Donnerstag, 21. Februar 2013

Crossfire - Sylvia Day






Daten.
Verlag: Heyne
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 413 Seiten
Genre: Erotikroman
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 18
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Gekauft: Globus





Handlung & Stil.
Ich muss leider sagen, dass mich das Buch erst ungefähr ab Seite 200 fesseln konnte. Vorher ist alles so vor sich hin gedümpelt, es hat mich nicht wirklich interessiert, ich stellte zu viele Vergleiche zu Shades of Grey fest und hatte wirklich keine Lust auf die eine und selbe Geschichte, mit anderen Charakteren und anderem Schreibstil. Aber als ich dann tiefer in die Geschichte rutschte, Gideon näher kennenlernte und es endlich soweit war, dass die beiden ihre Probleme bekamen, die sich endlich mal nicht nur um das Sexuelle drehten, wurde ich neugierig. Und ab da hat mich das Buch dann auch wirklich eingenommen. Der Stil ist auf jeden Fall um einiges besser und angenehmer zu lesen, als in Shades of Grey und deswegen kann ich dieses Buch sofort an die Menschen empfehlen, die diese Bücher nicht mochten oder gar nicht erst lesen wollten. Ebenso sind die Charaktere hier auch wirklich glaubhaft dargestellt und sehr sympathisch. Aber dazu kommen wir gleich noch. Die Handlung war anfangs eben für mich kaum ansprechend, aber zum Glück hat sich das gewendet. 

Charaktere & Schauplatz.
In diesem Buch gibt es viele Charaktere, deren Abwesenheit mir nicht aufgefallen wäre. Aber andererseits gibt es auch viele, die sehr interessant sind und der Geschichte gerade zum Schluss auch, wieder richtig Punkte einbringen. Somit habe ich zu Ende doch beschlossen, diese Trilogie weiter zu verfolgen, was ich anfangs absolut nicht vorhatte. Gideon, genau wie Eva, haben beide ihre sehr interessante aber auch sehr düstere Vergangenheit. Keines ihrer Leben ist einfach verlaufen und beide sind recht verkorkst. Zu was es führen kann, wenn beide Menschen genug Probleme mit sich selbst haben, und dennoch in einer Beziehung mit einem Gleichgesinnten sind, bekommt man in dem Buch wirklich plausibel dargestellt. Man kann sich in die beiden Hauptcharaktere sehr gut hineinversetzen, sie verstehen lernen und mit ihnen mitfühlen. 
Schauplätze sind in dem Buch nicht wirklich von Bedeutung, die Vorstellung war aber definitiv da.

Sonstiges. 
Allgemein kann ich das Buch also als recht gut abstempeln. Es ist jetzt wohl nichts, was mir ewig im Gedächtnis umherschwirren wird, das tun bereits die Charaktere in Shades of Grey, aber es ist auf jeden Fall etwas, was man gerne liest. 
Die Sexszenen sind, auch wenn mir viele Wörter mal wieder nicht ins Niveau passten, sehr gut beschrieben. Im Grunde ist es immer das gleiche, deswegen könnte man manche Sexszenen auch wirklich mal überspringen, aber... nun ja. Die Erotik verliert zur Zeit wirklich bei mir an Reiz. Ich persönlich bin sicherlich davon überzeugt, dass zwischen Menschen eine sexuelle Spannung besteht, die sich auch über einige Zeit halten kann. Alleine da ich es selbst schon erlebt habe, bin ich mir da ganz sicher, aber dennoch finde ich es einfach zu übertrieben, was in diesem Buch mal wieder vor sich geht. Aber das ist Geschmacksache, es kann ja nicht jeder gut finden. Die Reaktionen in einem Streit sind auch nicht immer so mein Geschmack gewesen, aber da muss man eben wieder berücksichtigen, was die beiden durchgemacht haben und analysieren, warum vor allem Gideon so reagiert, wie er reagiert, oder die Situation so zu lösen versucht, wie er es versucht. Ich denke, im Grunde ist das alles schon recht authentisch geschrieben worden und für die breite Masse sehr geeignet.



