Dienstag, 22. Oktober 2013

Godspeed #1 - Die Reise beginnt - Beth Revis






Daten.
Verlag: Dressler Verlag
Preis: 19,95€
Seitenzahl: 448 Seiten
Genre: Sci-Fi/Fantasy/Jugendbuch
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2011






Handlung & Stil.
Nachdem der Anfang des Buches sehr spannend war und man erst mal Feuer und Flamme war zu erfahren, wie das mit dem Einfrieren nun funktioniert und was es genau damit auf sich hat, fällt das Buch leider bereits in ein Loch. Ein Loch auf triefender Langeweile. 
Im Endeffekt ist es so, dass dieses Loch schon wichtig für die Geschichte ist, denn immerhin wird viel erklärt und erläutert, was man wissen muss, um der Geschichte zu folgen. Leider wurde dies in keiner Weise spannend geschrieben, sondern eintönig und langatmig und mit sehr viel Technik. Wer sich mit Technik absolut nicht auseinandersetzen will, der muss die ersten 50 Seiten durchstehen, um vielleicht ein wenig Spaß mit dem Buch zu haben. 
Ab Seite 100 kam das Buch dann etwas in Fahrt. Amy ist mittlerweile wach geworden und erlebt jede Menge krasse Dinge auf der Godspeed und mit den Menschen, die alle gleich aussehen. All dies hat natürlich seine Gründe. Es gibt gewisse Bauern und Versorger, die ziemlich weggetreten erscheinen und nicht wirklich bei Sinnen. Amy hat auf diesem Schiff sehr viel zu entdecken, doch dies wird kein Abenteuerlauf. Es wird richtig gefährlich für sie. 
Der Stil der Autorin ist sehr einfach, manchmal wirklich einfallslos und zu schlicht, als dass ich es gut finden könnte. Vereinzelt waren ein paar Sätze drin, die schön waren, ein paar Szenen, in denen man richtig mitgefiebert hat. Letztendlich muss ich aber leider sagen, dass es zwar spannend war, mich aber nichts wirklich berühren konnte. 
Ich konnte Amys Leid nachvollziehen, was sie durchmacht. Sie vermisst ihre Eltern, sie wacht auf in einem großen Nichts, in einem Raumschiff, das ihr nichts geben kann. Sie steht vor jeder Menge Entscheidungen. Aber es hat mich nicht erreicht. Ich habe mir zwar gedacht, wie schlimm das alles sein muss, aber eben nur mit dem Verstand und kein bisschen mit dem Herzen. 

Charaktere & Schauplatz.
Mit Junior hatte ich zu Anfang meine Probleme. Eigentlich das ganze Buch über, aber ich habe mich am Ende einfach damit abgefunden. Ich hatte mit meiner Meinung schon Diskussionen auf Goodreads, deswegen versuche ich es hier noch einmal verständlicher zu machen, damit meine Meinung nicht festgefahren oder undurchdacht wirkt.
Mir ist durchaus bewusst, dass Junior nicht die Erfahrungen machen konnte, die ein Junge auf der Erde mit sechzehn Jahren gemacht hat. Ganz klar. Trotzdem ist es so, dass man mit sechzehn eine gewisse Reife vorweist, gewisse Züge des Alters, gewisse Handlungen, Aktionen und Reaktionen. Und egal was Junior getan hat oder gesagt hat, ich hatte immer einen zwölfjährigen Jungen vor Augen. Einen zwölfjährigen Jungen und ein sechzehnjähriges Mädchen. 
Das mag vielleicht daran liegen, dass Junior sehr verweichlicht war, sich nicht durchsetzen konnte, es auch nicht wirklich oft versucht hat, vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass ich es ganz allein so empfunden hab beim Lesen. Vielleicht ist auch die deutsche Übersetzung einfach scheiße und für Junior etwas mies ausgefallen, kann auch sein. Für mich muss ein Junge keineswegs immer enorme Stärke aufweisen, viel Selbstbewusstsein oder Machogehabe. Das letztere schon mal gerade gar nicht, denn das hasse ich. Aber trotz allem wünsche ich mir, dass ein Charakter seinem genannten Alter entsprechend auf mich rüberkommt. Und das konnte Junior absolut nicht erfüllen.
Trotzdem fand ich ihn natürlich sympathisch, in meinen Augen als kleiner Junge, der zwar clever ist, es aber nicht gerade nutzt. Vielleicht, oder ganz bestimmt, ändert sich das in den Folgebänden noch und er wird sicher erwachsener werden und ein guter Anführer, aber... da ich eben jetzt dieses Buch hier rezensiere, kann ich auch nur zu diesem etwas sagen und nicht zur Gesamtentwicklung des Ganzen.
Amy war ein sehr taffes Mädchen, das recht präsent war, allerdings hatte sie gar nicht mal die große Sympathie von mir. Sie war mir eigentlich ziemlich egal, ich mochte sie nicht sehr, aber ich fand sie auch nicht scheiße. Wen ich sehr gern im Buch mochte, das war Harley. Harley war eigentlich meine Lieblingsperson. Er hatte von allen die wunderbarsten Charakterzüge, die auch sehr interessant waren und ich hätte gerne noch viel, viel mehr über ihn gelesen.
Das Schiff als Schauplatz ist ganz spannend, wenn man sich für so etwas interessiert. Ich war da von Anfang an skeptisch, hab mich aber gerne mal darauf eingelassen. Ich fand es nun im Endeffekt auch ganz ok, denke auch, dass eine interessante Verfilmung wirklich gut möglich wäre und das Schiff hatte wirklich interessante Aspekte.

Sonstiges.
Insgesamt würde ich es als ein lesenswertes Buch bezeichnen, was man aber sicher nicht gelesen haben muss. Wenn man sich für Technik und Science Fiction interessiert, könnte das hier auf jeden Fall ein schönes Buch sein, das vielleicht auch viel Abwechslung in dem Genre bieten kann. 
Wenn man jetzt allerdings gar nichts davon mag, dann könnte es passieren, dass man sich ziemlich langweilt, so wie ich. Es war letztendlich ein spannendes Buch, man will wissen, wie es weitergeht, aber es wäre jetzt auch kein Weltuntergang, wenn man es niemals erfahren würde. Denn letztendlich wissen wir ja, dass sie irgendwann ankommen. Die Frage ist eben nur... wer kommt mit Amy an und wer fällt vorher irgendwem zum Opfer? (;



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charakter: 2,5/5
Unterhaltungswert: 3/5
Überraschungseffekte: 2,5/5
Nachdenklichkeit: 2/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 31,5/50

3 Sterne

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