Montag, 30. Juni 2014

Der schwarze Prinz - Elbenthal-Saga #2 - Ivo Pala


Svenyas Geschichte geht weiter.
Svenya behauptet sich als Hüterin Midgards in ihrem neuen Zuhause, doch der Frieden währt nicht lange. Nachdem im ersten Teil bereits viel auf sie zukam, sind nun auch noch drei der fünf Schicksalsschwerter gefunden. Und der, der sie beisammen hat, kann ein neues Tor zu anderen Welten eröffnen. Das gilt es für die Elben zu verhindern und Svenya wird erneut in einen Kampf nach dem anderen geschleudert und trifft dabei auf sehr interessante Persönlichkeiten. Vor allem aber ist immer wieder Laurin präsent, wohin man auch schauen mag. Der schwarze Prinz will Svenya immer noch für seine Zwecke gewinnen. Wird die Hüterin Midgards einen Weg aus der Misere finden, die viel schwieriger erscheint, als alles, was sie bisher erlebt hat?




Im zweiten Teil dieser Fantasy-Saga geht es mal wieder ordentlich zur Sache. Auch, wenn ich sagen muss, dass mir dieser Teil leider nicht so gut gefallen hat, wie der erste, trägt er wirklich eine Menge wichtiges zur Geschichte bei. Man erfährt so einiges über Hagen und über andere Charaktere im Buch und kann, wie im ersten Teil bereits, die Figuren mit größter Ehrfurcht und Bewunderung durch ihr nächstes Abenteuer begleiten. 
Es ist wahrlich eine Bereicherung, diese Trilogie zu lesen und ich würde sie jederzeit weiterempfehlen. Es gibt spannende und actionreiche Stellen, ebenso aber tiefgründige, fast philosophische Momente, in denen man wirklich zum Nachdenken angeregt wird und wo man vielleicht seine eigenen Ansichten immer mal wieder über den Haufen wirft.
Es ist schön zu sehen, wie so viele wichtige Figuren alle ihre Standpunkte und Plätze haben und niemand zu kurz kommt. Man erfährt über jeden etwas, man begleitet jeden ein Stück und lernt von ihnen. Auch das Mitgefühl ist vorhanden, eigentlich alles, was man für ein gutes Buch braucht. 
Somit kann auch diesen zweiten Teil jedem ans Herz legen, auch wenn er gegenüber dem ersten ein wenig schwächer war.




Bewertung.
Aufmachung/Gestaltung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Spannung: 3,5/5
Ideenreichtum: 4,5/5
Philosophische Aspekte: 3,5/5
Bildungswerte: 3,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 39/50






Freitag, 20. Juni 2014

Die Hüterin Midgards - Elbenthal-Saga #1 - Ivo Pala


Svenya hat im wahrsten Sinne des Wortes ein scheiß Leben. Sie hat kein richtiges zuhause, schläft die meiste Zeit unter der Brücke und hält sich mit kleinen Jobs über Wasser. An ihrem siebzehnten Geburtstag passiert jedoch etwas, was ihre ganze Welt auf den Kopf stellt.
Ein Wolf taucht mitten in der Stadt auf und jagt sie, dann tauchen seltsame Gestalten auf, die ihr diesen vom Leib halten. Svenya fällt in Ohnmacht und wacht in einer prunkvollen Umgebung auf, etwas, das sich in ihren kühnsten Träumen niemals so wertvoll hätte ausmalen können. 
Kurzum wird ihr offenbart, dass sie die Hüterin Midgards ist, die einzig wahre Elbenprinzessin, und dass von ihrer Person das Leben ihres Volkes und auch das der Menschen abhängt. 
Svenya wird in ein Abenteuer der Extraklasse geschleudert und wir dürfen sie auf dieser Reise begleiten.



