Dienstag, 27. Mai 2014

Nachtsonne - Laura Newman





Verlag: CreateSpace
Preis: 12,99€
Seitenzahl: 406 Seiten
Genre: Dystopie
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 12
Erscheinungsdatum: April 2014




Nova führt ein Leben unter der Erde. Für sie ist das nichts Besonders, denn sie kennt es nicht anders. Ihr Leben findet in einem HUB statt, denn auf der Erde ist ein Leben angeblich nicht mehr möglich, weil die Temperatur viel zu hoch gestiegen ist.
Doch eines Tages kommt es zu einem schwerwiegenden Vorfall, der Nova und ihre Freunde in Gefahr bringt. Aber nicht nur das, denn sie begegnen auch einer gewissen Magie, die sie nie für möglich gehalten hatten, betreten unbekanntes Terrain und finden vielleicht sogar einen Menschen, der das ganze Erlebte wundervoll macht...





Fangen wir doch damit an, was ich an dem Buch positiv fand. Davon abgesehen, dass die Autorin wirklich sympathisch ist, hat sie auch einen durchaus lesenswerten Roman geschrieben. Jedenfalls für die Zielgruppe, die darauf abfährt. Meinen Geschmack hat sie nicht ganz getroffen, aber wie schon gesagt, beginnen wir mit dem Positiven.
Ich mochte den Anfang des Buches sehr, da er mich unerwartet gefesselt hat. Es begann gleich richtig spannend mit einer Vermutung eines jungen Mannes, der Nova damit sehr verunsichert. Denn er sagt ihr, dass er mitbekommen hätte, dass es nicht nur ihren HUB gibt, sondern noch andere, die vor ihnen hier geheim gehalten werden.
Natürlich möchte man sofort wissen, wie es weitergeht, was passiert und worauf das alles hinausläuft. Ich habe die ersten Seiten wirklich genossen und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. 
Irgendwann allerdings war es bei mir so, dass nach und nach das Interesse flöten ging. Zwischendurch langweilte ich mich, Nova ging mir auf die Nerven und immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich mit den Gedanken total abgeschweift bin. 
Das lag aber im Grunde wohl weniger daran, dass das Buch nicht gut wäre, sondern schlichtweg daran, dass mir persönlich ein paar Aspekte am Schreibstil nicht so lagen, was sich nun mal nur als Geschmacksache filtern lassen kann. 
Mir ging Nova zwischendurch immer etwas gegen den Strich. Warm wurde ich mit ihr nie. Aber abgesehen vom Charakter an sich, fand ich es nicht so toll, wie die Autorin sie hat sprechen lassen.
Es gab Aussagen, wie 'Wir nannten es den Kaninchenbau, obwohl wir noch nie einen gesehen hatten, geschweige denn ein Kaninchen.' Nun... woher wissen sie denn dann, wie einer aussieht und ob man den HUB damit vergleichen könnte und woher kennen sie überhaupt den Ausdruck dafür? Wurden ihnen mal Bilder von der alten Welt gezeigt? Es wurde mir leider nie so wirklich plausibel.
Ebenso stellte Nova sich das echte Sonnenlicht eher warm vor und nicht so kalt wie ihres im HUB. Nun, wieder einmal frage ich mich, woher sie überhaupt weiß, dass ihr Licht kalt ist, wenn sie gar keine Alternative, gar keine Vergleichsmöglichkeit kennt? 
Das waren so Punkte, da musste ich wirklich auf die Zähne beißen. Andere sehen darüber locker hinweg oder merken es nicht einmal, aber mir fällt so etwas oftmals direkt ins Auge. Wenn solche Aussagen getätigt werden, hätte ich auch gern eine logische Schlussfolgerung dazu.
Dann, was mich ebenfalls gestört hat, war die Tatsache, dass die Autorin uns einen sehr großen Einblick in Novas Gedankenwelt gab. Im Grunde spricht da ja nur etwas dafür und nicht dagegen, aber man sollte es auch nicht zu sehr ausführen, denn der Leser hat auch ein Hirn, das er benutzen kann und sollte. Ich möchte beim Lesen nicht gesagt bekommen: Ach, genau, das ist so, weil das uns das und das. Ja, klar doch!
Ja... das hätte ich nun auch selbst geschlussfolgert, ohne dass die Liebe Nova mir das noch extra einmal erzählen musste. 
So etwas bringt mich beim Lesen zum Augen verdrehen. Ich möchte gezeigt bekommen, nicht erzählt. Ich möchte sehen, fühlen können, was Nova fühlt und denkt und nicht jeden Satz vor mir sehen. Mein Kopf schafft das schon alleine. 
Auch die Charaktere blieben für mich persönlich ein wenig blass. Ich habe sehr viel über das Leben von ihnen erfahren, über die Welt, in der sie wandeln und über die Welt, die sie nicht betreten dürfen. Aber leider hat mir etwas gefehlt. Die Dialoge wirkten für mich ab und an auch nicht wirklich authentisch, wohingegen andere Dialoge wirklich wieder sehr gut rüberkamen. 
Ich hatte positive wie negative Momente mit dem Buch, aber kann es für Fans des Genres auf jeden Fall weiterempfehlen. Ihr werdet eine spannende Geschichte bekommen, die im zweiten Teil sicher noch einiges mehr zu bieten haben wird!

Ansonsten war das Buch für mich aber - wie oben erwähnt - durchaus lesenswert. Es war für mich nun keine meiner liebsten Dystopien und ich bin mir auch noch unschlüssig, ob ich den zweiten Teil noch lesen werde. Das werde ich dann wohl nach Lust und Laune entscheiden.





Aufmachung/Gestaltung: 4/5
Idee: 3,5/5
Umsetzung: 3/5
Sprache: 3/5
Charaktere: 3/5
Unterhaltungswert/Spannung: 3/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 3/5
Nachdenklichkeit/Philosophische Aspekte: 2/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 23/50









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