Donnerstag, 26. Dezember 2013

Die Bestimmung - Veronica Roth





Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 17,99€
Seitenzahl: 480 Seiten
Genre: Jugend - Dystopie
Format: Gebunden
Altersempfehlung: März 2012
Erscheinungsdatum: Ab 14 Jahren







Handlung & Stil.
Ich habe das Buch mit absolut schlechten Erwartungen begonnen. Aus irgendwelchen Gründen war ich davon überzeugt, dass ich dieses Buch nicht mögen werde. Allerdings wurde ich dann auf den ersten beiden Seiten schon so mitgerissen, dass ich das ganze Buch über einfach nur begeistert war. Die Handlung ist ständig spannend, es passiert immer etwas und es gibt niemals gefüllte Plotlöcher oder sonstige Dinge, die den Leser in irgendeiner Form gelangweilt hätten. Für mich war es endlich mal wieder eine richtig spannende Erfahrung, mit der ich mich auch auf eine besondere Weise identifizieren konnte. Um euch nichts vorwegzunehmen, möchte ich nichts großartiges über die Handlung verraten und steuere gleich mal auf den Stil zu und die einzelnen Details der Fraktionen. 
Der Schreibstil war super. Im Grunde habe ich kaum etwas zu bemängeln. Mich hat nichts großartig gestört, ich habe beim Lesen nie gestockt und ich hatte wirklich immer alles sehr bildlich vor Augen. Es war spannend, es war hart, es war emotional, es war liebevoll. Vor allem gab es eine kleine Liebe zum Detail, die aber nicht zu weit ausgepackt wird. Genau richtig wurde alles beschrieben, sodass man merkte, dass die Autorin sich auch Mühe gab und wusste, was sie da gerade tut.
Es gab einzelne Situationen in diesem Buch, die waren vollgepackt mit Adrenalin und man hat alles wirklich miterlebt und wollte am liebsten gar nicht mehr damit aufhören.
Das einzige, was mich am Stil etwas gestört hat, war die Tatsache, dass die Autorin bei einem gewissen Aspekt scheinbar immer nur die gleichen Worte finden konnte. Und zwar, wenn Beatrice Schmerzen hatte. Wenn sie sich verletzt hat oder gar schlimmeres passiert ist, hieß es immer nur 'Ein wilder Schmerz'. Die passende Beschreibung war das auf jeden Fall, allerdings fiel mir auf, dass es ungefähr zwanzig Mal im Buch vorkam. Da hätte man sich zumindest mal ein wenig entfalten können. Nun weiß ich aber nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob die Autorin selbst auch so geschrieben hat. Dazu müsste ich dann das englische Buch noch mal lesen. 
Das war aber auch das einzige, was mir negativ aufgefallen ist. Alles andere war genau richtig für mich.
Die einzelnen Fraktionen sind sehr spannend. Man erfährt über alle genug und ich finde, dass keine irgendwie zu kurz kommt. Wenn man das Buch liest, dann kann man sich tatsächlich vorstellen, dass die Welt so aussehen könnte und die Menschen so leben. Alles in sich ist einfach stimmig und macht einen gut durchdachten Eindruck. Die Fraktion, die ich gewählt hätte, wäre wohl definitiv die Ferox. Von Anfang an fand ich diese Fraktion extrem spannend und dieser Nervenkitzel, den es da täglich zu erleben gibt, ist einfach genau mein Ding. Leben und genießen, mutig sein, sich etwas trauen, vom fahrenden Zug springen. Das sind Dinge, die berauschen mich irgendwie mit einem riesengroßen Glücksgefühl, dass ich so gar nicht definieren kann. Es fühlt sich einfach an, als ob man richtig lebendig ist. Wenn man rennt, sich bewegt, dann spürt man einfach alles in sich selbst und das ist etwas, das mir oft fehlt im Alltag. Ich würde mich dort wohlfühlen. 
Die Amite wäre allerdings auch eine Fraktion, mit der ich gut zurechtkommen würde. Ein friedvolles Leben, ein fröhliches Leben und trotzdem frei und nicht so streng wie die Altruan. Die Altruan, das wäre wohl die letzte Fraktion, in der ich leben wollen würde. Lieber würde ich fraktionslos sein und auf der Straße leben, als niemals mehr in einen Spiegel sehen zu dürfen, immer unauffällig zu sein und graue Klamotten tragen zu müssen. Dafür bin ich viel zu selbstsüchtig. Selbstlos zu sein ist keine meiner Stärken. Natürlich teile ich gerne und sorge mich auch um andere Mitmenschen, aber eben nicht in dem Maße, dass ich nur an die anderen denke. Ich würde den Forderungen der Altruan niemals entsprechen. 
Es muss auch schwer sein, ein Kandor zu sein. Ich bin zwar ein sehr ehrlicher Mensch, aber immer die Wahrheit zu sagen, dass ist ein Laster, das man tragen muss, so blöd es auch klingt. Jeder lügt mal, und wenn es nur ist, um jemanden zu schützen oder nicht unnötig zu verletzen. Wer hätte unter den Kandor noch Freunde, wenn dir jeder die Wahrheit ständig ins Gesicht sagen würde? Aber eine interessante Art zu leben ist es, unterstützen tue ich sie allemal.
Die Ken wären für mich nichts, da ich niemand bin, der sich gern so extrem mit Wissen füllt. Wenn ich durch Zufall etwas dazulerne, finde ich das super, aber es darauf anlegen ist mir zu anstrengend.

