Mittwoch, 29. Januar 2014

Firelight #1 - Brennender Kuss - Sophie Jordan




Daten.
Verlag: Loewe Verlag
Preis: 17,95€
Seitenzahl: 374 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 13-16 Jahre
Erscheinungsdatum: August 2011






Handlung & Stil.
Das Buch beginnt in einem wundervollen Setting und zugleich folgt eine spannende Situation, die das Buch wunderbar einleitet, sodass man gleich wissen möchte, wie es weitergeht. Der Stil ist einfach gehalten, es gibt keine Besonderheiten. Das Buch lässt sich leicht lesen, es ist spannend, aber ich hätte mir trotzdem weitaus mehr Gefühl und Emotion davon erhofft. Wirklich mitgefühlt habe ich nicht, auch wenn ich zu Jacinda und auch zu Will eine gewisse Bindung aufgebaut habe während dem Lesen.
Es gab einiges, was mich an der Geschichte gestört hat. Angefangen damit, dass Jacinda zum ersten Mal eine Highschool betritt und das erste Mal in der Menschenwelt lebt und scheinbar alles sofort richtig zu machen scheint. Ich meine klar, wenn man nicht vollkommen blöd ist, kann man sich überall irgendwie anpassen, aber trotzdem hätte ich erwartet, dass auf manche Dinge mehr eingegangen wäre, was für Jacinda eben in dem Moment Neuland war. Genauso auch das Drakileben. Ich wünschte, man hätte etwas mehr darüber erfahren. Wie leben sie im Rudel und wie beschaffen sie sich essen? Töten sie Tiere aus dem Wald und garen sie über dem Lagerfeuer oder fliegt einer als Draki bis in die Zivilisation und verwandelt sich dort heimlich zurück, geht einkaufen, verwandelt sich irgendwo hinter Büschen wieder heimlich und fliegt mit den Einkaufstüten zurück? Oder haben sie sogar Autos, die sie irgendwo abseits ihres Lagers im Wald geparkt haben, um mobil zu sein und Nahrung zu beschaffen? Wie ernähren sich Drakis denn? Solche Dinge waren in dem Buch einfach nicht vorhanden. Genauso stelle ich mir ständig in solchen Büchern die Frage, ob man nicht irgendwelche Papiere vorweisen muss, wenn man sich an einer Schule anmeldet. Wenn man privatunterrichtet wurde, hat man dann nicht trotzdem Zeugnisse oder ähnliche Belege dafür? Wo nehmen die Drakis sie her? Werden diese Dinge nicht dann auch mal auf Richtigkeit überprüft? 
Das sind alles solche politisch geregelten Sachen, die nie erklärt werden. Genauso, dass man als Draki wohl eher keinen Personalausweis hat, oder? Ist man nun ein Mensch, der in der Gesellschaft auch anerkannt ist, oder ist man ein Draki, ähnlich wie ein Tier, das eben existiert, aber keiner weiß es genau. Ich nehme an Letzteres. Also, woher einen Personalausweis nehmen oder irgendwas in der Art, womit man sich in einer Schule überhaupt anmelden kann! Man braucht als Mensch doch wohl Papiere. So was macht mich immer nachdenklich und so was regt mich an der Fantasy auf. Das man auf diese Dinge nicht eingeht.
Ansonsten ging mir Jacinda ziemlich mit ihrem Hin und Her auf die Nerven. Will sie Will nun oder nicht? Entscheide dich bitte, Mädel. Ist ja logisch, dass sie sich Gedanken macht und zwischen den Stühlen steht, zwischen richtig und falsch, sie schwebt in Lebensgefahr. Aber in diesem Buch hat es mich tierisch genervt, ständig dasselbe lesen zu müssen, dass sie ihn will, aber er nicht gut für sie ist.
Dann sagt Will auch ständig, sie soll sich von ihm fern halten - ganz egal ob sie weiß wieso oder nicht, fragt man doch trotzdem: Wieso soll ich das tun? Wer fragt das denn bitte nicht? 
Ebenfalls ist mir immer unklar gewesen, ob Jacinda Will jetzt nur mag, weil er ihr letzter Ausweg ist, oder weil sie ihn wirklich mag? Liebt sie ihn, weil er er ist, oder liebt sie ihn, weil er ihren Draki am Leben hält? Ich habe Jacinda zeitweise etwas unsympathisch gefunden, weil sie ihn einfach nur für ihre Zwecke benutzen wollte. Gleichzeitig jammert sie dann, dass sie ihn dann verlassen muss, wenn sie hat, was sie will. Sie hat schlichtweg genervt! 

