Mittwoch, 26. März 2014

Dornenherz - Jutta Wilke


Verlag: Coppenrath Verlag
Preis: 14,95€
Seitenzahl: 224 Seiten
Genre: Jugendroman
Format: Gebunden
Altersempfehlung: 14-17 Jahre
Erscheinungsdatum: Januar 2014


Anna verliert sich seit einiger Zeit in Trauer. Ihre Schwester Ruth ist bei einem Autounfall gestorben, an dem sie sich mehr oder minder auch noch die Schuld gibt. Sie versucht den Eltern die tote Tochter zu ersetzen und verliert sich immer mehr selbst.
Eines Tages findet sie auf einem Friedhof durch die Hilfe einer schwarzen Katze eine vergessene Lichtung, auf der sie eine wundervolle Engelsstatue findet, die von weißen Rosen umgeben ist. Sie berührt eine von ihnen, gefesselt von diesem Anblick, und setzt damit eine schicksalshafte Wendung in Gange.





Ich bin es schon gewohnt, dass Jutta Wilke mich mit ihren Romanen nicht unbedingt begeistern kann. Ich habe ein paar Versuche gewagt und weiß mittlerweile, auf was ich mich einstellen muss. Ich mag ihre Ideen, aber leider mag ich die Art der Umsetzung nicht sonderlich.
Für meinen Geschmack wurden in diesem Werk die Emotionen leider nicht wirklich auf den Leser übertragen. Es gibt Trauer, die ich zwar sehe und wahrnehme, die aber nicht auf mich überspringt. Ich sehe es aus der Ferne und nicht mal so wie wenn ich einen Film sehe. Denn wenn ein Film sehr traurig ist, dann leide ich auch mit und weine mal. Aber hier war es wirklich einfach nur zeitweise erdrückend zu sehen, wie Anna sich verhält und wie sie fühlt. Erdrückend, aber leider nicht mitreißend. Mich hat beim Lesen nun nicht sonderlich interessiert, wie es weitergeht, auch wenn ich am Ende nun sagen muss, dass es auf jeden Fall ein Buch ist, was einem etwas für den Lebensweg mitgibt, aus dem man etwas lernen kann und ein Buch, das einem am Ende dann doch noch ein klein wenig berührt.
Ich hatte Probleme mit den Charakteren, weil ich es einfach etwas abstoßend fand, dass Anna mit dem Freund ihrer toten Schwester zusammen ist. Ich meine, dass die beiden nur zusammen sind, weil sie eine Trauer teilen und weil Anna versucht jedem die verstorbene Ruth zu versetzen, ist ja irgendwie klar. Wer macht sich schon an die Schwester seiner vor Kurzem verstorbenen Freundin ran, die er angeblich so geliebt hat? Mit Liebe oder echten Gefühlen hat das nichts zu tun. Er versucht nur etwas festzuhalten, was nicht mehr da ist und sie versucht ihre Schuld zu begleichen.
Ich fand das persönlich einfach widerlich, auch wenn ich es natürlich in irgendeiner Form nachvollziehen kann. Logisch. Leider konnte ich aber mit den Charakteren keine Sympathie oder Beziehung aufbauen, weil ich ihnen eigentlich ständig nur eine Standpauke halten wollte.
Es war für mich leider nur ein mittelmäßiges Buch mit zwar gut ausgearbeiteten, aber nicht so interessant dargestellten Charakteren. Es gab ein paar Szenen, die ich wirklich toll fand, ebenso die Gedichtverse an jedem Kapitelanfang, die mir gefallen haben. Das fand ich wirklich schön und insgesamt war alles sehr schön aufgemacht und mit Liebe und Mühe gestaltet.
Schade, dass es mich leider nicht wirklich erreichen konnte.




Aufmachung: 3/5
Idee der Geschichte: 2,5/5
Umsetzung: 2,5/5
Charaktere: 2,5/5
Sprache: 3/5
Unterhaltungswert/Spannung: 2,5/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 3/5
Nachdenklichkeit: 2,5/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 29/50










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