Charaktere & Schauplatz.
Beatrice ist ein toller Charakter. Ich mag dieses Mädchen und ich mochte es ständig. Ich konnte ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen, jeden einzelnen. Okay, bis auf einen, da hätte ich sie mir ein bisschen anders gewünscht, aber das ist ja kein Beinbruch. Sie ist ein Mädchen, mit dem ich mich identifizieren konnte, die ich verstanden habe, die klug und angemessen gehandelt hat und vor allem nicht so dermaßen naiv und bekloppt, wie die meisten Charaktere in den heutigen Jugendbüchern. Sie war wirklich authentisch, genau wie alle anderen um sie herum. Four war ein sehr interessanter Kerl, der mir auf eine Art gut gefallen hat. Man blickt nicht gleich hinter seine Fassade und ich freue mich jetzt schon tierisch darauf, seine Geschichte zu lesen, die im April 2014 erscheinen wird. Will war ebenfalls ein Charakter im Buch, der mir gefallen hat, genauso Uriah, wo ich einfach nicht weiß, wie man den Namen jetzt eigentlich ausspricht. Ich hoffe auch, dass man vielleicht eines Tages noch etwas mehr über Lynn erfährt, wenn ich mich nun an den Namen richtig erinnere. 
Es gab auch Charaktere, die man einfach nur gehasst hat und denen man gerne mal richtig die Fresse poliert hätte. Ich brauche so etwas in Büchern. Das macht doch alles erst richtig realistisch. Wenn ein Buch in mir alle möglichen Gefühle weckt, von Liebe über Verachtung, von Trauer bis Hass, dann weiß ich erst, dass ich die Geschichte richtig miterlebt habe. Das hat dieses Buch richtig geschafft.
Und vor allen Dingen, was bei mir ja ganz hoch im Kurs steht: Es gibt keine kitschige Liebesgeschichte, die theatralisch ausgeführt wurde und dazu am besten noch mit Liebe auf den ersten Blick und tausend glitzernden Herzen und Amorpfeilen. Nein, in diesem Buch gibt es natürlich auch ein Stück weit Liebe, denn ohne Liebe käme keine Geschichte aus, aber… sie ist angemessen erzählt, gut eingefädelt, nichts überstürzt, alles nachvollziehbar und vor allem steht der Charaktere der Personen im Vordergrund. Die Autorin kann einfach Gefühle entstehen lassen, glaubhafte Gefühle, ohne dass sich gleich jeder einem um den Hals werfen muss. Es muss nichts direktes passieren, damit man checkt, dass sich da etwas anbahnt. Und das ist wirklich etwas, was den meisten Autoren heute einfach fehlt. 
Veronica Roth hat es allerdings drauf.
Die Schauplätze in dem Buch sind genial. Ich habe schon richtig Angst vor der Verfilmung, weil ich kaum glaube, dass die das alles so hinbekommen, wie ich mir das gedacht habe. Man sieht sehr viel von der Stadt, viele verschiedene Teile. Es wird alles unglaublich echt beschrieben. Man sieht nicht alle Fraktionen, aber man bekommt einiges zu Gesicht, was die Hauptquartiere betrifft. 

