Mittwoch, 31. Juli 2013

Vergiss den Sommer nicht - Morgan Matson






Daten.
Verlag: cbj Verlag
Preis: 7,99€
Seitenzahl: 475
Genre: Jugendbuch
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 12
Erscheinungsdatum: Mai 2013
Gekauft: Pieper Buchhandlung




Handlung & Stil.
In diesem Buch begleitet man Taylor durch einen Sommer, den sie nie vergessen wird. Ich würde sogar behaupten, dass auch der Leser diesen Sommer nicht so schnell vergisst, denn das Buch geht wirklich tief. 
Wie man es bei Morgan Matson gewöhnt ist, sind die Charaktere sehr sympathisch, authentisch und man kann sich wunderbar in sie hineinversetzen. Man kann sich mit ihnen identifizieren, auch wenn sie selbst vom Charakter her ganz anders sind. Irgendwo findet man immer einen Funken Zugehörigkeit. 
Taylor ist ein wunderbares Mädchen, das noch in einer Entwicklung steckt. So ganz scheint sie noch nicht zu wissen, wer sie ist, aber das wird sie herausfinden. 
Es ist unglaublich, wie die Autorin die Charaktere in ihren Büchern führt und wie man selbst miterleben kann, wie sie erwachsener werden und etwas dazulernen. Wie sie sich einfach weiterentwickeln und im Leben voranschreiten. 
Das Buch ist wieder so geschrieben, dass man total in der Handlung verschwinden kann. Man kann seinen eigenen Alltag vergessen, sich total davon mitreißen lassen und egal, ob gerade etwas Spannendes passiert oder nicht, man ist wie gefesselt. Es ist einfach nicht so, als würde man lesen, sondern als würde man.. leben. Das ist schwer zu erklären und in Worte zu fassen, aber wenn man das eigene Leben lebt, ist es ja auch nicht langweilig, auch wenn mal einige Tage nicht viel passiert. Das soll natürlich nicht heißen, dass das Buch träge wäre oder langwierig. Ganz und gar nicht. Damit will ich lediglich sagen, dass jede kleine Szene wundervoll ist, dazugehört und einfach gebraucht wird.
Ich finde es richtig gut, dass die Autorin sich so viele Seiten Zeit nimmt, die Charaktere reifen zu lassen, denn alles andere würde den Leser nicht so packen. 
Aus diesem Buch spricht einfach das wahre Leben. Nicht mehr und nicht weniger. Man lernt selbst dazu, man lächelt, man trauert, man weint, man ärgert sich, man bereut, man liebt. Von den Emotionen her ist das Buch einfach erste Sahne und es hat es tatsächlich geschafft, dass ich geweint habe. So viele Tränen kamen mir bisher noch bei keinem Buch. Sowieso weine ich grundsätzlich nie bei Büchern, auch wenn ich immer sehr berührt bin. Aber dieses hier hat es geschafft, dass eine Träne auf die letzten zwanzig Seiten fällt... 

Charaktere & Schauplatz.
Abgesehen von Taylor waren natürlich noch viele andere Charaktere da, die wirklich klasse waren. Henry, Taylors erste große Liebe, die leider aus bestimmten Gründen nicht so lange gehalten hat, ist ein toller Kerl. Er wirkt so sympathisch, so echt. Viele männliche Charaktere wirken überheblich im Büchern, übertrieben sexy, übertrieben schön. Henry ist einfach Henry, der junge von Nebenan, bzw. der junge aus dem gleichen kleinen Urlaubsparadies. Er hängt gern im Wald ab, kennt sich mit den Bäumen und Tieren aus und liebt die Natur. Nicht gerade das, was die meisten Mädels der heutigen Zeit als attraktiv ansehen würden. Aber gerade das fand ich an ihm so toll. 
Taylors Familie fehlt es am Anfang des Buches an Feingefühl zueinander. Sie reden nicht über ihre Gefühle, jeder zieht sein eigenes Ding durch und auch die Geschwister haben eigentlich nichts miteinander zu tun. Das einzig Gemeinsame war wohl immer das Abendessen. Auch diese Beziehungen verändern sich natürlich mit der Handlung.
Man lernt in diesem Buch sogar noch etwas von den Menschen. Warren, Taylors Bruder, dient mit Faktenwissen, jemand anderes kennt sich mit Sternenbildern aus und Taylors Mutter lässt ausgekämmte Haare draußen im Wind davonfliegen, damit Vögel sich damit ihre Nester bauen können.
Taylors Vater steht total auf Kalauer, was genau das bedeutet, solltet ihr googlen, meine Erklärung wäre dazu jetzt nicht gut genug. Ich weiß durch das Buch, was es ist, kann es aber nicht sinnvoll erklären. Jedenfalls ist es auch hier sehr schön zu sehen, welche Bindung die beiden durch seine Erkrankung bekommen.  
Es sind eben die Kleinigkeiten, die winzigen Kleinigkeiten, die dieses Buch so unglaublich schön machen. 