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 4/5
Charaktere: 4/5
Sprache: 4/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 4/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 4,5/5

Punkte insgesamt: 37/50

3 Sterne

Mittwoch, 13. Februar 2013


Ihr unschuldiges Herz - Richard Hagen



Daten.
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 441
Genre: Kriminalroman
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: September 2012
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Ein Mörder, der seit Jahrzehnten sein Unwesen treibt und an dessen Stelle jedes Mal jemand anderes für die Tat büßen muss. 
Inga Jäger, Staatsanwältin, hat ihren Mann verloren. Mit ihrer Tochter beginnt sie in Wiesbaden einen neuen Lebensabschnitt. Beginnen tut dies allerdings mit einer eher unschönen Begegnung mit ihrem neuen Kollegen von der Kriminalpolizei, Kai Gebert. Und dazu haben die beiden auch noch einen Fall zu lösen, der zuerst ganz alltäglich erscheint, aber dann zu etwas ganz außergewöhnlichem ausartet:
Nach dem Mord an einer Kinderärztin hat Staatsanwältin Inga Jäger gleich den ersten Verdacht. 
Den einfachsten. Der Ehemann des Opfers hätte wohl keinerlei Perspektiven mehr nach der Scheidung. Doch es dauert nicht lange, bis Inga Jäger die Zweifel plagen. Mit Kriminalhauptkommissar Kai Gebert  vertieft sie sich in den Fall und stößt auf eine über 65 Jahre lange Mordserie. Von der obersten Front wird den beiden geraten, sich aus dem Fall zurückzuziehen, doch genau das spornt Inga Jäger an, den Fall keines Falls ungelöst aufzugeben. 


Handlung & Stil.
Auf den ersten Blick erscheint die Handlung nicht viel anders, als die in jedem anderen Krimi auch. Doch wenn man der Geschichte eine Chance gibt, wird man auf jeden Fall überrascht werden. Richard Hagen, ein Pseudonym für Ivo Pala, hat ein Händchen dafür, aus einem alltäglichen Geschehen, schnell etwas ganz Spannendes zu stricken. Gut fand ich auf jeden Fall, dass der Krimi sehr realistisch aufgebaut war. Die Handlungen, die Reaktionen, die Ermittlungen und die Charaktere waren allesamt authentisch dargestellt und nachvollziehbar. Allerdings habe ich es selbst nicht so mit Krimis. Schon von der ersten Seite an, war ich ein bisschen angepisst darüber, dass die Charaktere, besonders auffallen tut das eben bei Hauptcharakter Inga Jäger, immer mit Vor- und Zunamen genannt werden. Dauert, immer, ständig. Ich weiß, wahrscheinlich gehört sich das bei einem Krimi so, vielleicht gehört es zur Atmosphäre dieses Genres oder einfach zum Stil, den man dort an den Tag legt, aber ich persönlich mag dieses Konservative einfach nicht. Ich meine, spätestens nach Seite 20, weiß ich, wie Inga mit Nachnamen heißt. Und auch wenn sie als Staatsanwältin einen hohen Stand in der Gesellschaft hat... muss man sie immer mit Vor- und Zunamen nennen? Mich regt so etwas die ganze Zeit im Text auf, ebenso diese ständigen trockenen Ermittlungen. Ist im wahren Leben ja ganz spannend, ich wäre auch gern bei der Kripo, aber in einem Buch finde ich es einfach nur ermüdend. 
Das Gute war eben dann, das Richard Hagen es mit einer gewissen lockeren Art, irgendwie schafft, mich als Leser bei Laune zu halten, dient mit interessanten Dialogen und sehr sympathischen Charakteren. Auch die Spannung tritt später enorm ein, je näher man dem Fall wirklich kommt. Was mir auch total gut gefallen hat, war der Prolog. Wirklich, ich liebe Prologe. Irgendwie finde ich, dass man da als Autor ein Können zeigen kann. Prologe haben immer etwas, was der Rest der Geschichte nicht hat. So fällt mir das jedenfalls des Öfteren auf. 

Charaktere & Schauplatz.
Ich persönlich muss sagen, dass Inga Jäger mir als Person sehr gefallen hat. Allerdings kam mir das Buch zu Anfang hin absolut nicht emotional vor. Es hat mich nicht erreicht, Inga hat mich nie erreicht. Ich meine, ihr Mann ist gerade gestorben, sie beginnt ein neues Leben, das sagt sie auch, aber ich fühle dabei nichts. Und da kommt wieder der Krimi heraus. Konservativ, distanziert. Allerdings kann man nicht außer Acht lassen, dass auch das Emotionale irgendwann eintritt, je näher man dem Fall kommt, je mehr man über diese Mordserie herausfindet. Ja, es ist ein hartes Erwachsen, am Ende... 
Mir hat als Charakter der Ehemann der Ermordeten sehr gut gefallen. Dieser Mann war mir vom ersten Augenblick an total sympathisch. Seit dieser seine erste Aussage in dem Buch macht, war ich am Ball. Plötzlich hat mich irgendwas gepackt und wachgerüttelt und ich war im Buch drin. 
Die Schauplätze werden gut dargestellt, insgesamt fand ich die Beschreibungen gut und ausreichend.

Sonstiges.
Nun, das Fazit des Buches. Ich möchte es mal so sagen, für einen Krimi war es gut und auch unterhaltsam. Allerdings bin ich dem Genre kein Stück näher gekommen und ich möchte es auch weiterhin dabei belassen. In vielen Rezensionen habe ich gehört, man würde gar nicht merken, dass es ein Krimi ist, die Ermittlungen sind gar nicht so stark im Mittelpunkt, es entwickelt sich eher in Richtung Thriller, das Buch wird dich auf jeden Fall total begeistern. Und so weiter und so fort. 
Naja, als begeistert wäre das falsche Wort. Zufrieden gestellt, das hat es mich auf jeden Fall. Aber es ist nun mal so, dass wenn man ein Genre nicht mag, sich auch nicht schnell von was anderem überzeugen lässt. Somit würde ich sagen, Krimifans würde ich es auf jeden Fall mit Kusshand empfehlen, Leuten die Krimis nicht mögen, nur bedingt. 


(Bitte beachtet, dass ich die Bewertung als Nicht-Krimi-Fan, so objektiv wie möglich gemacht habe.)


Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Sprache: 4/5
Unterhaltungswert: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 4/5

Punkte insgesamt: 37,5 Punkte

4 Sterne

Mittwoch, 6. Februar 2013


Die Tiefen deines Herzens



Daten.
Verlag: Coppenrath Verlag
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 304 Seiten
Genre: Jugendroman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 13-16 Jahre
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Gekauft: Rezensionsexemplar 



'Wenn du das Schicksal ändern könntest, würdest du es tun, Leni?' 
[Zitat Seite 277]




Die siebzehnjährige Leni hat einen wundervollen besten Freund seit Kindertagen. Felix. Felix ist ihr ein und alles und nichts könnte die beiden trennen. Als die beiden dann einen Tag bevor Leni zu ihrer Tante in die Ferien fährt bemerken, dass sie mehr als nur freundschaftliche Gefühle füreinander haben, scheint das Glück perfekt zu sein. Doch dann taucht auf Usedom der geheimnisvolle Marc auf, den Leni eigentlich für total arrogant hält. Aber dann keinem große Gefühle für ihn auf und Leni weiß nichts von Marcs dunklem Geheimnis und den Folgen, die daraus entstehen werden...



