Donnerstag, 26. Dezember 2013

Die Bestimmung - Veronica Roth





Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 17,99€
Seitenzahl: 480 Seiten
Genre: Jugend - Dystopie
Format: Gebunden
Altersempfehlung: März 2012
Erscheinungsdatum: Ab 14 Jahren







Handlung & Stil.
Ich habe das Buch mit absolut schlechten Erwartungen begonnen. Aus irgendwelchen Gründen war ich davon überzeugt, dass ich dieses Buch nicht mögen werde. Allerdings wurde ich dann auf den ersten beiden Seiten schon so mitgerissen, dass ich das ganze Buch über einfach nur begeistert war. Die Handlung ist ständig spannend, es passiert immer etwas und es gibt niemals gefüllte Plotlöcher oder sonstige Dinge, die den Leser in irgendeiner Form gelangweilt hätten. Für mich war es endlich mal wieder eine richtig spannende Erfahrung, mit der ich mich auch auf eine besondere Weise identifizieren konnte. Um euch nichts vorwegzunehmen, möchte ich nichts großartiges über die Handlung verraten und steuere gleich mal auf den Stil zu und die einzelnen Details der Fraktionen. 
Der Schreibstil war super. Im Grunde habe ich kaum etwas zu bemängeln. Mich hat nichts großartig gestört, ich habe beim Lesen nie gestockt und ich hatte wirklich immer alles sehr bildlich vor Augen. Es war spannend, es war hart, es war emotional, es war liebevoll. Vor allem gab es eine kleine Liebe zum Detail, die aber nicht zu weit ausgepackt wird. Genau richtig wurde alles beschrieben, sodass man merkte, dass die Autorin sich auch Mühe gab und wusste, was sie da gerade tut.
Es gab einzelne Situationen in diesem Buch, die waren vollgepackt mit Adrenalin und man hat alles wirklich miterlebt und wollte am liebsten gar nicht mehr damit aufhören.
Das einzige, was mich am Stil etwas gestört hat, war die Tatsache, dass die Autorin bei einem gewissen Aspekt scheinbar immer nur die gleichen Worte finden konnte. Und zwar, wenn Beatrice Schmerzen hatte. Wenn sie sich verletzt hat oder gar schlimmeres passiert ist, hieß es immer nur 'Ein wilder Schmerz'. Die passende Beschreibung war das auf jeden Fall, allerdings fiel mir auf, dass es ungefähr zwanzig Mal im Buch vorkam. Da hätte man sich zumindest mal ein wenig entfalten können. Nun weiß ich aber nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob die Autorin selbst auch so geschrieben hat. Dazu müsste ich dann das englische Buch noch mal lesen. 
Das war aber auch das einzige, was mir negativ aufgefallen ist. Alles andere war genau richtig für mich.
Die einzelnen Fraktionen sind sehr spannend. Man erfährt über alle genug und ich finde, dass keine irgendwie zu kurz kommt. Wenn man das Buch liest, dann kann man sich tatsächlich vorstellen, dass die Welt so aussehen könnte und die Menschen so leben. Alles in sich ist einfach stimmig und macht einen gut durchdachten Eindruck. Die Fraktion, die ich gewählt hätte, wäre wohl definitiv die Ferox. Von Anfang an fand ich diese Fraktion extrem spannend und dieser Nervenkitzel, den es da täglich zu erleben gibt, ist einfach genau mein Ding. Leben und genießen, mutig sein, sich etwas trauen, vom fahrenden Zug springen. Das sind Dinge, die berauschen mich irgendwie mit einem riesengroßen Glücksgefühl, dass ich so gar nicht definieren kann. Es fühlt sich einfach an, als ob man richtig lebendig ist. Wenn man rennt, sich bewegt, dann spürt man einfach alles in sich selbst und das ist etwas, das mir oft fehlt im Alltag. Ich würde mich dort wohlfühlen. 
Die Amite wäre allerdings auch eine Fraktion, mit der ich gut zurechtkommen würde. Ein friedvolles Leben, ein fröhliches Leben und trotzdem frei und nicht so streng wie die Altruan. Die Altruan, das wäre wohl die letzte Fraktion, in der ich leben wollen würde. Lieber würde ich fraktionslos sein und auf der Straße leben, als niemals mehr in einen Spiegel sehen zu dürfen, immer unauffällig zu sein und graue Klamotten tragen zu müssen. Dafür bin ich viel zu selbstsüchtig. Selbstlos zu sein ist keine meiner Stärken. Natürlich teile ich gerne und sorge mich auch um andere Mitmenschen, aber eben nicht in dem Maße, dass ich nur an die anderen denke. Ich würde den Forderungen der Altruan niemals entsprechen. 
Es muss auch schwer sein, ein Kandor zu sein. Ich bin zwar ein sehr ehrlicher Mensch, aber immer die Wahrheit zu sagen, dass ist ein Laster, das man tragen muss, so blöd es auch klingt. Jeder lügt mal, und wenn es nur ist, um jemanden zu schützen oder nicht unnötig zu verletzen. Wer hätte unter den Kandor noch Freunde, wenn dir jeder die Wahrheit ständig ins Gesicht sagen würde? Aber eine interessante Art zu leben ist es, unterstützen tue ich sie allemal.
Die Ken wären für mich nichts, da ich niemand bin, der sich gern so extrem mit Wissen füllt. Wenn ich durch Zufall etwas dazulerne, finde ich das super, aber es darauf anlegen ist mir zu anstrengend.

Charaktere & Schauplatz.
Beatrice ist ein toller Charakter. Ich mag dieses Mädchen und ich mochte es ständig. Ich konnte ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen, jeden einzelnen. Okay, bis auf einen, da hätte ich sie mir ein bisschen anders gewünscht, aber das ist ja kein Beinbruch. Sie ist ein Mädchen, mit dem ich mich identifizieren konnte, die ich verstanden habe, die klug und angemessen gehandelt hat und vor allem nicht so dermaßen naiv und bekloppt, wie die meisten Charaktere in den heutigen Jugendbüchern. Sie war wirklich authentisch, genau wie alle anderen um sie herum. Four war ein sehr interessanter Kerl, der mir auf eine Art gut gefallen hat. Man blickt nicht gleich hinter seine Fassade und ich freue mich jetzt schon tierisch darauf, seine Geschichte zu lesen, die im April 2014 erscheinen wird. Will war ebenfalls ein Charakter im Buch, der mir gefallen hat, genauso Uriah, wo ich einfach nicht weiß, wie man den Namen jetzt eigentlich ausspricht. Ich hoffe auch, dass man vielleicht eines Tages noch etwas mehr über Lynn erfährt, wenn ich mich nun an den Namen richtig erinnere. 
Es gab auch Charaktere, die man einfach nur gehasst hat und denen man gerne mal richtig die Fresse poliert hätte. Ich brauche so etwas in Büchern. Das macht doch alles erst richtig realistisch. Wenn ein Buch in mir alle möglichen Gefühle weckt, von Liebe über Verachtung, von Trauer bis Hass, dann weiß ich erst, dass ich die Geschichte richtig miterlebt habe. Das hat dieses Buch richtig geschafft.
Und vor allen Dingen, was bei mir ja ganz hoch im Kurs steht: Es gibt keine kitschige Liebesgeschichte, die theatralisch ausgeführt wurde und dazu am besten noch mit Liebe auf den ersten Blick und tausend glitzernden Herzen und Amorpfeilen. Nein, in diesem Buch gibt es natürlich auch ein Stück weit Liebe, denn ohne Liebe käme keine Geschichte aus, aber… sie ist angemessen erzählt, gut eingefädelt, nichts überstürzt, alles nachvollziehbar und vor allem steht der Charaktere der Personen im Vordergrund. Die Autorin kann einfach Gefühle entstehen lassen, glaubhafte Gefühle, ohne dass sich gleich jeder einem um den Hals werfen muss. Es muss nichts direktes passieren, damit man checkt, dass sich da etwas anbahnt. Und das ist wirklich etwas, was den meisten Autoren heute einfach fehlt. 
Veronica Roth hat es allerdings drauf.
Die Schauplätze in dem Buch sind genial. Ich habe schon richtig Angst vor der Verfilmung, weil ich kaum glaube, dass die das alles so hinbekommen, wie ich mir das gedacht habe. Man sieht sehr viel von der Stadt, viele verschiedene Teile. Es wird alles unglaublich echt beschrieben. Man sieht nicht alle Fraktionen, aber man bekommt einiges zu Gesicht, was die Hauptquartiere betrifft. 

Sonstiges.
Insgesamt wirklich ein Highlight für mich, bei dem ich den ganzen Hype darum jetzt absolut nachvollziehen kann. Ich würde es jedem empfehlen, der mal etwas richtig Spannendes lesen möchte,
der etwas erleben möchte, was er in anderen Büchern nicht bekommt. Etwas, was einen fordert, was einen erschaudern lässt. Es ist wirklich klasse, was es in diesem Buch zu entdecken gibt und ich kann es kaum erwarten gleich weiterzulesen. 



Bewertung.
Aufmachung des Buches: 4/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 5/5
Überraschungseffekte: 5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 44/50

5 Sterne

Sonntag, 8. Dezember 2013

Diese eine Woche im November - Michael Wallner





Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 318 Seiten
Genre: Jugendroman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren 
Erscheinungsdatum: November 2013






Handlung & Stil.
Ein Jugendthriller gepaart mit einer Liebesgeschichte, die hin und wieder Wendungen annimmt, die wundervoll, aber irgendwie zu erwarten waren. Der Stil der Geschichte hat mir von Anfang an große Probleme bereitet, aber die Geschichte konnte mich letztendlich mit ihrer Handlung überzeugen. 
Der Stil hat es mir schwer gemacht, weil er mir sehr nüchtern vorkam. Manchmal kamen mir die Sätze mehr wie eine Aufzählung vor, eher wie Regieanweisungen, als zusammenhängende Sätze einer Geschichte. Wenn viele kurze Sätze aufeinanderfolgen finde ich das immer etwas befremdlich. Es liest sich für mich stockend und ich finde, das kurze prägnante Sätze auch sehr geschickt gewählt werden müssen, damit sie den richtigen Effekt erzeugen können. Wenn es nur so von kurzen Sätzen hagelt, wie es in dieser Geschichte der Fall war, dann finde ich das absolut nicht gut und leider versaut mir das den Lesespaß des Öfteren. 
Trotzdem habe ich durchgehalten, weil ich wissen wollte, ob der Autor mich wenigstens in anderen Hinsichten noch überzeugen kann. Und ja, er konnte. Die Geschichte nimmt einen unglaublich rasanten Lauf, wenn sie mal in Fahrt gekommen ist. Es passiert sehr viel, vor allem sehr viel Spannendes und zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, in denen man wirklich den Atem anhalten muss, weil man vor Spannung platzen könnte. An das Stilistische konnte ich mich mit der Zeit gewöhnen und auch die Charaktere wurden mit der Zeit immer besser. Auch da hatte ich zu Anfang ein paar Dinge zu bemängeln.

Charaktere & Schauplatz.
Pippa ist ein tolles Mädchen, sehr interessant und geheimnisvoll, aber sie schleicht in manchen Teilen der Geschichte doch eher wie ein Geist, als ein präsenter Charakter herum. Ich hätte mir mehr von ihr gewünscht, mehr Details. Aber ansonsten war sie wirklich ein wunderbarer Charakter, der genauso eigenartig rüberkam, wie der Autor das wohl auch beabsichtigt hatte. Liebenswert, aber ab und an seltsam. Julia, die deutsche Touristin, war mir zu Anfang absolut nicht sympathisch. Sie gab sich wie eine schnöselige Vorstadttussi, die denkt, sie sei was Besseres. So etwas kann ich absolut nicht leiden und somit konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen, weshalb Tonio sich so an sie ranschmeißt.
Tonio ist ein toller Junge, der wirklich ein paar gute Charakterzüge hatte. Es hat Spaß gemacht ihn zu begleiten, aber letztendlich blieben die Charaktere sehr blass und distanziert zum Leser. Dieses Mal war die Geschichte wirklich nur eine Geschichte. Aber eine gute.
Der Schauplatz Venedig ist natürlich etwas Tolles. Egal ob man die Stadt nun mag oder nicht, sie trägt zu einer sehr interessanten Atmosphäre des Buches bei und macht sie zu etwas Einzigartigem. Ich fühlte mich oft, als würde ich einen Krimi anschauen, der in dieser Stadt spielt. Es wurde ab und an mit italienischen Begriffen um sich geworfen, die man allerdings im Zusammenhang super verstehen kann. Teile der Stadt werden natürlich auch benannt und wenn man sich für Venedig oder Italien an sich interessiert, kann man danach googlen und sich anschauen, wo Tonio und die Mädchen sich gerade befinden. Das ist natürlich immer etwas Besonderes und ich finde es schön, dass man sich dadurch dem Buch noch etwas näher fühlen kann und das Flair noch viel intensiver erscheint.

Sonstiges.
Das Buch ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert für Leser, die sich gerne mal einem etwas anderen Krimi zuwenden möchten, der ein wenig Liebe, ein wenig Abenteuer, sehr viel Spannung und eine interessante Stadt als Schauplatz beinhaltet. Im Gesamten gesehen ist es eine lesenswerte Geschichte. Den Stil muss jeder Leser nach dem eigenen Geschmack beurteilen, aber im Grunde denke ich, dass damit jeder ein bisschen Spaß haben kann. 



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 34/50

3 Sterne

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Mein böses Herz - Wulf Dorn




Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 416 Seiten
Genre: Jugendthriller
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre
Erscheinungsdatum: Februar 2012







Handlung & Stil.
Wulf Dorns Schreibstil konnte mich in diesem Werk leider nicht so wirklich fesseln. Es gab viele Sätze, bzw. Abschnitte, die irgendwie ohne Harmonie verliefen. Des Öfteren hatte ich das Gefühl, dass etwas nicht so ganz passt. Ich bin ständig abgeschweift, obwohl mich die Geschichte sehr interessiert hat. Der Stil ist für ein Jugendbuch schon recht speziell und man merkt, dass der Autor eigentlich eher für Erwachsene schreibt. Ich fand es daher etwas befremdlich und fühlte mich wie zwischen den Stühlen. Einerseits war es spannend, andererseits wusste ich nicht recht, was ich von dem Ganzen halten sollte. So richtig reinfühlen konnte ich mich nicht. Ob sich Jugendliche ab 14 da wirklich schon von dem Stil fesseln lassen können sei mal in den Raum gestellt. 
Gestört habe ich mich des Öfteren auch an den Kapitelabschlüssen. Ich mag es, wenn Kapitel mit einm Bäm-Satz enden, der einen weitertreibt. Nicht unbedingt mit Cliffhanger, aber einfach mit Sätzen, die das ganze rund und abenteuerlich gestalten. Ich bin selbst Autorin und liebe Wörter. Ich liebe Besonderes. Bei diesem Buch kam es mir allerdings eher gezwungen rüber, so unecht. Ich weiß einfach nicht, woher dieses Gefühl kommt, aber es war stetig da. Das hat mir das ganze ein bisschen vermiest. 

Charaktere & Schauplatz.
Leider waren mir die Charaktere nicht wirklich so sympathisch geworden. Vor allem konnte ich keinen Draht zu ihnen finden, nichts, was mich ihnen verbunden hätte, näher gebracht hätte. Doro mochte ich nicht so wirklich, ihre Mutter war okay. Sogleich zu Anfang hat mir der Vater gut gefallen, aber dann ziehen die beiden ja auf's Land und irgendwie wollte ich mit der Mutter von Doro nicht so viel Zeit verbringen. 
Ich fand die Schauplätze allerdings ganz gut und konnte mir alles schön ausmalen. Allerdings hat mich die Atmosphäre auf dem Land an so viele Horrorfilme erinnert, dass es für mich sehr klischeehaft wirkte. Natürlich bringt jeder Autor seine eigene Note mit ein und Wulf Dorns Geschichte hat definitiv richtig gute Aspekte, aber dennoch geschieht doch fast alles immer abgeschieden auf dem Land. Für mich war das sehr eintönig, weil ich es eben in der Sparte schon auswendig kenne. Dennoch hat er das ganze in ein interessantes Licht gerückt. Sowieso ist der Autor sehr talentiert auf seine eigene Weise zu beschreiben, Details einzubringen. 