Sonstiges.
Das Buch ist ein absolutes Muss. Ich möchte meine Gefühle irgendwie in Worte fassen, glaube aber, dass das dieses Mal einfach nicht möglich ist. Ich fühle mich, als könnte ich diesem Buch mit keiner Rezension gerecht werden. Aber ich versuche es trotzdem, denn ich möchte, dass dieses Buch keiner verpasst. Es ist einfach unglaublich. Ein tolles Jugendbuch, das auch für Erwachsene unglaublich schön sein kann, weil es einfach reif ist. Es ist reif, erfahren und tiefgründig.



Bewertung.
Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Überraschungseffekte: 3/5
Unterhaltungswert: 5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 42,5/50

5 Sterne


Montag, 15. Juli 2013

Teamwechsel - Piper Shelly





Daten.
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Preis: 7,82€
Seitenzahl: 230 Seiten
Genre: Jugendbuch
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: Februar 2013




Handlung & Stil.
Teamwechsel ist ein Buch, welches man mit Kirschroter Sommer in einen Korb werfen könnte. Nicht ganz so begeisternd, aber immerhin ansatzweise so lustig und humorvoll und mit annähernd so tollen Charakteren. Der Stil ist locker, aber nicht zu einfach, sehr humorvoll und schön. Das Buch vermittelt schon auf den ersten Seiten eine tolle Atmosphäre und zieht den Leser in Lizas Welt.
Es ist wirklich eine Geschichte, die Spaß macht, die man nicht mehr aus der Hand legen kann und die einen wirklich aufheitert. Dazu gibt es gewisse Wendungen, die das ganze noch mal spannender machen und in gewisser Weise, den Leser sogar etwas verwirren könnten. 
Wer glaubt, dass ihn hier eine gewöhnliche Dreiecksgeschichte erwartet, der täuscht sich. In gewisser Weise gibt es natürlich dieses Dreieck, aber es ist zum ersten alles nachvollziehbar und zweitens nicht so, wie es immer ist. Liza liebt Tony schon seit sie befreundet sind und das ist schon eine lange Zeit lang so. Sie nennen sich sogar M&M, Mitchell und Matthews. Auf der Schule weiß jeder, dass sie unzertrennlich sind, aber scheinbar finden oder fanden die beiden bisher einfach nicht richtig zueinander. Und dann taucht plötzlich Ryan in ihrem Leben auf, auf eine witzige Art und Weise, sodass es wirklich durchweg spannend ist, wer für Liza nun der Richtige wäre. Ich persönlich mag beide Jungs sehr gerne, aber es hat sich doch recht schnell eine starke Tendenz gezeigt. Ich sage nur so viel, mein Wunsch hat sich erfüllt, aber bis dahin war es wirklich rätselhaft. Und eben einfach wunderschön.

Charaktere & Schauplätze.
Die Personen in dem Buch waren, obwohl die Geschichte ja auch nicht allzu lange geht, sehr ausgereift und schön beschrieben. Man konnte sich in sie hineinversetzen, ihre Handlungen nachvollziehen, sie irgendwie einschätzen, irgendwie aber auch nicht. In gewisser Weise waren sie geheimnisvoll und undurchschaubar, was für die Geschichte natürlich nur positiv war. Das Bild der Charaktere fügt sich von Kapitel zu Kapitel mehr zusammen und man fühlt sich einfach mittendrin. Zu Liza können sicher viele Mädels eine Verbindung aufbauen und viele Gemeinsamkeiten feststellen. 
Auch Cloey ist ein guter Charakter, wenn man davon absieht, dass ich sie nicht leiden mag. Sie ist eine richtig eingebildete Kuh und sicherlich können sich viele Leserinnen und Leser auch damit identifizieren. Schließlich hatten wir sicher alle schon mal Probleme mit einer gewissen Zicke oder Möchtegern-Barbie, die sich uns bei jeder Gelegenheit in den Weg stellt.
Die Schauplätze sind okay, es wird nicht sonderlich viel dazu gesagt. Allerdings spielt die Geschichte mehr oder minder in der Nähe des Strandes, dazu natürlich ab und an auf dem Fußballplatz oder bei den Charakteren zuhause. Insgesamt kann man damit viel anfangen, da reicht die eigene Vorstellungskraft locker für aus, um sich die perfekte Umgebung zur Geschichte auszumalen. 

