Montag, 18. August 2014

Der Sommer, als ich schön wurde - Jenny Han

Titel: Der Sommer, als ich schön wurde
Originaltitel: The summer I turned pretty
Autor: Jenny Han
Verlag: dtv Verlag
Taschenbuchausgabe: 8,95€
E-Book-Ausgabe: 8,99€
Seitenzahl: 320 Seiten
Genre: Jugendroman
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum: Apri 2013


         
                                    



Belly lebt für den Sommer, denn diesen verbringt sie seit ihrer Geburt in dem Sommerhaus in Cousins Beach bei der besten Freundin ihrer Mutter und deren Familie. Und ebenfalls ist sie - seit sie denken kann - in ihren ältesten Sohn Conrad verliebt. Doch für die Jungs im Sommerhaus war sie immer nur die kleine Schwester von Steven, ihrem Bruder, der ein absoluter Idiot sein kann. 
Doch in diesem Sommer ist etwas anders. Belly ist zum ersten Mal ohne Brille da und hat sich auch sonst ziemlich entwickelt. Aber obwohl Jeremiah und Conrad sie nicht mehr nur als kleines Mädchen sehen, sondern als junge Frau, bleibt es ihr nicht unbemerkt, dass Conrad sich nur noch zurückzieht und auch Jeremiah irgendwie bedrückt wirkt. 
Belly ahnt nicht, dass dieser Sommer komplett aus dem Rahmen fallen wird und manchmal muss man zweimal hinsehen, bis man die unausgesprochenen Dinge richtig zu deuten vermag.
Aber eines steht von vornherein fest: Nach diesem Sommer wird nichts mehr so sein, wie all die Sommer zuvor. Doch hatte sich Belly das komplett anders vorgestellt....


Zu lange habe ich diese Bücher ignoriert, weil ich das Cover nicht schön fand und den Titel etwas irreführend. Das was es am Ende war, hätte ich nicht erwartet. 
Aus irgendeinem Grund habe ich mir die Leseprobe durchgelesen und scheinbar war es Schicksal, denn dieses Buch ließ mich keine Sekunde mehr los. 
Ich flog durch die Seiten, durch die Zeilen, durch die Wörter und saugte alles in mich auf, was nur ging. Belly ist ein sehr authentischer Charakter, der seine Macken hat und dadurch wirklich liebenswert und echt wird für den Leser. Sie hat etwas an sich, womit man sich gleich zu identifizieren weiß, selbst wenn man im Grunde anders drauf ist oder andere Dinge erlebt hat. Jenny Han hat mich mit ihrem leichten und packenden Schreibstil wirklich durch die Geschichte gezogen und ich fühlte mich stets in Watte gepackt. Ich hatte immer das Gefühl von 'Hier bin ich richtig', und das war wundervoll. 
Für dieses Buch habe ich ganze zwei Tage gebraucht, doch wenn man berücksichtigt, dass ich an einem Tag bereits 88% gelesen habe, kann man den anderen eigentlich fast weglassen. Schon eine Ewigkeit ist mir kein Buch mehr untergekommen, dass mich so in den Bann gezogen hatte und mich zum Ende hin völlig unerwartet emotional so mitgerissen hat. Meine Augen wurden feucht, die Tränen meldeten sich zu Wort und ich war vollends in der Geschichte drin. 
Ich lebte dieses Buch in vollen Zügen und meine eigenen Probleme waren für diese Zeit wie weggeblasen. Für mich eines der besten Bücher in diesem Genre und es wird für jedes andere schwer, da auch nur halbwegs heranzureichen.
Die Charaktere, die Umgebung - einfach alles war so leicht vorzustellen und man erlebte diesen Sommer einfach mit. So sehr, dass ich Bellys Naivität gegenüber manchen Dingen ebenfalls auslebte und am Ende genauso geschockt dastand wie sie, weil man gewissen Dinge einfach nicht gesehen hat, obwohl sie so offensichtlich waren, weil man einfach damit beschäftigt war, verliebt zu sein, das Meer und den Sand auf der Haut zu spüren und den Sommer zu etwas Besonderem werden zu lassen. 
Dieses Buch ist so viel mehr, als viele Bücher dieser Art zusammen. 
Die Charaktere haben mich eigentlich alle begeistert und selbst die, die nicht wirklich anwesend waren, über die aber ab und an kurz geredet waren, waren so präsent und fantastisch in kurzen Worten erklärt, dass es mir vorkam, als würde ich sie wirklich kennen. Ich kam mir vor, als würde ich sie alle kennen, als wäre ich Teil von der Familie - als wäre ich Belly selbst, irgendwie.
Steven war ein grausamer großer Bruder, der keine Gelegenheit ausließ, Belly zu ärgern und zur Weißglut zu treiben, aber trotzdem wusste man, dass sie sich irgendwo ganz tief in ihren Herzen trotzdem lieb hatten. Conrad war ein sehr komplexer Charakter, den man nur sehr schwer durchschauen konnte und trotz seiner manchmal abwertenden Art, war er irgendwie immer interessant. Man wollte hinter sein Geheimnis kommen, wollte ihn kennenlernen, mehr von ihm haben und wissen, als er preisgab. Und Jeremiah war einfach nur ein Junge zum lieb haben, genau wie die Mutter der Jungs. Die Harmonie innerhalb der befreundeten Familien war immer spürbar und es gab wie überall, wenn Kinder dabei waren, immer wieder kleine Momente der Anfeindungen zwischen Jungen und Mädchen und alles wirkte so unglaublich real, dass es fast wehtat, das Buch zu schließen und zu wissen, dass es nicht wahr ist, dass man nicht wirklich dabei ist. 
Aber zum Glück bleibt uns allen ja immer noch die Erinnerung, die uns bittersüß zulächelt.




Aufmachung des Buches: 3/5
Idee der Geschichte: 5/5
Umsetzung: 5/5
Sprache: 4/5
Charaktere: 5/5
Spannung: 5/5
Ideenreichtum: 5/5
Tiefgründige Aspekte: 5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 5/5

Punktzahl insgesamt: 46/50



Mein Herz sagt: 



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