Mittwoch, 14. November 2012


80 Days - Die Farbe der Lust
Vina Jackson



Daten.
Verlag: carl's books Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 356 Seiten
Genre: Erotikroman 
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Altersempfehlung: Ab 18
Gekauft: Rezensionsexemplar 



So unterschiedlich die Leben der beiden anfangs erscheinen mag, so gleich sind ihre Bedürfnisse. Summer spielt mit größter Leidenschaft Geige und ist in einer Beziehung mit Darren, von dem sie nicht in jeder Hinsicht akzeptiert wird. Dominik ist Literaturwissenschaftler und in diesem Thema Professor an einer Universität. So lernt er auch viele attraktive junge Damen kennen, mit denen er sich in kleine und meist kurze Affären stürzt. Doch wie Summer ist auch er ziemlich unzufrieden mit seiner derzeitigen Lebenssituation. Durch einen Zufall erblickt Dominik Summer auf der Straße und hört ihr bei ihrem faszinierenden Geigenspiel zu. Gleich spürt er, dass sie etwas Besonderes ist und als sie ihm nicht mehr aus dem Kopf geht und er dann noch erfährt, dass ihre Geige bei einem Unfall kaputtgegangen ist, nimmt er auf sonderbare Weise Kontakt mit ihr auf. Wie sollte es anders sein, Summer geht auf einen Deal ein, der sich harmlos anhört, sie aber kurze Zeit später in tiefe Ekstase zu stürzen vermag...



Handlung & Stil.
Erwartet habe ich mir von dem Buch etwas Anderes. Das Niveau des Buches ist für einen Erotikroman sehr hochgesteckt und mir persönlich kam es so vor, als hätte man genau darauf gepocht. Während des Lesens der ersten Kapitel kam mir das ganze so gezwungen vor. Das Leben von Summer und Dominik wurde in großem Ausmaße geschildert und für mich persönlich war es eher langweilig als ansprechend. Der Stil an sich ist sicher etwas, was einem gewissen Teil der Masse gefallen könnte, einem anderen Teil aber auch nicht. Schwierig war es für mich, dass Buch frei zu beurteilen. Bei Amazon sind die Meinungen über das Buch sehr negativ ausgefallen, was ich persönlich auch daraus schließe, dass die 'Shades of Grey' Fans jetzt irgendwie einen kleinen Shitstorm auf das Buch loslassen wollen. Für viele Leser dieser Reihe ist '80 Days' pure Nachmache im Stil von 'Was die kann, können wir viel besser'. 
Ich habe von Anfang an versucht, das Buch wirklich objektiv zu beurteilen und mich nicht irgendwie leiten zu lassen. Dennoch muss ich leider sagen, dass der Stil einfach nicht mein Ding war. 
Die Handlung hingegen war recht gut gestaltet, auch wenn das Buch für mich erst nach den ersten 100 Seiten interessant wurde. Und im späteren Verlauf der Geschichte geschieht dann noch eine Wendung, die mir absolut nicht in den Kram gepasst hat. Diese Tatsache hat mir das Buch dann wieder total versaut. Die Sexszenen waren mitunter wirklich das Einzige, was echt mit Bravur geschrieben wurde. Viele Leute schreiben in ihren Rezensionen, das Buch wäre einfach nur pervers. Diese Aussage kann ich nicht unterschreiben. Wenn man sich auf einen BDSM Roman einlässt, dann sollte man sich dessen auch bewusst sein. In solchen Büchern wird es keinen Blümchensex geben und die Bücher sind dazu da, um vielleicht sogar sein eigenes Sexualleben, ein bisschen vielseitiger zu gestalten. Etwas als pervers zu bezeichnen, nur weil man selbst dafür zu prüde ist, finde ich absolut nicht okay. Pervers ist, wenn man sich an Tieren vergeht oder so was in der Art. BDSM ist nur eine Art der Lust, die eben nicht jedem Menschen zusagt. Wem das nicht gefällt, der ist ja nicht gezwungen, darüber zu lesen.

Charaktere & Setting.
Von dem Schauplatz muss ich sagen, habe ich nicht wirklich viel mitbekommen. An manchen Stellen hatten mir ein paar Beschreibungen gefehlt, die an anderen Stellen zu viel waren. Doch insgesamt waren die Bilder vor Augen da. Summer konnte ich mir immer gut beim Geigen vorstellen, allerdings wurde beispielsweise der BDSM Club, in dem ein paar Szenen spielen, mir etwas zu wenig beschrieben worden. Da hätte ich definitiv gerne mehr darüber erfahren. 
Die Charaktere waren an sich sehr gut durchdacht. Man hatte anfangs eben die Kapitel, in denen man das Leben der beiden gut kennenlernen konnte und so nahmen sie Stück für Stück ihre Form an. Allerdings konnte ich zu ihnen keine feste Verbindung aufbauen. Was die Gefühle oder die Verbindung zwischen Summer und Dominik angeht, so bin ich noch ein bisschen gespaltener Meinung. Einerseits habe ich schon gespürt, dass zwischen ihnen etwas ist, andererseits kam mir das doch noch ein bisschen zu kurz. 

Sonstiges.
Wie schon gesagt, die Sexszenen waren wirklich gut. Im Grunde hatte ich in diesem Buch nur darauf gewartet, dass es endlich mal wieder zur Sache geht, weil mich der Rest doch recht wenig interessiert hat. Irgendwie konnte das Buch mich nicht fesseln und ich hatte mich gelangweilt, wenn gerade keine körperlichen Empfindungen im Vordergrund standen. Ein bisschen mehr hatte ich mir von dem Buch also schon erwartet, und ob ich die Trilogie weiter verfolgen werde, weiß ich auch noch nicht. Nach dem letzten Drittel des Buches, das mir so gar nicht gefiel, würde es mich natürlich schon reizen zu wissen, wie es nun mit den ganzen Leuten weitergeht. Denn letztendlich sind es nicht nur Summer und Dominik, die eine entscheidende Rolle für den Leser spielen. 



Bewertung.
Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 2,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 1/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Länge/Schnelligkeit: 3/5

Punkte insgesamt: 28,5/50

3 Sterne 




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