Sonstiges.
Ich würde das Buch auf jeden Fall als Geheimtipp bezeichnen und natürlich wäre es wundervoll, wenn es das nicht länger sein müsste. Das Buch hat es verdient gelesen, geliebt und weiterempfohlen zu werden. Es hat mir ein paar wunderbare Stunden beschert und in seiner Kürze war es trotzdem einfach genial. Jede Seite hat gestimmt, ich habe gelacht und mitgefiebert. Das Buch ist eines, das ich ewig hätte weiterlesen können, ich wäre dessen nicht so schnell müde geworden.



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 4/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 40/50

4 Sterne

Freitag, 12. Juli 2013

Salzige Küsse - Tine Bergen






Daten.
Verlag: Coppenrath Verlag
Preis: 9,95€  
Seitenzahl: 167 Seiten
Genre: Jugendbuch
Format: Gebunden, Taschenbuch
Altersempfehlung: 12 - 17 Jahre
Erscheinungsdatum: Juni 2009





Handlung & Stil.
Bis zur Hälfte des Buches fand ich die Geschichte so richtig seltsam und sinnlos. Aber mit der Zeit nahm die Geschichte etwas form an. Spannend war es nicht wirklich, genauso war auch der Stil wenig ansprechend. Überhaupt kein richtiger Tiefgang, auf den ersten zwanzig Seiten las ich zweihundertmal das Wort 'Mama' und ich dachte, ich werde verrückt. Es las sich so kindlich und unreif, dass es mich fast dazu gebracht hätte, das Buch gleich wieder wegzulegen. Allerdings wollte ich anfangs einfach wissen, was es mit alldem auf sich hat und vor allem, wieso das Buch so viele Meinungen als sinnlos bezeichnen. 
Ich muss sagen, dass ich es nicht als sinnlos bezeichnen würde. Die Geschichte darin hätte sehr schön verpackt werden können, mit Sicherheit besser, als es von der Autorin gemacht wurde. Die Idee, die dahintersteckt ist ganz gut, aber der Stil macht einiges kaputt. Die Charaktere waren mir auch nicht so sympathisch und einen Draht konnte ich erst recht nicht zu jemandem finden. Es blieb einfach so vieles unausgesprochen. Das Buch hat schon so wenige Seiten, aber es ist faszinierend, wie kurz und oberflächlich man eine Geschichte eigentlich schreiben kann. 
In der einen Szene redeten sie davon, bald loszufahren und dann kam sofort hintenan der nächste Dialog, der aber bereits bei der Autofahrt spielte und ohne jeglichen Übergang war man plötzlich wieder wo ganz anders. Alles schien so ineinandergequetscht und gedrückt, also wollte man einfach Zeit sparen. Als hätte man keine Lust, mehr als das Wesentliche zu erzählen. 
Zwischendrin gab es dann auch mal ein paar schöne Sätze, da hat man schon gemerkt, dass die Autorin ja doch irgendwie Talent zu haben scheint. Nur kam es mir so vor, als hätte sie keinen Funken davon genutzt. Ich finde es schade, dass so viel Potenzial der Story einfach verschenkt wurde.
Dazu kam dann noch ein Ende, dass absolut bescheuert in meinen Augen ist. Ich will hier nicht erwähnen, ob es gut, schlecht, einfach unpassend oder offen war, aber mir hat es einfach absolut nicht gefallen. Zufriedengeben kann ich mich damit nicht, muss ich aber wohl. 
Für diejenigen, die es gelesen haben - Achtung SPOILER für die anderen: Man wurde einfach so aus der Geschichte gerissen und wird niemals wissen, wie es für gewisse Personen ausgeht. Was soll das denn bitte? Ich fand das so unfassbar enttäuschend, dass man im letzten Drittel des Buches auf etwas gewisses hinfiebert, was man dann am Ende gar nicht bekommt! 

