Freitag, 23. November 2012


Das Grab - Richard Laymon



Daten. 
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 528 Seiten
Genre: Horror
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: September 2010
Gekauft: Pieper Buchhandlung 



Melvin Dobbs hat sich für den Wissenschaftsbeitrag an der Highschool etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Von seinen Mitschülern wurde er schon immer beäugt und als Sonderling dargestellt. Melvin hat es satt, ohne ersichtlichen Grund den Außenseiter zu spielen und möchte seine Gegenspieler schocken. Und zwar mit einer Wiederbelebungsmaschine. Als Testobjekt dient ihm eine kürzlich verstorbene Mitschülerin, die er selbst für das Projekt auf dem Friedhof wieder ausgegraben hat. 
Als Melvin versucht diese mit einer Autobatterie wieder zum Leben zu erwecken, misslingt der Versuch natürlich und Melvin landet daraufhin in einer Nervenanstalt. 
Jahre später kommt Vicky Chandler zurück in die Stadt. Sie hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und beginnt in der Praxis ihrer alten Heimat zu arbeiten. Schon als sie ankommt, trifft sie Melvin in einer Tankstelle am Rande der Ortschaft an. Sie leidet immer noch unter den traumatischen Erlebnissen in der Highschool und ist daher über die Begegnung mit ihm nicht froh. Melvin jedoch ist außer sich vor Freude, denn er war damals schon in Vicky verliebt. Und er hat auch schon in Planung, dass er sie zu seiner Versuchsperson machen möchte, um am Ende ihre unsterbliche Liebe zu gewinnen. Doch einfach macht sie es ihm nicht, denn Vicky versucht Melvin so weit es ihr möglich ist, aus dem Weg zu gehen... 



Handlung & Stil. 
Wer Laymon kennt, kennt auch seinen Stil. Für die, die mit dem Autor noch nicht das Vergnügen hatten, werde ich das natürlich kurz erläutern. Richard Laymon's Werke strotzen immer vor sexistischen Szenen oder Andeutungen, brutalen, perversen oder blutigen Szenen in detailgetreuer Beschreibung und oftmals auch von Handlungssträngen, die zwar an den Haaren herbeigezogen sind, aber einfach unterhalten. Sein Stil ist recht einfach, spannend und die Dialoge oft lustig angehaucht und realistisch. Und genauso war es auch in diesem Buch wieder. 
Die Handlung hielt sich dennoch recht schleppend, wenn man das Buch beispielsweise mit 'Die Insel' von ihm vergleichen würde. Es geht zeitweise ein wenig ruhiger zu, bedachter, aber dennoch in seinem Stil. Mir kam der Herr Laymon in diesem Werk ab und an sogar ein wenig tiefgründig vor, was ich ja nun gar nicht erwartet hätte. Das passte so gar nicht in mein Bild, aber ich fand es gut. Er überrascht mich immer wieder. Während den letzten 200 Seiten geht es dann auch richtig zur Sache. Endlich sprudelte der Autor wieder über vor Euphorie und man war richtig gut dabei. Es war spannend unaufhaltsam und man fragte sich des Öfteren, wie es weitergehen und vor allem auch zu Ende gehen würde. Bei Laymon liebe ich es, wenn er die Kapitel so beendet, dass man nicht weiß, was passiert. Beziehungsweise, es gibt zwei Möglichkeiten. Grob gesagt: Steht jetzt einfach nur die beste Freundin vor der Tür, oder ist es ihr Mörder, der ihr auf den Versen ist. Oder... Wer raschelt im Gebüsch, ist es nur ein Tier, oder ist es der Mann, der sie verfolgt. Und genau an der Stelle, an der die Frage beantwortet werden könnte, ist das Kapitel zu Ende. Man braucht nur umzublättern und weiterzulesen, aber man hält inne und sagt sich einmal: Bitte, lass ihr nichts passieren. Und erst dann blättert man um und sieht sich die Lösung an. Und dann gibt es noch einen Punkt in der Geschichte, wo ich dachte: Bitte, lass das Buch genauso zu Ende gehen, wie ich mir das erhoffe. Nun... ob es so kam, also... Das verrate ich jetzt nicht. Es ist immer wieder eine Achterbahnfahrt. 

Charaktere & Schauplatz.
Wie schon erwähnt, kam er mir dieses Mal etwas tiefgründiger vor, als in den Werken, die ich von ihm vorher gelesen habe. So wirkte sich das auch auf die Charaktere aus. Dieses Mal konnte ich mich mit der Hauptcharaktere Vicky wirklich gut identifizieren und auseinandersetzen. Sie selbst war ein ziemlich normales Mädchen und das hat den Gang der Geschichte für den Leser sehr angenehm gemacht. Oftmals ist es ja so, dass die Hauptcharaktere bei Laymon unsympathisch sind. Sagen jedenfalls viele. Mir selbst ist das bisher nicht so vorgekommen. Außer wenn die Hauptperson selbst so sexistisch veranlagt ist, dann nerven ständige Kommentare dazu. Aber meist gibt es eine solche Person nur als Nebencharaktere. In diesem Buch lernt man viele Leute kennen, manche mag man, manche nicht. Aber alle sind interessant und runden die Geschichte damit wunderbar ab. 
Die Schauplätze sind ganz gut dargestellt, ein Bild hatte man in jedem Fall vor Augen und Laymon hat das mit seinen blutigen Details im späteren Verlauf der Geschichte noch einmal richtig angeheizt. 

Sonstiges.
Wie ihr hört, hatte ich viel Spaß mit dem Buch. Der schwarze Humor war wieder triefend vorhanden und auch alles andere war da, womit sich Laymon identifiziert. Ich habe nun wirklich fast zwei Jahre keine Bücher mehr von ihm gelesen und habe nun richtig gemerkt, wie sehr mir das eigentlich gefehlt hat. Nun werde ich auf jeden Fall öfter wieder dazu greifen. Was muss, das muss. 



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungswert: 4/5
Bildungswert: 2/5
Länge/Schnelligkeit: 3,5/5 

Punkte insgesamt: 36,5/50 

4 Sterne





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