Sonstiges.
Insgesamt wirklich ein Highlight für mich, bei dem ich den ganzen Hype darum jetzt absolut nachvollziehen kann. Ich würde es jedem empfehlen, der mal etwas richtig Spannendes lesen möchte,
der etwas erleben möchte, was er in anderen Büchern nicht bekommt. Etwas, was einen fordert, was einen erschaudern lässt. Es ist wirklich klasse, was es in diesem Buch zu entdecken gibt und ich kann es kaum erwarten gleich weiterzulesen. 



Bewertung.
Aufmachung des Buches: 4/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert: 5/5
Überraschungseffekte: 5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 44/50

5 Sterne

Sonntag, 8. Dezember 2013

Diese eine Woche im November - Michael Wallner





Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 318 Seiten
Genre: Jugendroman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren 
Erscheinungsdatum: November 2013






Handlung & Stil.
Ein Jugendthriller gepaart mit einer Liebesgeschichte, die hin und wieder Wendungen annimmt, die wundervoll, aber irgendwie zu erwarten waren. Der Stil der Geschichte hat mir von Anfang an große Probleme bereitet, aber die Geschichte konnte mich letztendlich mit ihrer Handlung überzeugen. 
Der Stil hat es mir schwer gemacht, weil er mir sehr nüchtern vorkam. Manchmal kamen mir die Sätze mehr wie eine Aufzählung vor, eher wie Regieanweisungen, als zusammenhängende Sätze einer Geschichte. Wenn viele kurze Sätze aufeinanderfolgen finde ich das immer etwas befremdlich. Es liest sich für mich stockend und ich finde, das kurze prägnante Sätze auch sehr geschickt gewählt werden müssen, damit sie den richtigen Effekt erzeugen können. Wenn es nur so von kurzen Sätzen hagelt, wie es in dieser Geschichte der Fall war, dann finde ich das absolut nicht gut und leider versaut mir das den Lesespaß des Öfteren. 
Trotzdem habe ich durchgehalten, weil ich wissen wollte, ob der Autor mich wenigstens in anderen Hinsichten noch überzeugen kann. Und ja, er konnte. Die Geschichte nimmt einen unglaublich rasanten Lauf, wenn sie mal in Fahrt gekommen ist. Es passiert sehr viel, vor allem sehr viel Spannendes und zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, in denen man wirklich den Atem anhalten muss, weil man vor Spannung platzen könnte. An das Stilistische konnte ich mich mit der Zeit gewöhnen und auch die Charaktere wurden mit der Zeit immer besser. Auch da hatte ich zu Anfang ein paar Dinge zu bemängeln.

Charaktere & Schauplatz.
Pippa ist ein tolles Mädchen, sehr interessant und geheimnisvoll, aber sie schleicht in manchen Teilen der Geschichte doch eher wie ein Geist, als ein präsenter Charakter herum. Ich hätte mir mehr von ihr gewünscht, mehr Details. Aber ansonsten war sie wirklich ein wunderbarer Charakter, der genauso eigenartig rüberkam, wie der Autor das wohl auch beabsichtigt hatte. Liebenswert, aber ab und an seltsam. Julia, die deutsche Touristin, war mir zu Anfang absolut nicht sympathisch. Sie gab sich wie eine schnöselige Vorstadttussi, die denkt, sie sei was Besseres. So etwas kann ich absolut nicht leiden und somit konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen, weshalb Tonio sich so an sie ranschmeißt.
Tonio ist ein toller Junge, der wirklich ein paar gute Charakterzüge hatte. Es hat Spaß gemacht ihn zu begleiten, aber letztendlich blieben die Charaktere sehr blass und distanziert zum Leser. Dieses Mal war die Geschichte wirklich nur eine Geschichte. Aber eine gute.
Der Schauplatz Venedig ist natürlich etwas Tolles. Egal ob man die Stadt nun mag oder nicht, sie trägt zu einer sehr interessanten Atmosphäre des Buches bei und macht sie zu etwas Einzigartigem. Ich fühlte mich oft, als würde ich einen Krimi anschauen, der in dieser Stadt spielt. Es wurde ab und an mit italienischen Begriffen um sich geworfen, die man allerdings im Zusammenhang super verstehen kann. Teile der Stadt werden natürlich auch benannt und wenn man sich für Venedig oder Italien an sich interessiert, kann man danach googlen und sich anschauen, wo Tonio und die Mädchen sich gerade befinden. Das ist natürlich immer etwas Besonderes und ich finde es schön, dass man sich dadurch dem Buch noch etwas näher fühlen kann und das Flair noch viel intensiver erscheint.

