Samstag, 18. Januar 2014

Weil ich Layken liebe - Colleen Hoover






Daten.
Verlag: dtv Verlag
Preis: 9,95€
Seitenzahl: 352
Genre: Jugendbuch/Drama
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Erscheinungsdatum: November 2013






Handlung & Stil.
Bei dieser Inhaltsangabe würde jeder Romantikhasser das Buch am liebsten quer durchs Zimmer schleudern. Aber ich kann euch von Anfang an versichern, dass das hier keine kitschige Liebesgeschichte ist. In diesem Buch geht es im Grunde gar nicht wirklich um die Liebe. Sondern um das Leben. Es geht um das Leben und wie man es am besten meistert. Wie man sich dem Schicksal stellt, wie man es durchsteht und woher man die Kraft dafür nimmt.
Zu Anfang hätte ich nicht erwartet, dass ich dieses Buch in dieser Rezension als großartig bezeichnen würde. Meine Erwartungen an das Buch waren einerseits niedrig, weil ich irgendwie nicht so das Bedürfnis hatte, es zu lesen. Andererseits waren die Erwartungen aber auch sehr hoch, weil einfach jeder davon schwärmt und begeistert ist.
Die ersten 80 Seiten waren für mich mit sehr viel Langeweile und sinnlosem Erzähle bestückt. Wenn ich das Buch im Gesamten sehe, war es das aber gar nicht. Die Erzählweise der Autorin ist schön und auf das Leben eines jeden abgestimmt. Es ist das Alltägliche, was uns allen vor Augen schwebt. Und was uns allen, von heute auf morgen passieren könnte. Das, was mich also zu Anfang so gestört hat, hat mich am Ende total berührt. 
Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch mich erst ab Seite 180 auf seiner Seite hatte. Die letzten 150 Seiten habe ich dann wirklich verschlungen und ich habe mitgefiebert und gehofft, dass das Buch ein gutes und passendes Ende findet.
Zwischendrin hatte das Buch immer wieder ein paar Längen, die man locker hätte überspringen können, um den Text zu verstehen. Es gab immer wieder Momente, in denen ich durchatmen musste und mir sagen musste: Mach weiter! Aber trotz den kleinen Differenzen zwischen mir und dem Schreibstil, hat mir das Buch gut gefallen.
Was ich am besten daran fand, waren die Geschichten der Charaktere. Das Buch zeigt auf, dass jeder von uns sein Päckchen zu tragen hat. Ein absolut perfektes Leben hat kaum jemand auf der Welt und man darf nie jemanden verurteilen, wenn man seine Geschichte nicht kennt. 
Dieses Buch beinhaltet so viel Menschlichkeit, so viel Wut, so viel Liebe, so viel Trost, so viel Stärke. Es ist wirklich ein Spiel zwischen den Zeilen, ein Spiel von Gefühlen. 
Die Autorin hat es wirklich verstanden, den Leser zu berühren. Ihn mit Worten und Taten zu berühren. Mit Worten, weil auch Poetry Slam in diesem Buch eine tragende Rolle spielt und mit Taten, weil es ein paar Augenblicke in dem Buch gibt, die mir mehr ans Herz ginge, als eine normale Liebesgeschichte es hätte tun können. Denn diese Momente, die ich meine, hatten mit Will und Layken gar nichts zu tun. Es gab auch nur einen Moment, der mich wehmütig gemacht hat. Ich sage dazu nur Luftballon.
Leider konnte das Buch mich letztendlich nicht zu Tränen rühren, wie jeden anderen Leser, von dem ich was über das Buch gehört habe, aber es hat mich dennoch tief berührt und einige Momente werde ich in langer Erinnerung behalten.

Charaktere & Schauplatz.
Layken war ein tolles Mädchen. Sie ist stark, sie hat Charakter und sie ist mit ihren achtzehn Jahren genau, wie ein Mädchen in dem Alter sein soll. An der einen Stelle albert sie total herum, aber wenn es darum geht ihre Stärke zu beweisen, dann tut sie es auch. 
Selten durfte ich in Büchern so authentische Charaktere kennenlernen, wie in diesem hier.
Auch Will war ein toller Charakter, ein toller Junge. Es gab eine Stelle ziemlich zu Schluss, die mich sehr getroffen hat. Die mich berührt hat. Aber die gab es durch Will eigentlich ständig. Dieses Buch hat gar keine Romantik und gar keinen Kitsch gebraucht, weil es dann einfach nur ein Gefühlsknäuel gewesen wäre, der dir immer wieder gegen den Kopf fliegt. 
Die Persönlichkeiten und Absichten der Charaktere waren so präsent, so dicht, so im Grundgerüst verankert, so echt, so glaubwürdig, so real, dass jede Zeile, jeder Moment, jede Szene, jeder Dialog, schon ohne romantischen Einfluss so viel Gefühl barg, dass man einfach hin und weg war.
Dieses Buch habe ich wirklich mit dem Herzen gelesen. Und das soll was heißen, wenn mir der Stil zu Anfang so missfallen hat. 
Eddie, Laykens neue Freundin an der neuen Schule, ist wunderbar. Sie war ebenfalls ein Charakter, dessen Vergangenheit ein wenig durchleuchtet wird, mit dem man einige Zeit verbringt und an den man sich ebenfalls sehr erinnern wird.
Dann die kleinen Brüder von Layken und Will. Kel und Caulder, ein Dreamteam. So etwas liebenswertes habe ich noch nie gelesen. Wie sie beschrieben wurden, wie aus dem Leben heraus, als hätte die Autorin sich das gar nicht erfunden, sondern mitten aus dem eigenen Leben gegriffen und einfach nur aufgeschrieben. So viel Echtheit gibt es selten in Büchern. 
Ich kann mit Kindern ja nun wirklich nicht viel anfangen und ich bin auch froh, wenn man sie mir vom Leibe hält, aber Kel und Caulder habe ich auf den ersten Seiten gleich so extrem ins Herz geschlossen, dass ich richtig wehmütig auf die Zeit mit dem Buch zurückblicke. Sie werden mir fehlen, die Kleinen mit ihren Eigenarten. 
Zu guter Letzt war auch Laykens Mutter ein Charakter, von dem man sehr viel lernen kann. Sie ist ein wunderbarer Mensch und hat wirklich nur das Beste verdient.
Erst jetzt nachdem ich das Buch beendet habe wird mir klar, dass ich gar nicht weg möchte. Ich möchte bei Layken bleiben, bei Will, bei Kel und Caulder. Ich will mit ihnen lachen, in Erinnerungen schwelgen, spielen, Basagne kochen und Kürbisse schnitzen.
Und übrigens… die Halloweenkostüme sind es allein schon wert, das Buch zu lesen. 
Jedes einzelne Detail ist absolut wunderbar! Dieses Buch KANN man einfach nur lieben.

Fazit.
Ein Buch, das eigentlich für jeden Menschen lesenswert ist. Vor allem für Menschen, die im Leben noch etwas dazulernen wollen, ganz egal, wie alt sie sind. Für Menschen, die sich vielleicht an etwas Wichtiges erinnern wollen. Für alle, die einfach mal etwas Echtes lesen wollen, etwas, das unser aller Leben betrifft oder betreffen könnte.



Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4,5/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 4,5/5
Bildungswert: 4,5/5
Lesetempo: 4,5/5

Punktzahl insgesamt: 45/50

5 Sterne

Kommentare:

  1. super Rezi, erst vor ein paar Tagen habe ich überlegt ob ich das Buch kaufen soll, habe es dann aber doch gelassen. Schade aber auch, hätte ich es mal mitgenommen :D <3

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  2. Hi Sarah, ich bin zufällig auf deine Rezession hier gestoßen.
    Ich habe das Buch "Slammed" bereits vor 2 Jahren im Original auf englisch gelesen. Und es ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich habe es verschlungen. Genauso wie das 2. Buch "Point of Retreat".
    Ich habe das deutsche Buch bisher noch nicht angeschaut. Aber allein der Titel ist schon schrecklich - wie ich finde. "Slammed" ist so viel passender.
    Wenn dir das Buch in deutsch gefallen hat, dann wird das Original für dich bestimmt umso besser sein.
    Ich kann es dir nur ans Herz legen es mal auszuprobieren. Die englische Schreibweise ist so natürlich. Ich tue mich seither sehr schwer ins deutsche übersetzte Bücher zu lesen. Diese sind immer irgendwie - mir fehlt das richtige Wort - steif trifft es wohl am besten.

    Werden im deutschen Buch auch die Auszüge aus den Songtexten der "Avett Brothers" verwendet?
    Der Song "Laundry Room" und "Head Full of Doubt" bzw. das ganze Album "I and love and you" war sozusagen der Soundtrack zu dem Buch während ich es gelesen habe.
    Ich würde mich freuen, wenn du es auch mal ausprobierst und mir deine Meinung berichtest.

    LG

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