tatsache hat mir das Buch dann wieder total versaut. Die Sexszenen waren mitunter wirklich das Einzige, was echt mit Bravur geschrieben wurde. Viele Leute schreiben in ihren Rezensionen, das Buch wäre einfach nur pervers. Diese Aussage kann ich nicht unterschreiben. Wenn man sich auf einen BDSM Roman einlässt, dann sollte man sich dessen auch bewusst sein. In solchen Büchern wird es keinen Blümchensex geben und die Bücher sind dazu da, um vielleicht sogar sein eigenes Sexualleben, ein bisschen vielseitiger zu gestalten. Etwas als pervers zu bezeichnen, nur weil man selbst dafür zu prüde ist, finde ich absolut nicht okay. Pervers ist, wenn man sich an Tieren vergeht oder so was in der Art. BDSM ist nur eine Art der Lust, die eben nicht jedem Menschen zusagt. Wem das nicht gefällt, der ist ja nicht gezwungen, darüber zu lesen.

Charaktere & Setting.
Von dem Schauplatz muss ich sagen, habe ich nicht wirklich viel mitbekommen. An manchen Stellen hatten mir ein paar Beschreibungen gefehlt, die an anderen Stellen zu viel waren. Doch insgesamt waren die Bilder vor Augen da. Summer konnte ich mir immer gut beim Geigen vorstellen, allerdings wurde beispielsweise der BDSM Club, in dem ein paar Szenen spielen, mir etwas zu wenig beschrieben worden. Da hätte ich definitiv gerne mehr darüber erfahren. 
Die Charaktere waren an sich sehr gut durchdacht. Man hatte anfangs eben die Kapitel, in denen man das Leben der beiden gut kennenlernen konnte und so nahmen sie Stück für Stück ihre Form an. Allerdings konnte ich zu ihnen keine feste Verbindung aufbauen. Was die Gefühle oder die Verbindung zwischen Summer und Dominik angeht, so bin ich noch ein bisschen gespaltener Meinung. Einerseits habe ich schon gespürt, dass zwischen ihnen etwas ist, andererseits kam mir das doch noch ein bisschen zu kurz. 

Sonstiges.
Wie schon gesagt, die Sexszenen waren wirklich gut. Im Grunde hatte ich in diesem Buch nur darauf gewartet, dass es endlich mal wieder zur Sache geht, weil mich der Rest doch recht wenig interessiert hat. Irgendwie konnte das Buch mich nicht fesseln und ich hatte mich gelangweilt, wenn gerade keine körperlichen Empfindungen im Vordergrund standen. Ein bisschen mehr hatte ich mir von dem Buch also schon erwartet, und ob ich die Trilogie weiter verfolgen werde, weiß ich auch noch nicht. Nach dem letzten Drittel des Buches, das mir so gar nicht gefiel, würde es mich natürlich schon reizen zu wissen, wie es nun mit den ganzen Leuten weitergeht. Denn letztendlich sind es nicht nur Summer und Dominik, die eine entscheidende Rolle für den Leser spielen. 



Bewertung.
Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 2,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 1/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 28,5/50

3 Sterne 




Samstag, 10. November 2012



Das Atmen der Bestie - Graham Masterton



Daten. 
Verlag: Festa Verlag
Preis: 12,80€
Seitenzahl: 256
Genre: Horror/Thriller
Erscheinungsdatum: November 2012
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Pieper Buchhandlung 




Als der alte Mann Seymour Wallis in das Büro des Gesundheitsbeamten John Hyatt betritt, und diesem erzählt, sein Haus würde atmen, glaubt dieser zuerst an eine logische Erklärung. Doch Wallis lässt nicht locker und lädt John Hyatt zu sich nach Hause ein, damit er sich selbst überzeugen kann. Als dieser die Einladen letztendlich annimmt, trifft er am Abend mit einem Bekannten bei Wallis ein. Zuerst passiert überhaupt nichts, doch dann tritt das Atmen tatsächlich ein und alle hören dem Haus gebannt zu. Als der Bekannte von John Hyatt beginnt, mit diesem Atmen zu kommunizieren, nimmt dieses plötzlich Kraft an und schlägt zurück. Und mit diesem ersten Schlag, wurde einer längst vergessenen Legende der Indianer, die Tür zur Rückkehr geöffnet... 