Charaktere & Handlung.
Nun habe ich über Jacinda schon viel Schlechtes gesagt, fangen wir doch mit dem Guten an. Im Grunde war sie ein sympathisches Mädchen. Leider war sie eben wenig standhaft und wusste nie wirklich, was sie wollte. Ständig bezeichnete sie sich als egoistisch, obwohl sie für das meiste in ihrem Leben nichts konnte und gar nicht verantwortlich war. Wie sie hätte ich in den meisten Situationen nicht reagiert und ich hätte sie des Öfteren gern auf dem Handy angerufen und gesagt, was das Beste für sie ist und wie sie handeln soll. Leider ging das natürlich nicht. Es hätte gut sein können, dass wir im wahren Leben Freunde geworden wären, allerdings hätte ich mich öfter über sie auslassen müssen, als es gut für eine Freundschaft gewesen wäre. Natürlich war sie als Charakter nachvollziehbar, aber ich konnte mich nicht wirklich mit ihr identifizieren.
Will war ein toller Charakter und den fand ich für die Geschichte auch viel wertvoller, als irgendeinen anderen im Buch. Er ist glaubhaft, er hatte interessante Züge und wegen ihm möchte ich Geschichte auch gern weiterverfolgen. Was aus den beiden letztendlich wird oder nicht wird, ist mir gar nicht so wichtig. Aber ich möchte Will wieder sehen und über ihn lesen und deswegen beende ich die Trilogie natürlich. Natürlich auch wegen dem Gesamtpaket, denn obwohl mich viel genervt hat, habe ich doch Spaß an dem Buch gefunden.
Die anderen Charaktere, wie Jacindas Schwester oder Wills Cousins, die auch eine sehr düstere Ader in dem Buch haben. Alles in allem eine gute Geschichte mit ein paar Schwächen, die ja vielleicht im nächsten Teil besser ausgeführt wurden. Wir werden sehen. (;

Fazit.
Den Fantasyfans unter euch kann ich das Buch auf jeden Fall empfehlen und auch denjenigen, die eine spannende Liebesgeschichte wollen, die mal etwas anders abläuft, als die tausend anderen, die wir alle schon auswendig kennen. Also, viel Spaß. 



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 3,5/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Bildungswert: 3/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 35/50

3 Sterne

Samstag, 18. Januar 2014

Weil ich Layken liebe - Colleen Hoover






Daten.
Verlag: dtv Verlag
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 352
Genre: Jugendbuch/Drama
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Erscheinungsdatum: November 2013






Handlung & Stil.
Bei dieser Inhaltsangabe würde jeder Romantikhasser das Buch am liebsten quer durchs Zimmer schleudern. Aber ich kann euch von Anfang an versichern, dass das hier keine kitschige Liebesgeschichte ist. In diesem Buch geht es im Grunde gar nicht wirklich um die Liebe. Sondern um das Leben. Es geht um das Leben und wie man es am besten meistert. Wie man sich dem Schicksal stellt, wie man es durchsteht und woher man die Kraft dafür nimmt.
Zu Anfang hätte ich nicht erwartet, dass ich dieses Buch in dieser Rezension als großartig bezeichnen würde. Meine Erwartungen an das Buch waren einerseits niedrig, weil ich irgendwie nicht so das Bedürfnis hatte, es zu lesen. Andererseits waren die Erwartungen aber auch sehr hoch, weil einfach jeder davon schwärmt und begeistert ist.
Die ersten 80 Seiten waren für mich mit sehr viel Langeweile und sinnlosem Erzähle bestückt. Wenn ich das Buch im Gesamten sehe, war es das aber gar nicht. Die Erzählweise der Autorin ist schön und auf das Leben eines jeden abgestimmt. Es ist das Alltägliche, was uns allen vor Augen schwebt. Und was uns allen, von heute auf morgen passieren könnte. Das, was mich also zu Anfang so gestört hat, hat mich am Ende total berührt. 
Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch mich erst ab Seite 180 auf seiner Seite hatte. Die letzten 150 Seiten habe ich dann wirklich verschlungen und ich habe mitgefiebert und gehofft, dass das Buch ein gutes und passendes Ende findet.
Zwischendrin hatte das Buch immer wieder ein paar Längen, die man locker hätte überspringen können, um den Text zu verstehen. Es gab immer wieder Momente, in denen ich durchatmen musste und mir sagen musste: Mach weiter! Aber trotz den kleinen Differenzen zwischen mir und dem Schreibstil, hat mir das Buch gut gefallen.
Was ich am besten daran fand, waren die Geschichten der Charaktere. Das Buch zeigt auf, dass jeder von uns sein Päckchen zu tragen hat. Ein absolut perfektes Leben hat kaum jemand auf der Welt und man darf nie jemanden verurteilen, wenn man seine Geschichte nicht kennt. 
Dieses Buch beinhaltet so viel Menschlichkeit, so viel Wut, so viel Liebe, so viel Trost, so viel Stärke. Es ist wirklich ein Spiel zwischen den Zeilen, ein Spiel von Gefühlen. 
Die Autorin hat es wirklich verstanden, den Leser zu berühren. Ihn mit Worten und Taten zu berühren. Mit Worten, weil auch Poetry Slam in diesem Buch eine tragende Rolle spielt und mit Taten, weil es ein paar Augenblicke in dem Buch gibt, die mir mehr ans Herz ginge, als eine normale Liebesgeschichte es hätte tun können. Denn diese Momente, die ich meine, hatten mit Will und Layken gar nichts zu tun. Es gab auch nur einen Moment, der mich wehmütig gemacht hat. Ich sage dazu nur Luftballon.
Leider konnte das Buch mich letztendlich nicht zu Tränen rühren, wie jeden anderen Leser, von dem ich was über das Buch gehört habe, aber es hat mich dennoch tief berührt und einige Momente werde ich in langer Erinnerung behalten.

Charaktere & Schauplatz.
Layken war ein tolles Mädchen. Sie ist stark, sie hat Charakter und sie ist mit ihren achtzehn Jahren genau, wie ein Mädchen in dem Alter sein soll. An der einen Stelle albert sie total herum, aber wenn es darum geht ihre Stärke zu beweisen, dann tut sie es auch. 
Selten durfte ich in Büchern so authentische Charaktere kennenlernen, wie in diesem hier.
Auch Will war ein toller Charakter, ein toller Junge. Es gab eine Stelle ziemlich zu Schluss, die mich sehr getroffen hat. Die mich berührt hat. Aber die gab es durch Will eigentlich ständig. Dieses Buch hat gar keine Romantik und gar keinen Kitsch gebraucht, weil es dann einfach nur ein Gefühlsknäuel gewesen wäre, der dir immer wieder gegen den Kopf fliegt. 
Die Persönlichkeiten und Absichten der Charaktere waren so präsent, so dicht, so im Grundgerüst verankert, so echt, so glaubwürdig, so real, dass jede Zeile, jeder Moment, jede Szene, jeder Dialog, schon ohne romantischen Einfluss so viel Gefühl barg, dass man einfach hin und weg war.
Dieses Buch habe ich wirklich mit dem Herzen gelesen. Und das soll was heißen, wenn mir der Stil zu Anfang so missfallen hat. 
Eddie, Laykens neue Freundin an der neuen Schule, ist wunderbar. Sie war ebenfalls ein Charakter, dessen Vergangenheit ein wenig durchleuchtet wird, mit dem man einige Zeit verbringt und an den man sich ebenfalls sehr erinnern wird.
Dann die kleinen Brüder von Layken und Will. Kel und Caulder, ein Dreamteam. So etwas liebenswertes habe ich noch nie gelesen. Wie sie beschrieben wurden, wie aus dem Leben heraus, als hätte die Autorin sich das gar nicht erfunden, sondern mitten aus dem eigenen Leben gegriffen und einfach nur aufgeschrieben. So viel Echtheit gibt es selten in Büchern. 
Ich kann mit Kindern ja nun wirklich nicht viel anfangen und ich bin auch froh, wenn man sie mir vom Leibe hält, aber Kel und Caulder habe ich auf den ersten Seiten gleich so extrem ins Herz geschlossen, dass ich richtig wehmütig auf die Zeit mit dem Buch zurückblicke. Sie werden mir fehlen, die Kleinen mit ihren Eigenarten. 
Zu guter Letzt war auch Laykens Mutter ein Charakter, von dem man sehr viel lernen kann. Sie ist ein wunderbarer Mensch und hat wirklich nur das Beste verdient.
Erst jetzt nachdem ich das Buch beendet habe wird mir klar, dass ich gar nicht weg möchte. Ich möchte bei Layken bleiben, bei Will, bei Kel und Caulder. Ich will mit ihnen lachen, in Erinnerungen schwelgen, spielen, Basagne kochen und Kürbisse schnitzen.
Und übrigens… die Halloweenkostüme sind es allein schon wert, das Buch zu lesen. 
Jedes einzelne Detail ist absolut wunderbar! Dieses Buch KANN man einfach nur lieben.

Fazit.
Ein Buch, das eigentlich für jeden Menschen lesenswert ist. Vor allem für Menschen, die im Leben noch etwas dazulernen wollen, ganz egal, wie alt sie sind. Für Menschen, die sich vielleicht an etwas Wichtiges erinnern wollen. Für alle, die einfach mal etwas Echtes lesen wollen, etwas, das unser aller Leben betrifft oder betreffen könnte.



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4,5/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 4,5/5
Bildungswert: 4,5/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 45/50

5 Sterne

Mittwoch, 8. Januar 2014

Von der Nacht verzaubert - Amy Plum






Daten.
Verlag: Loewe Verlag
Preis: 18,95€
Seitenzahl: 393 Seiten
Genre: Jugendfantasy
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 13-16 Jahre
Erscheinungsdatum: April 2012






