Montag, 25. November 2013

Im hohen Gras - Stephen King & Joe Hill






Daten.
Verlag: Heyne
Preis: 1,99€
Seitenzahl: 72 Seiten
Genre: Horror
Format: Ebook
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: August 2013







Handlung & Stil.
Selbstverständlich kann man von King nicht das Erstbeste erwarten, was einem in den Sinn kommt, wenn man diese Inhaltsangabe liest. Ich glaube, da hat so jeder gleich ein Schema vor Augen, dass man eben schon tausend Mal gesehen oder gelesen hat: Im Gras warten böse Menschen und sie hacken auf die Leute ein, irgendwelche bekloppten Hinterwäldler, die ihr Fleisch wollen. 
Natürlich haben King und Hill sich da etwas ganz anderes ausgedacht. Als Meister des Horrors hat er etwas erschaffen, das jeden Leser mit den Knien schlackern lässt. Diese kleine Kurzgeschichte hat mich auf den ersten 40 Seiten sichtlich das Fürchten gelernt und ich war vollkommen in der Geschichte drin. Der Stil hat mich anfangs etwas aufgeregt, weil King mal wieder ein gewisses Stilmittel verwendet hat, was mich an seinen Geschichten immer tierisch aufgeregt hat. Ich möchte euch kurz ein Beispiel geben. 
''Schwanger mit neunzehn', sagte Mrs. DeMuth.
'Du warst mit neunzehn doch auch schwanger', sagte Mr. DeMuth.
'Ja, aber ich war verheiratet', entgegnete Mrs. DeMuth.
'Und das mit einem verdammt netten Kerl', sah sich Mr. DeMuth veranlasst hinzuzufügen.'
Ich weiß, dass King natürlich damit etwas bestimmtes hervorrufen möchte, beziehungsweise hat er natürlich seine nachvollziehbaren Gründe, warum er schreibt, wie er schreibt. Daran lässt sich auch nicht rütteln und ich möchte dahingegen auch keinesfalls etwas kritisieren, denn seine Stilmittel habe ich teilweise im Buch 'Das Leben und das Schreiben' fast studiert, um mir selbst Wissen anzueignen. Aber Fakt ist eben auch, dass mich ein solcher Dialog tierisch auf die Palme bringt. Dieses ständige Wiederholung des Namens, anstatt mal zu schreiben 'entgegnete seine Frau' oder sonst etwas in der Art. Für mich ist das einfach schrecklich zu lesen, aber ansonsten kann ich zu dem Stil in der Geschichte nur sagen, dass er was hermacht. Ich fühlte mich, zu meinem Überraschen, wirklich unterhalten und das habe ich bei King ja selten. Von Joe Hill hab ich bisher noch nichts gelesen, inwiefern er jetzt in der Geschichte Einfluss hegte, kann ich also nicht wirklich beurteilen. Aber die Zusammenarbeit ist den beiden hier meines Erachtens nach wirklich gelungen. 
Um noch einmal auf die Handlung zu sprechen zu kommen. In diesem Buch haben Illusionen einen hohen Punkt, was mich persönlich sehr begeistert hat. Ich fühlte mich gleich sofort mitgerissen und hab die Angst der Hauptpersonen gespürt und dieses Gefühl hielt auch noch an, nach dem ich das Buch abends zuklappte.
Die zweite Hälfte der Geschichte fand ich auch noch okay, aber die Richtung, in die es dann kurzzeitig abdriftete, gefiel mir leider gar nicht mehr gut. Und dann war die Geschichte kurz darauf auch schon zu Ende. 

Charaktere & Schauplatz.
Fakt ist wohl, dass ich nie wieder ohne Angst ein Maisfeld oder sonstiges in der Art betrete, was wirklich hochgewachsene Pflanzen hervorbringt. In dem Bezug darauf werde ich wohl immer wieder an Kings Geschichte denken müssen und mich fragen, ob so etwas nicht wirklich passieren kann. 
Das tolle an seinen Geschichten ist eben, dass man ihm jedes Wort glaubt. Ich weiß nicht, wie dieser Mann das macht, aber wenn er dich mal in die Klauen bekommen hat, ist es wie als Kleinkind in Papas Schoß. Egal ob er von einem blauen, gelben oder grünen Elefanten spricht, ob dieser fliegen kann oder pupsen, oder ob er dir erzählt, dass ein Drache dich als Kind bei ihm abgeliefert hat: Du glaubst es ihm. King nimmt als Erzähler irgendwie eine ähnliche Stellung ein.
Die Charaktere waren für eine so kurze Geschichte natürlich gut durchdacht. Wie immer erfährt man zu Anfang etwas über ihr Leben, sodass man gleich eine richtige Szene vor Augen hat. Am besten gefiel mir aber tatsächlich die Idee der Geschichte, welche die Charaktere wirklich gut rübergebracht haben. 

Sonstiges.
Für zwischendurch kann ich die Geschichte wirklich empfehlen und ich bitte euch darum, euch von den negativen Meinungen bei Amazon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Als ich diese gelesen habe, hatte ich wirklich den Gedanken gehabt, ob ich das Buch überhaupt verkrafte, weil die sogenannten Rezensionen dort, von Kannibalismus sprachen und Ähnlichem. Ich hatte wirklich Angst, dass ich das Buch nachher abbrechen muss, weil es zu eklig wird. Aber glaubt mir eines, meine Lieben, manche Menschen finden in jeder Suppe das kleinste Haar. Ich fand persönlich auch, dass ein paar kleine Szenen nicht unbedingt hätten da sein müssen. Allerdings ist es im Grunde nicht mehr als passend zum Zusammenhang gewesen und somit nachvollziehbar und vor allen Dingen überhaupt nicht so schlimm, wie es dargestellt wurde. Das steht man schon durch, keine Frage. 



Bewertung.
Aufmachung: 2,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert: 4/5
Überraschungseffekte: 3/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Bildungswert: 2,5/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 36/50

3 Sterne

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen