Sonntag, 8. Dezember 2013

Diese eine Woche im November - Michael Wallner





Daten.
Verlag: cbt Verlag
Preis: 16,99€
Seitenzahl: 318 Seiten
Genre: Jugendroman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren 
Erscheinungsdatum: November 2013






Handlung & Stil.
Ein Jugendthriller gepaart mit einer Liebesgeschichte, die hin und wieder Wendungen annimmt, die wundervoll, aber irgendwie zu erwarten waren. Der Stil der Geschichte hat mir von Anfang an große Probleme bereitet, aber die Geschichte konnte mich letztendlich mit ihrer Handlung überzeugen. 
Der Stil hat es mir schwer gemacht, weil er mir sehr nüchtern vorkam. Manchmal kamen mir die Sätze mehr wie eine Aufzählung vor, eher wie Regieanweisungen, als zusammenhängende Sätze einer Geschichte. Wenn viele kurze Sätze aufeinanderfolgen finde ich das immer etwas befremdlich. Es liest sich für mich stockend und ich finde, das kurze prägnante Sätze auch sehr geschickt gewählt werden müssen, damit sie den richtigen Effekt erzeugen können. Wenn es nur so von kurzen Sätzen hagelt, wie es in dieser Geschichte der Fall war, dann finde ich das absolut nicht gut und leider versaut mir das den Lesespaß des Öfteren. 
Trotzdem habe ich durchgehalten, weil ich wissen wollte, ob der Autor mich wenigstens in anderen Hinsichten noch überzeugen kann. Und ja, er konnte. Die Geschichte nimmt einen unglaublich rasanten Lauf, wenn sie mal in Fahrt gekommen ist. Es passiert sehr viel, vor allem sehr viel Spannendes und zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, in denen man wirklich den Atem anhalten muss, weil man vor Spannung platzen könnte. An das Stilistische konnte ich mich mit der Zeit gewöhnen und auch die Charaktere wurden mit der Zeit immer besser. Auch da hatte ich zu Anfang ein paar Dinge zu bemängeln.

Charaktere & Schauplatz.
Pippa ist ein tolles Mädchen, sehr interessant und geheimnisvoll, aber sie schleicht in manchen Teilen der Geschichte doch eher wie ein Geist, als ein präsenter Charakter herum. Ich hätte mir mehr von ihr gewünscht, mehr Details. Aber ansonsten war sie wirklich ein wunderbarer Charakter, der genauso eigenartig rüberkam, wie der Autor das wohl auch beabsichtigt hatte. Liebenswert, aber ab und an seltsam. Julia, die deutsche Touristin, war mir zu Anfang absolut nicht sympathisch. Sie gab sich wie eine schnöselige Vorstadttussi, die denkt, sie sei was Besseres. So etwas kann ich absolut nicht leiden und somit konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen, weshalb Tonio sich so an sie ranschmeißt.
Tonio ist ein toller Junge, der wirklich ein paar gute Charakterzüge hatte. Es hat Spaß gemacht ihn zu begleiten, aber letztendlich blieben die Charaktere sehr blass und distanziert zum Leser. Dieses Mal war die Geschichte wirklich nur eine Geschichte. Aber eine gute.
Der Schauplatz Venedig ist natürlich etwas Tolles. Egal ob man die Stadt nun mag oder nicht, sie trägt zu einer sehr interessanten Atmosphäre des Buches bei und macht sie zu etwas Einzigartigem. Ich fühlte mich oft, als würde ich einen Krimi anschauen, der in dieser Stadt spielt. Es wurde ab und an mit italienischen Begriffen um sich geworfen, die man allerdings im Zusammenhang super verstehen kann. Teile der Stadt werden natürlich auch benannt und wenn man sich für Venedig oder Italien an sich interessiert, kann man danach googlen und sich anschauen, wo Tonio und die Mädchen sich gerade befinden. Das ist natürlich immer etwas Besonderes und ich finde es schön, dass man sich dadurch dem Buch noch etwas näher fühlen kann und das Flair noch viel intensiver erscheint.

Sonstiges.
Das Buch ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert für Leser, die sich gerne mal einem etwas anderen Krimi zuwenden möchten, der ein wenig Liebe, ein wenig Abenteuer, sehr viel Spannung und eine interessante Stadt als Schauplatz beinhaltet. Im Gesamten gesehen ist es eine lesenswerte Geschichte. Den Stil muss jeder Leser nach dem eigenen Geschmack beurteilen, aber im Grunde denke ich, dass damit jeder ein bisschen Spaß haben kann. 



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert: 3/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 34/50

3 Sterne

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