Charaktere & Schauplatz.
Die Charaktere blieben im Grunde genauso flach, wie das ganze Buch. Daher kann und will ich nicht viele Worte dafür verschwenden. Die Schauplätze kann man an einer Hand abzählen, eigentlich spielt die Geschichte nur in diesem baufälligen Haus, das die neuen Bewohner eben jetzt renovieren. Daneben spekuliert Eve dann über die Briefe. Fertig. Mehr gibt's zum größten Teil gar nicht in dem Buch. Neben langweiligen Charakteren, eine langweilige Handlung und einen eintönigen Schauplatz. 

Sonstiges.
Wie man sicher erahnen kann, empfehle ich das Buch nicht gerade weiter. Wer aber dennoch Lust hat, sich reinzulesen und es vielleicht besser zu finden, als ich es tat, der kann das gerne machen. Eine Leseprobe findet man beispielsweise bei Amazon. 




Bewertung.
Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 2/5
Charaktere: 2/5
Sprache: 1,5/5
Unterhaltungswert: 2,5/5
Überraschungseffekte: 2/5
Nachdenklichkeit: 1/5
Bildungswert: 1/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 23/50 

2 Sterne

Sonntag, 7. Juli 2013

Verflucht - Victoria Schwab





Daten.
Verlag: Heyne Verlag
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 320 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Broschiert
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum: April 2013
Gekauft: Pieper Buchhandlung



Ein Fremder geht um in Near, gerade zu dem Zeitpunkt als ein Kind verschwindet. Es wurde einfach aus dem Bett genommen, ohne dass es jemand gemerkt hat. Lexi hat den Fremden selbst gesehen, eine neblige Gestalt, die nicht wirklich erschien. Und sie hört des Nachts den Wind, einen Singsang, der ihr Gänsehaut bereitet. Das Dorf ist fest davon überzeugt, das der Fremde die Kinder entführt hat, aber Lexi weiß, dass es etwas anderes war. Etwas aus dem Moor. Irgendwas in diesen Wäldern lebt und macht der Legende der Hexe von Near alle Ehre. Sie versucht auf eigene Faust mit dem Fremden in Kontakt zu treten und dem Ganzen auf die Spur zu gehen. Wenn ihr Onkel Otto nicht alles versuchen würde, Lexi von der ganzen Sache auszuschließen...


Handlung & Stil.
Eine interessante Geschichte, die man hätte mindestens um die Hälfte kürzen können. Mir hat der Stil leider nicht so wirklich zugesagt. Es war ein Stil, der einerseits recht anspruchsvoll ist, für den man Zeit braucht, andererseits hat mich wohl genau das gelangweilt. Ich kam nicht voran, egal wie lange ich las. Die Geschichte war spannend, der Stil war endlich mal was Anderes, aber leider fühlte ich mich wie in der Endlosschleife. Für mich hätte es gereicht, wenn man die Story auf 150 oder 200 Seiten beschränkt hätte. Es war viel zu sehr in die Länge gezogen und das Schlimmste war, dass ich der Geschichte absolut folgen konnte, auch wenn ich die letzten 100 Seiten nur die Dialoge überflogen hatte. Ich weiß nicht so recht, wieso so viele Leute begeistert von dem Buch sind. Es ist eine sehr gute Filmvorlage und die Geschichte an sich ist wirklich interessant, aber letztendlich wurde es für mich nicht gut genug umgesetzt. Es war wohl einfach nicht mein Buch, Schade.

Charaktere & Schauplatz.
Die Charaktere waren sehr schön ausgearbeitet. Sie waren echt und authentisch und das ganze Dorf strahlte eine dichte Atmosphäre aus, in die man sich wunderbar reinlesen konnte. Die Schauplätze waren somit natürlich genauso gut dargestellt. Ich kam mir zwischendurch vor, wie in einem Mittelalte-Fantasy-Film. Ich denke, verfilmt hätte mir das ganze auch auf jeden Fall viel besser gefallen. 
Lexi war ein Mädchen, das mir gut gefallen hat. Auch die Mutter von ihr war ein interessanter Charakter. Der Fremde war jetzt nicht wirklich das, was ich mir darunter vorgestellt hätte, aber letztendlich hat es zum Glück irgendwie in die Geschichte gepasst. Otto war ein Mann, den ich von Anfang an nicht mochte. Er transportierte eine richtige Anti-Sympathie auf mich, was auf jeden Fall für die Geschichte spricht. Die Charaktere im Allgemeinen waren wohl mitunter das Beste an diesem Buch.  