Handlung & Stil.
Das Buch beginnt recht schön. Der Stil ist einfach und schlicht gehalten, nichts Besonderes meiner Meinung nach. Ich finde das Französische in diesem Buch wirklich angenehm und es schafft eine tolle Atmosphäre. Allerdings nur am Anfang, im späteren Verlauf des Buches nimmt das alles etwas ab. Natürlich liegt da jede Menge Anderes im Fokus, aber dennoch blieb das Buch ein wenig farblos für mich. 
Die Handlung hat seine Vor- und Nachteile. Einerseits ist es eine 0815 Geschichte, ein Ablauf, den man in anderen Formen und mit anderen Aspekten schon tausendmal gelesen hat und der nichts mehr Neues mit sich bringt. Genauso blass und unbedeutend blieben für mich auch die Figuren in dem ganzen Buch.
Die Autorin hat es nicht geschafft, die Charaktere, die wichtig für die Geschichte gewesen wären, in Worte zu packen. Es gab Charaktere in dem Buch, die wichtig waren und die genauso plötzlich da waren, wie sie auch wieder verschwanden. Zwischendrin gab es keine Phase, wo man sie hätte kennenlernen können und gerade bei dem Wichtigkeitsgrad der Person fand ich das extrem enttäuschend.
Letztendlich war es für mich lange nicht so bezaubernd, wie es viele empfunden haben. Es ist eine nette Geschichte mit viel ungenutztem Potenzial. Es gab Atmosphäre, es gab tolle Charaktere, es gab eine nette Handlung, aber all das ist nichts, was einem lange in Erinnerung bleibt. Wenn man nichts anderes zu lesen hat, ist es okay, aber es gibt etliche Bücher und vor allem Trilogien, die es mehr wert sind, gelesen zu werden. Ich finde die Geschichte für das jüngere Publikum sehr gut, allerdings habe ich in meinem Alter schon mehr Ansprüche. 
Da muss ich wirklich sagen, dass es Bücher gibt, die für noch jüngere Leser empfohlen sind und absolut mehr hergeben. Das finde ich dann schon etwas flach.
Auch die Dialoge, die Erklärungen, fand ich in manchen Fällen so seltsam undurchdacht. Irgendwie hatte es etwas Kindliches an sich. Manchmal kam da diese jugendliche Haltung durch, ein Schulterzucken, so was wie eine Mir-egal-Haltung. Da kam einfach nicht wirklich was rüber, so als hätte es wirklich jemand geschrieben, der gerade mal dazu Lust hatte, aber nicht wirklich Ahnung von dem, was er da tut. Ich kann es nicht richtig erklären, aber es gab Momente, die fand ich einfach absolut nicht gut beschrieben.
Im Endeffekt war es ganz nette Unterhaltung, aber mehr konnte mir das Buch auch nicht geben.

Charaktere & Schauplatz.
Die Charaktere fand ich recht ok, allerdings fand ich, dass einfach jedem etwas fehlte. Ich konnte keine wirklichen Sympathien aufbauen. Vincent fand ich zu Anfang echt interessant und mich mochte ihn auch durchgehend. Aber Kate kam mir immer etwas schwammig vor, als fehlten ihr Substanzen. Georgia war mir einerseits sympathisch, andererseits fand ich es auch nervig, ständig zu hören, wie beliebt sie ist und dass sie immer die besten Parties kennt.
Was mir auch gefehlt hat, war ein Stück Liebe zwischen Vincent und Kate. Natürlich war sie da und man wusste auch, dass sie sich liebten. Die Frage, die sich mir im Nachhinein nur stellt ist, woran merkt man es, außer daran, dass die Autorin es einem sagt? Es war kein Gefühl zwischen den Zeilen, nichts wo man hätte seufzend lächeln können, weil man gespürt hat, dass sich was zwischen ihnen entwickelt.
Es war eine Mischung aus Nichts und den wegweisenden Worten, damit man wusste, aha, die beiden lieben sich also. Was sollte das? 
Für mich war es eine ziemlich leere Geschichte, die man hätte viel mehr ausfüllen können. 
Die Schauplätze waren an sich ganz gut, am Anfang fühlte ich mich auch gut informiert, aber irgendwann nahmen die Details rasant ab und mehr als: Ich bin in Paris und die Häuser sehen französisch aus, habe ich nichts von Paris gespürt. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Zu erzählen, dass wir in Paris sind und mit ein paar französischen Straßennamen rumwerfen reicht halt nicht immer aus, um dem Leser ein Gefühl dafür zu entwickeln. Aber im Großen und Ganzen war es ok.

Fazit.
Für mich ein Buch, das man nicht gelesen haben muss, aber kann, wenn man glaubt, dass einen dort etwas Wunderbares erwartet. Es gab einige spannende Stellen und interessante Augenblicke, aber leider helfen die dem Buch nicht, bei mir eine hohe Bewertung zu bekommen.
Vorerst werde ich die Reihe auch nicht weiter verfolgen. Da habe ich besseres zu lesen, was meine Zeit auch wert ist, die ich dem Ganzen widme.