Sonstiges.
Die Geschichte an sich ist lesenswert, aber ich hätte mir zu Anfang wirklich mehr davon erwartet. Gruselfaktor war auf jeden Fall da, aber der Schreibstil war einfach nicht so mein Ding, weswegen ich da irgendwie in der Luft schwebte. Trotzdem kann ich es auf jeden Fall an Leute weiterempfehlen, die sich vielleicht mal an das Genre rantasten wollen. Vor allem, wenn sie sich davor fürchten, gleich etwas für Erwachsene in der Sparte zu lesen, sollten sie das hier einfach mal wagen. 



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 3/5

Punktzahl insgesamt: 32,5/50

3 Sterne

Samstag, 30. November 2013

The Legion - Der Kreis der Fünf - Kami Garcia







Daten.
Verlag: cbj Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 336 Seiten
Genre: Mystery/Jugendbuch
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 13 Jahren
Erscheinungsdatum: Oktober 2013 







Handlung & Stil.
Als ich hörte, dass es in dem Buch um Geister geht, musste ich es haben. Das stand außer Frage. Zu Anfang war ich auch wirklich davon angetan, obwohl ich mich immer wieder fragte, warum. Denn im Grunde hat mir das Buch gar nichts gegeben. Wenn mich jemand fragte, ob es mir gefällt, konnte ich immer nur sagen: Ja. Aber warum, das wusste ich nicht. Im Nachhinein schätze ich, dass es einfach an dem einfachen und schnell leserlichen Schreibstil lag. Man merkt, dass es für junge und nicht zu anspruchsvolle Leser geschrieben wurde und die Autorin jetzt nicht gerade mit irgendetwas gefordert hat. Nicht mal mit Emotion. 
Leider blieben die Emotionen in dem Buch extrem blass. Schon anfangs, als die Szene mit der toten Mutter kam, hab ich mich gefragt, wieso man diese nicht mit etwas Dramatik schmückt oder wenigstens mit den Worten, die den gewünschten Effekt hervorrufen. Aber nichts. Es kam nichts rüber, kein Schmerz, keine Trauer, einfach trockene Worte ohne Hintergrund. Leider zog sich dieses Gefühl für mich durch das ganze Buch. Und irgendwann begann es mich schlichtweg zu langweilen.
Es gab in dem Buch wirklich ein paar gute und spannende Momente. Allerdings bestanden die eben nur aus denen, wo die Geister am Start waren. Die Vorbereitungen waren irgendwann ausgelutscht und uninteressant und wirklich viel Zwischenmenschliches passierte jetzt auch nicht bei den Charakteren. Es gab einige Aussagen der Hauptperson, ob jetzt im Off oder im Dialog, die wirklich schön waren und richtig gute Ansätze für eine gute Geschichte geboten hätten. Leider waren das aber zu kleine Lichter am Horizont, die es nicht schafften, gegen die Leere anzukommen, die in dem Buch herrschte.
Ich hätte mir da wirklich viel mehr erwartet, aber leider wurde es nach der Hälfte zunehmen uninteressant. Ich tat es alles eher mit einem Schulterzucken ab, als aufmerksam der Handlung zu folgen. Für mich steht es wirklich in Frage, ob ich die Geschichte weiterführen werde. Bisher interessiert mich nicht wirklich, was weiter passiert, weil eigentlich ohnehin alles offensichtlich daliegt. Ich glaube kaum, dass die Autorin irgendwie überraschen würde. Aber bis das nächste Buch erscheinen wird, vergeht ja noch genügend Zeit, in der ich mir das noch mal durch den Kopf gehen lassen kann. 

Charaktere & Schauplatz.
Wie schon erwähnt passiert zwischen den Charakteren nicht viel. Sie waren regelrecht austauschbar und niemand hatte irgendetwas an sich, dass ich nicht innerhalb eines Tages vergessen könnte. Obwohl viele Charaktere wirklich nett waren, konnte ich mit ihnen nicht wirklich wahr werden. Es war, als würde ich eine Stunde durch ein anderes Land rennen und Gesprächsfetzen mitbekommen, kurz abchecken, wer mir sympathisch ist und wer nicht und dann wieder gehen und nicht mehr drüber nachdenken, weil ich die Leute ohnehin nie wieder sehen werde. Das ist leider keine gute Basis für ein Buch. Für mich tragen die Charaktere einfach alles, was in einer Geschichte besteht und wenn da was schief geht, fällt die ganze Story flach. Und genau war hier für mich der Fall.
Die Schauplätze waren interessant, aber auch nicht wirklich spektakulär. Es kam mir zwischendurch vor, als hätte die Autorin irgendwie abgeschaut. Es gab eine Szene, die mich unfassbar an einen meiner absoluten  Lieblingshorrorfilme erinnert hatte und wo ich schon dachte: Ok, jetzt steigt da gleich eine Schwarzhaarige im versifften Nachthemd raus killt dich. Hätte mich nicht gewundert, denn die Grundstory stimmte ja so gut wie überein. Andere Geister, die darin vorkommen waren auch nicht wirklich von Ideenreichtum geprägt, aber die Situationen an sich waren trotzdem recht unterhaltsam erzählt. Man hat allerdings gemerkt, dass es eher was für die junge Fraktion war. Ich hätte da auch eine Folge 'Die drei Fragezeichen' hören können, das wäre definitiv gruseliger gewesen. Bei den Gänsehaut-Romanen grusele ich mich heute noch ab und zu und die sind für achtjährige… 

Sonstiges.
Für mich ein Buch, das schlichtweg okay war, aber leider nicht mehr. Empfehlen kann ich es wirklich jüngeren Lesern, die weniger auf Liebesgeschichten abfahren und wirklich mal was anderes lesen wollen. Für die wird es sicher ein tolles Erlebnis sein. Ich dachte anfangs auch, dass es das für mich sein würde, aber leider wurde ich mit der Seitenzahl dann stetig enttäuschter.



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 2,5/5
Sprache: 2,5/5
Charaktere: 2,5/5
Unterhaltungswert: 3/5
Überraschungseffekte: 2,5/5
Nachdenklichkeit: 2/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 4,5/5 

Punktzahl insgesamt: 30/50

2,5 - 3 Sterne

Donnerstag, 28. November 2013

Das Geheimnis von Ella & Micha - Jessica Sorensengtn







Daten.
Verlag: Heyne 
Preis: 8,99€
Seitenzahl: 288 Seiten
Genre: Young Adult
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: November 2013








Handlung & Stil.
In dem Buch ist einiges los und es dauerte ungefähr zwei Zeilen, bis ich komplett in dieser Geschichte versunken war. Ellas und Michas Geschichte haben mich komplett eingenommen und mitgezogen, von der ersten bis zur letzten Zeile. Die Autorin hat ein unfassbares Talent, Gefühle in realistische Worte zu verpacken, die neben den anderen Worten förmlich auferstehen und Gestalt annehmen. 
In diesem Buch existieren Charaktere wie Handlung, die einfach einzigartig sind und so lebendig geschaffen wurden, dass man entweder glaubt, selbst ein Stück Ella zu sein, oder eine Freundin von ihr. Ich habe es selten erlebt, dass jemand mit einfachen Worten so viel Großes erschaffen kann, wie diese Dame, die das Buch geschrieben hat. Für mich ist es definitiv ein Meisterwerk im Young Adult Genre und lesenswert für alle, die gerne tiefgründige Geschichte und Charaktere haben, zwischendurch mal etwas Leichtigkeit und vor allen Dingen Liebe. 
Der Stil kommt grundsätzlich ohne Kitsch aus. Das würde zu den Charakteren auch gar nicht passen. Wenn es mal gefühlvolle Momente gibt, wirken sie absolut authentisch und keineswegs überspitzt. Es wirkt wie aus dem richtigen Leben gegriffen und das Herz des Lesers pocht beim Lesen mit.




Charaktere & Schauplatz. 
Ella und Micha sind beide Menschen, die die Gefahr lieben. Schnelle Autos, Abenteuer und Partys. Nachdem Ella acht Monate weg war und sich eine Scheinidentität aufgebaut hat und mit einem Mädchen befreundet ist, die der Typ Mädchen ist, den sie als damalige Ella nicht mal mit dem Arsch angeschaut hätte. 
Beide haben in ihrem Leben schon viel durchgemacht. Ellas Mutter hat sich umgebracht und ihr Vater ist Alkoholiker. Zu ihrem Bruder hat Ella ein sehr schlechtes Verhältnis, aus diversen Gründen, die man dann im Laufe der Geschichte erfährt.
Micha lebt mit seiner Mutter zusammen. Sein Vater hat die beiden ziemlich früh verlassen und natürlich hat auch das bei ihm Spuren hinterlassen. 
Auch Lila, das reiche Mädchen, das anfangs so unbeschwert und glücklich erscheint und Ella zuhause absetzt, als sie im Sommer die Uni verlassen, hat ein paar Probleme. 
Ich finde, dass man in diesem Buch ganz deutlich sieht, dass jeder Mensch sein Päckchen zu tragen hat und es auch hinter einer schönen Fassade manchmal brenzlig aussehen kann. Ebenfalls lernt man aus diesem Buch, dass es nichts bringt vor seinen Problemen wegzulaufen, dass man sich manches im Leben einfach stellen muss. Der Schmerz gehört im Leben mit dazu und das einfach zu ignorieren, kann einen mehr kaputt machen, als man denkt.
Die Schauplätze in dem Buch sind ebenso wundervoll, wie der Rest. Man kann sich alles gut vorstellen und alles wirkt stimmig und harmonisch und obwohl die Örtlichkeit, in der Ella und Micha zuhause sind, nicht gerade die beste Gegend ist, ist man gerne dort. Selbst die Bedrücktheit in Ellas Zuhause hat etwas für sich und man rutscht immer tiefer in die Geschichte und lernt die Details zu lieben, egal in welche Richtung sie gehen. 

Sonstiges.
Ein unglaublich gutes, atmosphärisches Buch. Die Autorin hat richtig viel zu bieten und hat sich in kürzester Zeit in mein Herz geschrieben. Ella und Micha wird man so schnell nicht vergessen können und ich freue mich tierisch auf die Fortsetzung, die im Januar auf den Markt kommen wird. 



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Charaktere: 5/5
Sprache: 4,5/5
Unterhaltungswert: 5/5
Überraschungsmomente: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 4/5 
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 45/50

5 Sterne

Montag, 25. November 2013

Im hohen Gras - Stephen King & Joe Hill






Daten.
Verlag: Heyne
Preis: 1,99€
Seitenzahl: 72 Seiten
Genre: Horror
Format: Ebook
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: August 2013







Handlung & Stil.
Selbstverständlich kann man von King nicht das Erstbeste erwarten, was einem in den Sinn kommt, wenn man diese Inhaltsangabe liest. Ich glaube, da hat so jeder gleich ein Schema vor Augen, dass man eben schon tausend Mal gesehen oder gelesen hat: Im Gras warten böse Menschen und sie hacken auf die Leute ein, irgendwelche bekloppten Hinterwäldler, die ihr Fleisch wollen. 
Natürlich haben King und Hill sich da etwas ganz anderes ausgedacht. Als Meister des Horrors hat er etwas erschaffen, das jeden Leser mit den Knien schlackern lässt. Diese kleine Kurzgeschichte hat mich auf den ersten 40 Seiten sichtlich das Fürchten gelernt und ich war vollkommen in der Geschichte drin. Der Stil hat mich anfangs etwas aufgeregt, weil King mal wieder ein gewisses Stilmittel verwendet hat, was mich an seinen Geschichten immer tierisch aufgeregt hat. Ich möchte euch kurz ein Beispiel geben. 
''Schwanger mit neunzehn', sagte Mrs. DeMuth.
'Du warst mit neunzehn doch auch schwanger', sagte Mr. DeMuth.
'Ja, aber ich war verheiratet', entgegnete Mrs. DeMuth.
'Und das mit einem verdammt netten Kerl', sah sich Mr. DeMuth veranlasst hinzuzufügen.'
Ich weiß, dass King natürlich damit etwas bestimmtes hervorrufen möchte, beziehungsweise hat er natürlich seine nachvollziehbaren Gründe, warum er schreibt, wie er schreibt. Daran lässt sich auch nicht rütteln und ich möchte dahingegen auch keinesfalls etwas kritisieren, denn seine Stilmittel habe ich teilweise im Buch 'Das Leben und das Schreiben' fast studiert, um mir selbst Wissen anzueignen. Aber Fakt ist eben auch, dass mich ein solcher Dialog tierisch auf die Palme bringt. Dieses ständige Wiederholung des Namens, anstatt mal zu schreiben 'entgegnete seine Frau' oder sonst etwas in der Art. Für mich ist das einfach schrecklich zu lesen, aber ansonsten kann ich zu dem Stil in der Geschichte nur sagen, dass er was hermacht. Ich fühlte mich, zu meinem Überraschen, wirklich unterhalten und das habe ich bei King ja selten. Von Joe Hill hab ich bisher noch nichts gelesen, inwiefern er jetzt in der Geschichte Einfluss hegte, kann ich also nicht wirklich beurteilen. Aber die Zusammenarbeit ist den beiden hier meines Erachtens nach wirklich gelungen. 
Um noch einmal auf die Handlung zu sprechen zu kommen. In diesem Buch haben Illusionen einen hohen Punkt, was mich persönlich sehr begeistert hat. Ich fühlte mich gleich sofort mitgerissen und hab die Angst der Hauptpersonen gespürt und dieses Gefühl hielt auch noch an, nach dem ich das Buch abends zuklappte.
Die zweite Hälfte der Geschichte fand ich auch noch okay, aber die Richtung, in die es dann kurzzeitig abdriftete, gefiel mir leider gar nicht mehr gut. Und dann war die Geschichte kurz darauf auch schon zu Ende. 

Charaktere & Schauplatz.
Fakt ist wohl, dass ich nie wieder ohne Angst ein Maisfeld oder sonstiges in der Art betrete, was wirklich hochgewachsene Pflanzen hervorbringt. In dem Bezug darauf werde ich wohl immer wieder an Kings Geschichte denken müssen und mich fragen, ob so etwas nicht wirklich passieren kann. 
Das tolle an seinen Geschichten ist eben, dass man ihm jedes Wort glaubt. Ich weiß nicht, wie dieser Mann das macht, aber wenn er dich mal in die Klauen bekommen hat, ist es wie als Kleinkind in Papas Schoß. Egal ob er von einem blauen, gelben oder grünen Elefanten spricht, ob dieser fliegen kann oder pupsen, oder ob er dir erzählt, dass ein Drache dich als Kind bei ihm abgeliefert hat: Du glaubst es ihm. King nimmt als Erzähler irgendwie eine ähnliche Stellung ein.
Die Charaktere waren für eine so kurze Geschichte natürlich gut durchdacht. Wie immer erfährt man zu Anfang etwas über ihr Leben, sodass man gleich eine richtige Szene vor Augen hat. Am besten gefiel mir aber tatsächlich die Idee der Geschichte, welche die Charaktere wirklich gut rübergebracht haben. 

Sonstiges.
Für zwischendurch kann ich die Geschichte wirklich empfehlen und ich bitte euch darum, euch von den negativen Meinungen bei Amazon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Als ich diese gelesen habe, hatte ich wirklich den Gedanken gehabt, ob ich das Buch überhaupt verkrafte, weil die sogenannten Rezensionen dort, von Kannibalismus sprachen und Ähnlichem. Ich hatte wirklich Angst, dass ich das Buch nachher abbrechen muss, weil es zu eklig wird. Aber glaubt mir eines, meine Lieben, manche Menschen finden in jeder Suppe das kleinste Haar. Ich fand persönlich auch, dass ein paar kleine Szenen nicht unbedingt hätten da sein müssen. Allerdings ist es im Grunde nicht mehr als passend zum Zusammenhang gewesen und somit nachvollziehbar und vor allen Dingen überhaupt nicht so schlimm, wie es dargestellt wurde. Das steht man schon durch, keine Frage. 



Bewertung.
Aufmachung: 2,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Überraschungseffekte: 3/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Bildungswert: 2,5/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 36/50

3 Sterne

Montag, 18. November 2013

Lost Places - Johannes Groschupf





Daten.
Verlag: Oetinger Taschenbuch Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 237 Seiten
Genre: Jugendroman, Thriller, Abenteuer
Format: Broschierte Ausgabe
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: November 2013







Handlung & Stil.
Ich habe vor dem Kauf des Buches nicht wirklich gewusst, in welche Richtung es geht und leider wurde ich in diesem Punkt etwas enttäuscht. Allerdings tut das kaum etwas zur Sache, denn die Geschichte an sich ist wirklich lesenswert. Es ist sehr kurzweilig geschrieben, dazu unglaublich spannend und mit wirklich tollen Charakteren gesegnet. Man merkt bei dem Buch schon, dass der Autor ein wenig Ahnung vom Fach hat, auch wenn er sich wohl das erste mal einem Jugendroman gewidmet hat. Obwohl die Sprache an vielen Stellen wirklich sehr jugendlich gehalten ist, was in dieser Form und in dieser Geschichte auch absolut angebracht ist, ist es wirklich angenehm zu lesen, auch wenn man selbst dieser Sprachart nicht so ganz verfallen ist. 
Der Schreibstil an sich ist sehr einfach und locker und harmoniert somit wunderbar mit der Materie. 

Charaktere & Schauplatz.
Das Buch spielt in Berlin und allein deswegen können sich wohl einige Menschen damit identifizieren. Für Berliner ist es mit Sicherheit einen Tick spannender, als für andere, weil sie die Gegenden kennen, in denen es spielt, die verlassenen Plätze kennen und vielleicht sogar heimlich selbst mal dort waren. Berlin hat einfach ein besonderes Feeling und einen Ausdruck, der die Geschichte wirklich noch mal lebendiger und greifbarer macht. Berlin hat absolut nicht mein Lebensgefühl und ich würde nicht mal für Geld hinziehen wollen, (Sorry an meine Leser und Zuschauer, die dort leben…) aber für die Geschichte ist diese Stadt Gold wert. 
Die Schauplätze kann man sich recht gut vorstellen und gerade dann, wenn man selbst schon mal in einer verlassenen Fabrikhalle oder Ähnlichem zugegen war. Wenn man selbst weiß, was für ein Nervenkitzel dahintersteckt.
Die Charaktere waren wirklich gut. Die Mädels Kaya und Moe waren einerseits recht unterschiedlich, aber trotzdem die besten Freunde. Die Mädels waren in tollen Eigenschaften verpackt, die die heutige Jugend gut repräsentiert und auch die drei Jungs waren gut aufgebaut. Lennard war jetzt kein Charakter, der mein bester Freund hätte werden können, aber es war ganz nett ihn zu begleiten. Leider hat man von den beiden Mädchen viel mehr erfahren, als von Steven und Chris, denen eigentlich auch eine wichtige Rolle zuteil wird. Aber im Gesamtpaket war alles okay.

Sonstiges.
Ich kann das Buch auf jeden Fall denjenigen empfehlen, die gerne mal zwischendurch auf Abenteuerreise gehen und sich dabei wirklich mittendrin fühlen wollen. Steht ihr auf Gefahren, fürchtet ihr euch gern oder liebt die Dunkelheit? Dann seid ihr hier absolut richtig. Dazu gibt es eine gute Portion soziales Umfeld plus skurrile Charaktere, die das ganze noch einmal spannender und echter wirken lassen. Ich fand's gut.
Ein weiterer Pluspunkt für mich als großer Breaking Bad Fan: Im Zusammenhang mit Drogen wird sogar der gute Heisenberg erwähnt. (; Oh ja,…. dies wurde von mir mit einem Post-it markiert. 



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 39/50

4 Sterne

Montag, 11. November 2013

Im Garten der Pusteblumen - Noelia Blanco und Valeria Docampo





Daten. 
Verlag: Mixtvision
Preis: 13,90 €
Seitenzahl: 40
Genre: Bilderbuch
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 36 Monate bis 7 Jahre
Erscheinungsdatum: Juli 2013







Handlung & Stil.
Dieses Buch ist ein Bilderbuch und daher kann man nicht wirklich von einem Stil sprechen. Jedenfalls nicht, was das Schreiben betrifft. Was die Zeichnungen betrifft allerdings schon und da muss ich sagen, dass diese mir unglaublich gut gefallen haben. Auf diesen Bildern entdeckt man wirkliche Leidenschaft, Liebe zum Detail, Können und einfach eine wertvolle Geschichte, die sicherlich nicht nur etwas für Kinder bis sieben Jahre ist. Ich verstehe ohnehin nicht, wieso man so etwas nur Kindern vorlesen oder zeigen sollte. Erwachsene können sich aus diesen Bilderbüchern so viel nehmen, so vieles, was vergessen wurde, die kleinen Dinge, die eigentlich wichtigen Dinge des Lebens. Ich finde solche Bücher unglaublich wertvoll. In kleinen Sätzen kann man so viel erzählen. Dafür braucht es keinen Roman, einfach nur wunderschöne Zeichnungen, die ohnehin mehr als tausend Worte sprechen.

Charaktere & Schauplatz.
Anna, die kleine Schneiderin, hat es mir schon von vornherein angetan. Als ich sie auf dem Cover sah, musste ich das Buch einfach haben. Ich wollte die Geschichte lesen und kennenlernen. Das Tal der Windmühlen ist wundervoll gezeichnet, das Buch umgibt wirklich eine kleine Magie, in die man tauchen kann und ich habe beim Lesen und Blättern ständig gelächelt. 

Sonstiges.
Ein wirklich schönes Bilderbuch, das für den Preis wirklich umso schöner ist. Eine Geschichte, die einem etwas über das Leben erzählt, in den kleinsten Sätzen. Auch wenn man nur 40 Seiten mit Anna verbringt, wird man sie so schnell nicht vergessen. Ich fand sie einfach wundervoll. 


Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 5/5
Überraschungseffekte: 3/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Bildungswert: 4,5/5
Lesetempo: 5/5 

Punktzahl insgesamt: 45/50

5 Sterne


Freitag, 8. November 2013

Vom Glück mit Katzen zu wohnen - Maike Grunwald und Anja Hölper



Daten.
Preis: 29,95€
Seitenzahl: 160 Seiten
Genre: Bildreportage 
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 0
Erscheinungsdatum: August 2013







Handlung & Stil.
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und für alle Katzenliebhaber ein Muss. Die darin enthaltenen Fotos der freiberuflichen Fotografin Anja Hölper, die seit 2000 in dem Beruf arbeitet, sind unglaublich toll und wirklich schön anzusehen. Die Katzen darin sind genau wie die Wohnungen der Interviewten einfach grandios dargestellt. Als hätten die Katzen es genossen für die Kamera zu posieren. Und manche davon haben das sogar ganz sicher!
Die Autorin des Buches, Maike Grunwald, hat wirklich tolle Arbeit geleistet. Oftmals kommen solche Berichte ja extrem gestellt rüber, eben wie eine Dokumentation, ein trockenes Interview, das die Leute einfach in ganz besonders tolles Licht stellen soll. An einer Stelle war das auch so, aber auf den anderen 159 Seiten habe ich praktisch ein ganz neues Genre für mich entdeckt. Jedenfalls würde ich jederzeit wieder zu einem solchen Buch greifen, wenn es um Katzen geht.

Charaktere & Schauplätze.
Für Fans und Leser von Kerstin Gier sollte das Buch schon recht interessant sein. Wer schon immer mal wissen wollte, an welchem Platz sie schreibt, wie sie lebt, wie ihr Haus und ihr Garten aussieht, dann solltet ihr diesem Buch auf jeden Fall einen Blick zuwerfen. Man erfährt von etlichen Künstlern, Autoren und Schauspielern einen privaten Einblick, der wundervoll, aber dennoch distanziert ist. Man erfährt also eigentlich etwas Privates und gleichzeitig einen Hauch von Nichts. Letztendlich dreht es sich ja auch nur um die Katzen, denn eigentlich sind sie die Hauptpersonen des Buches. Wie verhalten sie sich, was lieben ihre Menschen an ihnen und wie sind sie überhaupt zu ihren wundervollen Begleitern gekommen. An Vielfalt mangelt es dem Buch kaum und es ist wirklich spannend über kreative Menschen zu lesen, die mit Katzen leben, vor allem, wenn man selbst eben auch in irgendeiner Form dazugehört. Oftmals findet man sich oder seine eigene Katze in dem Buch wieder und man schmunzelt und nickt dabei. 

Sonstiges.
Mir hat das Buch wirklich viel gegeben und auch die Einrichtungen der Häuser war unglaublich interessant. Wie leben kreative Menschen, wie sieht ihre Wohnung aus. Auch solche Fragen werden hier beantwortet und man kann sich wirklich darin verlieren. Man kann sich inspirieren lassen und wird richtig verträumt. Ich würde es auf jeden Fall Menschen empfehlen, die mit Katzen etwas anfangen können, aber auch gerne denjenigen, die es eher auf Einrichtungen abgesehen haben. Denn auch da bietet das Buch eben wirklich etwas Neues. Wer sich privat auch gerne mit diversen Berühmtheiten auseinandersetzt, die jetzt vielleicht auch nicht jeder kennt, der ist hier ebenfalls gut bedient.
Wirklich ein sehr sympathisches, bereicherndes Buch, das man im Regal haben sollte, wenn man eines der drei aufgezählten Dinge mag. Da lohnt sich auch der Preis. 



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Idee: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 44,5/50

5 Sterne



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Donnerstag, 31. Oktober 2013

Der Schlüssel zu allem - Sarah Moore Fitzgerald





Daten.
Verlag: Bloomoon Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 200
Genre: Jugendroman
Fomat: Gebunden
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2013





Handlung & Stil.
Das Buch ist insgesamt ein sehr ruhiges und eine sehr zarte Geschichte. Sie ist nicht gerade facettenreich und bietet keine großen Abenteuer. Aber wenn man sich auf die Geschichte einlässt, die Cosmo erzählt und erlebt, dann kann man eine schöne Zeit damit haben. 
Es ist etwas, das mein Herz zwar nicht berührt hat, aber an der Oberfläche gekratzt hat es schon. Es ist eine Geschichte, die man gut jetzt zur Weihnachtszeit lesen kann. Es ist wie ein kleines Märchen, etwas das einem vielleicht nicht gerade Hoffnung gibt, aber ein Stück Liebe, ein Stück Zeit und ein Stück Mut, die Dinge anzupacken und etwas aus dem zu machen, was man hat.
Der Schreibstil ist ruhig und angenehm, es ist leicht zu lesen, aber für mich persönlich etwas, mit dem nur etwas ältere Leser etwas anfangen können. Lesen können es natürlich alle, da es für jedes Alter gerecht geschrieben wurde, wenn man von einer Szene absieht, die ich Kindern nicht unbedingt vorlesen würde oder sie lesen lassen würde, weil so etwas für mich nicht in Kinderohren gehört. Die Welt ist grausam und das werden Kinder schon noch früh genug erfahren. Da müssen wir sie mit solchen Aspekten in Geschichten nicht noch zusätzlich füttern. Geschichten für Kinder sollen eine heile Welt beinhalten, in der nicht viel Böses geschieht und wenn schon, dann nicht in dieser Form.
Erwachsene oder Menschen in meinem Alter können mit dieser Geschichte noch mal auf einer ganz anderen Ebene verschwinden, ganz andere Denkansätze ausleben und einfach viel mehr damit anfangen.




Charaktere & Schauplatz.
Mir wurde der Schauplatz nicht genug beschrieben. Allerdings hätte es die Geschichte in dieser Form auch nur noch in die Länge gezogen. Die Geschichte ist recht kurz und trotzdem ist sie lang genug. Die Charaktere helfen nicht gerade dabei, dass es spannend wird. Sie sind gut bearbeitet und sind authentisch und wundervoll, aber es blieben für mich einfach ein paar Märchenfiguren. Leider nicht mehr. Eine Geschichte, die ich sofort abschließe, wenn ich das Buch wieder zuklappe.
Cosmo war ein lieber Junge, über den man aber auch hätte einiges mehr erfahren können. Seine Gefühlswelt hätte sich noch weiter ausprägen lassen und es hätte der Geschichte noch etwas mitgegeben, was meiner Meinung nach wertvoll gewesen wäre. Somit blieben die Charaktere aber weitgehend neblig. Detailreich, aber neblig.
Der Schauplatz war an sich recht interessant und auch die ganze Atmosphäre im Buch wurde von Seite zu Seite dichter und man fühlt sich wirklich beim Lesen wie von einer Zeitschleife umhüllt. Als wäre man tatsächlich in einer anderen Welt, einer Traumwelt, etwas Unwirklichem. Ich habe mich zeitweise wirklich so gefühlt, als würde ich träumen... Das Buch vermittelt schon etwas Besonderes.

Sonstiges.
Ich würde das Buch auf jeden Fall Lesern ans Herz legen, die Lust auf etwas ruhiges, märchenhaftes wollen, das einem etwas über das Leben lehrt und wirklich irgendetwas hinterlässt. Das Buch beinhaltet ein doch tiefgründiges, ernstes und gesellschaftliches Thema, das eben heutzutage viele Familien mit älteren Menschen betrifft. Ein paar schöne Sätze zum Merken sind ebenfalls in der Geschichte enthalten und alleine dafür lohnt es sich schon, mal einen Blick zu riskieren.


Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Überraschungseffekte: 2,5/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 32/50

3 Sterne

Dienstag, 22. Oktober 2013

Godspeed #1 - Die Reise beginnt - Beth Revis






Daten.
Verlag: Dressler Verlag
Preis: 19,95€
Seitenzahl: 448 Seiten
Genre: Sci-Fi/Fantasy/Jugendbuch
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2011






Handlung & Stil.
Nachdem der Anfang des Buches sehr spannend war und man erst mal Feuer und Flamme war zu erfahren, wie das mit dem Einfrieren nun funktioniert und was es genau damit auf sich hat, fällt das Buch leider bereits in ein Loch. Ein Loch auf triefender Langeweile. 
Im Endeffekt ist es so, dass dieses Loch schon wichtig für die Geschichte ist, denn immerhin wird viel erklärt und erläutert, was man wissen muss, um der Geschichte zu folgen. Leider wurde dies in keiner Weise spannend geschrieben, sondern eintönig und langatmig und mit sehr viel Technik. Wer sich mit Technik absolut nicht auseinandersetzen will, der muss die ersten 50 Seiten durchstehen, um vielleicht ein wenig Spaß mit dem Buch zu haben. 
Ab Seite 100 kam das Buch dann etwas in Fahrt. Amy ist mittlerweile wach geworden und erlebt jede Menge krasse Dinge auf der Godspeed und mit den Menschen, die alle gleich aussehen. All dies hat natürlich seine Gründe. Es gibt gewisse Bauern und Versorger, die ziemlich weggetreten erscheinen und nicht wirklich bei Sinnen. Amy hat auf diesem Schiff sehr viel zu entdecken, doch dies wird kein Abenteuerlauf. Es wird richtig gefährlich für sie. 
Der Stil der Autorin ist sehr einfach, manchmal wirklich einfallslos und zu schlicht, als dass ich es gut finden könnte. Vereinzelt waren ein paar Sätze drin, die schön waren, ein paar Szenen, in denen man richtig mitgefiebert hat. Letztendlich muss ich aber leider sagen, dass es zwar spannend war, mich aber nichts wirklich berühren konnte. 
Ich konnte Amys Leid nachvollziehen, was sie durchmacht. Sie vermisst ihre Eltern, sie wacht auf in einem großen Nichts, in einem Raumschiff, das ihr nichts geben kann. Sie steht vor jeder Menge Entscheidungen. Aber es hat mich nicht erreicht. Ich habe mir zwar gedacht, wie schlimm das alles sein muss, aber eben nur mit dem Verstand und kein bisschen mit dem Herzen. 