Sonstiges.
Ein Buch, das ich Fantasyfans auf jeden Fall empfehlen würde, aber auch den Lesern, die wie ich, gerne mal in dieses Genre reinschnuppern wollen. Es ist wirklich ein interessantes Werk, das man lesen kann, aber nicht muss.



Bewertung.
Gestaltung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Überraschungseffekte: 3/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 3/5

Punktzahl insgesamt: 33,5/50

3 Sterne

Montag, 1. Juli 2013

Fern wie Sommerwind - Patrycja Spychalski






Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 7,99€
Seitenzahl: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 13 Jahren
Erscheinungsdatum: Mai 2013
Gekauft: Pieper Buchhandlung





Handlung & Stil.
Die Handlung dieses Buches birgt ein paar Überraschungen, an die man anfangs nicht mal gedacht hätte. Ich war sehr überrascht, zu sehen, wie viel Tiefgründiges in diesem Buch steckt, wie viel man da zwischen den Zeilen lesen kann. Ich hab gedacht, es wäre einer dieser oberflächlich süßen Romane für Teenies, dabei weiß die Autorin genau, wie sie dem jungen Leser etwas vermittelt, ohne es offensichtlich auszusprechen. Das Buch erzählt vom Erwachsen- und Selbstständig werden. Es erzählt über Liebe und Freundschaft, große Gefühle. Es sind Charaktere dabei, die man auf ganz besondere Weise kennenlernt, Charaktere über die man im Laufe des Buches die Meinung ändern wird.
Der Stil hat etwas Eigenes, die Satzstellung ist oftmals etwas komplexer gestaltet, was ich aber jurz erläutern möchte. Ein Beispiel. 'Die kleine Anna klettert auf den Baum, weil sie ihn schön findet.' Das wäre die einfache Version. Die Version, in der die Autorin hier gern schreibt: 'Auf den Baum klettert

die kleine Anna gern, weil sie ihn schön findet.' Zu Anfang brachte mich dieser Stil ein paarmal zum Stocken, aber man gewöhnt sich schnell daran und findet in eine wunderbare Atmosphäre. 
Das Buch läuft eher ruhig ab, aber es birgt dennoch so viel Spannung und Spaß. Einiges muss man sich beim Lesen selbst dazu denken und bei manchem fand ich das ein wenig schade. Gerne hätte ich mehr über gewisse Dinge erfahren, mehr über gewisse Charaktere. Manches blieb etwas blass in der Geschichte, weil sie so kurz war und man sie locker auf die doppelte Seitenanzahl hätte aufstocken können. Aber trotzdem eine richtig schöne Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. 

Charaktere & Schauplatz.
Nora ist eine liebenswerte Charaktere, genau wie die anderen auch. Rocco ist eher der Ausgeflippte und laute Typ der Truppe, Doro scheint am Anfang eher die Zurückhaltende zu sein, wobei sie es wohl faustdick hinter den Ohren hat. Martin ist der feine, ruhige Typ, mit dem man trotzdem Pferdestehlen kann und James ist jemand, der sich mehr mit seinem Handy beschäftigt, als alles andere. Insgesamt sind sie einfach super und es ist schön, mit ihnen Zeit zu verbringen. Man fühlt sich einfach wohl und aufgehoben in diesem Buch. Man fühlt sich irgendwie zuhause, selbst wenn man gar nichts mit der Ostsee verbinden kann. 
Der Schauplatz ist natürlich toll. Strand und Meer und Sand und Sonne, was braucht man mehr in einem schönen Sommerbuch? Mir haben die Beschreibungen gut gefallen und insgesamt vermittelte das alles eine wunderschöne Atmosphäre, in die man sich hineingleiten lassen kann. Man kann die Sorgen um sich herum für eine Zeit vergessen und mit Nora ein Stück ihres Lebensweges gehen. Ein Stück, das sie sicher nicht so schnell vergessen wird.

Sonstiges.
Das Cover passt total gut zum Inhalt und allgemein ist es ein Buch, welches ich sehr mag. Vielleicht ist es keines, das mir mein Leben lang in Erinnerung bleibt, aber es trägt gewisse Erinnerungen mit sich. Gerüche, Gefühle und andere Dinge, an die ich immer zurückdenken werde, wenn ich es im Regal stehen sehe. Ich werde immer daran denken, dass es mir ein gutes Gefühl gab.
Es war wohl einfach das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ich kann es jedem nur ans Herz legen.



Bewertung.
Gestaltung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4,5/5
Überraschungseffekte: 4/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 39,5/50

4 Sterne