Vor zwei Jahren habe ich dieses Buch bereits einmal gelesen und empfand es als gut. Dieses mal empfand ich als grandios. Wer lange und viel liest weiß, dass sich der Horizont immer erweitert und dass man mit der Zeit die Geschmäcker ändert. Mein Lesegeschmack hat sich um 180 Grad gedreht - in vielerlei Hinsicht - was mir nun, bei diesem Re-Read, zugute kam. 
Nicht nur, dass die Charaktere in diesem Auftakt unglaublich präsent und gut ausgearbeitet sind, nein, auch die Handlung, die Plot-Twists und alles, was dazugehört, waren einfach nur perfekt. 
Viel mehr Spannung hätte man in diese fast 400 Seiten gar nicht reinpressen können und man lebt auf jeder einzelnen Seite die Geschichte. 
Svenya ist eine sehr interessante Hauptperson. Sie ist von Anfang an taff und lässt sich nichts sagen, sie zieht ihr Ding durch, ist nicht beeinflussbar, aber trotzdem menschlich. Sie macht Fehler, sie gesteht sie sich ein, sie zweifelt an sich, sie möchte aufgeben und trotzdem spürt man in jeder einzelnen Zeile, wie viel Stärke dieses Mädchen besitzt. 
In ihrem vorherigen Leben hat sie sehr viel durchgemacht und auch Midgard hält für sie keine Ruhephase bereit. Das einzige, was sie dort aber finden könnte, wäre ein Zuhause. Etwas, das sie nie hatte und nachdem sie sich immer sehnte.
Svenya macht in diesem ersten Band bereits eine wahnsinnige Entwicklung durch und man merkt, wie der Charakter an seinen Aufgaben wächst. Sie ist loyal, sie ist ehrlich und sie ist wundervoll. 
Svenya ist meine absolute Lieblingsheldin in der Jugendfantasy. 
Darüber hinaus gibt es aber auch jede Menge andere erwähnenswerte Charaktere in dem Buch, wie den schwarzen Prinz namens Laurin, der sich schnell als ihr Widersacher entpuppt und gefährlich für Midgard ist. Denn selbstverständlich gibt es unter Dresden, wo diese Parallelwelt sich befindet, über die Svenya herrschen soll, nicht nur gute Elfen. Es gibt weitaus viele Geschöpfe, vor denen sie sich in Acht nehmen muss. 
Eigentlich könnte ich hier über alle Personen noch ewig berichten. Über Yrr, die Tochter von Hagen zum Beispiel, die den Platz von Svenya eingenommen hätte, wenn sie diese nicht in Dresden hätten ausfindig machen können. Die beiden können sich zu Anfang gar nicht riechen, aber auch Yrr macht auf die ein oder andere Weise eine große Charakterentwicklung durch. 
Im Gesamten sind die Charaktere Ivo Palas Stärke, wenn man mich fragt. Aber dieser Autor hat noch viele andere Talente auf seiner Seite. Seine Fantasie, die Welt, die er hier erschaffen hat und diese absolute Hochspannung, die selbst ein Kinofilm nicht immer abzuliefern weiß. 
Für mich ein absoluter Top-Favorit in der Fantasy und lesenswert für alle, die sich auch nur halbwegs dafür interessieren. Aus diesem Buch wird niemand enttäuscht herausgehen. Garantiert! 



Bewertung.
Aufmachung/Gestaltung: 4/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4,5/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 4,5/5
Nachdenklichkeit/Philosophische Aspekte: 4/5
Bildungswert: 3,5/5
Lesetempo: 3,5/5

Punktzahl insgesamt: 42/50






Mittwoch, 4. Juni 2014

Damon - Krieg der Engel - Michael Schmid



Damon entdeckt in einer kleinen Gasse einen schwer verwundeten Mann. Kurzum entscheidet er, auf sein Gefühl zu hören und den Mann mit Hilfe seines besten Freundes Kai, mit zu sich nach Hause zu nehmen. Allerdings ahnt er nicht, dass er damit direkt zwischen die Fronten eines jahrtausendealten Krieges gerät. Damon hat einiges zu meistern, vor allem, als seine Freunde in tödliche Gefahr geraten.


Lange hat es gedauert, bis ich mich nun auch an den ersten Fantasyroman von Michael Schmid gewagt habe. Jetzt ist es soweit, auch ich darf endlich etwas dazu sagen. 
Vorneweg muss gleich sagen, dass ich - obwohl mir diese Art von Fantasy ganz und gar nicht liegt - dem Buch gegenüber recht positiv gestimmt bin. Es gab hier und da zwar Momente, in denen ich einfach merkte, dass ich mich im falschen Universum bewege, auch wenn ich gewisse Romane dieses Genres ja mittlerweile sehr lieb gewonnen habe. Trotzdem hat der Autor es geschafft, dass ich gerne am Ball bleibe und wissen möchte, was Damon und Kai weiterhin passiert. 
Mit den Charakteren wurde ich leider nicht wirklich warm und ich habe es eher oberflächlich verfolgt. Das hat aber nichts wirklich Negatives zu dem Buch beigetragen, denn es gab so viele spannende Stellen und so vieles, was einen weitergetrieben hat, dass mir das während des Lesens gar nicht so bewusst war.
Insgesamt hat der Autor auch eine wirklich wahrhaftige und greifbare Atmosphäre gestaltet, was ich wirklich gut fand. Man war gleich in der Geschichte drin, sogleich ist etwas Krasses passiert, was mir persönlich immer gut gefällt, da ich es absolut nicht mag, erst mal eine elend lange Einleitung zu lesen, bevor dann mal der erste Hammer kommt. Darauf musste man bei diesem Buch eigentlich nie warten, was wirklich erfrischend war und auch gut für den Lesefluss.
Insgesamt kann ich sagen, dass dieser Auftakt wirklich Potenzial für mehr aufweist.
Wer ein fantastisches Abenteuer mit viel Spannung und viel Atmosphäre lesen möchte, der wird bei diesem Buch wohl nicht enttäuscht werden.
Das einzige, was mir aufgefallen ist - was aber nicht als Kritik dienen soll - ist, dass in der Beschreibung auf Amazon steht, dass er den Mann in der Gasse abends findet. Allerdings passiert das im Buch morgens, nach einem Bäckereibesuch um zehn oder elf Uhr morgens, auf dem Nachhauseweg. Ob das schon jemandem aufgefallen ist? (: 


Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 3,5/5
Sprache: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 3,5/5
Überraschungseffekte/Ideenreichtum: 4/5
Nachdenklichkeit/Tiefgründige Aspekte: 3/5
Bildungswert: 2,5/5
Lesetempo: 4/5

Punktzahl insgesamt: 34,5/50