Handlung & Stil. 
Die Handlung ist mit einem einfachen Daumen Hoch zu beschreiben. Ich hätte nicht erwartet, dass einer derart interessante Geschichte in diesen Seiten steckt. Ich habe diese Legende, die hinter den Vorfällen in dem Buch steckt, wirklich mit Spannung verfolgt. 
Der Stil ist auf jeden Fall sehr einladend. Ich denke nicht, dass es viele Leute geben wird, die damit nicht klar kommen oder keinen Gefallen daran finden würden. Es ist kein schwieriger Stil, aber er hat erkennungswert und auch etwas Eigenes. Vor allem aber etwas sehr Angenehmes. Das Buch lässt sich auch wirklich locker weg lesen. Die Seiten sind nur so geflogen, und wenn das bei mir so ist, soll das schon etwas heißen. Normalerweise brauche ich für die dünnsten Bücher schon einige Tage, auf Grund des Zeitmangels. 
Spannung wurde auf jeden Fall vermittelt, auch der Schauer war da, diese kleine Angst im Hinterkopf. Allerdings kommt das Blut definitiv mit wenig Blut aus und wenig Schockeffekten. Ob das einem letztendlich fehlt oder nicht, das ist wohl bei jedem Leser unterschiedlich. Ich denke, ein bisschen mehr hätte dem Buch nicht geschadet. Aber so war es auch sehr gut. 

Charaktere & Setting.
Natürlich hat man in einem solchen Thriller nicht die Möglichkeit, mit den Charakteren wirklich Freundschaft aufzubauen. Es ist nicht leicht, sich mit Leuten zu identifizieren, die für dich einfach flach bleiben. Die Zeit, auf sie wirklich einzugehen, ist einfach nicht gegeben. Das bin ich aber gewöhnt von diesen Bücher, von daher hat es das Buch nicht verschlechtert. Aber die Charaktere werden mir eben auch nicht ewig im Kopf bleiben, logisch. 
Das Setting war ebenfalls nicht ganz so detailreich gehalten, außer der Ort, an dem alles praktisch beginnt. An dem die Geschichte wirklich ins Laufen kommt. Die Atmosphäre war recht dicht, vor allem zu Anfang und es hat eine gewisse Atmosphäre entwickelt. 

Sonstiges.
Das Buch hat mir auf jeden Fall Grusel bereitet. Diese leise Angst, die zu dir spricht, wenn du nachts nach Hause kommst, im Dunkeln, allein. Wenn du die Tür aufsperrst und lauschst, ob auch wirklich alles still ist, um dich herum. Ich kann sagen, dass ich wirklich ein mulmiges Gefühl bekommen hätte, wenn ich das Buch in unserem großen Haus gelesen hätte. Das Haus ist alt und groß und irgendetwas hat immer Geräusche gemacht. Das wäre schon etwas ganz anderes gewesen, als das hier.
Aber auch hier in meinem derzeitigen Zuhause, gab es eine Situation, die mich echt aufhorchen lies. Und zwar gibt es in dem Buch eine Stelle, die mit einem Herzschlag zu tun hat. Und gerade als ich bei dieser Stelle war, mitten in der Nacht am lesen, kamen von irgendwo im Haus leise Klopfgeräusche. Sie hörten zwar schnell wieder auf, aber ich hatte für diese zwanzig Sekunden definitiv die Luft angehalten. 




Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Setting: 2,5/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Länge/Schnelligkeit: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 26/35

3 Sterne



Dienstag, 6. November 2012



Shades of Grey III - Befreite Lust - E.L.James 


Daten.
Verlag: Goldmann 
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 672 Seiten
Genre: Erotikroman
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Pieper Buchhandlung 


Ana und Christian sind bereit ihr Leben in allen Bereichen zu teilen und gemeinsam zu meistern. Doch dass das nicht einfach wird, ist von Anfang an klar. Christian hat immer noch mit den bösen Geistern seiner Vergangenheit zu kämpfen, die natürlich auch Ana das Leben unnötig schwer machen.
Als sie gerade auf dem besten Weg sind, einen Mittelweg zu finden, werden sie Opfer einiger Missetaten und kleineren Anschlägen auf ihre Personen. Christian versucht Ana mit allen Mitteln zu beschützen, aber diese bricht aus der Sicherheitsblase aus und stellt sich den Problemen selbst. 
Ob die Beziehung der beiden dieses Chaos überlebt, kann nur die Liebe beantworten. 



Handlung und Stil.
Der dritte Teil der Trilogie ist einen Großteil des Buches über spannend. Natürlich passiert nicht immer und ständig etwas Schlimmes, aber die Handlung bleibt, wie in den Vorgängern auch, ständig lesenswert. Der Suchtfaktor tritt wieder mit der ersten Seite auf und endet erst beim Beenden des Buches. Ich muss aber dazu sagen, dass es dieses Mal einige Passagen gab, die man hätte etwas kürzen können. Alles in allem war das Buch aber wieder klasse. 
Zum Stil kann man nur sagen: Wer ihn im ersten Band nicht mochte, wird auch im dritten wohl keine Sympathie mehr dafür finden. Ich persönlich finde, dass der Stil sich aber von Buch zu Buch weiterentwickelt hat und auch besser wurde. Die Wiederholungen blieben aus, aber viele waren auch noch da. Es war eben wie immer ein Mischmasch und natürlich ist das Buch nicht perfekt. Aber das hat E.L.James damit auch nie versucht zu sein, wenn man bedenkt, dass es eigentlich 'nur' eine FanFiction war. Ob man sich da so unglaublich viel erwarten kann oder sollte, das muss jeder selbst entscheiden. Ich finde die Trilogie sehr gut. 
Ein Erotikroman ist Shades of Grey für mich allerdings schon lange nicht mehr. Im dritten Teil sind die Sexszenen wieder mehr vorhanden und auch ausgeprägter und vor allem interessanter, als im zweiten Teil. Trotzdem steht die Geschichte der Hauptpersonen für mich als Leser im Vordergrund. Der Sex wird zur Nebensache. 

Charaktere und Setting.
Die Schauplätze sind weitgehend die selben und wie in der kompletten Trilogie nicht unbedingt detailreich beschrieben. Das meiste muss man sich selbst denken, was mich aber nicht gestört hat. Das Buch ist dick genug und es passiert viel. Am Ende zählt ja doch die Unterhaltung. Und Unterhaltungswert hat das Buch allemal. Vor allem eben die Charaktere. Sie sind immer noch sehr interessant und es macht Spaß sie zu verfolgen. Ana setzt sich immer mehr durch, wird eine starke und mutige Persönlichkeit und schlägt sich wacker. Christian entdeckt sich immer wieder neu und gesteht sich vieles ein, ist bereit für Ana einiges an sich zu ändern. Umgekehrt ist Ana bereit ihm dazu alle Zeit der Welt zu lassen. Die beiden haben in dem letzten Band eine Menge Konflikte, die einem Shades of Grey Liebhaber sicher das Herz in die Höhe sausen lassen. Man fühlt mit, man hat Angst und man ist gespannt. Und auch Humor war wieder vorhanden. Ana ist einfach eine so liebenswerte Persönlichkeit mit einem ganz eigenen Witz. Und auch Christians beiläufige Kommentare, möchte ich nicht mehr missen. Einfach super. Beispielsweise benutzt Ana am Anfang des Buches ein wundervolles Safeword, das mich wirklich zum Lachen gebracht hat. 

Aufbau und Design.
Das Cover ist stabiler als das des ersten Bandes. Aber auch hier muss man wieder vorsichtig damit umgehen. Im Laden habe ich aber gesehen, dass die derzeitigen Auflagen nicht mehr das Gummicover besitzen. Solltet ihr die Reihe also noch nicht haben und euch kein gummiartiges Cover genehmigen wollt, erkundigt euch mal nach einer anderen Auflage. 



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Sprache: 3/5
Setting: 2,5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 4/5

Punkte insgesamt: 29,5/35

4 Sterne