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert/Spannung: 3/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 3/5
Nachdenklichkeit: 2/5
Bildungswert: 2,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 30/50

3 Sterne

Sonntag, 5. Januar 2014

Survive - Alex Morel







Daten.
Verlag: Egmont INK
Preis: 14,99€
Seitenzahl: 253 Seiten
Genre: Jugenddrama
Format: Gebunden
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: Januar 2013






Handlung & Stil.
Das Buch beginnt damit, dass Jane ein wenig über das Leben in der Klinik erzählt und über ihre Suizidversuche. Man lernt sie kennen, ihr Denken und ihr Handeln. Ich fand das sogleich sehr spannend, weil ich mir sowieso seit geraumer Zeit immer wieder mit der menschlichen Psyche befasse und mir solche Geschichten immer gleich positiv ins Auge springen. 
Überzeugt hat mich zu Anfang gleich der Schreibstil, der einen gewissen Humor beinhaltet, der wahrscheinlich nicht jedem positiv auffallen wird. Jane hat einen speziellen Charakter zu Anfang des Buches und ist von ihren Depressionen gezeichnet. Sie ist eine starke und schwache Person zu gleich und genauso ist sie einem sympathisch und unsympathisch. 
Man lernt sie aber schnell besser kennen und ich persönlich konnte mich auf ihre Seite schlagen. Wahrscheinlich, weil sie sowieso einiges mit mir gemeinsam hat. Jane ist eine Planerin. Spontanität und Entscheidungen nach Gefühl machen ihr Angst. Wenn etwas, das sie nicht unter Kontrolle hat, einen ihrer Pläne durchkreuzt, dreht sie durch. 
Durch meine Panikerkrankung geht es mir ähnlich. Das Planen einer Sache beruhigt mich, weil ich dann genug Zeit habe, mich auf etwas vorzubereiten. Wenn ich spontan etwas entscheiden würde, oder jemand von mir spontan eine Entscheidung verlangt, glaube ich, dass ich über nichts was passiert, die Kontrolle zu haben. Und das ist ein Gefühl, was mir Angst macht.
Allerdings habe ich mit Jane und mit dem Buch auch gelernt, dass man im Leben ohnehin nichts Kontrollieren kann und sich deswegen auf diese Dinge auch nicht konzentrieren sollte. Es ändert nichts, wenn man sich davor fürchtet. 
Somit konnte das Buch mir auch in anderer Hinsicht sehr viel geben und ich fühle mich dadurch sogar in meinen eigenen psychischen Problemen jetzt gestärkt.
Der Schreibstil ist im Grunde einfach zu lesen, hat allerdings trotzdem etwas ganz Eigenes. Vor allen Dingen ist mir das Talent des Autors an Stellen aufgefallen, die extrem spannend oder emotional waren. Es gab eine Stelle am Anfang des Buches, nach dem Absturz, wo Janes Leben am seidenen Faden hängt. Ich war so in dieser Handlung drin, dass ich während dieser Szene wirklich geschwitzt habe. Ich hatte total heiß, mein Magen wurde flau und ich war einfach nur mit den Nerven runter. 
Es gab noch ein paar andere Dinge, die an dem Buch wunderschön waren, die ich zu Lesen wirklich genossen habe. Allerdings hat man auch immer dieses Gefühl im Hinterkopf, dass man einfach nicht weiß, was passiert. Man weiß nie, wie das Buch ausgehen wird, bis zum Ende hin hat man keine Ahnung, in welche Richtung es läuft, weil einfach alles möglich sein könnte. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt. Aber auch darüber hinaus, macht man sich so seine Gedanken und Hoffnungen. 
Was mich ebenfalls positiv an diesem Buch schockiert hat, war die Tatsache, dass ich an einer Stelle, an der Janes Körper ziemlich am Limit war, wirklich mitgefühlt habe. Aber nicht in der üblichen Form, dass man einfach Angst hat, was passiert und dass man mitfiebert. Nein, in meinem Kopf fuhr ein richtiger Film ab. Mir war selbst fast ganz schwindelig und es kam mir vor, als würde ich in dem Moment schlafen, träumen und in Janes Körper schlüpfen und ihr Leid empfinden. Mein Kopf dröhnte, mir war irgendwie schwindelig und ich sah alles vor meinem geistigen Auge ablaufen, als wäre es meine eigene Erinnerungen, die abgespielt wird. Das war richtig heftig, aber genau aus diesem Grund, werde ich das Buch nicht so schnell vergessen.
Trotz allem hatte das Buch eine gewisse Grundstimmung, die mir nicht so zugesagt hat. Das Buch war zwar spannend, es hatte ein paar richtig gute Szenen und es konnte mir auch viel geben, aber wenn ich einfach darüber nachdenke, was ich fühle, wenn ich an das Buch denke, dann ist das eher eine Abneigung. Vielleicht war es dieses bedrückende, einfach, weil man so ausweglos vor dem Tod stand und alles so deprimierend war. Trotzdem möchte ich das Buch jedem empfehlen, der sich dafür interessiert.