Handlung & Stil.
Ich möchte zugleich anmerken, dass hinter diesem Buch viel mehr steckt, als man sich unter der Beschreibung von mir nun vorstellen würde. Es ist kein kitschiges Jugendbuch, in der sich das pubertäre Mädchen nicht zwischen zwei Männern entscheiden kann. Es ist etwas, das auch stark unter die Haut geht. Es ist eine Geschichte, die man auch im spätjugendlichen und vielleicht sogar im erwachsenen Alter noch nachvollziehen und lieben kann. 
Die Autorin hat einen einfachen aber wunderbaren Schreibstil. Ihre Art Dinge zu beschreiben, Gefühle in den Sätzen aufleben zu lassen, ist für mich doch recht speziell. Es gibt nur wenige Jugendbücher, die mich in dieser Art berühren können, wie es die Geschichten von Antje tun. 
Wenn ich ein Buch von ihr in der Hand halte, dann weiß ich, dass mich etwas Besonderes erwartet, etwas Echtes. Etwas, dass jeder von uns so erleben oder empfinden könnte.
Es ist oft ein authentisches Gemisch aus vorschnellen Handlungen eines Jugendlichen und reifen Begründungen eines dennoch noch nicht Erwachsenen. Für mich einfach immer wieder ein Highlight, das mich in irgendeiner Weise auch immer wieder an mich selbst erinnert. 

Charaktere & Schauplatz.
Die Charaktere von Antje sind regelrecht wahrhaftig. Ich denke, das liegt daran, dass man sich einfach mit allen ein Stück weit identifizieren kann. Und wenn nicht sich selbst, dann andere, die man kennt. Für viele Erwachsene könnte es eine Art Rückführung in die eigene Jugend sein. Für viele Jugendliche ebenfalls eine Erinnerung an eine Zeit, in der man genauso gefühlt hat. Vielleicht steckt man als Leser auch gerade in einer solchen Misere und kann sich mit dem Buch und den Charakteren ein wenig Klarheit verschaffen. Ich glaube, für alle Leser und Leserinnen hat das Buch etwas Besonderes. Die Charaktere tragen da einen enormen Teil bei, eigentlich so gut wie alles. Sie haben ein Gesicht, sie haben ein Herz, sie haben einen Puls. Während der Geschichte versinkt man als Leser einfach in die Rolle und in das Zusammenspiel der einzelnen Personen. Man riecht das Meer auf Usedom, man sieht die Sterne funkeln, man spürt den leichten Nachtwind. Es ist wundervoll.
Da wir bereits beim Schauplatz angelangt sind, führen wir die Rezension doch dort gerade fort. Usedom habe ich selbst nie gesehen, aber ich konnte mir durch das Buch und ein paar schöne Bilder bei Google alles wirklich gut vorstellen. Manchmal kann ein solcher Ort ebenfalls so wichtig für eine Geschichte sein. Der richtige Ort, die richtige Zeit und die richtigen Personen - schon hat man die perfekte Geschichte. 

Sonstiges.
Das einzige, was mir anfangs an der Geschichte nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass es mehrere Charaktere gibt, die in einer Art und Weise als Profisportler gelten. Irgendwie fand ich es übertrieben zu glauben, dass man nicht nur einen angehenden Fußballstar als besten Freund hat, der zum Hamburger SV gehen soll, sondern auch noch einen Profiboxer in der Geschichte kennenlernt. Wer das nun ist und welche Rolle er spielt, möchte ich hier nicht verraten, das könnt ihr alles selbst erforschen. Aber mir persönlich ist das etwas zu viel gewesen. Letztendlich hat es aber in die Geschichte gepasst und es war okay. Insgesamt war es ein tolles Werk, wie immer begeisternd. Wundervoll. 


Bewertung.
Aufmachung: 4,5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 5/5
Charaktere: 5/5
Sprache: 4,5/5
Unterhaltungswert: 5/5
Nachdenklichkeit: 4,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 5/5

Punkte insgesamt: 45/50

5 Sterne