Charaktere & Schauplatz.
Mit Junior hatte ich zu Anfang meine Probleme. Eigentlich das ganze Buch über, aber ich habe mich am Ende einfach damit abgefunden. Ich hatte mit meiner Meinung schon Diskussionen auf Goodreads, deswegen versuche ich es hier noch einmal verständlicher zu machen, damit meine Meinung nicht festgefahren oder undurchdacht wirkt.
Mir ist durchaus bewusst, dass Junior nicht die Erfahrungen machen konnte, die ein Junge auf der Erde mit sechzehn Jahren gemacht hat. Ganz klar. Trotzdem ist es so, dass man mit sechzehn eine gewisse Reife vorweist, gewisse Züge des Alters, gewisse Handlungen, Aktionen und Reaktionen. Und egal was Junior getan hat oder gesagt hat, ich hatte immer einen zwölfjährigen Jungen vor Augen. Einen zwölfjährigen Jungen und ein sechzehnjähriges Mädchen. 
Das mag vielleicht daran liegen, dass Junior sehr verweichlicht war, sich nicht durchsetzen konnte, es auch nicht wirklich oft versucht hat, vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass ich es ganz allein so empfunden hab beim Lesen. Vielleicht ist auch die deutsche Übersetzung einfach scheiße und für Junior etwas mies ausgefallen, kann auch sein. Für mich muss ein Junge keineswegs immer enorme Stärke aufweisen, viel Selbstbewusstsein oder Machogehabe. Das letztere schon mal gerade gar nicht, denn das hasse ich. Aber trotz allem wünsche ich mir, dass ein Charakter seinem genannten Alter entsprechend auf mich rüberkommt. Und das konnte Junior absolut nicht erfüllen.
Trotzdem fand ich ihn natürlich sympathisch, in meinen Augen als kleiner Junge, der zwar clever ist, es aber nicht gerade nutzt. Vielleicht, oder ganz bestimmt, ändert sich das in den Folgebänden noch und er wird sicher erwachsener werden und ein guter Anführer, aber... da ich eben jetzt dieses Buch hier rezensiere, kann ich auch nur zu diesem etwas sagen und nicht zur Gesamtentwicklung des Ganzen.
Amy war ein sehr taffes Mädchen, das recht präsent war, allerdings hatte sie gar nicht mal die große Sympathie von mir. Sie war mir eigentlich ziemlich egal, ich mochte sie nicht sehr, aber ich fand sie auch nicht scheiße. Wen ich sehr gern im Buch mochte, das war Harley. Harley war eigentlich meine Lieblingsperson. Er hatte von allen die wunderbarsten Charakterzüge, die auch sehr interessant waren und ich hätte gerne noch viel, viel mehr über ihn gelesen.
Das Schiff als Schauplatz ist ganz spannend, wenn man sich für so etwas interessiert. Ich war da von Anfang an skeptisch, hab mich aber gerne mal darauf eingelassen. Ich fand es nun im Endeffekt auch ganz ok, denke auch, dass eine interessante Verfilmung wirklich gut möglich wäre und das Schiff hatte wirklich interessante Aspekte.

Sonstiges.
Insgesamt würde ich es als ein lesenswertes Buch bezeichnen, was man aber sicher nicht gelesen haben muss. Wenn man sich für Technik und Science Fiction interessiert, könnte das hier auf jeden Fall ein schönes Buch sein, das vielleicht auch viel Abwechslung in dem Genre bieten kann. 
Wenn man jetzt allerdings gar nichts davon mag, dann könnte es passieren, dass man sich ziemlich langweilt, so wie ich. Es war letztendlich ein spannendes Buch, man will wissen, wie es weitergeht, aber es wäre jetzt auch kein Weltuntergang, wenn man es niemals erfahren würde. Denn letztendlich wissen wir ja, dass sie irgendwann ankommen. Die Frage ist eben nur... wer kommt mit Amy an und wer fällt vorher irgendwem zum Opfer? (;



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charakter: 2,5/5
Unterhaltungswert: 3/5
Überraschungseffekte: 2,5/5
Nachdenklichkeit: 2/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 31,5/50

3 Sterne

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Haunted - Bentley Little




Daten.
Verlag: Voodoo Press
Preis: 12,95€
Seitenzahl: 397 Seiten
Genre: Horror
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: August 2013
Verlagsseite: http://www.voodoo-press.com






Handlung & Stil.
Bentley Little schafft es, die Stimmung von der ersten Seite an, bis zur letzten aufrecht zu erhalten. Es beginnt ziemlich direkt mit den ersten Vorkommnissen und den ersten seltsamen Erlebnissen im Haus, die auch dem Leser zu Anfang schon eine Gänsehaut bescheren können. Wenn man sich Zeit für das Buch nimmt, hat man die Möglichkeit, jeden einzelnen Schauer zu spüren und sich richtig zu gruseln. 
Der subtile Horror ist etwas ganz Besonderes und kommt weitgehend ohne Blut aus. Wer sich also davor fürchtet, kann das Buch, bis auf ein zwei kleine Stellen, durchaus ohne Sorge lesen. Wer allerdings kein Freund des Paranormalen ist, kein Freund von Geistern und Erscheinungen, Dämonen oder Stimmen im Kopf, der wird hiermit wahrscheinlich keine guten Stunden haben. Das Buch steckt voller atemloser Momente und es ist ein wahrhaftes Erlebnis. 
Meinen Geschmack hat Bentley genau getroffen. Sein Stil ist eigen, er hat durchaus Wiedererkennungswert und er hat Talent dem Leser wirklich seine eigenen Urängste noch mal näher zu bringen. Er verbindet unglaublich gut das ganz normale Alltagsleben eines jeden mit den Ängsten, die wir alle in einer Form schon mal miterlebt haben. Jeder von uns hat sich schon mal einen Schatten eingebildet, jeder von uns schon mal Dinge, die scheinbar wie von Geisterhand geschahen und jeder von uns hat sich schon mal bei einem Stromausfall, flackerndem Licht oder Geräuschen im Haus gefürchtet, wenn er alleine war. Es ist ein Spiel mit den Sinnen, ein Spiel mit dem eigenen Verstand und Bentley Little schafft es, diesen Verstand eindeutig zu verwirren und auf die Probe zu stellen.

Charaktere & Schauplatz.
Von Anfang an begleitet man die Charaktere abwechselnd in den Kapiteln. Da haben wir einmal den Vater Julian, die Mutter Claire, den Sohn Jason und die Tochter Megan. Allesamt sind Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann. Sie sind super durchdacht, jeder handelt auf seine Weise und man kann die Personen mit der Zeit sogar einschätzen und man lernt sie zu mögen. Es gab nicht einen Charakter, wo ich weniger gerne begleitet habe, was ich aus anderen Büchern nur zu gut kenne. Normalerweise hasse ich einen Perspektivwechsel, aber hier bei Bentley muss ich wirklich sagen, dass mir alle Charaktere richtig gut gefallen haben. 
Dazu gab es natürlich auch ein paar Widersacher in diesem Buch, wo ihr euch einfach überraschen lassen müsst. Ich fand die Leute einfach klasse und genial und das Buch ist in sich einfach total stimmig. Es passieren Dinge, die man einfach nicht verpassen darf, wofür allein es sich lohnt dieses Buch zu lesen. 
Der Schauplatz war natürlich richtig super und sowieso könnte ich mir das ganze richtig gut als Film vorstellen. Er würde die Kassen stürmen, das kann ich euch sagen. Das Haus ist wirklich gut beschrieben und dadurch, dass es eben auch auf dem Cover ist, bildet man sich das alles schon selbst im Kopf und auch die Beschreibungen sind mit guten Worten gewählt. Obwohl Bentley Little sich wirklich nicht mit großartigen Detailbeschreibungen aufhält, ist wirklich alles da gewesen, was man gebraucht hat und das Buch lief mir wirklich wie ein Film vor den Augen hab. 

Sonstiges.
Es gibt Pflanzen, die einfach über Nacht sterben, ohne ersichtlichen Grund, Türen die Knarren, Stimmen, die zu niemandem gehören, Erscheinungen, und vieles Weitere. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, dieses Etwas scheint immer mehr Macht über die Familie auszuüben und die letzten hundert Seiten sind einfach nur geil. Eine absolute Empfehlung für Horrorfans und auch für Neueinsteiger sehr gelungen. Bitte lesen! 