Charaktere & Schauplatz.
Die Charaktere waren wirklich toll. Jane war ein Mädchen, mit dem ich mich, wie gesagt, sehr identifizieren konnte und die ich gut nachvollziehen konnte. 
Paul, der Junge, der mit ihr den Absturz überlebt, ist ein Charakter, den man erst mal durchblicken muss, bevor man urteilt. Er hat zwei Seiten. Eine harte und eine sensible. 
Was ich richtig gut fand, war, dass beide ihre Geschichte hatten. Beide hatten schon viel erlebt und konnten sich verstehen. Auch wenn sie sich anfangs wirklich nicht wirklich mögen und eine Zusammenarbeit schwierig, aber nun mal dringend erforderlich war, war es interessant, sie zu begleiten und zu sehen, wie sie agieren. 
Der Autor hat sich große Gedanken um das Charakterbild der beiden gemacht, sodass wirklich alles stimmig war. Auch wie sich beide in dem Buch weiterentwickeln und über sich hinauswachsen fand ich wirklich großartig. Allerdings gab es auch einen Punkt, an dem ich dachte: Nein Jane, tu es nicht, wie kannst du so etwas bloß tun! Aber Fakt ist, es ging ums nackte Überleben. In dem Augenblick hatte sie die Wahl: Leben oder Sterben. Damit sollte sich dies in irgendeiner Form entschuldigen lassen. Was das für ein Moment war, sage ich hier natürlich nicht. Aber vielleicht wissen es diejenigen, die mich kennen und die das Buch selbst schon gelesen haben.
Der Schauplatz ist natürlich nichts, was man nicht schon aus Filmen oder Dokumentationen kennt. Überall Schnee und ab und an ein paar Bäume, Felsen und Eis. Allerdings fand ich, dass der Autor das ganze sehr anschaulich gemacht hat. Man konnte sich alles gut vorstellen und eine Verfilmung dessen könnte ich mir wirklich sehr gut ausmalen. Hätte ich die Möglichkeit, würde ich die Filmrechte kaufen und was tolles daraus machen. Oder machen lassen wohl eher, mir fehlt die nötige Bildung dazu. (;




Sonstiges.
Im Fazit kann ich sagen, dass ich es eigentlich so ziemlich jedem empfehlen würde, der mal Lust hat, etwas anderes zu lesen, der Lust auf ein Abenteuer hat, auf ein Buch voller Entscheidungen. Man lernt was für's Leben dazu, man kann sich an Weisheiten bedienen, die während des Lesens entstehen oder vom Autor eingebaut wurden. Bücher, aus denen man selbst etwas lernen kann, ohne genau dies vorzuhaben, sind für mich mitunter die besten, die die Welt zu bieten hat.


Bewertung.
Aufmachung: 4,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 3/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 40/50

4 Sterne