Samstag, 8. Februar 2014

Das Fest - Andreas Dutter







Verlag: Titus Verlag
Preis: 0,99€
Seitenzahl: ca. 40 Seiten
Genre: Thriller
Format: E-Book
Altersempfehlung: Ab 14
Erscheinungsdatum: Februar 2014





Wir sind in der Welt der Reichen. In einer Welt, in der die Leute so reich sind, dass sie sich zu Tode langweilen, weil sie sich alles leisten können, was sie wollen und keine Wünsche mehr haben, denen sie im Alltagstrott nachhängen könnten.
In dieser Welt wird auch gefeiert. Doch die Personen, die wir hier begleiten, feiern anders. Da brennt schon mal ein Flugzeug ab oder Ähnliches, damit man wenigstens ein Mal im Jahr etwas Besonderes erlebt.
In diesem Jahr steigt wieder eine solche Party. Und wieder hat sich Gastgeber Martin etwas Spektakuläres einfallen lassen. Aber dieses Mal wird es vielleicht für manche Beteiligte nicht ganz so angenehm. Und mit höchster Wahrscheinlichkeit überschreitet der Gastgeber ein paar Grenzen. 
Doch ist nicht das gerade Sinn der Veranstaltung? 
Nun ja, lest selbst.






Da hat der liebe Autor dieser Story-To-Go sich wirklich etwas Tolles ausgedacht. Toll im Bezug auf krank, zum Kopfschütteln und Schmunzeln und irgendwie auch zum Nachdenken. 
Gleich zu Anfang hat mich die Geschichte in den Bann gezogen. So kurz sie auch ist, so eindringlich ist sie aber auch. Die ersten Sätze haben mich bereits in diese Story katapultiert, eine Atmosphäre um mich herum aufgebaut, die ich bis zum Ende nicht mehr durchbrechen konnte.
Der Stil ist wirklich klasse, richtig ausgereift, mit einem tollen Wortschatz. Im Grunde herrscht in der Story einfach eine eigenartige Harmonie, die gespickt ist mit leichtem Grusel einer psychotischen Geschichte. Stoff für einen Kurzfilm bietet sie also auch, denn verfilmt könnte ich mir diese Idee ebenfalls vorstellen.
Mit wenigen Worten hat der Autor es geschafft, eine Stimmung zu vermitteln, die Gefühle der handelnden Personen klarzumachen und die Charaktere soweit auszubauen, dass man sie sich ohne große Details richtig gut vorstellen konnte. Vor allem eben was die Persönlichkeit betrifft, denn das Aussehen spielt hier nun wirklich die mindere Rolle.
Am Schluss hätte ich mir persönlich noch ein kleines Detail gewünscht, was das Ganze für mich noch einen Ticken perfekter hätte machen können, aber um euch nichts zu verraten und vorwegzunehmen, behalte ich dieses minimale Manko selbstverständlich für mich und lasse euch nun mit der Geschichte alleine. Ich hoffe, ihr nutzt die Gelegenheit, um mal etwas Anderes zu lesen, was zwar kurz ist, den Leser aber erreicht. Und liegt nicht gerade darin die Kunst, einen Leser bereits in kürzester Zeit zu begeistern?
Die Charaktere sind in einer so kurzen Geschichte natürlich nicht unfassbar ausgeprägt und detailreich ausgeführt. Gerade deswegen bin ich begeistert davon, dass sie mir doch sogleich so realitätsnah vorkamen. Ich hatte sie vor Augen, ich kannte ihre Gefühle, fühlte ihre Stimmung und den Raum um sie herum, in dem sie sich bewegten. Für mich ist das wirklich etwas Besonderes, denn das schafft mancher Autor nicht mal in einem Dreihundert-Seiten-Buch. 
Der Schauplatz wurde nicht wirklich beschrieben, aber es handelt sich eben um ein Schloss. Jeder kennt ein Schloss und jeder wird es sich in einer Form vorstellen können. ;) Die Fantasie ist dafür ja breit gefächert.






Insgesamt einfach unfassbar lesenswert. Für eine kleine Wartezeit, etwas vor dem Einschlafen oder einfach so bei der Lust zwischendurch. Diese Geschichte wird nicht enttäuschen, da bin ich mir eigentlich sehr sicher. Vor allem, wenn man auf die subtile Art des Horrors steht.




Aufmachung: 2,5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Sprache: 5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 5/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 4/5
Bildungswert: 2/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 42/50




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