Bewertung.
Aufmachung: 4,5/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Überraschungseffekte: 5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 3,5/5 

Punktzahl insgesamt: 43/50

5 Sterne

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Days of Blood and Starlight - Laini Taylor






Daten.
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 592 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: September 2013
Bestelllink: (http://amzn.to/17rgoeA)




FORTSETZUNG ZU 'DAUGHTER OF SMOKE AND BONE'





Handlung & Stil.
Im ersten Buch wurde man von der Magie der Geschichte eingehüllt und in Hoffnung gewogen. In dem zweiten Teil muss man beweisen, wie viel Hoffnung wirklich in einem steckt und wie viel man bereit ist zu hoffen. Wie stark man ist, wie viel Mut man hat, wie viel Seele.
An Spannung und Dramatik ist dieses Buch wohl kaum zu überbieten und ich bin sehr gespannt, was die Autorin beim Finale noch rausreißen will. 
Es ist kein 0815 Schinken, in dem man sich in der Mitte schon sicher ist, wie die Trilogie am Schluss enden wird. Dieses Buch ist realistisch und es wirft Fragen auf. Wenn man einmal so verletzt wurde, wie Karou von Akiva, dann fällt man demjenigen nicht mehr einfach so in die Arme, nur weil man zu ihm eine Anziehung spürt. Weil er der einzige ist, der einem das Gefühl von Wärme geben kann. Man leidet, man ist wütend, man ist fassungslos und man ist leer. Das Herz ist gebrochen, wie ihr Wunschknochen. Einfach entzwei. Unwiederbringlich. 
Doch keinesfalls wird man mit Tränen und Leid überhäuft. Nein, Karou ist immer noch eine taffe und starke Persönlichkeit, die weiß, was sie tut und weiß, was sie zu tun hat. Und sie trägt die Leser auf Händen durch die Geschichte. Durch eine Geschichte, die ein Epos sein könnte, einfach wegen ihrer Genialität.
Der Stil ist gleichgeblieben, immer noch philosophisch und auch leicht poetisch angehaucht. Eine Sprache, die wirklich etwas aussagt, die den Leser zum Nachdenken bringt, die in fast jedem Kapitel etwas beinhaltet, das man sich zu Gemüte führen kann, man nicht sofort wieder vergisst. Die ganze Geschichte ist nicht nur die von Karou, sondern auch die des Lesers, einfach weil man sich tatsächlich mittendrin fühlt. Wie berauscht.



Charaktere & Schauplätze.
In diesem zweiten Teil gibt es die Möglichkeit ein paar Charaktere viel näher kennenzulernen. Allein die Tatsache, dass wir Akiva, Karou und auch Freundin Zuzana kapitelweise alleine begleiten. Akiva hat in diesem Buch viel zu meistern und auch Karou hat es weiß Gott nicht einfach. Im Grunde verfolgen wir hier schon fast zwei Geschichten in einem Buch, welche irgendwann wieder zusammenführen. Die auch immer zusammengehören, in einer Weise. 
Die Charaktere entwickeln sich weiter, man lernt sie besser kennen, lernt sie noch besser zu verstehen und man zweifelt keine Handlung an. Alles läuft authentisch ab und es gibt Szenen, die einfach richtig gut geschrieben waren. Szenen, die die Charaktere lebendiger machten, als vorher schon. Diese Personen haben Seele und dieses Buch lebt davon. 
Die Schauplätze waren wie immer grandios. Marokko, endlich mal etwas ganz anderes, was nicht jedes Buch vorzuweisen hat. Sandburgen und Sternschnuppen, Engel und Chimären, ein neuer Krieg oder eine neue Ära. Mittendrin sind wir, als kleiner Funke neben Karou, und wir begleiten sie durch eine schwere Zeit.



Sonstiges. 
In diesem Buch geht es sehr viel um das Bekriegen und die Beziehungen zwischen gewissen Personen, die im ersten Band nur angedeutet wurden. Es ist eine wahnsinnig gelungene Fortsetzung, die einen wieder in eine komplett andere Welt katapultiert. Nur ist es dieses Mal eine Welt, in der man nicht unbedingt bleiben möchte. Die Traurigkeit, das Blut und der Tod - ebenso der Verlust - liegen wie dicker, undurchdringlicher Nebel in der Luft und mit jeder Seite, die man blättert, atmet man ihn tiefer ein. Man droht darin zu versinken und das einzige, was wach hält, ist die Hoffnung. 
Eine Trilogie, die man nicht verpassen sollte. Wer den ersten Band geliebt hat, muss sich mit dem zweiten ins Verderben stürzen, um eventuell irgendwann belohnt zu werden. (;



Bewertung.
Aufmachung: 5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Überraschungseffekte: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 44/50

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Der Kuss der Sirene - Mandy Hubbard









Daten.
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 288 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: Januar 2013






Handlung & Stil.
Das Buch ist wirklich gut gewesen. Der Stil ist einfach gehalten, einem Jugendbuch angepasst, das man zwischendurch lesen kann, welches Freude bereitet, Spannung verbirgt und sogar Menschen zum Lesen animieren könnte, die es eigentlich eher selten oder nicht so gerne tun. Die Hauptperson ist ein Mädchen, sie heißt Lexi und ein sehr angenehmer Charakter. Sie hat ihre Probleme, die man nachvollziehen kann und somit wird man von Anfang an in ihre Gefühlswelt eingegliedert. 
Wer sich eine schöne und spannende Geschichte erhofft, die mit etwas Liebe bestickt ist, dann ist er bei diesem Buch genau richtig. Einerseits hat die Geschichte etwas leichtes, andererseits etwas bedrückendes, ernstes und melancholisches. Gleichzeitig eine Portion Magie und Zauber, die sich auf den Leser legt. Ich würde auch behaupten, dass es sogar etwas für Jungs wäre, die diesem Genre und der Art von Geschichte nicht ganz abgeneigt sind. Es ist nicht mit Kitsch durchzogen. Natürlich hat es liebevolle Aspekte und mehr oder minder spielt die Liebe auch eine entscheidende Rolle, aber dennoch ist es nicht übertrieben und die Spannung und das Leben und die Probleme von Lexi stehen im Vordergrund.
An manchen Stellen hätte ich mir die Geschichte noch etwas tiefgründiger und ergreifender gewünscht, aber das letzte Drittel des Buches hätte ohnehin alles rausgerissen. Euch erwartet ein actionreiches Finale, so viel sei gesagt. 

Charaktere & Schauplatz.
Die Charaktere sind wirklich schön gestaltet. Es gibt Personen, auf die man noch etwas mehr hätte eingehen können, aber für die Länge der Geschichte war es okay. Gerne hätte ich noch etwas mehr über Sienna erfahren, Stevens Schwester und Lexis ehemalige beste Freundin. 
Cole ist ein Charakter, der in der Geschichte eine tragende Rolle spielt, Eric ebenso. Beide haben etwas  Anziehendes, jedenfalls ist es von der Autorin so gewollt, schätze ich. Allerdings habe ich gegen Eric vom ersten Blick an eine Abneigung gehabt und ich wollte die Seiten, auf denen Lexi mit ihm zu tun hatte, am liebsten so schnell wie möglich umblättern. Es gehörte zur Geschichte, es war wichtig und es hat nicht gestört, aber wenn man Zeit mit einem Charakter verbringen muss, für den man einfach keine Sympathie hegen kann, ist man trotzdem froh, wenn er mal gerade nicht am Start ist. (;
Cole hingegen war mir total sympathisch. Ich fand ihn super. Anfangs kam er mir seltsam vor, ich wusste nicht ganz, wie ich sein Verhalten, diese plötzliche Freundlichkeit gegenüber Lexi deuten sollte. Auch Eric hat etwas Seltsames an sich. Und an diesem Punkt stellt man sich die Frage, wer wird es sein, wie wird es ausgehen, wohin führt das Ganze und wer treibt mit Lexi nur ein Spiel. Motive hätten sie beide, besonders zu Anfang und Lexi blickt nicht so viel, wie der Leser. 
Ich rate euch, nicht den Rückentext und auch nicht die Beschreibung bei Amazon durchzulesen, denn da steht von Anfang an drin, wer etwas im Schilde führt. Und das nimmt einem alles vorweg. Das Gute bei mir war, dass ich es nicht mehr wusste, als ich das Buch anfing. Daher hatte ich noch die Chance, mich führen zu lassen. Entweder ins Verderben oder ins Glück. 
Die Schauplätze waren simpel, aber schön gewählt. Es spielt viel am Meer, an einem kleinen See mitten im Wald, umgeben von duftenden Zedern. Der Sommer ist vorüber, es wird frischer und abends richtig kalt und Lexi schwimmt trotzdem und es macht ihr gar nichts aus. Das Schwimmen wird oft erwähnt, weil es für die Geschichte nötig ist und vor allem bringt es eine Gewisse dunkle Magie mit sich. 

Sonstiges.
Eine schöne Geschichte für zwischendurch, die vielleicht nicht sonderlich nachhallt, aber eine besondere Wirkung auf den Leser hat. Von der Autorin lese ich gerne wieder etwas.


Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 4/5
Überraschungseffekte: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Bildungswert: 2,5/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 36,5/50

3 Sterne