Sonstiges.
Das Buch ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert für Leser, die sich gerne mal einem etwas anderen Krimi zuwenden möchten, der ein wenig Liebe, ein wenig Abenteuer, sehr viel Spannung und eine interessante Stadt als Schauplatz beinhaltet. Im Gesamten gesehen ist es eine lesenswerte Geschichte. Den Stil muss jeder Leser nach dem eigenen Geschmack beurteilen, aber im Grunde denke ich, dass damit jeder ein bisschen Spaß haben kann. 



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 34/50

3 Sterne

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Mein böses Herz - Wulf Dorn




Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 416 Seiten
Genre: Jugendthriller
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14 Jahre
Erscheinungsdatum: Februar 2012







Handlung & Stil.
Wulf Dorns Schreibstil konnte mich in diesem Werk leider nicht so wirklich fesseln. Es gab viele Sätze, bzw. Abschnitte, die irgendwie ohne Harmonie verliefen. Des Öfteren hatte ich das Gefühl, dass etwas nicht so ganz passt. Ich bin ständig abgeschweift, obwohl mich die Geschichte sehr interessiert hat. Der Stil ist für ein Jugendbuch schon recht speziell und man merkt, dass der Autor eigentlich eher für Erwachsene schreibt. Ich fand es daher etwas befremdlich und fühlte mich wie zwischen den Stühlen. Einerseits war es spannend, andererseits wusste ich nicht recht, was ich von dem Ganzen halten sollte. So richtig reinfühlen konnte ich mich nicht. Ob sich Jugendliche ab 14 da wirklich schon von dem Stil fesseln lassen können sei mal in den Raum gestellt. 
Gestört habe ich mich des Öfteren auch an den Kapitelabschlüssen. Ich mag es, wenn Kapitel mit einm Bäm-Satz enden, der einen weitertreibt. Nicht unbedingt mit Cliffhanger, aber einfach mit Sätzen, die das ganze rund und abenteuerlich gestalten. Ich bin selbst Autorin und liebe Wörter. Ich liebe Besonderes. Bei diesem Buch kam es mir allerdings eher gezwungen rüber, so unecht. Ich weiß einfach nicht, woher dieses Gefühl kommt, aber es war stetig da. Das hat mir das ganze ein bisschen vermiest. 

Charaktere & Schauplatz.
Leider waren mir die Charaktere nicht wirklich so sympathisch geworden. Vor allem konnte ich keinen Draht zu ihnen finden, nichts, was mich ihnen verbunden hätte, näher gebracht hätte. Doro mochte ich nicht so wirklich, ihre Mutter war okay. Sogleich zu Anfang hat mir der Vater gut gefallen, aber dann ziehen die beiden ja auf's Land und irgendwie wollte ich mit der Mutter von Doro nicht so viel Zeit verbringen. 
Ich fand die Schauplätze allerdings ganz gut und konnte mir alles schön ausmalen. Allerdings hat mich die Atmosphäre auf dem Land an so viele Horrorfilme erinnert, dass es für mich sehr klischeehaft wirkte. Natürlich bringt jeder Autor seine eigene Note mit ein und Wulf Dorns Geschichte hat definitiv richtig gute Aspekte, aber dennoch geschieht doch fast alles immer abgeschieden auf dem Land. Für mich war das sehr eintönig, weil ich es eben in der Sparte schon auswendig kenne. Dennoch hat er das ganze in ein interessantes Licht gerückt. Sowieso ist der Autor sehr talentiert auf seine eigene Weise zu beschreiben, Details einzubringen. 

Sonstiges.
Die Geschichte an sich ist lesenswert, aber ich hätte mir zu Anfang wirklich mehr davon erwartet. Gruselfaktor war auf jeden Fall da, aber der Schreibstil war einfach nicht so mein Ding, weswegen ich da irgendwie in der Luft schwebte. Trotzdem kann ich es auf jeden Fall an Leute weiterempfehlen, die sich vielleicht mal an das Genre rantasten wollen. Vor allem, wenn sie sich davor fürchten, gleich etwas für Erwachsene in der Sparte zu lesen, sollten sie das hier einfach mal wagen. 



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 3/5

Punktzahl insgesamt: 32,5/50

3 Sterne