Freitag, 10. Mai 2013

Im Pyjama um halb vier - Gabriella Engelmann





Daten.
Verlag: Arena Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 237 Seiten
Genre: Jugendbuch
Format: Broschiert (für mich ein Ebook)
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Erscheinungsdatum: Januar 2013
Gekauft: Ebook Amazon






Handlung, Stil & Atmosphäre.
Zuerst muss ich sagen, dass das Buch wirklich recht kurz war. Natürlich ist das einerseits gut. Man kann es wunderbar flüssig lesen, man ist schnell durch das Buch durch, hat daher aber auch nur eine kurze Lesefreude. Ich hätte mir eine längere Geschichte der beiden gewünscht. 
Da möchte ich gleich zu Anfang noch einmal fragen, weiß jemand von euch, ob es eine Fortsetzung geben wird?
Die Handlung ist bei einem solchen Roman recht simpel. Leider auch sehr vorhersehbar. Ich konnte mir alles denken, wie es passiert und irgendwie fand ich das nicht unbedingt so toll. Aber das hat mir das Buch zum Glück nicht madig gemacht. Dennoch fand ich es wirklich toll und spaßig. Allerdings habe ich immer noch die Ansicht, dass man sich nicht in jemanden verlieben kann, den man nicht kennt. Sicher, es gibt genügend Beweise dafür, aber vielleicht sind das auch einfach nur Leute, die so einsam sind, dass sie sich an den letzten Strohhalm im Internet klammern. Sorry an diejenigen, denen so was passiert ist, aber meine Meinung darf ich ja sagen. Ihr dürft mich gerne umstimmen, wenn ihr es schafft. 
Wenn ich die Handlung mit 'Gut gegen Nordwind' vergleiche, der erste Email Roman, der mir untergekommen ist, dann muss ich sagen, dass in diesem Buch hier einiges realistischer wirkte. Wobei man das auch nicht so sagen kann, schließlich handelt jede Person anders. Aber hier kam es mir doch sehr authentisch rüber. In 'Gut gegen Nordwind' musste ich schon an ein, zwei Stellen mal skeptisch gucken.
Die Atmosphäre war okay, sie war halt so, wie man sich das bei einem Email Roman vorstellen kann. Man fiebert mit und man ist immer wieder schnell in der Geschichte drin. Das Buch gab mir eine schöne Stimmung beim Lesen und es war durchaus spannend. 
Die Sprache war auf jeden Fall gut getroffen, jugendlich aber niveauvoll.

Charaktere & Schauplatz.
Ja, Schauplätze gab es ja eigentlich keine, außer die PC's hinter denen die jeweiligen Personen saßen. Es wurden natürlich ein paar Gebäude und Straßen aus München und Hamburg genannt, aber wer da nicht wohnt oder da nicht mal war, kann damit auch im Endeffekt nichts anfangen. Was nicht schlimm ist, denn es spielt keine große Rolle, bis auf ein, zwei Details. 
Allerdings kann ich etwas mehr zu den Charakteren sagen. Die beiden, Lulu und Ben, waren mir beide von Anfang an sympathisch. Außer eine Aussage, die fand ich von Ben richtig grausam und zwar war die auf Brüste bezogen. 'Ich glaube, dass kein Mann es verkehrt findet, wenn Brüste groß sind'. 
Da muss ich unbedingt widersprechen. An alle Damen da draußen mit Körbchengröße A oder B: Es gibt Männer, die kleine Brüste bevorzugen! Ich kenne selbst welche und weiß, dass es so ist. Es gibt sogar Männer, die große Brüste abstoßend finden, aus diversen Gründen. 
Ansonsten kann ich mich über die Charaktere nicht beklagen, alles in allem zwei tolle Personen, die so ihre Vor- und Nachteile haben. Eben ganz normale Jugendliche, wie man sie überall findet.
Lulu ist Balletttänzerin und Ben spielt Basketball, beide sind also sportlich veranlagt und haben auch sonst einige Gemeinsamkeiten. Sie helfen sich gegenseitig, wenn es Probleme mit dem anderen Geschlecht gibt und erfahren dadurch eine Menge über sich. Dabei machen sich beide erstmals keine Gedanken, wer eigentlich hinter dem Profil steckt. Und da kommen wir noch zu einem Punkt, den ich total bescheuert fand. Das Profil. Also ehrlich... wir sind fast alle auf Facebook und es gibt KAUM jemand auf dieser Welt, der kein Bild von sich selbst als Profilbild oder wenigstens im für Außenstehende gesperrtem Fotoalbum hat! Da treffen sich aber jetzt plötzlich genau die zwei im Internet, die überhaupt kein Foto von sich online haben und fragen sich, wie derjenige aussieht, mit dem sie chatten. Sorry, aber... ich fand es irgendwie blöd, schließlich finde ich auf Facebook wirklich einmal in drei Monaten jemanden, der kein Bild von sich im Profil hat. Hat mir nicht gefallen.
Was ich auch sehr komisch fand, waren die Chats, bzw. Posts mit der Allgemeinheit. Wenn Lulu etwas postet, sie aber nur mit Ben befreundet ist, dann können andere Menschen, die mit Ben befreundet sind für gewöhnlich nicht sehen, wenn Lulu was postet. Aber die Freunde von Ben antworten darauf. Hat sie sich jetzt einfach mal so mit denen allen befreundet? Das glaube ich kaum, denn sie kennt die doch gar nicht. Ok, Ben auch nicht, aber das ist ja eine ganz andere Sache. Fand ich total komisch, dass die Gruppen sich in den Chats so mischen, obwohl das eigentlich gar nicht sein kann, weil man nur chatten kann bei Facebook oder Posts einsehen kann, wenn man mit der Person auch befreundet ist.

Sonstiges.
Das Buch hat mich also wirklich für sich eingenommen und mir ein paar sehr schöne Stunden beschert. Leider ohne jegliche weitere Emotionen wie lachen oder mitfühlen. Dennoch waren mir die Charaktere irgendwie vertraut, keine Distanzierten oder Fremden. Und so unoriginell wie die Handlung des Buches eigentlich ist, so bearbeitet die Autorin darin dennoch recht komplexe Themen, die viele Jugendliche betreffen und selbst erleben.



Bewertung.
Aufmachung/Gestaltung: 3/5
Idee der Geschichte: 2/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 2/5
Bildungswert: 2,5/5
Länge/Schnelligkeit: 5/5

Punkte insgesamt: 32,5/50

3 Sterne


Kommentare:

  1. Ich kann deine Kritikpunkte gut verstehen, aber ich persönlich war vollkommen begeistert von dem Buch. Von mir hat es volle 5 Sterne bekommen und ich würde es jederzeit wieder lesen. Du hast recht, die Handlung ist nichts Besonderes, dennoch hatte ich so unendlich viel Freude am Lesen, dass ich dem Buch einfach die volle Punktzahl geben "musste". :)

    Schöne Rezension <3

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    1. Kann ich verstehen! Es war echt super! Allerdings bin ich bei manchen Werken eben einfach kritisch. Denn vollends begeistert, dass ich Luftsprünge machen müsste hat es mich nicht. :D hihi. Erst dann kriegt ein Buch von mir fünf Sterne. Aber.... super, dass es dir so gut gefallen hat! Das freut mich für das Buch, und für dich.

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