Mittwoch, 10. April 2013

Zwei halbe Leben - Rebecca Stephan




Daten.
Verlag: List
Preis: Nicht mehr zum Neupreis zu erhalten
Seitenzahl: 336
Genre: Roman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: März 2010
Gekauft: Rebuy






Handlung & Stil.
Die Handlung spricht einen auf dem Klappentext auf jeden Fall an und natürlich will man sogleich wissen, wie die Geschichte endet. Hätte ich mir gleich den Anfang und das Ende durchgelesen, ohne das ganze Dazwischen zu beachten, hätte ich wahrscheinlich nicht viel versäumt. Im Grunde ist es eine nette Geschichte, mit einem einfachen Stil, die vielleicht hier und da mal ein melancholisches Seufzen hervorruft. Aber leider nicht mehr. Der Stil hat mich nicht gefesselt, das Leben der beiden Protagonisten war nicht so interessant, als dass ich es hätte lesen müssen und im Grunde war die Neugierde am Ende das einzige, was mich dazu gebracht hat, an dem Buch dran zu bleiben. 
Allerdings ist es nicht so schlecht, wie es sich gerade anhört. Dennoch hatte ich in gewisser Hinsicht nette Stunden mit dem Buch. Es ist sehr kurzweilig, man hat es schnell gelesen, wenn man dran bleibt und vielleicht fühlt man sogar mit. Aber die Frage ist, ob man sich gerne deprimieren lässt. 
Ich meine, wir alle lesen sicher gerne mal ein Buch, dass uns zu Tränen rührt, auch wenn das auf eine traurige Art und Weise passiert, aber das war einfach durchweg eine Jammerei. 
Einerseits könnte ich nur über das Buch herziehen, andererseits kann ich aber auch gut verstehen, dass das Buch vielen Leserinnern gefallen hat. Es ist wirklich eine dramatische, liebevolle Geschichte zweier Liebenden, die sich sehnlichst erhoffen zusammen zu kommen. 
Allerdings, seien wir mal ehrlich, glaube ich nicht, dass sich an diese schwachsinnige Abmachung jemals jemand über eine so langen Zeitraum gehalten hätte. Wenn ich einen Menschen wirklich liebe, dann nutze ich jede Chance, ihn wiederzufinden, egal welche Abmachung ich mit ihm getroffen habe.
Ich hätte darum gekämpft, ganz egal in welcher Zeit ich gelebt hätte oder wie die familiären Umstände gewesen wären. 
Was ich schön fand an der Geschichte war, dass die beiden sich des Öfteren so nah sind, es spüren, sich aber nicht sehen. Sie gehen praktisch so dicht aneinander vorbei, wie es nur hätte passieren können, aber sie trennt eine Wand oder eine Minute oder sonstiges in der Art. Man schöpft immer wieder Hoffnung, man wird enttäuscht, man leidet mit,... ja. Das fand ich wiederum wirklich schön gemacht. 

Charaktere & Schauplatz.
Die Charaktere waren schon recht gut dargestellt. Allerdings kamen mir an manchen Punkten die Nebenrollen viel effektiver vor, als die Hauptpersonen. Dennoch waren alle sehr präsent und authentisch, auch wenn ich nicht wirklich viel mit irgendwem in dem Buch gemeinsam hatte. Aber das muss man ja auch nicht.
Die Schauplätze wurden nicht unbedingt detailreich beschrieben, aber da ich mit reicher Fantasie bestückt bin, war das für mich jetzt nicht das große Problem. Allerdings fehlt es mir dennoch vom Stilistischen her. 

Sonstiges.
Im Großen und Ganzen ein recht tiefgreifendes Buch, wenn man es an sich heranlässt, das einen doch sehr berühren kann. Ich wurde im Allgemeinen etwas enttäuscht, was den Stil und auch das Ende betrifft. Das Ende hat zwar zum Buch gepasst, aber ich habe mir etwas anderes erwartet und kann mit dem Buch daher jetzt nach dem Beenden keine große Freundschaft mehr schließen. Vielleicht wenn ich ein bisschen Distanz dazu gewonnen habe. 
Durchaus ist es aber ein Werk, das ich empfehlen kann. Man muss aber auf so ein Thema stehen, ansonsten ist es glaube ich eher die falsche Wahl. Mit Romantik und wahrer Liebe muss man also selbst schon auf gutem Fuße stehen. 



Bewertung.
Aufmachung/Gestaltung: 3/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert/Spannung: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 35/50

3 Sterne

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